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Operation Mekong

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  • Einleitung


    Bevor sich Regisseur Dante Lam 2018 dem immens erfolgreichen Actionfilm Operation Red Sea widmete, inszenierte er zwei Jahre zuvor im selben Stil das Werk Operation Mekong. Beiden Actionfilmen liegt jeweils eine wahre Geschichte zugrunde, die als Aufhänger für ein explosives Feuerwerk dienten. Im Fall von Operation Mekong berief man sich auf den Mord an dreizehn chinesischen Schiffsleuten durch einen Drogenbaron auf dem Fluss Mekong. Im Länderdreieck zwischen Laos, Myanmar und Thailand beherrschte dieser das Drogengeschäft auf dem Fluss. China ließ das nicht auf sich beruhen und bildete eine Taskforce, die den Kriminellen samt seiner an der Tat beteiligten Leute festnehmen sollte.

    Dante Lams Operation Mekong konzentriert sich genau auf diese Taskforce und wie sie sich Schritt für Schritt an den Drogenbaron heranarbeiteten.

    © 2019 Koch Films

    Kritik


    Action-Regisseur Dante Lam fühlte sich nach eigenen Aussagen nach seinem letzten Genrebeitrag ausgebrannt und wollte somit seinen nächsten Actionfilm mit Bedacht wählen. Nachdem er sich erst einmal einem Sportdrama widmete reizte ihn die wahre Geschichte an Operation Mekong, die ihn wieder neu befeuerte. Und das merkt man dem Tempo und den Actionszenen deutlich an. Vor großartigen Kulissen, die der Regisseur stets erstklassig einfängt, entfesselt er ein Actionfeuerwerk, dass nur wenig Zeit zum Durchatmen lässt. Hier jagt eine Auseinandersetzung die nächste, wobei jede einzelne spektakulär eingefangen wurde. Dabei lässt sich die langjährige Erfahrung des Filmemachers im Action-Genre nicht verleugnen. Mit eindrucksvoller Präzision lässt er Schießereien und Explosionen zum Leben erwecken. Einzig bei den Kampfszenen greift Lam auf für asiatische Verhältnisse ungewohnt und vor allem unnötig viele Schnitte und die gerade in westlichen Werken beliebte Wackelkamera zurück. Das raubt diesen Sequenzen ihre Wucht, vor allem, da alles andere drumherum so zielsicher inszeniert wurde. Die sonst so dynamische Kamera mutiert hier so zu einem störenden Fremdkörper. Da allerdings die feuerstarken Szenen überwiegen, schmälert es nur geringfügig das Sehvergnügen.

    Aber auch über die Action hinaus weiß Operation Mekong durch die gut gewählten Kulissen zu überzeugen. Die zahlreichen Außendrehs tun dabei dem Werk spürbar gut, wodurch man viele unverbrauchte Aufnahmen zu Gesicht bekommt. Was das Werk allerdings optisch zu überzeugen weiß, lässt es bei Dramaturgie und vor allem Figurenzeichnung liegen. Die Protagonisten bleiben klischeebeladene Abziehbilder, denen es an jeglicher charakterlichen Tiefe fehlt, wodurch man als Zuschauer nur sehr schwer mit ihnen mitfiebern kann. Das Schicksal der Figuren bleibt einem somit fast gänzlich egal. Folglich büßt Operation Mekong trotz der hohen Erzählgeschwindigkeit spannungstechnisch deutlich ein. Die Phasen zwischen den Actionszenen, auch wenn sie nur selten dramaturgisch relevant lang sind, können beim Zuschauer keine emotionale Regung noch ein sonderlich großes Interesse hervorrufen. Ergänzt durch meist unterdurchschnittliche Darstellerleistungen, Hauptdarsteller Hanyu Zhang ausgenommen, komplementiert sich so das unbefriedigende Gesamtbild der Charaktere.
    Bei der Geschichte war man merklich bemüht, den Geschehnissen auch Aspekte abzugewinnen, die nicht groß an die Öffentlichkeit gestoßen sind. Dennoch gelingt es Lam auch hier nicht den Zuschauer zu packen, denn dafür ist die Dramaturgie zu eindimensional und uninspiriert umgesetzt. Durch die verzwickte Lage bezüglich der Zuständigkeit in dem Gebiet hätte das Werk auch spannende Thriller-Elemente beinhalten können, doch diese, wie viele weitere auch emotionale Möglichkeiten wurden vom Regisseur und seinen Drehbuchautoren liegen gelassen. Stattdessen konzentrierte man sich vollends auf die Action, was der Geschichte wie den Opfern wenig gerecht wird, für kurzweilige Unterhaltung aber allemal reicht.

    © 2019 Koch Films

    Fazit


    Operation Mekong weiß mit visuell stark eingefangenen Actionszenen wie großartigen Kulissen zu überzeugen, lässt dazwischen aber viel zu viel Potential liegen. Die Figuren sind einem weitestgehend egal, wodurch es schwer fällt über die ganze Laufzeit mitzufiebern. Die Action ist allerdings dennoch einen Blick wert.


    5/10

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    Infos
    Originaltitel:
    湄公河行動 (Méigōng Hé Xíngdòng) / Operation Mekong (englischer Titel)
    Land:
    China
    Jahr:
    2016
    Studio/Verleih:
    Bona Film Group / Koch Films
    Regie:
    Dante Lam
    Drehbuch:
    Kang Kei Chu, Siu Kwan Lau, Wai Ching Tam, Eric Lin, Dante Lam
    Kamera:
    Yuen Man Fung
    Musik:
    Henry Lai, Julian Chan, Kwan Fai Lam
    Genre:
    Action
    Darsteller:
    Hanyu Zhang, Eddie Peng
    Start (DE):
    26.09.2018
    Start (USA):
    30.09.2016
    Laufzeit:
    124 Minuten
    FSK:
    keine Jugendfreigabe
    Bilder
    • Operation-Mekong-03.jpg

      436,71 kB, 1.500×698, 111 mal angesehen

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