Hellboy - Call of Darkness

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  • Einleitung


    Die Figur Hellboy ist nicht nur unter Comicfans sehr beliebt, auch die beiden Verfilmungen von Guillermo del Toro aus den Jahren 2004 und 2008 mit Ron Perlman in der titelgebenden Hauptrolle konnten einige Fans um sich scharen. Lange Zeit war auch ein dritter Teil geplant, doch nach etlichem hin und her, sowie nun 11 Jahre nach dem letzten Film, wurde daraus bekanntermaßen nichts. Stattdessen übernahm nun Neil Marshall die Regie des in den Startlöchern stehenden Reboots und statt Ron Perlman gibt sich diesmal David Harbour als großer Teufelsjunge die Ehre.

    Wieder einmal steht das Schicksal der gesamten Welt auf dem Spiel, nachdem Nimue, die Blutkönigin, nach vielen Jahren des Halbtodes zurückgekehrt ist. Nur Hellboy scheint ihr einen Strich durch die Rechnung machen zu können und somit die Welt zu retten.



    Kritik


    So sehr die Handlung abgedroschen klingt, desto abgedroschener kommt diese Katastrophe von einem Film dann auch daher. Hellboy – Call of Darkness startet direkt mit den billigsten CGI-Effekten, die man in irgendeiner verstaubten Kiste auf dem Gelände des Produktionsstudios finden konnte. In den ersten paar Minuten wird direkt klargestellt wohin die Reise gehen soll, was den Zuschauer auf dem Weg dorthin erwartet und auch direkt wie alles enden wird. Überraschungen gibt es keine, Hellboy – Call of Darkness ist von Anfang an vorhersehbar, inklusive aller Irrungen und Wirrungen, die das sogenannte Drehbuch hergibt. In einigen Nebensätzen und kurzen Rückblicken wird die Herkunft von Hellboy halbwegs erklärt, aber so wirklich gelungen ist die Originstory zu keiner Zeit. Dasselbe gilt für den Aufbau und die Einführung in diese doch recht brutale Comicwelt, in welcher es an allen Ecken und Enden nur so vor billig aussehenden CGI-Monstern strotzt. Auf der Worldbuilding-Ebene hat der Film somit schonmal mehr oder weniger komplett versagt.

    Und so geht es leider Gottes auch in allen anderen Bereichen weiter. Seien es die grottigen Dialoge, die zum fremdschämen einladen, die noch schlechteren Darsteller, die ihre belanglosen Rollen ebenso belanglos runterrattern, ohne jemals auch nur jemals den Funken von Talent zu versprühen. Auch der Humor funktioniert zu keiner Minute, Hellboy lässt zwar einen lockeren Spruch nach dem anderen ab, doch zünden können nur die wenigsten. Dem stimmen auch direkt alle anderen Figuren mit ein, außer flotten Sprüchen hat das Skript nicht viel zu bieten. Dialoge, die sich dann doch mal um die Handlung drehen, sind auf ein Minimum reduziert, es wird in so knappen Sätzen wie möglich umrissen, was nun passieren wird, dank der nichtvorhandenen Handlung ist auch mehr gar nicht möglich. Somit bleibt am Ende dann wieder mehr Zeit für einen unlustigen Oneliner, über den wahrscheinlich nicht mal Andrew Cosby lachen konnte, als er in seiner Kaffeepause das viereinhalb Zeilen umfassende Drehbuch auf ein durchweichtes Taschentuch schrieb.

    Wäre das alles nicht schon schlimm genug, bringt Hellboy auch direkt noch ein paar seiner grauenhaften Freunde aus der Hölle mit: schlechte Action, unglaubliche Langeweile, aufgesetzte und völlig überzogene Coolness, Milla Jovovich, Handlungsstränge, die ins Nichts führen und einfach mittendrin enden, die Verschwendung von dem eigentlich großartigen Ian McShane und eine viel zu lange Laufzeit, die durch die Reduzierung überflüssiger Elemente um mindestens 120 Minuten hätte gekürzt werden können. Durch die schon weiter oben angesprochene Vorhersehbarkeit des kompletten Films, ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die geschlagenen 121 Minuten komplett langweilig sind. Als Zuschauer quält man sich durch die belanglosen und an Langeweile kaum zu überbietenden Actionsequenzen, von denen zwar manche zumindest in der Theorie ein paar nette Splatter-Effekte zu bieten hätten (und davon gibt es reichlich in Hellboy - Call of Darkness), doch sehen diese dank des CGIs aus den 1950er Jahren so schlecht aus, dass nach wenigen Minuten Kopfschmerzen einsetzen und man am liebsten schreiend aus dem Kinosaal rennen würde. Verstärkt werden die auftretenden Kopfschmerzen zusätzlich durch die penetrante, stets unpassende Musik. Möglichst laut, möglichst völlig ohne Verbindung zur gerade stattfindenden Szene. Weder zum kaum vorhandenen Rhytmus des Films passend, noch in sonst einer Weise mit Bezug zur gezeigten Situation oder Stimmung dröhnt die Top 100 Spotify-Playlist aus den Boxen des Kinosaals und tötet das letzte bisschen Gefühl ab, das man für diesen höllischen Film noch irgendwie hätte zusammenkratzen können.

