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Anna

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  • Einleitung


    Kultregisseur Luc Besson zeigte bereits mehrfach, dass er es versteht starke Frauenrollen in Szene zu setzen. Diesbezüglich dürften die wohl bekanntesten Filme des Franzosen das fünfte Element, Nikita und Lucy sein. Mit Anna gesellt sich nun das nächste Projekt hinzu.
    Im Zentrum steht das geheimnisvolle Model Anna, die ihr schönes Aussehen und ihren damit verbundenen Job allerdings nur als Tarnung nutzt. Hauptberuflich ist sie als Auftragskillerin für den KGB unterwegs.

    Für die Hauptrolle hat sich Besson die Dienste des echten Models Sasha Luss gesichert, die hiermit ihre erste Hauptrolle in einem Film spielt. Luss hatte bereits in seinem vorangegangenen Werk Valerian eine Nebenrolle. Neben Luss sind unter anderem noch Oscarpreisträgerin Helen Mirren (Die Queen), Luke Evans (Die Schöne und das Biest) und Cillian Murphy (Peaky Blinders) zu sehen.
    Besson zeigte sich standesgemäß natürlich nicht nur für die Regie verantwortlich, sondern steuerte auch das Drehbuch bei.

    © 2019 Studiocanal


    Kritik


    Regisseur und Drehbuchautor Luc Besson versucht von Beginn an seiner Protagonistin Profil zu verschaffen. Ihre austauschbare Vorgeschichte kann jedoch nur wenig überzeugen. Jedoch gelingt es Hauptdarstellerin Sasha Luss ihrer Figur dennoch einige Facetten abzugewinnen, wodurch der Zuschauer recht leicht Empathie für die Titelheldin empfinden kann. Auch wenn sie bei den emotional anspruchsvollen Szenen merklich überfordert ist, überzeugt sie als Profikillerin mit Herz in allen anderen Momenten. Vor allem in den Actionszenen macht sie eine gute Figur. Neben ihr ist es aber vor allem der starke Nebencast, der das Werk zum Leben erweckt. Ob es Helen Mirren, Cillian Murphy oder Luke Evans ist, jeder kann in seinen Rollen brillieren und es macht unglaublichen Spaß jedem Einzelnen zuzuschauen. Gerade die Chemie zwischen Luss und Evans ist sehr schön, auch wenn der gebürtige Waliser in der Originalversion ein wenig mit seinem russischen Akzent zu kämpfen hat. Die Beziehung zwischen Luss und Murphy hingegen ist etwas holprig, was aber in erster Linie der etwas gehetzten Dramaturgie, was die beiden betrifft, geschuldet ist.

    Dramaturgisch bietet Besson wenig Neues. Die Geschichte verläuft in vielen bekannten Mustern und kann auch nur selten überraschen. Dennoch ist sie meist zweckdienlich. Einzig die regelmäßigen Zeitsprüngen tun der Handlung gar nicht gut. Diese bremsen den Fluss immer wieder aus, wodurch Längen nicht von der Hand zu weisen sind. Bei der einfachen Handlung hätte eine ebenso simple aber vor allem geradlinigere Erzählstruktur deutlich mehr Wirkung entfaltet. Somit nimmt Besson immer wieder das Tempo aus seinem Film, was die Schwächen der Dramaturgie noch einmal unbeabsichtigt herausstellt.
    Dabei bekommt der Zuschauer beispielsweise immer wieder den Raum, sich zu fragen, warum eigentlich die Russen in Russland untereinander andauernd Englisch sprechen.

    © 2019 Studiocanal


    Visuell ist Anna jedoch gewohnt auf einem sehr hohen Niveau. Der Regisseur liefert einige wunderschöne Aufnahmen. Gerade in Paris lässt sich der Filmemacher immer wieder traumhafte Motive einfallen. Die Action ist ebenfalls sehr gut gelungen, auch wenn hier und da die Logik etwas sehr auf der Strecke bleibt. Jedoch sollte man auch keine Actionszenen im Minutentakt erwarten.
    Im Mittelteil, wenn Anna routiniert ihre Aufträge abarbeitet, präsentiert Besson einige sehr gelungene Montagen und auch darüber hinaus lässt er sich immer wieder einige nette inszenatorische Ideen einfallen.

    Hätte Besson bei der Hintergrundgeschichte seiner Heldin mehr Feingefühl und vor allem mehr Einfallsreichtum bewiesen, hätte er mit Anna eine wirklich tolle neue Filmfigur schaffen können. Denn die sympathische Auftragmörderin bietet eigentlich viel Potential und wurde von Sasha Luss auch souverän zum Leben erweckt.
    Ergänzt von einer viel zu umständlich erzählten Geschichte deklassiert er seinen Actionfilm. Mit einer geradlinigen und schnörkellosen Dramaturgie, wie er sie beispielsweise bei dem Drehbuch von 96 Hours erschuf, hätte Anna ein temporeicher, unterhaltsamer und eindrucksvoller Streifen werden können, denn optisch liefert Besson einmal mehr qualitativ Hochwertiges ab. Wäre nicht der starke Cast in den Schlüsselrollen, würde das Werk im Durchschnitt der Genre-Konkurrenz verschwinden.

    © 2019 Studiocanal


    Fazit


    Luc Besson verschenkt leider mit seinem neusten Actionfilm viel Potential. Obwohl Anna eine sympathische Titelheldin bietet und in den Schlüsselrollen stark besetzt ist, macht es sich der Filmemacher bei seiner Erzählung viel zu kompliziert, wodurch die dünne Handlung auch als genau diese zu erkennen ist - woraufhin die Spannung spürbar leidet. Visuell makellos, kombiniert mit einigen gelungenen Actionszenen rettet sich Anna noch so gerade über den Durchschnitt.


    6/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Anna
    Land:
    Frankreich
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    EuropaCorp / Studiocanal
    Regie:
    Luc Besson
    Drehbuch:
    Luc Besson
    Kamera:
    Thierry Arbogast
    Musik:
    Éric Serra
    Genre:
    Action
    Darsteller:
    Sasha Luss, Luke Evans, Helen Mirren, Cillian Murphy
    Start (DE):
    18.07.2019
    Laufzeit:
    119 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Bilder
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