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Fast & Furious: Hobbs & Shaw

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  • Einleitung


    Nach acht Teilen der "Fast and Furious" Hauptreihe rund um Vin Diesel, Paul Walker und den Rest der Crew, geht es nun mit Fast & Furious: Hobbs & Shaw erstmals in ein Spin-Off, welches sich einzig und allein rund um Dwayne Johnson und Jason Statham dreht. Beide sind bereits in mehreren Filmen der Hauptreihe aufgetreten und hatten ihren Höhepunkt im achten Film, als die beiden für eine Nebenmission gemeinsame Sache machen mussten. Das kam bei den Zuschauern so gut an, dass Universal kurzerhand entschied den neunten Teil der "Fast and Furious"-Serie um ein Jahr nach hinten zu verschieben, und stattdessen erstmal Hobbs & Shaw auf eine Solomission zu schicken.

    Nach ihrem gemeinsamen Abenteuer in "Fast and Furious 8", trennen sich die Wege von Luke Hobbs und Deckard Shaw erstmal wieder. Doch als dann in London plötzlich ein Supervirus auftaucht, der die komplette Menschheit töten könnte, müssen sich die beiden unterschiedlichen Weggefährten ein weiteres Mal zusammentun und sich einen Kampf mit dem härtesten Gegner liefern, dem sie bisher begegnet sind. Dem technisch verbesserten Supersoldaten Brixton.



    Kritik


    Inszeniert wird Hobbs & Shaw von dem "Atomic Blonde" und "Deadpool 2"-Regisseur David Leitch. Dieser sollte sich mit der Inszenierung von Actionszenen zumindest theoretisch auskennen und somit einen gewissen Mehrwert an Erfahrung mitbringen. Vor allem wenn man bedenkt, dass David Leitch 2014 zusammen mit Chad Stahleski den ersten "John Wick" inszeniert, konnte ein wenig die Hoffnung aufkommen, dass die Action in Hobbs & Shaw etwas übersichtlicher vonstattengeht. Doch weit gefehlt, die Action ist wieder schnell geschnitten, die Kamera wackelt oft und die Übersicht ist auch alles andere als hervorragend. Dennoch kann man noch genug erkennen, um zu sehen, was dort gerade überhaupt passiert. Hobbs & Shaw artet glücklicherweise nicht eine Schnittorgie wie "Taken 3" seinerzeit aus, und bringt zumindest hin und wieder etwas Ordnung ins Chaos, so dass man stets Spaß an der Inszenierung hat.

    Hier und da sehen vor allem einige Szenen mit den ans Franchise gebundenen Autos sehr nach CGI aus, vor allem in der Filmmitte gibt es eine Szene, die mehr als eindeutig komplett auf dem Computer generiert wurde. Zum Finale wiederum gibt es viele Einstellungen, in denen der Hintergrund verrät, dass nicht in der Natur gedreht wurde, sondern vieles ins Studio verlagert wurde. Dies irritiert das Auge zwar, nimmt am Spaßfaktor allerdings keinen allzu großen Negativwert ein.

    Das Hauptaugenmerk des Films liegt, neben der Action, sowieso auf den beiden Hauptdarstellern Dwayne Johnson und Jason Statham, sowie der passenden Chemie zwischen den beiden doch sehr unterschiedlichen Muskelmänner. Wie auch schon in "Fast & Furious 8" macht es einfach Spaß, den beiden beim Meinungsaustausch zuzuhören, wie sie sich die unterschiedlichsten Sprüche an den Kopf werfen und ein spaßiges Team bilden. Zwar gerät die Sprücheklopferei gelegentlich aus dem Ruder, in einer Szene passiert beispielsweise um die vier Minuten lang nichts anderes, auch zünden nicht alle One-Liner, oder wirken ungewollt komisch oder absurd – aber der Spaß an dem Ganzen bleibt die meiste Zeit über vorhanden.

