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Yardie

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  • Einleitung


    Mit Yardie feiert der charismatische Schauspieler Idris Elba sein Spielfilmdebüt als Regisseur. Als Vorlage für den Film diente das gleichnamige Buch von Victor Headley, was wiederum von Brock Norman Brock (Bronson) und Martin Stellmam (Die Dolmetscherin) adaptiert wurde.

    Yardie ist meist die Bezeichnung für einen Verbrecher mit jamaikanischen Wurzeln. Im gleichnamigen Film steht mit D genau so jemand im Zentrum. Nachdem er als Kind miterleben musste, wie sein großer Bruder bei dem Versuch zwei verfeindete Gangs zu versöhnen, erschossen wurde, wird D von einem der Gang-Anführer aufgenommen. Von da an wird er immer mehr in die kriminellen Machenschaften seines Bosses hineingezogen, bis es ihn schließlich von Jamaika nach London zieht, wo er das Drogengeschäft leiten soll.

    © 2019 Studiocanal


    Kritik


    Regisseur Idris Elba, der unter anderem auch als DJ und Rapper unterwegs ist, merkt man seine Liebe zur Musik auch bei seiner Inszenierung an. Immer wieder nimmt Musik und die Wirkung dieser einen großen Raum ein. Zu Beginn zeigt Elba ein wunderschönes aber ebenso grausames Jamaika, dass von Gangs beherrscht wird. Nach dem tragischen Tod eines jungen Mädchens bei einer Schießerei beschließt der große Bruder von der Hauptfigur D mit Hilfe einer Musikveranstaltung der Gewalt ein Ende zusetzen. Auch wenn die das Fest Früchte zu tragen haben scheint, wird es von einem Schuss und dem Tod von Ds Bruder beendet.
    Das klingt zwar alles sehr dramatisch, jedoch gelingt es Elba nicht den Zuschauer tatsächlich zu berühren. Stattdessen werden etwas pathetische Szenen präsentiert, die wie ein Fremdkörper wirken und so die Stimmung zerstören. Auch wenn Elba daran scheitert die emotionale Kraft seiner Geschichte zu transportieren, so bleibt der erste Akt auf Jamaika dennoch schön anzusehen. Teilweise einfallsreiche Kamerafahrten und die tollen Kulissen machen visuell einiges her. Und die interessante Geschichte hält den Zuschauer im Geschehen. Der leichte spirituelle Touch eröffnet dabei noch weitere faszinierende Türen.

    Nach dem Tod seines Bruders nimmt ihn der Gangsterboss King Fox unter seine Fittiche, wodurch D in die Welt der Gangs eingeführt wird. Dabei hält er über Jahre hinweg an seinen Rachegedanken fest. Seine Jugendliebe, mit der er mittlerweile ein Kind hat, entschließt sich jedoch der kriminellen Welt den Rücken zu kehren und flieht nach London. Einige Zeit später wird D von King Fox britische Hauptstadt geschickt, um dort die Drogengeschäfte zu händeln. Auf der Suche nach dem großen Geld, seiner großen Liebe, verfolgt von dem Geist seines Bruders und getrieben von Rachegedanken versucht er sein Leben in London zu meistern.
    Auch wenn die Geschichte zahlreiche interessante Aspekte bietet, gelingt es dem Regisseur nicht, diese adäquat miteinander zu verknüpfen und ihnen die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Zwar kreiert der starke Soundtrack und der immer wieder aufkommende Bezug zur Musik eine faszinierende Atmosphäre, durchbricht aber auch immer wieder die Handlungsstränge und wirkt so meist deplatziert.

    © 2019 Studiocanal


    Yardie scheitert deutlich an der Überfrachtung von Themen, die nicht zueinander finden möchten. Folglich entsteht ein unausgegorenes Bild.
    Einige für sich alleine stehende, starke Szenen hinterlassen dennoch einen bleibenden Eindruck. Ebenso entsteht ein gelungenes Bild von der damaligen Zeit und Szene. Optisch ist an Yardie nur wenig auszusetzen. Darüber hinaus konnte mit Aml Ameen ein starker und sympathischer Hauptdarsteller gewonnen werden. Und trotzdem bleibt der Film leider nur im Durchschnitt hängen, da die misslungene Dramaturgie einiges zerstört. Die fehlende Tiefe lässt einige Szenen schwer nachvollziehbar erscheinen, was vor allem die Beziehung von D zu seiner Jugendliebe betrifft.
    Alles in allem bietet Yardie somit in Ausschnitten Highlights, doch das Gesamtbild möchte einfach nicht so richtig funktionieren.

    Fazit


    Idris Elba bietet mit seinem Regiedebüt bei einem Spielfilm zwar einfallsreiche inszenatorische Einfälle und starke Szenen - jedoch nur wenn sie für sich allein stehen. Im Zusammenhang finden die ambitionierten wie zahlreichen Themen nicht zueinander, worunter ab spätestens der Mitte auch stark die Spannung leidet.


    5/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Yardie
    Land:
    Großbritanien
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    Studiocanal
    Regie:
    Idris Elba
    Drehbuch:
    Martin Stellman, Brock Norman Brock, Victor Headley (Buch)
    Kamera:
    John Conroy
    Musik:
    Dickon Hinchliffe
    Genre:
    Drama, Krimi
    Darsteller:
    Aml Ameen, Stephen Graham
    Start (DE):
    20.06.2019 (Heimkino)
    Start (USA):
    15.03.2019
    Laufzeit:
    101 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Bilder
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