    Ist der lange Weg zum Großen aber unspektakulären Finale nach gefühlten sechs Stunden endlich geschafft, kommt es zum langweiligsten Endkampf, den ein Comicfilm wohl jemals zu bieten hatte. Allerdings schafft Hellboy – Call of Darkness es an dieser Stelle aber auch zum ersten Mal etwas Positives auf die Leinwand zu bringen. Die hier erscheinenden Monster haben ziemlich großartige Designs zu bieten, welche, nach all den Augenkrebsverursachenden Viechern zuvor, ein echter Augenschmaus sind. Doch dann machte sich leider direkt das Budget des Films bemerkbar und die Monster waren nach geschlagenen drei Sekunden auch schon wieder von der Bildfläche verschwunden und wurden nie wieder gesehen.

    Nach 121 Minuten ist man als Zuschauer dann heilfroh, wenn endlich der Abspann über die Leinwand flimmert und einen all die schrecklichen Dinge vergessen lässt, mit denen Hellboy – Call of Darkness die empfindliche Netzhaut stark penetriert hat.



    Fazit


    Mit Hellboy – Call of Darkness ist Neil Marshall eine wahre Ausgeburt der Hölle gelungen, die schrecklicher nicht sein könnte. Alles was ein Film falsch machen kann wurde hier bis zum Anschlag falsch gemacht. Schlechte Schauspieler, schlechte Dialoge, schlechte Drehbuchentscheidungen, Milla Jovovich, schlechte CGI, schlechter Humor, schlechtes Storytelling. Als menschliches Wesen, das Wert auf die letzten vorhandenen Gehirnzellen legt, macht man lieber einen großen Bogen um den Film. Sollte Geld im Überfluss vorhanden sein, das irgendwie verschwinden muss, ist es sinnvoller und vor allem spaßiger eben jenes in der Toilette hinunterzuspülen und zu beobachten, wie schön lustig es sich beim verschwinden im Rohr um die eigene Achse dreht.


    1/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Hellboy
    Land:
    USA
    Jahr:
    2019
    Studio/Verleih:
    Universum Film
    Regie:
    Neil Marshall
    Produzent(en):
    Keith Goldberg, Lawrence Gordon, Carl Hampe
    Drehbuch:
    Andrew Cosby
    Kamera:
    Lorenzo Senatore
    Musik:
    Benjamin Wallfisch
    Genre:
    Fantasy, Comic
    Darsteller:
    David Harbour, Milla Jovovich, Ian McShane, Sasha Lane, Daniel Dae Kim
    Inhalt:
    Im Kampf gegen das Böse kann es nur einen geben: Halbdämon Hellboy (David Harbour)! Mit geschärftem Schwert, glutroten Hörnern und legendärer Eisenfaust hat er diesmal eine ganz besonders apokalyptische Mission: Er muss die mächtige Hexe Nimue (Milla Jovovich) und das Monster Gruagach stoppen, die zusammen mit einer Reihe weiterer mythischer Wesen, Tod und Zerstörung unter die Menschen bringen wollen. Doch dafür brauchen sie Hellboy. Denn seine Bestimmung war einst, selbst den Weltuntergang zu starten – bis sein Ziehvater Professor Broom (Ian McShane) ihn auf die gute Seite holte und als Spezial-Agent gegen die Monster dieser Welt einsetzte. Während Hellboy nun von Broom für einen Auftrag nach London geschickt wird, zieht Nimue eine Schneise der Verwüstung durch ganz England. Und plötzlich sehen sich Hellboy und seine Mitstreiter Alice (Sasha Lane) und Ben (Daniel Dae Kim) nicht nur mit einer Armee der Finsternis konfrontiert, sondern auch mit ureigenen Dämonen. Die blutrote Schlacht kann beginnen!
    Start (DE):
    11. April 2019
    Start (USA):
    12. April 2019
    Laufzeit:
    121 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Links
    Webseite:
    https://www.universumfilm.de/filme/151848/hellboy-call-of-darkness.html
    Bilder
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