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Dumbo

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  • Einleitung


    Nach unter anderem "The Jungle Book" und "Cinderella", sowie den bevorstehenden Verfilmungen von "König der Löwen" und "Aladdin", steht nun auch Dumbo in der immer länger werdenden Reihe von Realverfilmungen alter Disneyklassiker. Der von Tim Burton inszenierte Film entfernt sich dabei sehr weit von der Vorlage und erzählt eine weitestgehend andere Geschichte.

    Eines Tages wird das Elefantenbaby Jumbo Jr. geboren und hat gigantische Ohren vorzuweisen, die zunächst als abstoßend angesehen werden. Doch als plötzlich Jumbo Jr. beginnt mit seinen Ohren zu fliegen, wittert das Zirkuspersonal schnell verdientes Geld und will den fliegenden Elefanten in den Mittelpunkt ihrer Attraktionen stellen.



    Kritik


    Hat man sich nach ein paar Minuten erst einmal an die kitschig bunten Bilder, ganz im Stile eines Tim Burton, gewöhnt, fängt die kunterbunte Fassade des Films schnell an zu bröckeln und gewährt den Blick auf eine unschöne Welt, in der die eigentliche Botschaft des Films so gut wie überhaupt nicht transportiert wird und erst ganz am Ende in einem Nebensatz versucht wird nochmal die Kurve zu bekommen.

    So steht direkt in den ersten 15 Minuten das Quälen der Tiere, insbesondere der Elefantenmama, im Mittelpunkt. Besonders durch einen Mitarbeiter des Zirkus, gegen den absolut niemand etwas unternimmt, außer die Tiere selbst. So wird sein Verhalten den Tieren gegenüber noch als witzig hingestellt und oft auf einer betont komischen Note beendet. Als diese Figur dann im Laufe des Films verschwindet, wird dies von den restlichen Charakteren als Verlust bekundet und es herrscht kurzzeitig schlechte Stimmung. Diese fragwürdige Inszenierung im Umgang mit den (Gott sei Dank unechten) Tieren zieht sich so durch den kompletten Film und gipfelt mit dem Auftritt Michael Keatons in einem widerlichen Höhepunkt. Dem potentiell (sehr) jungen Publikum wird eine völlig falsche Haltung gegenüber anderen Lebewesen präsentiert, in der es so gut wie keine Konsequenzen für falsches Verhalten gibt.

    Würde der Film dieses Verhalten wenigstens anprangern, statt nur zum Ende hin kurz mit dem Finger böse zu wedeln, um den Kindern und Jugendlichen, die dieser Film ja auch ansprechen soll, den richtigen Umgang mit Tieren aufzuzeigen und Konsequenzen zu präsentieren. Aber in den vielen, vielen Szenen wird fast so gut wie nichts getan, seitens der Menschen. Und damit wäre auch schon das nächste Problem des Films auf dem Tisch: Die Figuren. Bis auf den von Colin Farrell dargestellten Holt Farrier und später die von Eva Green dargestellte Colette Marchant, bietet Dumbo absolut keine sympathischen Figuren. Somit kann auch an dieser Front fast kein Spaß während des Schauens aufkommen und man hofft, dass möglichst bald der Abspann über die Leinwand läuft.

    Aber auch abseits von Tierquälerei und unsympathischen Figuren bietet Dumbo absolut nichts positiv erwähnenswertes. Die Handlung geht die schon tausende Male gegangenen Wege, springt von einem vorhersehbaren Akt zum nächsten und macht dabei so wenig Spaß wie schon lange kein Film mehr.

    Mit dem großen Finale wird schließlich versucht das Ruder rumzureißen und den Film weg von der Düsternis in eine familienfreundlichere Ecke zu manövrieren. Dies gelingt dank der misslungenen Vorarbeit nur bedingt und unterstreicht einmal mehr, warum dieser Film seine Botschaft völlig verfehlt hat und zu keinem Zeitpunkt im Stande war, diese vernünftig zu transportieren und entsprechend in Szene zu setzen.

    Auf technischer Seite bietet sich ein Schauwerk aus mal mehr und oftmals weniger gutem CGI. Dumbo selbst ist anständig animiert, die restlichen Tiere eher mittelmäßig und die vielen computergenerierten Hintergründe sehen oftmals sehr bescheiden und überaus künstlich aus. Die Herkunft des Films aus dem Computer, kann zu keinem Zeitpunkt abgestritten oder auch nur übersehen werden.



    Fazit


    Mit Dumbo hat Disney, ähnlich wie Eva Green im Film, einen Schritt in einen großen Haufen Elefantenmist gemacht. Die Präsentation fragwürdiger Motivationen und das völlige Versagen im Präsentieren der eigentlich gut gemeinten Botschaft, lassen Dumbo schlussendlich als einen Schuss in den Ofen dastehen, der nicht nur langweilig zu schauen ist, sondern im Endeffekt auch wirklich unangenehm ist.


    3,5/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Dumbo
    Land:
    USA
    Jahr:
    2019
    Studio/Verleih:
    Disney Pictures
    Regie:
    Tim Burton
    Produzent(en):
    Tim Burton, Nigel Gostelow
    Drehbuch:
    Ehren Kruger
    Kamera:
    Ben Davis
    Musik:
    Danny Elfman
    Genre:
    Fantasy
    Darsteller:
    Colin Farrell, Michael Keaton, Danny DeVito, Eva Green, Alan Arkin
    Inhalt:
    Der Zirkus von Max Medici (Danny DeVito) hat schon bessere Zeiten gesehen. Und nun gibt es auch noch einen neugeborenen Elefanten, dessen übergroße Ohren ihn zur Zielscheibe für Hohn und Spott machen. Der ehemalige Zirkusstar Holt Farrier (Colin Farrell), gerade aus dem Krieg zurückgekehrt, soll Abhilfe schaffen. Und als Holts Kinder Milly (Nico Parker) und Joe (Finley Hobbins) herausfinden, dass Dumbo fliegen kann, setzt nicht nur die angeschlagene Zirkustruppe ihre Hoffnungen in den kleinen Dickhäuter. Der überzeugungskräftige Unternehmer V.A. Vandevere (Michael Keaton) wittert das große Geld und will Medici überreden, den kleinen Dumbo als Attraktion für seinen Vergnügungspark zu verkaufen….
    Start (DE):
    28. März 2019
    Start (USA):
    29. März 2019
    Laufzeit:
    112 Minuten
    FSK:
    ab 6 Jahren
    Links
    Webseite:
    https://disney.de/filme/dumbo-2019
    Bilder
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