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Angel Has Fallen

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  • Einleitung


    Nachdem Gerard Butler in Zack Snyders 300 eine einnehmende Performance als König Leonidas ablieferte, wurde der charismatische Schotte als neue Hoffnung am Action-Himmel gehandelt. Doch schien er selbst sich nicht auf das Genre festnageln lassen zu wollen, denn anstatt die nächsten Actionfeuerwerke abzuliefern, wirkte er in Werken wie P.S. Ich liebe Dich, Die Insel der Abenteuer oder Die nackte Wahrheit mit. Erst ein paar Projekte später tauchte er wieder im Genre auf, als er im von vielen Seiten unterschätzten Film Gamer die Hauptrolle übernahm. Doch auch danach blieb er dem Genre nicht treu. Neben der kleinen Perle Mavericks waren es in erster Linie qualitativ durchschnittliche Dramen oder Komödien, die folgten. Danach wurden enttäuschende Actionbeiträge wie Geostorm, Gods of Egypt und Hunter Killer dem sympathischen Schauspieler nicht mehr gerecht. Lediglich mit Olympus Has Fallen und dessen Fortsetzung lieferte er kommerziell lukrative, aber vor allem qualitativ äußerst unterhaltsame Actionkost ab. Auch wenn die beiden Filme bei den Kritikern größtenteils durchfielen, hatten viele Zuschauer sichtlichen Spass an dem Secret Service-Agenten, der alles andere als zimperlich die Bösen in die Schranken wies. Nun darf Gerard Butler endlich wieder den Präsidenten beschützen.

    In Angel Has Fallen wird bei einem Angelausflug ein Anschlag auf den Präsidenten verübt. Als einziger Überlebender neben dem Präsidenten gerät Banning dabei in den Hauptverdacht und muss, gejagt von seinen eigenen Leuten, nun seine Unschuld beweisen und die Terroristen hinter dem Anschlag zur Rechenschaft ziehen.

    Neben Hauptdarsteller Gerard Butler sind unter anderem noch Morgan Freeman (Die Verurteilten), Piper Perabo (Lost and Delirious), Tim Blake Nelson (Oh Brother, where art thou?), Danny Huston (Wonder Woman), Lance Reddick (John Wick), Nick Nolte (Warrior) und Jada Pinckett Smith (Gotham) zu sehen.

    © 2019 Universum Film GmbH


    Kritik


    Dass Regisseur und Drehbuchautor Ric Roman Waugh in jüngeren Jahren als Stuntman gearbeitet hat, merkt man Angel Has Fallen deutlich an. Die Actionszenen sind durchgängig stark in Szene gesetzt, was vor allem bei den zahlreichen, aufwendigen und spektakulären Explosionen auffällt. Dass diese in den meisten Fällen nicht aus dem Computer stammen, spürt man in jeder Einstellung. Ergänzt von Unmengen von Menschen, die dabei durch die Luft fliegen, erlangen die Szenen noch eine zusätzliche Wucht.
    Aber auch die Schießerein oder Zweikämpfe wissen zu gefallen. Auch wenn ab und an die Kamera bei den Kämpfen ein wenig zu nah am Geschehen ist und somit die Auseinandersetzungen etwas unübersichtlich sind, versprühen sie durch ihre Unmittelbarkeit dennoch eine gewisse Wirkung. Alles wirkt härter und rauer - als ob man selbst mit dabei ist. Allerdings fällt der Härtegrad der Actionszenen beim dritten Teil leider etwas ab, was den vorangegangenen Filmen stets gut tat und bei der eher schnörkellosen Inszenierung von Waugh ebenfalls nicht verkehrt gewesen wäre.
    Bei all den gelungen Actionszenen sticht aber vor allem noch einmal der Kampf von Banning gemeinsam mit seinem Vater heraus, der sich zum Highlight des Films entwickelt.

    Visuell ist Angel Has Fallen zweifelsfrei der stärkste Teil der Reihe. Waugh gelingt es immer wieder optische Akzente zu setzen, die nicht nur den Actionszenen zugute kommen, sondern auch der Erzählung. Abwechslungsreiche Kameraeinstellungen erhöhen die Qualität des Gesehenen ebenso, wie die kühlen Bilder, die perfekt zur Stimmung des Films passen.
    Aber auch dramaturgisch wird im dritten Teil ein etwas anderer Weg beschritten. Der Fokus der Geschichte liegt viel mehr auf der Hauptfigur Mike Banning, wodurch alles etwas intimer wirkt. Das spiegelt sich auch bei den weniger pompösen Actionszenen wieder, wodurch der Verzicht auf aufwendige Computereffekte, die den beiden Vorgängern durch ihre durchwachsenen Qualität ein wenig schadeten, natürlich deutlich leichter fällt.
    Inhaltlich werden hier zwar auch keine großen neuen Wege beschritten, jedoch gewinnt Angel Has Fallen dem Franchise durchaus neue Facetten ab. Banning bekommt mehr Bürden zugeschrieben ebenso wie persönlichere Hintergründe, die die Figur noch greifbarer machen. Dabei schleichen sich auch hin und wieder wirklich schöne Dialoge ein, vor allem wenn es um seinen Vater geht.

