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Godzilla II: King of the Monsters

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  • Einleitung


    Als 2014 die Riesenechse Godzilla für das internationale Publikum hoch budgetiert zum Leben erweckt wurde, waren viele Fans etwas von der kurzen Präsenz und der Menge der Actionszenen zwischen den Monstern enttäuscht. Mit Godzilla II: King of the Monsters hat man radikal entgegengewirkt, indem man gleich die bekanntesten Kreaturen der japanischen Vorlage in einen Film geholt hat. So sind neben der titelgebenden Riesenechse unter anderem noch Mortha, Rodan und der dreiköpfige Drache King Ghidorah zu sehen. Und irgendwo dazwischen tummeln sich ein paar Menschen, die entweder eine Koexistenz mit den Titanen anstreben, sie töten wollen oder aber sie als durchführende Institution für die natürliche Selektion sehen, um den Menschen, der die Welt nach und nach zugrunde richtet, zu dezimieren.

    Mit einer größten Teils neuen Besetzung um Stranger Things-Star Millie Bobby Brown, Vera Farmiga (The Conjuring), Ziyi Zhang (Hero), Charles Dance (Last Action Hero) und Kyle Chandler (Argo) gibt es allerdings auch ein Wiedersehen mit Sally Hawkins (Shape of Water) als Dr. Vivienne Graham und Ken Watanabe (Last Samurai) als Dr. Ishiro Serizawa.
    Für die Regie zeigte sich Michael Dougherty verantwortlich, der mit seinen Horrorfilmen Krampus und Trick 'r Treat bereits sein Gespür für düstere Atmosphäre bewies. Das Drehbuch schrieb er mit Max Bordstein gemeinsam, der auch an den Skripten vom Vorgänger und Kong: Skull Island beteiligt war.

    © 2019 Warner Bros. Pictures


    Kritik


    Die ersten Trailer ließen bereits vermuten, dass mit Godzilla II: King of the Monsters ein bildgewaltiges Spektakel offenbart wird. Und der Film bestätigt dies in fast jeder Minute, in der die Titanen zu sehen sind. Fast durchgehend könnte man die Standbilder als Poster präsentieren, denn visuell wird in der Fortsetzung Atemberaubendes geboten. Da Warner Bros. bei den zahlreichen Trailern und Spots viel von diesem Bildmaterial genutzt hat, wird dessen brachiale Wirkung vor allem Zuschauer überwältigen, die sich im Vorfeld möglichst wenig bewegte Bilder angeschaut haben. Dennoch ist Godzilla II selbst für aufmerksame Verfolger des Marketingmaterials eine audiovisuelle Offenbarung. Denn Michael Dougherty zeigt auch bei seiner ersten Blockbusterproduktion seine großen Stärken. Sobald die riesigen Kreaturen im Bild sind, kreiert der Regisseur und Drehbuchautor eine einnehmende Atmosphäre, die durch die erstklassig komponierten Bilder und den großartigen Creautre-Designs getragen wird. Die teilweise kräftigen Farben, die die Monster begleiten, stehen in einem starken Kontrast zu den ansonsten düsteren Bildern. Und auch akustisch werden diese stets erstklassig untermalt. Das Sounddesign und der Score begleiten die optischen Kreationen imposant und steuern so unweigerlich ihren positiven Effekt zur Atmosphäre bei. Dabei werden sich Fans der japanischen Werke auch hin und wieder besonders freuen, wenn Komponist Bear McCreary (10 Cloverfield Lane) einige Themen der Kreaturen neu aufleben lässt.
    Die Effekte sind erwartungsgemäß erstklassig und detailreich. Dadurch können auch die Actionszenen, die großartig gefilmt sind, ohne Kritikpunkte überzeugen.

    © 2019 Warner Bros. Pictures


    Neben Doughertys Stärken offenbaren sich in dem gut zwei Stunden langen Film aber auch seine Schwächen. Dem Filmemacher gelingt es einfach nicht seine Geschichte packend zu erzählen. So wirken die Szenen zwischen den Auftritten der Titanen meist träge und im schlimmsten Fall uninteressant. Die Figurenzeichnung ist oberflächlich, ebenso wie die Darstellung dieser. Doch auch wenn sich Schauspieler wie Kyle Chandler und Millie Bobby Brown merklich Mühe geben, gelingt es ihnen nicht ihren Charakteren Tiefe zu verleihen oder zumindest interessante Facetten abzugewinnen. Lediglich Vera Farmiga hinterlässt einen durchweg souveränen Eindruck, wenn auch talentierte Schauspieler wie Ken Watanabe oder Sally Hawkins entweder enttäuschen oder gar verschenkt werden.
    Aber auch dramaturgisch weiß Godzilla II einfach nicht zu fesseln. Die Geschichte könnte man zwar als zweckdienlich bezeichnen, dafür ist sie jedoch wiederum zu ausführlich erzählt und bremst das Actionepos stetig aus. Folglich bauen sich immer wieder Längen auf, die schwer zu übersehen sind. Die verschiedenen Instanzen, die von Grund auf unterschiedliche Meinungen vertreten, wie mit den riesigen Kreaturen umzugehen ist, hätten neben der imposanten Action auch Stoff für eine spannende Handlung gegeben. Jedoch wird dieses Potential fast durchgängig ignoriert.
    Aber auch die Logik wird teilweise zu oft außen vor gelassen. Solange sie auf Kosten der visuellen Wucht abhanden kommt, ist es noch erträglich. Wenn sie jedoch Auswirkungen auf das Verhalten von Figuren oder der Dramaturgie nimmt, wird es etwas schwieriger.

    Folglich verpasst man es einen wirklich herausragenden Blockbuster zu kreieren. Godzilla II ist somit trotz seiner atemberaubenden Actionszenen lediglich ein unterhaltsamer Film geworden, der sein Potential nicht ausschöpft.

    © 2019 Warner Bros. Pictures

    Fazit


    Godzilla II: King of the Monsters ist audiovisuell überwältigend und kann bei den Auftritten der Titanen eine faszinierende Atmosphäre aufbauen. Jedoch abseits davon schleichen sich aufgrund von erzählerischen wie dramaturgischen Schwächen einige Längen ein.


    7/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Godzilla: King of the Monsters
    Land:
    USA
    Jahr:
    2019
    Studio/Verleih:
    Warner Bros.
    Regie:
    Michael Dougherty
    Drehbuch:
    Michael Dougherty, Zach Shields, Max Borenstein
    Kamera:
    Lawrence Sher
    Musik:
    Bear McCreary
    Genre:
    Action, Fantasy
    Darsteller:
    Millie Bobby Brown, Vera Farmiga, Kyle Chandler, Ken Watanabe, Charles Dance, Zhang Ziyi, Sally Hawkins, O'Shea Jackson Jr.
    Start (DE):
    30.05.2019
    Start (USA):
    31.05.2019
    Laufzeit:
    131 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Bilder
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