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High Life

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  • Einleitung


    Die französische Regisseurin Claire Denis wagt sich mit High Life erstmals an das Science-Fiction Genre und legt direkt ein kleines Meisterwerk hin, welches in seiner Gesamtheit nur schwer zu fassen ist und vor allem mit einer bedrückenden Atmosphäre zu überzeugen weiß. In der Hauptrolle findet sich Robert Pattinson wieder, der einmal mehr beweist, welches Talent in ihm steckt.

    Monte (Robert Pattinson) und seine Tochter Willow (Jessie Ross) leben zusammen an Bord eines Raumschiffs, Raumschiff Nummer 7. Steuerungslos und gänzlich isoliert schweben sie durchs All, der Tag nur gegliedert durch Reparaturarbeiten und tägliche Statusreports an die Erde.



    Kritik


    Dass es sich bei High Life um einen äußerst ruhigen Film handelt, macht das Werk von Claire Denis direkt von Beginn an klar, denn das erste gesprochene Wort gibt es erst nach einer gefühlten Ewigkeit, den ersten zusammenhängenden Satz noch viel später. Monte und Willow finden sich einer schier aussichtslosen Situation wieder, die durch in Rückblenden erzählte Ereignisse noch viel schlimmer wurde. High Life umreißt seine Handlung rund um die Strafgefangenen und ihren möglichen Straferlass bei erfolgreichem Abschluss der Mission nur äußerst spärlich. Die meiste Zeit über handelt es sich nur um eine Situationsanalyse, in der es im Grunde um gar nichts geht, außer dem schnöden Alltag an Bord des Schiffes, die Experimente durch die von Juliette Binoche dargestellte Dibs, sowie das Überleben mit den mitreisenden Gefangenen. Die triste Stimmung an Bord schlägt schnell auf den Zuschauer über, das stetig grummeliger werdende Gefühl in der Magengegend macht sich mit jeder neuen Szene mehr bemerkbar.

    High Life ist mehr eine Erfahrung an Bildern, Symbolik und Gefühlen, als dass der Film einer Handlung folgt und diese erzählt. Eine Rahmenhandlung ist zwar durchaus vorhanden, doch für den Film so unwichtig, wie es eigentlich nur geht. Das Geschehen findet abseits davon statt, in den Köpfen der Passagiere und vor allem im Kopf des Zuschauers, der sich auf eine ruhige, aber stets ungemütliche Reise einlässt. Dieses Gefühl des Unbehagens transportiert High Life in erster Linie durch die beklemmende Atmosphäre, die nur selten musikalisch untermalt ist und zum anderen durch das grandiose Schauspiel von Robert Pattinson. Allein durch seine Mimik, sowie sein generell äußeres Verhalten, könnte er den Film alleine tragen. Dazu bräuchte es die vorhandenen düsteren, in ihren eigenen noch viel düsteren Gedanken schwimmenden Figuren überhaupt nicht. Doch diese runden das Gesamtbild des Films ab und fügen sich passend in dieses düstere Werk.

    Auch bekommt man von dem eigentlichen Science-Fiction Aspekt so gut wie nichts mit. Außenaufnahmen, die die Einordnung in dieses Genre unter anderem rechtfertigen würden, gibt es so gut wie gar nicht. Und wenn, dann sind sie äußerst kurz oder sogar nur angedeutet. High Life ist somit ein intensives Kammerspiel, welches dank Atmosphäre und Schauspielkunst durchgehend zu überzeugen weiß.

    High Life erzählt keine große Weltraumsaga oder ein weltenumfassendes Ereignis. Es ist ein kleines bedrückendes Stück Film, das in der heutigen Zeit der millionenschweren Blockbuster wie ein frischer Frühlingswind über die Leinwände huscht und den geneigten Zuschauer eine zwar ungemütliche Zeit erleben lässt, für die sich das Investment jedoch überaus lohnt, wenn man sich auf diese Art von fast schon handlungsbefreiten Film einlässt. Das große Ganze findet hier in Andeutungen statt und erklärt somit überhaupt nichts.



    Fazit


    Für Fans von kammerspielartiger Inszenierung, einer düsteren Atmosphäre, die einen auch nach dem Abspann noch nicht loslässt und minimalem Einsatz an Dialogen ist High Life genau der richtige Film. High Life ist weniger ein Film, als viel mehr eine Erfahrung, die einen gerne mal ratlos aus einzelnen Szenen entlässt und auch nach 110 Minuten sehr verschleiert bleibt. High Life ist mehr ein Film, den man erlebt und fühlt, als dass man ihm von Punkt A zu Punkt B folgt.



    8/10

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    Infos
    Originaltitel:
    High Life
    Land:
    Frankreich, Deutschland, UK, Polen, USA
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    Pandora Film Verleih
    Regie:
    Claire Denis
    Produzent(en):
    Claudia Steffen, Laurence Clerc, DJ Gugenheim
    Drehbuch:
    Claire Denis, Jean-Pol Fargeau, Geoff Cox
    Kamera:
    Yorick Le Saux, Tomasz Naumiuk
    Musik:
    Stuart Staples
    Genre:
    SciFi, Drama
    Darsteller:
    Robert Pattinson, Juliette Binoche, Andre Benjamin, Mia Goth
    Inhalt:
    In den Tiefen des Weltalls. Jenseits unseres Sonnensystems. Monte (Robert Pattinson) und seine Tochter Willow (Jessie Ross) leben zusammen an Bord eines Raumschiffs, Raumschiff Nummer 7. Steuerungslos und gänzlich isoliert schweben sie durchs All, der Tag nur gegliedert durch Reparaturarbeiten und tägliche Statusreports an die Erde. Sie sind Teil einer experimentellen Mission, die außer Monte und Willow niemand überlebt hat. Eine Gruppe zum Tode verurteilter Straftäter hat ein Angebot des Staates angenommen: Lebenswichtige Energieressourcen im All zu finden und im Gegenzug dafür die Strafe erlassen zu bekommen. Ein trügerischer Deal. Und für die Crew eine Reise ohne Wiederkehr. So nähern sich auch Vater und Tochter ihrem letzten und unausweichlichen Ziel – dem Schwarzen Loch, dem Ende von Zeit und Raum.
    Start (DE):
    30. Mai 2019
    Start (USA):
    5. April 2019
    Laufzeit:
    110 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Links
    Webseite:
    https://www.pandorafilm.de/filme/high-life.html
    Bilder
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