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Never-Ending Man: Hayao Miyazaki

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  • Einleitung


    Hayao Miyazaki ist verantwortlich für Filme wie “Mein Nachbar Totoro”, “Prinzessin Mononoke” sowie “Chihiros Reise ins Zauberland” und gilt als eine der bedeutendsten Figuren in der Animationsbranche. Im September 2013 kündigte Miyazaki, Mitbegründer und Aushängeschild des 'Studio Ghibli', während einer ausführlichen Pressekonferenz in Tokio seinen endgültigen Ruhestand an. Daran halten konnte er sich jedoch wieder nicht. 2016 nahm der Regisseur Arbeiten an einem Kurzfilm auf und reanimierte sein inzwischen geschlossenes Studio. Kurze Zeit später schwirrte ihm auch schon die Idee für einen weiteren kompletten Spielfilm durch den Kopf, an dem er bis heute arbeitet. Der japanische TV-Sender ‘NHK’ begleitete Miyazaki über einige Jahre, um all dies zu dokumentieren.

    © 2019 KSM Anime


    Kritik


    Never-Ending Man: Hayao Miyazaki zeigt einen Mann, der sich über sein Alter und den damit verbundenen Bürden bewusst ist. Es fällt ihm zunehmend schwerer, sich für längere Zeit zu konzentrieren, der Körper will einfach nicht mehr so wie früher. Trotzdem zeichnet Miyazaki noch zum Spaß, hat außerdem einige Ideen, die sich aber auf herkömmliche Art nicht umsetzen lassen. Ausgerechnet die eher verpönte CGI-Technik, also computergenerierte Bilder, entfachen ein neues Feuer in dem Regisseur. Zwar hat man bei ‘Studio Ghibli’ schon zuvor für bestimmte Szenen mit CGI gearbeitet, aber grundsätzlich ist das Studio für seine Handarbeit bekannt. Für seinen Kurzfilm, der exklusiv für das Ghibli Museum entwickelt wird und in dem es um eine Raupe namens Boro geht, setzt Miyazaki jedoch komplett auf den Computer.

    Während des Entstehungsprozess zweifelt Miyazaki immer wieder an sich selbst, aber auch seinen Mitarbeitern. Er fürchtet um seinen guten Ruf, sollte er ein schlechtes Werk veröffentlichen. Sein eigenes Genie hängt wie eine Last an ihm. Erste Ergebnisse aus dem Computer faszinieren ihn zwar, stellen ihn aber dennoch nicht zufrieden. Es kommt zu zahlreichen Änderungen und Anpassungen, die Miyazaki schließlich mit der Hand hinzufügt. Es ist fast schon paradox, wie die CGI-Technik hier gleichzeitig als Motivator und Zerstörer der klassischen Animebranche dient, in der die meisten Studios längst auf diese Methode setzen, um Kosten und Zeit zu sparen.

    Wenn Miyazaki nicht im Studio gezeigt wird, ist er meistens zu Hause oder raucht irgendwo eine Zigarette. Dabei denkt er häufig über sein Leben nach, insbesondere über den Tod. Mehrmals erreichen ihn Nachrichten über das Ableben guter Freunde und ehemaliger Kollegen, teilweise deutlich jünger als er selbst. Warum bin nicht ich zuerst gestorben? Fragen dieser Art stellt sich der Regisseur häufig, findet aber keine Antwort.

    Weniger gelungen ist leider die technische Seite dieser Dokumentation. Zwar kann man bei einer TV-Doku nicht das größte Budget erwarten, aber leider erinnert die Kameraarbeit hier häufig eher an ein Homevideo aus den 90er-Jahren, nur in HD. Wackeliges Bild und durchwachsener Sound mindern das Erlebnis durchaus. Auch die Kapiteleinblendungen stechen nicht gerade wegen ihrer Schönheit heraus. Das ist bei einem Film über eines der kreativsten Animestudios aller Zeiten etwas schade. Immerhin sind die Namen der Kapitel gut gewählt und lustig.

    © 2019 KSM Anime


    Der Spielfilm, an dem ‘Studio Ghibli’ momentan unter der Regie von Hayao Miyazaki arbeitet, soll übrigens gegen 2020/2021 in die Kinos kommen, heißt “How Do You Live?” und basiert auf einem japanischen Roman aus dem Jahr 1937.

    Fazit


    Für Fans von 'Ghibli' und Miyazaki, aber auch für Animefans im Allgemeinen, ist diese Doku zweifelsfrei sehenswert. Der Zuschauer erfährt viel über Miyazakis tiefgründige Gedankenwelt und wie viel Arbeit hinter einem Animationsfilm steckt, selbst wenn es sich nur um einen Kurzfilm handelt.


    7/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Owaranai Hito Miyazaki Hayao
    Land:
    Japan
    Jahr:
    2016
    Studio/Verleih:
    NHK World TV/KSM Anime
    Regie:
    Kaku Arakawa
    Genre:
    Dokumentation
    Darsteller:
    Hayao Miyazaki
    Start (DE):
    29.08.2019
    Laufzeit:
    70 Minuten
    FSK:
    ab 6 Jahren
    Bilder
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