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Silent Assassin

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  • Einleitung


    Spionage zwischen Nord- und Südkorea ist bis heute in der südkoreanischen Filmindustrie ein beliebtes Thema. Das liegt in erster natürlich leider daran, dass es immer noch aktuell ist. Und so nimmt sich auch Silent Assassin dieser Grundlage an.

    Im Zentrum steht dabei der Junge Nordkoreaner Myung-hoo, der, um seine Schwester zu schützen, nach dem Tod seines Vaters in dessen Fußstapfen als Spion des Nordens tritt. Nach einer zweijährigen Ausbildung wird er in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul in eine Schule eingeschleust, wodurch er seine Tarnung aufrecht erhalten kann. Abseits der Schule erledigt er Auftragsmorde von Überläufern und Feinde des Regimes für seine Regierung. In Hye-in findet er an seiner Schule währenddessen eine ungewöhnlichen Freundin, die ihm unwissend das Leben im Süden näherbringt.
    Als er einer Verschwörung innerhalb seiner eigenen Reihen entdeckt, gerät er zwischen die Fronten und versucht dabei alles in seiner Macht stehenden zu tun, um seine Schwester zu retten.

    Regisseur Park Hong-soo, der davor als Regieassistent unter anderem bei dem Kriegsfilm The Front Line tätig war, feierte mit dem Action-Thriller sein Debüt. Dafür konnte er sich die darstellerische Unterstützung von unter anderem Choi Seung-hyun ('71 - Into The Fire), Han Ye-ri (Kundo) und Yun Je-mun (The Good, The Bad, The Weird) sichern.

    © 2019 Splendid Film

    Kritik


    Was als spannender Action-Thriller beginnt entpuppt sich dazwischen schnell als berührendes Drama über eine verlorene Seele, die versucht in einer komplizierten und brutalen Welt ihren Weg zu finden. Hauptdarsteller Choi Seung-hyun gelingt es dabei seiner Figur trotz zurückhaltendem Spiels eine unglaubliche emotionale Tiefe zu verleihen. Dabei verkörpert er den zum Töten ausgebildeten Schüler, während seiner Aufträge mit einer beängstigen Kaltblütigkeit, ermöglicht ihm abseits davon aber auch immer wieder sanfte Seiten zu zeigen. Vor allem in den Augenblicken mit seiner Mitschülerin Hye- in entstehen einige wunderschöne Momentaufnahmen. Das liegt vor allem an der großartigen Chemie zwischen Choi und seiner Schauspielpartnerin Han Ye-ri. Sie präsentieren eindrucksvoll aber stets unaufdringlich zwei Seelen, die sich gegenseitig Halt schenken. Beide tragen viel Gepäck mit sich herum, was die Beziehung der beiden umso schöner macht.
    Myung-hoon der nach seiner Ankunft im Süden nicht nur mit der ihm bekannten brutalen politischen Wirklichkeit konfrontiert wird, sondern auch mit der psychischen und physischen Gewalt an einer Schule, versucht beide Hürden sich nicht aufeinander auswirken zu lassen. Dabei bleibt Choi in seiner Darstellung stets glaubwürdig und lässt den Zuschauer die Konflikte nie vergessen.

    Dramaturgisch bietet Silent Assassin eine gut funktionierende und vor allem spannende Thriller-Geschichte als Ramenhandlung, die immer wieder unerwartete Wendungen schlägt. Dennoch sind die waren Stärken des Werks ihre Figuren und ihre Beziehungen zueinander. Neben den beiden oben erwähnten Hauptfiguren gelingt es Regisseur Park Hong-soo auch kleinen Nebencharakteren Profil zu verleihen. Ob es der ambitionierte Polizist oder die sympathische Street Food-Verkäuferin und nordkoreanische Spionin ist, Park räumt seinen Figuren den nötigen Raum ein, dass sie greifbar aber vor allem menschlich werden.
    Dabei fällt auch wieder positiv auf, dass die Nordkoreaner nicht grundsätzlich verteufelt werden. Wie überall gibt es dort gute und schlechte Menschen.

    © 2019 Splendid Film


    Visuell ist Parks Thriller einwandfrei, auch wenn keine neuen Maßstäbe gesetzt werden. Lediglich während der Actionszenen verschenkt der Regisseur reichlich Potential. Diese sind zwar hart und gut choreografiert, jedoch durch ungewöhnlich viele Schnitte unübersichtlich. Damit beraubt der Filmemacher Silent Assassin die Möglichkeit auch in diesem Bereich zu punkten.
    Jedoch gleichen die zahlreichen zwischenmenschlichen Augenblicke diese Schwäche meist aus. Wenn zum Beispiel die beiden Protagonisten gemeinsam vor einer Karte stehen und darüber sprechen, wo sie gerne hinreisen möchten, ist in Bezug auf ihre jeweiligen Geschichten die Szene ebenso traurig wie wunderschön. Bei solchen Momenten geraten die unvorteilhaft geschnittenen Actionszenen schnell in Vergessenheit.

    Fazit


    Silent Assassin ist zwar mit reichlich Actionszenen bestückt, schlägt dazwischen aber immer wieder ruhige und vor allem überraschend feinfühlige Töne an. Diese sind auch die große Stärke des Films - nicht nur weil Regisseur Park Hong-soo mit zu schnellen Schnitten die Actionszenen ihrer Wucht beraubt. Viel mehr sind es gerade die beiden starken Protagonisten, die das Herzstück des Werks sind und dem Zuschauer zwischen all der Gewalt immer wieder berührende kleine Augenblicke schenken.


    8/10

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    Infos
    Land:
    Südkorea
    Jahr:
    2013
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Bilder
    • Silent-Assassin-Filmkritik-wide.jpg

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