    © 2019 Universum Film GmbH


    Auch wenn die Story teilweise etwas konstruiert und auch selten wirklich glaubhaft ist, so ist sie dennoch für das Genre absolut zweckdienlich. Ein bisschen weniger Pathos in einzelnen Szenen hätte das Werk noch einen Hauch mehr aufwerten können. Dank des hohen Tempos fallen diese Punkte aber kaum ins Gewicht.

    Darstellerisch bewegt man sich durchgängig auf souveränem Niveau, wobei Jada Pinkett Smith als einzige etwas fehl am Platz wirkt. Der Rest der Besetzung meistert seine Aufgaben makellos. Dabei zeigt Gerard Butler als Protagonist einmal mehr, warum er zu Zeiten von 300 als neuer Actionstar gehandelt wurde. Charismatisch gelingt es dem gebürtigen Schotten die Sympathien der Zuschauer für sich zu gewinnen, dabei die Gegner glaubhaft auszuschalten und seiner Rolle ein wenig emotionale Tiefe zu verleihen. Doch das darstellerische Highlight ist Nick Nolte, der nicht nur für die amüsantesten Momente im Film sorgt, sondern auch für die berührendsten. So erweist sich Nolte als absolute Bereicherung, auch da das Zusammenspiel zwischen ihm und Butler eine wunderbare Chemie spüren lässt.
    Piper Perabo als Mike Bannings Frau, die die nicht verfügbare Originaldarstellerin aus den vorangegangenen Teilen Radha Mitchell ersetzt, weiß in ihren Auftritten ebenfalls zu überzeugen, sodass die Umbesetzung in keinem Moment stört.

    Inszenatorisch stemmt Waugh seine erste Großproduktion gekonnt. Auch wenn er immer wieder ein paar Möglichkeiten liegen lässt, so kann er mindestens genauso oft überraschend viel aus einigen Szenen herausholen. Folglich ist Angel Has Fallen ein mit hohem Tempo erzählter Actionfilm, der zwischendurch aber auch schöne Augenblicke zum Durchatmen spendet. Die Action ist mitreißend, die Hauptfiguren sympathisch und der Plot weiß ein konstantes Spannungslevel zu halten. Waugh vergeudet dabei keine Zeit mit unnötigen dramaturgischen Schlenkern oder Twists, wodurch nie Längen entstehen. Geradlinig, mitreißend und gekonnt inszeniert - wie ein Actionfilm sein sollte.

    © 2019 Universum Film GmbH


    Fazit


    Angel Has Fallen ist ein starker, optisch überzeugender Actionfilm geworden, der von einem ebenso charismatischen wie sympathischen Hauptdarsteller getragen wird. Das hohe Tempo, die starken Actionszenen und die schnörkellose Geschichte lassen keinen Leerlauf zu und dennoch tauchen immer wieder kleine berührende Augenblicke auf. Die unzähligen spektakulären Explosionen verleihen dem Werk von Ric Roman Waugh ebenso das gewisse Etwas, wie die großartigen Auftritte von Nick Nolte.


    8/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Angel Has Fallen
    Land:
    USA
    Jahr:
    2019
    Studio/Verleih:
    Lionsgate / Universum Film GmbH
    Regie:
    Ric Roman Waugh
    Drehbuch:
    Ric Roman Waugh, Robert Mark Kamen, Matt Cook, Creighton Rothenberger (Story), Katrin Benedikt (Story)
    Kamera:
    Jules O'Loughlin
    Musik:
    David Buckley
    Genre:
    Action
    Darsteller:
    Gerard Butler, Morgan Freeman, Danny Huston, Nick Nolte, Piper Perabo, Jada Pinkett Smith, Lance Reddick, Tim Nlake Nelson
    Start (DE):
    29.08.2019
    Start (USA):
    23.08.2019
    Laufzeit:
    120 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Bilder
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Kommentare 1

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    vincevega73 -

    Sympathischer Hauptdarsteller liegt wohl im Auge des Betrachters. Wenn man an den zweiten Teil denkt, was dort Freeman und Butler so von sich geben...naja ;)!