    Auf der Gegenseite steht erstmals in der Reihe nicht ein anderer begabter Rennfahrer oder eine Organisation, die der Crew aus unerklärlichen Gründen ans Leder will, sondern der von Idris Elba verkörperte Brixton. Dieser wurde mit technischen Hilfsmitteln aufgelevelt und entspricht nun einem Supersoldaten, dem nichts etwas anhaben kann, quasi ein Terminator. Mit diesem harten und völlig überzogenen SciFi-Einschlag, nimmt Hobbs & Shaw eine weitere Abfahrt, welche den Film noch mehr von der eigentlichen Hauptreihe abgrenzt. Ob das gut oder schlecht ist, muss jeder Zuschauer für sich entscheiden, doch erfrischend ist es allemal. Während bei den bisherigen acht Filmen noch irgendwie eine unglaubwürdige Ernsthaftigkeit mitgezogen wurde, lässt das Spin-Off diese nun völlig fallen und besinnt sich ausschließlich auf den Spaß an der Action, die coole (aber leider auch manchmal aufgesetzte) Inszenierung, sowie dem Hin und Her zwischen den beiden Hauptfiguren. Vanessa Kirby steht ihre Actionrolle relativ gut, und bietet eine Mischung aus taffer Agentin und verletzlicher Frau dar. Allerdings wirkt der Film durch ihren Part auch wie die 2019er Edition von "Mission: Impossible 2", diesmal jedoch mit einer Extraportion Steroide.

    Mit einer Laufzeit von 135 Minuten hat es David Leitch allerdings etwas zu gut gemeint. Da der Film nur den Hauch einer Handlung bietet, die Dialoge kaum als solche bezeichnet werden können, muss sich der Film komplett auf seine Hauptdarsteller und die Actionszenen verlassen. Dass diese zu großen Teilen funktionieren, täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass zwischen diesen Szenen eben auch ruhigere Abschnitte vorhanden sind, die die Handlung vorantreiben sollen, aber dabei so zäh wie Kaugummi sind, da sie viel zu oft vorkommen und auch absolut nicht in diesen Film, bzw. zu den Darstellern passen. Hobbs & Shaw hätte sich einen Gefallen getan, wenn der Film auf knackige 90 bis 100 Minuten ausgelegt wesen wäre, dafür ein paar der sogenannten Dialoge weggefallen wären und einige Actionsequenzen kürzer ausgefallen wären. Das hätte dem Film gestrafft und den Zuschauer nach einer kurzweiligen Zeit vergnügt aus dem Kino entlassen.



    Fazit


    Fast & Furious: Hobbs & Shaw ist ein amüsanter Abstecher in die erste Solomission der beiden titelgebenden Figuren, der durch seinen SciFi-Einschlag auch genügend Abgrenzung zur Hauptreihe bietet, die Fans eben dieser aber dennoch anlockt. Die beiden Hauptfiguren funktionieren wie auch schon in "Fast & Furious 8", auch wenn es hier an manchen Stellen etwas übertrieben und übers Ziel hinausgeschossen wird. Schnelle und unkomplizierte Action bietet Hobbs & Shaw dennoch, wenn auch in einer dezent zu langen Laufzeit.


    6/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Fast and Furious presents Hobbs & Shaw
    Land:
    USA
    Jahr:
    2019
    Studio/Verleih:
    Universal Pictures
    Regie:
    David Leitch
    Produzent(en):
    Dwayne Johnson, Jason Statham, Dany Garcia
    Drehbuch:
    Chris Morgan, Drew Pearce
    Kamera:
    Jonathan Sela
    Musik:
    Tyler Bates
    Genre:
    Action
    Darsteller:
    Dwayne Johnson, Jason Statham, Idris Elba, Helen Mirren
    Inhalt:
    Als sie von den bedrohlichen Plänen des internationalen Terroristen Brixton (Idris Elba) erfahren, sehen sie sich gezwungen zusammenzuarbeiten. Durch genetische und kybernetische Weiterentwicklung hat sich Anarchist Brixton zum unschlagbaren Gegner perfektioniert, dem es sogar gelingt, Shaws brillante Schwester (Vanessa Kirby), eine abtrünnige MI6-Agentin, zu überwältigen. Allein haben weder Hobbs noch Shaw eine Chance gegen ihn und so bleibt den beiden Widersachern nichts anderes übrig, als sich gemeinsam in den Kampf zu stürzen.
    Start (DE):
    1. August 2019
    Start (USA):
    2. August 2019
    Laufzeit:
    135 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Links
    Webseite:
    https://upig.de/micro/fast-furious-hobbs-shaw
    Bilder
    • Fast&Furious-Hobbs&Shaw-Filmkritik-wide.jpg

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