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The Witch: Subversion

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  • Einleitung


    Bevor Park Hoon-jung 2013 mit dem Thriller New World, der nicht nur bei der Kritik sondern auch kommerziell äußerst erfolgreich war, als Regisseur auf sich aufmerksam machen konnte, feierte er bereits Erfolge als Drehbuchautor. So stammt beispielsweise der viel gefeierte Revenge-Film I saw the Devil aus seiner Feder.
    2015 folgte auf New World dann der eindrucksvolle Survival-Film The Tiger, der es leider bisher nicht nach Deutschland geschafft hat. Mit V.I.P., ebenfalls hier noch nicht erschienen, leistete er sich nach den beiden eindrucksvoll vorangegangenen Werken seinen ersten kleinen Fehlgriff. The Witch: Subversion markiert nun sein Folgewerk, mit dem er sich in einem neuen Genre versucht.

    Im Zentrum von The Witch: Subversion steht Ja-yoon, die eigentlich ein ganz normales Teenager-Dasein pflegt. Als sie eines Tages an einer Talentshow teilnimmt, die landesweit übertragen wird, tauchen plötzlich Fremde auf, die vorgeben sie zu kennen. Als darauf bewaffnete Söldner ihr Elternhaus stürmen erwachen in Ja-yoon unerwartete Kräfte - und sie hinterlässt ein Blutbad. Das junge Mädchen muss sich nun ihrer unbekannten Vergangenheit und ihren angsteinflößenden Kräften stellen.

    Als Darsteller sind unter anderem Park Hee-soon (The Fortress), Jo Min-soo (Pieta) und Choi Woo-sik (Parasite) und Newcomerin Kim Da-min zu sehen.

    © 2019 Splendid Film


    Kritik


    Auch wenn The Witch: Subversion gleich mit einer düsteren Verfolgungsjagd beginnt, so schlägt das Werk im weiteren Verlauf erst einmal überraschend ruhige Töne an. Dabei nimmt sich Regisseur und Drehbuchautor Park Hoon-jung viel Zeit, um seine Heldin im Alltagsleben zu etablieren und die Sympathien der Zuschauer für sie zu gewinnen. Das gelingt ihm auch durchaus gut. Jedoch offenbart sich bereits hier eine deutliche Schwäche des Films - die Erzählstruktur. Auch wenn Park für einen Actionfilm seiner Protagonisten ungewöhnlich viel dramaturgischen Raum schafft, so verhaspelt er sich immer wieder in der Art, wie er das ganze vermittelt. Denn in der ersten Hälfte werden einige wichtige inhaltliche Aspekte zu schnell und lieblos abgehandelt, wodurch wiederum Motivationen kaum greifbar werden.
    Mit dem Auftritt der zwielichtigen Anzugsträger in der zweiten Hälfte gesellen sich noch überflüssige dramaturgische Schlenker hinzu, die ergänzt durch eine ebenfalls unnötig hohe Anzahl an Aufeinandertreffen zwischen den mysteriösen Aufsuchern und der Titelheldin das Geschehen vermeidbar in die Länge ziehen.
    Sobald Ja-yoons Fähigkeiten ans Licht treten, nimmt das Werk allerdings gehörig Tempo auf und fokussiert sich nur noch auf die folgenden Auseinandersetzungen und wie man möglichst geradlinig von einer zur nächsten gelangt. Dabei offenbaren sich die Actionszenen als Highlight von The Witch: Subversion. Dynamisch und übersichtlich gefilmt entfalten die starken Choreografien ihre einnehmende Wirkung. Durch die überraschend blutigen Gewaltspitzen erreichen sie noch eine zusätzliche Intensität, die durch die vorangegangene ruhige Erzählung noch verstärkt wird.
    So weiß der ereignisreiche Schlussakt vollends zu überzeugen wie erstklassig zu unterhalten, sodass er einige Schwächen in der vorigen Phase vergessen lässt.

    © 2019 Splendid Film


    Darstellerisch gibt es viele Ausschläge in den positiven wie negativen Bereich. Positiv kann bedenkenlos Newcomerin Kim Da-min genannt werden, die sich beim Castingprozess gegen rund 1200 Konkurrentinnen durchsetzte. Als Protagonistin gelingt es ihr die Sympathien der Zuschauer gleich für sich zu gewinnen. Die zahlreichen Facetten ihrer Figur meistert sie gekonnt, wenn auch ihre Darstellung in den diabolischen Momenten teilweise zu aufgesetzt ist. Ansonsten präsentiert sie allerdings eine starke Leistung.
    Darüber hinaus weiß der zurzeit sehr gefragte Choi Woo-sik als Gegenspieler zu gefallen. Auch wenn er hin und wieder über das Ziel hinausschießt, merkt man ihm seine Spielfreude in jeder Minute an, wodurch es einfach Spaß macht ihm zuzusehen.
    Mit Ausnahme von Choi zeigen sich auf der Seite der Bösen allerdings zahlreiche negative Performances, die durch die aufgesetzt coole Inszenierung der Figuren noch zusätzlich geschwächt werden. Verwechselte Regisseur Park bereits in V.I.P. Rauchen mit Coolness, weichen die Zigaretten in The Witch: Subversion zwar größtenteils Kaugummis, doch bleibt die aufdringlich coole in Szene Setzung von kauenden Figuren ebenso nervtötend und absolut kontraproduktiv.
    Ansonsten verhält sich der Cast unauffällig.

    Durch die in den Grundsätzen spannende Geschichte, der visuell makellosen Inszenierung und den großartigen Actionszenen, entsteht trotz der nicht von der Hand zu weisenden Schwächen ein sehenswertes Vergnügen.

    © 2019 Splendid Film


    Fazit


    Dank einer sympathischen Hauptdarstellerin und im Schlussakt beeindruckenden, angenehm blutigen Actionszenen weiß The Witch: Subversion zu gefallen, auch wenn die missglückte Erzählstruktur für einige Längen sorgt.


    6/10

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    Infos
    Originaltitel:
    마녀 (Manyeo) / The Witch: Subversion Part 1 (englischer Titel)
    Land:
    Südkorea
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    Warner Bros. Korea / Splendid Film
    Regie:
    Park Hoon-jung
    Drehbuch:
    Park Hoon-jung
    Kamera:
    Kim Young-Ho
    Musik:
    Mowg
    Genre:
    Action, Mystery
    Darsteller:
    Kim Da-min, Choi Woo-sik, Jo Min-soo, Park Hee-soon
    Start (DE):
    30.08.2019 (Heimkino)
    Laufzeit:
    125 Minuten
    FSK:
    keine Jugendfreigabe
    Bilder
    • The-Witch-Subversion-Filmkritik-wide.jpg

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