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Dragged Across Concrete

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  • Einleitung


    S. Craig Zahler gehört fraglos zu den ungewöhnlichsten Filmemachern unserer Zeit. Mit erst drei Filmen, bei denen er Regie geführt hat, konnte er sich bereits einen nachhaltigen Namen machen. So ist es wenig verwunderlich, dass er Dragged Across Concrete mit Mel Gibson und Vince Vaughn zwei bekannte Darsteller verpflichten konnte. Aber auch in den Nebenrollen tummeln sich mit Michael Jai White (Blood & Bone), Don Johnson (Machete), Jennifer Carpenter (Dexter) und Thomas Kretschmann (Jungle) keine Unbekannten.

    Im Zentrum von Dragged Across Concrete stehen zwei Polizisten, die nach der Veröffentlichung eines Video, das die beiden bei ihrem brutalen Umgang mit einem Verdächtigen zeigt, suspendiert werden. Um an Geld zu kommen, begeben sie sich in die Unterwelt, die deutlich größere Abgründe für sie bereit hält, als sie erwartet haben.

    © 2019 Universum Film GmbH


    Kritik


    Wer bisher mit den Filmen von S. Craig Zahler nichts anfangen konnte, der wird auch mit Dragged Across Concrete nicht bekehrt. Für den Regisseur und Drehbuchautor typisch nimmt sich auch dieses Werk sehr viel Zeit und Raum, um seine Figuren zu etablieren. Dabei erzählt Zahler die Geschichten seiner Charaktere teilweise unabhängig voneinander, bis sich ihre Wege nach und nach kreuzen.
    In der rauen und düsteren Welt des Films behandelt der Filmemacher auch die treibenden Kräfte seiner Figuren mit einer brutalen Direktheit. Dabei werden stets genügend Facetten aufgezeigt, dass man als Zuschauer die Motivationen stets nachvollziehen kann. Somit bleibt die Figurenzeichnungen gewohnt gut auch wenn dramaturgisch sich die ein oder andere Länge einschleicht. Zwar ist Dragged Across Concrete trotz der langen Laufzeit nie wirklich langweilig, dennoch weiß das Werk nicht immer vollständig zu fesseln. Ähnlich wie schon bei seinem Erstlingswerk Bone Tomahawk passiert auch hier lange Zeit recht wenig. Die Action wird auf das Schlusskapitel reduziert und auch hier wird nicht auf reißerische Schießereien gesetzt, sondern Spannung vielmehr durch die Situation selbst erschaffen. Die Gewaltspitzen, die Zahler in dieser Phase streut, wirken dadurch umso intensiver.

    Inzenatorisch ist Dragged Across Concrete wieder einmal ein interessanter Film geworden. Wenn Zahler beispielsweise gefühlt minutenlang Gibson und Vaughn im Auto filmt und dabei Vaughn genüsslich sein Sandwich isst, während Gibson ihm dabei zusieht, hat das durch die inszenatorische Art und Weise einen überraschend hohen Unterhaltungswert. Aber auch die abgründige Atmosphäre, bei der man immer damit rechnen muss, dass irgendjemand, auch vom Hauptcast, stirbt, hält der Regisseur gekonnt aufrecht. Und das gelingt ihm sogar mit extrem wenig Einsatz eines Scores.

    Darstellerisch werden zwar keine preisverdächtigen Leistungen gezeigt, jedoch weiß Mel Gibson einmal mehr sich von dem durchweg souveränen Cast abzuheben.

    © 2019 Universum Film GmbH


    Dragged Across Concrete ist ein Film, wie man ihn heutzutage nur noch selten erlebt. Eine filmische Reise mit spannenden und vielseitigen Facetten, auch wenn das Werk im Gesamten nicht immer hundertprozentig zu fesseln weiß. Dennoch vermittelt Zahler mit seinem Film einen Nachhall, der einen auch noch lange nach dem Film umgibt.

    Fazit


    Mit Dragged Across Concrete beweist S. Craig Zahler einmal mehr, dass er einer der spannendsten Genre-Filmemacher unserer Zeit ist. Jedoch muss man auch etwas für seinen Erzählstil übrig haben, ansonsten offenbaren sich bei der stolzen Laufzeit einige Längen.


    7/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Dragged Across Concrete
    Land:
    USA
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    Lionsgate / Universum Film GmbH
    Regie:
    S. Craig Zahler
    Drehbuch:
    S. Craig Zahler
    Kamera:
    Benji Bakshi
    Musik:
    Jeff Herriott, The O'Jays, S. Craig Zahler
    Genre:
    Thriller
    Darsteller:
    Mel Gibson, Vince Vaughn, Tory Kittles, Michael Jai White, Thomas Kretschmann, Jennifer Carpenter, Don Johnson, Udo Kier
    Start (DE):
    23.08.2019 (Heimkino)
    Laufzeit:
    159 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Bilder
    • Dragged-Across-Concrete.jpg

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