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Shazam!

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  • Einleitung

    Das ursprüngliche DC Extended Universe (kurz DCEU) hat sich mit Aquaman gewandelt. Statt einem eng vernetzten Filmuniversum, will Warner überwiegend Filme über die DC Helden produzieren, die größtenteils für sich alleine stehen können und lose Verbindungen aufweisen. Ziel ist es den Regisseuren Freiraum zu geben, sodass sie ihren Stil aufdrücken können. So Unterschied sich Aquaman bereits vom Ton deutlich zu vorherigen Einträgen wie dem deutlich düstereren Batman v Superman.
    Der in Deutschland eher unbekannte Superheld Shazam wurde Anfang der 1940er Jahre unter dem Namen Captain Marvel von Bill Parker und C.C. Beck erfunden. Bis in die 1950er wurde die sehr erfolgreiche Comicreihe vom Verlag Fawcett Comics veröffentlicht. Durch die große Ähnlichkeit zu Superman kam es des Öfteren zu rechtlichen Problemen zwischen DC und Fawcett. Nach der Pleite von Fawcett Comics übernahm DC den Verlag zusammen mit dem Charakter. Da jedoch Marvel die Gunst der Stunde nutzte und ihre eigene Figur namens Captain Marvel kreierte, war DC gezwungen ihren Charakter fortan in Shazam umzubenennen.

    Mit Shazam! von Regisseur David F. Sandberg wird dieses Vorhaben nun weitergeführt. Der erste von zwei DC Filmen, die in diesem Jahr die Lichtspielhäuser erblicken werden, läuft ab dem 4. April 2019 in deutschen Kinos an.
    Ob Shazam! eine gelungene Comicverfilmung geworden ist und auf derselben unterhaltsamen Welle wie Aquaman schwimmen kann, erklären die folgenden Absätze.

    Die Verfilmung des Comics aus dem Hause DC handelt von dem Jungen Waisen Billy Batson (Asher Angel), der von einem uralten Zauber eine mächtige Kraft erhält und sich mithilfe des Zauberworts "Shazam" in einen erwachsenen Superhelden (Zachary Levi) verwandeln kann.

    © 2019 Warner Bros. Pictures

    Kritik

    In den ersten Minuten wählt Regisseur David F. Sandberg einen überraschend düsteren Einstig für sein Superhelden Abenteuer. Der Film widmet sich in seinem Einstieg voll und ganz dem Antagonisten Thaddeus Sivana (als Erwachsener Mark Strong), der hier seine Motivation und eine gewisse Charakterisierung erhält. Auffällig ist dabei die düstere Atmosphäre und eine Bildästhetik, die eher an Zack Snyder’s DC Filme erinnert. Obwohl der Film in seiner Gesamtheit deutlich heiterer als andere DC Filme zuvor daherkommt, ist die Bildsprache durchgehend dunkel und entsättigt gehalten. In Shazam! bekommt der Zuschauer das genaue Gegenteil von dem, wie Aquaman ausgesehen hat.
    Ist der Einstig geschafft widmet sich Shazam! dem Protagonisten Billy Batson (Asher Angel) und dessen Geschichte. Billy ist ein 15-jähriger Waisenjunge, der bereits von mehreren Pflegefamilien weggelaufen ist und sich auf der Suche nach seiner leiblichen Mutter befindet. So landet er schließlich bei einem Paar, das sich um mehrere Waisen kümmert und lernt dort den gleichaltrigen Superhelden-Fan Freddy (Jack Dylan Grazer) kennen.
    Im Kern ist Shazam! trotz seiner lustigen Ausrichtung und seiner hohen Gagdichte, eine berührende Geschichte um einen Teenager, der sich auf der Suche nach (s)einer Familie und einem Platz in der Welt befindet. Dies erzählen Regisseur David F. Sandberg und Drehbuchautor Henry Gayden in aller Aufrichtigkeit und Ernsthaftigkeit. Die unerwartet zahlreichen ernsten Momente werden auch als solche dargestellt und zu keinem Zeitpunkt ironisch gebrochen. Niemals machen sich die Macher über die ernsten Momente lustig.
    Billy Batsons Verwandlung in Shazam, einem erwachsenen und mächtigen Superhelden, stellt für Billy eine Art realitätsflucht und kindliche Allmachtsphantasie dar, um seiner kindlichen Ohnmacht zu entgehen. Billy geht es als sein Alter Ego Shazam in erster Linie darum, Spaß zu haben und sorglos seine Fähigkeiten auszutesten. Wenn Billy und sein Freund Freddy versuchen herauszufinden, ob Shazam den Röntgenblick beherrscht oder Blitze aus den Händen schießen kann und dies auf Youtube dokumentieren, parodiert David F. Sandberg gekonnt Superhelden, ihre Originstories, Klischees und Genreeigenheiten. So kommentiert er das Genre an bestimmten Stellen fast schon satirisch.
    Zudem bauen die Macher ganz viele Easter-Eggs und Verweise auf das bisherige DC Universum ein und laden die Zuschauer ein, die Augen aufzuhalten.

