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Battle Royale

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  • Einleitung


    Battle Royale gehört zweifellos zu den einflussreichsten japanischen Filme unserer Zeit. Die abgründige Thematik und die dazugehörige brutale Darstellung zog zahlreiche Kontroversen nach sich, aber auch qualitativ wusste das Werk für Aufsehen zu sorgen. Regisseur Kinji Fukasaku kreierte mit seinen Jungdarstellern ein ebenso mitreißendes wie schockierendes Werk, dass sogar Kultregisseur Quentin Tarantino den Film zu seinen Lieblingen zählt.
    Neben den zahlreichen jugendlichen Schauspielern konnte Fukasaku mit Takeshi Kitano (Kikujiros Sommer) ein japanisches Schauspielschwergewicht gewinnen.

    Battle Royale spielt in der nahen Zukunft, in der Erwachsene an Autorität und Respekt verloren haben. Die Jugend ist ihr eigener Herr und verhält sich auch dementsprechend. Um dem ganzen Einhalt zu gebieten, wurde das Battle Royale ins Leben gerufen, bei dem eine Klasse auf einer abgeschnittenen Insel drei Tage aufeinander losgelassen wird, bis nur noch einer am Ende übrig bleibt. Falls nach Ablauf der Zeit mehrere "Spieler" noch am Leben sind, werden diese restlos durch ihre Sprengkörper am Hals ausgelöscht.

    Fukasaku inszenierte den Film nach einem Drehbuch von seinem Sohn Kenta, der wiederum den gleichnamigen Roman von Koushun Takami als Vorlage hatte. In den Hauptrollen sind unter anderem Tatsuya Fujiwara (Death Note [japanische Realverfilmung]), Chiaki Kuriyama (Kill Bill Vol. 1 + 2), Masanobu Andô (Sukiyaki Western Django) und der bereits oben erwähnte Takeshi Kitano zu sehen.

    Diese Kritik bezieht sich auf die Extended Version.

    © 2019 Capelight Pictures


    Kritik


    Regisseur Kinji Fukasaku lässt nicht viel Zeit vergehen, um seine Protagonisten beim titelgebenden Battle Royale antreten zulassen. Nach einer kurzen Einführung, die auch die Situation im gezeigten Japan verdeutlicht, begeben sich die Schüler recht schnell unwissentlich auf ihre Busfahrt ins Verderben. Und dieses inszeniert Fukasaku ohne viel Skrupel. Bereits bei der Erklärung der Regeln für den anstehenden Kampf müssen die ersten durchaus blutig sterben. Damit gelingt es dem Filmemacher konsequent das Grauen dem Zuschauer nahezubringen. Konterkariert wird das gekonnt von einem Erklärvideo, in dem eine gut gelaunte junge Frau auf euphorische Weise den Schülern die Regeln nahebringt.
    Sobald dies geschehen ist, werden die Jugendlichen aufeinander losgelassen. Und dabei bleibt der Regisseur seinem rabiaten Stil treu. Vor allem die Tatsache, dass die Protagonisten sich noch im jugendlichen Alter befinden, macht Battle Royale noch um einiges härter.

    Aber Fukasaku gibt sich bei seiner Inszenierung nicht nur den Gewaltexzessen hin, sondern bietet auch erzählerisch einige kleine Highhlights. Viele der Figuren und ihrer Konflikte sind greifbar und nachvollziehbar. Auch das Verhalten der Teilnehmer auf der Insel bietet durch die vielseitigen Figuren stets Abwechslung. Einmal mehr zeigt das Werk auf, zu was die Menschen, fast egal welchen Alters, in einer Extremsituation fähig sind - im Positiven wie Negativen. Letzteres wird durch die explizite Gewaltdarstellung noch einmal deutlich unterstrichen. Dabei verhalten sich die Figuren aber selten wirklich sadistisch und auch die Darstellung verfällt nicht in anstoßende Folterorgien. Fukasaku zeigt die blutigen Auseinandersetzungen lediglich direkt und geradlinig. Somit hat man nie das Gefühl, dass die Gewalt der Gewalt wegen präsentiert wird, sondern vielmehr ein Ausdruck von der schockierenden und angsteinflößenden Situation auf der Insel ist. Folglich erhalten aber auch die guten Taten, der Zusammenhalt von einigen Charakteren und die Hilfsbereitschaft dieser deutlich mehr Gewicht.

    © 2019 Capelight Pictures


    Bei der ganzen Action nimmt sich der Filmemacher aber stets die Zeit, auf eine verkommene Gesellschaft hinzuweisen. Die Kritik am zunehmenden Verfall von Werten schwingt durchweg mit und somit verliert das Werk selbst nach fast zwei Jahrzehnten nichts an seiner Aussagekraft.

    Darstellerisch sind die Jungschauspieler durchgehend ambitioniert und wissen auch immer wieder Akzente zu setzten. Jedoch schießen sie auch regelmäßig über das Ziel hinaus, wodurch es zum Overacting kommt. Schauspielveteran Takeshi Kitano bleibt dabei angenehm zurückhaltend, verschwindet so aber auch fast hinter den Leistungen seiner jungen Kollegen.

    Inszenatorisch lässt sich der Regisseur immer wieder kleine visuelle Highlights einfallen, die von einem durch klassische Musik geprägten Soundtrack bemerkenswert untermalt werden. Jedoch leistet sich Fukasaku durch die unglaubwürdige Darstellung der zahlreichen Verletzungen, die die Jugendlichen von sich tragen, auch einige unnötige Schwächen.

    Ansonsten ist Battle Royale ein ebenso schockierender wie mitreißender Actionfilm geworden.

    © 2019 Capelight Pictures


    Fazit


    Regisseur Kinji Fukasaku gelingt es eine beeindruckende Balance zwischen gewaltüberladener Sozialkritik und mitreißender Unterhaltung zu kreieren. Battle Royale hat dabei an seiner Aussage nicht an Aktualität eingebüßt.


    8/10

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    Infos
    Originaltitel:
    バトル・ロワイアル (Batoru Rowaiaru) / Battle Royale (Englischer Titel)
    Land:
    Japan
    Jahr:
    2000
    Studio/Verleih:
    Toei Company / Capelight Pictures
    Regie:
    Kinji Fukasaku
    Drehbuch:
    Kenta Fukusaku, Koushun Takami (Buch)
    Kamera:
    Katsumi Yanagijima
    Musik:
    Masamichi Amano
    Genre:
    Action
    Darsteller:
    Tatsuya Fujiwara, Aki Maeda, Chiaki Kuriyama, Masanobu Andô, Tarô Yamamoto, Takeshi Kitano
    Start (DE):
    10.12.2002 (Heimkino)
    FSK:
    keine Jugendfreigabe
    Bilder
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