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Midway

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  • Einleitung


    Roland Emmerichs neuestes Effektgewitter hört auf den Namen Midway und widmet sich ganz der Schlacht der Amerikaner gegen die Japaner im Pazifik. Und das mit allem was dazu gehört – Pathos, Kitsch, schlechten Dialogen.

    Pazifik, 4. bis 7. Juni 1942: Demokratie und Freiheit stehen auf dem Spiel, als es nach dem Angriff auf Pearl Harbor bei den abgelegenen Midwayinseln zu einem entscheidenden Aufeinandertreffen kommt, bei dem die zahlenmäßig geschwächte US-amerikanische Marine und Luftwaffe allen Widrigkeiten trotzt, um sich einem in jeder Hinsicht überlegenen Gegner zu stellen. Mit Mut, außergewöhnlicher Entschlossenheit und historisch beispielloser Gefechtskunst konfrontieren sie die Kaiserliche Japanische Marine in einer atemberaubenden Luft- und Seeschlacht, die den entscheidenden Wendepunkt des Pazifikkrieges einleiten soll...



    Kritik


    Der deutsche Regisseur Roland Emmerich ist bekannt für seine bildgewaltigen (CGI-getunkten) Filme, die meist kein Stein auf dem anderen lassen. Nachdem er zuletzt den Weltuntergang, Alien-Invasionen und die Eroberung des Weißen Hauses inszenierte, geht es für den Stuttgarter diesmal in die US-Amerikanische Vergangenheit. Genauer gesagt ins Jahr 1942, beginnend mit dem Tag, an dem die Japaner Pearl Harbor angriffen und den USA einen schweren Schlag versetzten.

    Emmerich steigt direkt mit diesem Angriff in den Film ein und gibt dem Zuschauer erst gar keine Möglichkeit sich auf den bevorstehenden Hinterhalt vorzubereiten, eben genauso wie es damals den Soldaten in Pearl Harbor erging. Doch leider gelingt es ihm nicht, das Ganze auch entsprechend umzusetzen. Statt betroffen zu sein, oder schockiert, kleben die Augen förmlich auf den schlechten CGI-Effekten, mit denen Midway einen direkt bombardiert. Dies ist insbesondere dann auffällig, wenn sich zusätzlich zu dem künstlichen Feuer und den schlecht animierten Rauchschwaden, auch noch Menschen im Bild tummeln, die versuchen von einem CGI-Schiff ins nächste zu kommen, ohne dabei ins CGI-Wasser mit jeder Menge CGI-Feuerflächen darauf zu fallen. Dass solche Szenen nicht mit praktischen Effekten zu bewerkstelligen sind liegt natürlich auf der Hand, doch wenn für ordentliche Effekte anscheinend nicht genug Geld vorhanden war, dann sollten diese zumindest nicht so prominent im Bild platziert werden, dass man als Zuschauer nirgendwo anders mehr hinschauen kann. Später im Film werden die Effekte zwar etwas ansehnlicher (oder die Augen haben sich schlicht dran gewöhnt), doch leider ist dies nur ein Teil der Miete, bei der der Film auch in allen sonstigen Bereich im Verzug ist.

    Zum einen ist der Film für seine gähnende, inhaltliche Leere viel zu lang. In 138 Minuten bietet Midway so gut wie keine Abwechslung, Kriegsszenen wechseln sich mit Dialogen ab, gefühlt mit der immer gleichen Szenen-Laufzeit. Die sogenannten Dialoge, die dieser Beschreibung in jeder Hinsicht spotten, sind klischeebeladen und vor allem völlig uninteressant. So wird darüber schwadroniert, dass ein Soldat seine Motivation verloren hat, dann nach der ergreifenden Ansprache seines Vorgesetzten aber dennoch in den Flieger steigt; dass die Japaner böse sind, dass die Amerikaner böse sind. Hier wurden sich sämtliche Satzbausteine aus allen möglichen Kriegsfilmen zusammengesucht und willkürlich den Figuren in den Mund gelegt. Denn am Ende des Tages ist es eh egal, einen bleibenden Eindruck kann Midway in keiner einzigen Disziplin hinterlassen.