    © 2019 Warner Bros. Pictures

    Shazam! ist mit Abstand der bislang witzigste DC Film. Die Gagdichte ist immens hoch, ohne jedoch in Blödelhumor zu verfallen. Der Film punktet mehrmals mit tollen Einfällen, wie er Superhelden parodieren kann. Oftmals entsteht der Humor aus den Situationen heraus. Folgenderweise schafft es Shazam! den Zuschauern viele Lacher abzugewinnen.
    Wer bei Shazam! durch die heitere Ausrichtung eine Angleichung an das MCU befürchtet hat, kann beruhigt in den Film gehen. Obwohl Shazam!, wie bereits erläutert, der bislang lustigste Film von DC ist, könnte das Comicabenteuer nicht unterschiedlicher als die MCU-Ableger sein. So konzentriert sich Shazam! einzig auf Billys Geschichte, ohne sich in unzähligen Nebenhandlungen zu verlieren. Zudem ist David F. Sandberg’s Film angenehm reduziert und zielgerichtet. Glücklicherweise verzichtet der neueste Film aus dem Hause DC auf eine ausufernde Materialschlacht mit CGI Overkill. Grundsätzlich sind im Film recht wenige Actionszenen vorhanden. Mit Ausnahme des etwas zu lang geratenen Showdowns, der erfreulich zurückhaltender als Genrekollegen inszeniert ist, gibt es nur eine Handvoll kurzer Actionszenen.

    Natürlich ist Shazam! nicht frei von Fehlern. So geht die Comicverfilmung ungefähr 10-15 Minuten zu lang. Auch ist der von Mark Strong mit gewohnt bösartiger Aura verkörperte Bösewicht Dr. Thaddeus Sivana eher ein schwacher Bösewicht. Zwar sind die Beweggründe der Figur nachvollziehbar, aber sie bleibt zu eindimensional, da sich der Film zu wenig ihr beschäftigt. Leider kommen auch die Pflegegeschwister Mary (Grace Fulton), Darla (Faithe Herman), Eugene (Ian Chen) und Pedro (Jovan Armand) zu kurz und kriegen daher nur eine knappe Charakterisierung, was Schade ist, da der durchgehend sympathische Cast eine tolle Chemie untereinander aufweist.
    Shazam! besitzt zwar für den Maßstab eines Superheldenfilms mit seinen 80-90 Millionen US-$ ein recht geringes Budget, aber dennoch wirken manche der Effekte weniger gelungen. Das spiegelt sich vor allem bei den Sieben Todsünden wider. Sonst sind die Effekte für die Budgetklasse aber in Ordnung.

    Hauptdarsteller Zachary Levi, der den Titelgebenden Shazam spielt, ist ein wahrer glücksgriff für die Comicverfilmung. Levi zeigt eine große Spielfreude und hat sichtlich Spaß an seiner Rolle. Er schafft es den Superhelden, der eigentlich ein Teenager ist, passend zu spielen. Er wirkt immer, als ob tatsächlich ein jugendlicher einen erwachsenen imitieren würde. Hier kommt ganz Besonders Levi’s komödiantisches Talent zur Geltung.
    Die jungen Darsteller Asher Angel und Jack Dylan Grazer (IT) machen ebenfalls einen guten Job und harmonieren in ihren gemeinsamen Szenen wunderbar. Asher trägt den Film vor allem im ersten Drittel, wo seine Figur sehr viel Screentime erhält, richtig gut. Während Grazer eher für die witzigen Momente und die trockenen Sprüche zuständig ist.

    © 2019 Warner Bros. Pictures



    Fazit

    Shazam! ist durchaus eine Überraschung geworden. Regisseur David F. Sandberg hat mit der Comicverfilmung einen gelungenen und sehr unterhaltsamen Film gedreht, der überraschend emotional und trotz der hohen Gagdichte zuweilen ernst daherkommt. Zachari Levi in der Rolle des Shazam zuzusehen macht einfach nur Spaß. Die sympathischen Charaktere, der gute Cast, der Humor und die gelungene Geschichte machen aus Shazam!, trotz seiner Fehler zu einem gelungenen Film. So ist aus der Comicverfilmung ein sehenswerter Blockbuster geworden, der über seine gesamte Laufzeit unterhält und seine Eintrittskarte wert ist.


    7,5/10

    :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :halbstern: :stern2: :stern2:
    Infos
    Originaltitel:
    Shazam!
    Land:
    USA
    Jahr:
    2019
    Studio/Verleih:
    Warner Bros.
    Regie:
    David F. Sandberg
    Produzent(en):
    Peter Safran, Jeffrey Chernov, Christopher Godsick, Walter hamada, Geoff Johns, Adam Schlagman, Richard Brener, Dave Neustadter, Dany Garcia, Hiram Garcia, Dwayne Johnson
    Drehbuch:
    Henry Gayden
    Kamera:
    Maxime Alexandre
    Musik:
    Benjamin Wallfisch
    Genre:
    Action, Abenteuer, Fantasy
    Darsteller:
    Zachary Levi, Mark Strong, Asher Angel, Jack Dylan Grazer, Djimon Hounsou, Faith Herman, Grace Fulton, Ian Chen, Jovan Armand, Marta Milans, Cooper Andrews
    Inhalt:
    Die Verfilmung des Comics aus dem Hause DC handelt von dem Jungen Waisen Billy Batson (Asher Angel), der von einem uralten Zauber eine mächtige Kraft erhält und sich mithilfe des Zauberworts "Shazam" in einen erwachsenen Superhelden (Zachary Levi) verwandeln kann.
    Start (DE):
    4. April 2019
    Start (USA):
    5. April 2019
    Laufzeit:
    132 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Links
    Webseite:
    http://www.shazam-movie.net
    Bilder
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