    Die Figuren sind durchgehend blass, funktionieren alle nur als Arschlöcher, die sich natürlich zu Helden aufschwingen und sind austauschbar oder teilweise sogar komplett überflüssig. Wofür Aaron Eckhart in dem Film war, weiß selbst Roland Emmerich wahrscheinlich nicht mal. Wofür mitten im Film ein Regisseur eingeführt, der den Krieg filmen will, nur um dann einfach wieder sang- und klanglos zu verschwinden unterstreicht noch einmal zusätzlich, wie generisch Midway aufgebaut ist.

    Während die Gefechtsszenen zwar recht bescheiden aussehen und der Film auch insgesamt viel zu sauber wirkt – jedes Hemd ist gebügelt, nichts ist dreckig, die Frisuren sind auch nach einem intensiven Luftkampf noch top gestylt – machen sie zumindest dramaturgisch ein bisschen was richtig. Wenn man über die schwache Optik hinwegsieht, sind zumindest diese Szenen zu Teilen spannend und lassen die Zeit etwas schneller vergehen. Auch kann der Sound in diesen Szenen überzeugen. Es kracht an jeder Ecke, man hört richtig wie Schiff- und Flugzeugteile durch die Gegend fliegen. Am imposantesten für die Ohren aber ist es, wenn sich die Kampfflugzeuge in Formation begeben und einen Angriff im Sturzflug starten. Zumindest in dieser Hinsicht kann Midway überzeugen und bietet eine fantastische Soundkulisse.



    Fazit


    Insgesamt hat Roland Emmerich mit Midway einen viel zu langen Film mit zu wenig Inhalt geschaffen, der nicht schön anzusehen ist, unsympathische Figuren zu Helden erklärt und mit so viel Pathos daherkommt, dass die Schiffe schon allein davon untergehen müssten. Dieser war zwar zu erwarten und geht in solchen Filmen grundsätzlich auch in Ordnung, doch wenn sonst nichts funktioniert, dann ist auch dieser zu aufdringlich.


    4/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Midway
    Land:
    USA
    Jahr:
    2019
    Studio/Verleih:
    Universum Film
    Regie:
    Roland Emmerich
    Produzent(en):
    Roland Emmerich, Harald Kloser, J.P. Pettinato
    Drehbuch:
    Wes Tooke
    Kamera:
    Robby Baumgartner
    Musik:
    Harald Kloser, Thomas Wanker
    Genre:
    Drama
    Darsteller:
    Woody Harrelson, Ed Skrein, Patrick Wilson, Luke Evans, Dennis Quaid, Aaron Eckhart, Mandy Moore, Nick Jonas
    Inhalt:
    Pazifik, 4. bis 7. Juni 1942: Demokratie und Freiheit stehen auf dem Spiel, als es nach dem Angriff auf Pearl Harbor bei den abgelegenen Midwayinseln zu einem entscheidenden Aufeinandertreffen kommt, bei dem die zahlenmäßig geschwächte US-amerikanische Marine und Luftwaffe allen Widrigkeiten trotzt, um sich einem in jeder Hinsicht überlegenen Gegner zu stellen. Mit Mut, außergewöhnlicher Entschlossenheit und historisch beispielloser Gefechtskunst konfrontieren sie die Kaiserliche Japanische Marine in einer atemberaubenden Luft- und Seeschlacht, die den entscheidenden Wendepunkt des Pazifikkrieges einleiten soll...
    Start (DE):
    7. November 2019
    Start (USA):
    8. November 2019
    Laufzeit:
    138 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Links
    Webseite:
    https://www.universumfilm.de/filme/154021/midway-fur-die-freiheit.html
    Bilder
    • Midway-wide.jpg

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