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Arctic

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  • Einleitung


    Obwohl der Däne Mads Mikkelsen in Hollywood spätestens seit seinem einnehmenden Auftritt als Bösewicht in Casino Royale ein gefragter Schauspieler ist, kehrt er nicht nur immer wieder gerne für interessante und spannende Projekte in sein Heimatland zurück, sondern ist generell für künstlerisch anspruchsvolle und vielversprechende Stoffe zu haben. So stehen amerikanischen Blockbustern wie Doctor Strange, Star Wars: Rogue One oder Kampf der Titanen auch stets faszinierende Produktionen wie Die Jagd oder Walhalla Rising gegenüber.
    Mit Arctic gesellt sich ein weiterer kleinerer Streifen hinzu.

    In dem frostigen Survival-Drama verkörpert Mikkelsen einen Forscher, der nach einem Flugzeugabsturz in den eisigen Landschaften der Arktis versucht einen Tag nach dem anderen zu bestehen bis Hilfe kommt. Doch als diese naht, kommt es zu einem Unfall, wodurch der Forscher gezwungen ist, mit einer schwer verletzten Pilotin durch die lebensgefährlichen Gefilde bis zu einer Station zu ziehen.

    Regisseur Joe Penna feiert mit Arctic sein Spielfilmdebüt. Das Drehbuch verfasste er dabei mit Ryan Morrison zusammen.

    © 2019 Koch Films


    Kritik


    Ohne Vorlauf stellt Regisseur und Drehbuchautor Joe Penna den Zuschauer mitten ins Geschehen. Geschickt erzählt der Filmemacher dabei über die Bilder, die Ausstattung und den Schnitt, dass Mads Mikkelsens Figur schon ein ganzes Weilchen mit seinem abgestürzten Flugzeug in den eisigen und einsamen Landschaften der Arktis feststeckt. Dabei braucht es gar nicht vieler Worte, denn nicht nur Pennas Bildersprache erzählt unglaublich viel, sondern auch das feine und einmal mehr erstklassige Schauspiel von Mikkelsen. Dieser lässt den Zuschauer über die komplette Laufzeit sein Innenleben mitfühlen. So gelingt es dem Charakterschauspieler nicht nur einmal unglaublich berührende Augenblicke zu kreieren.

    Der Monotonie des Überlebenskampfes stellt Penna regelmäßig mithilfe geschickter kleiner Kniffe eine unangenehme Spannung entgegen. Jedoch verhindert natürlich die Darstellung der strukturierten Abläufe des Überlebenden eine durchweg anhaltende, an den Nerven zerrende Spannung. Aber das hat das Werk auch gar nicht nötig, denn durch die beeindruckenden Aufnahmen von den wunderschönen wie beängstigenden Schneelandschaften, dem starken Hauptdarsteller und den immer wieder aufkommenden Spannungsschüben bleibt Arctic durchweg interessant.
    Einzig beim Verhalten des Protagonisten schleichen sich immer wieder ein paar Ungereimtheiten ein, bei denen es teilweise schwer nachzuvollziehen ist, warum man in so einer Situation sich so verhält. Das offenbart sich vor allem im Umgang mit Essen und den stark limitierten Gasreserven des Kochers.

    © 2019 Koch Films


    Dramaturgisch hat Penna es auch gut gelöst, dass die verletzte Person, um die sich Mikkelsens Figur kümmert, keinen aktiven Einfluss auf die Geschehnisse hat. Sie ist in großen Zügen bewusstlos, wodurch der Fokus ganz auf Mikkelsen liegt und sie weniger zum Hindernis als zur Motivation für dessen Figur wird.
    Inhaltlich hätte das Werk zum Ende hin etwas gestrafft werden können, ansonsten kann man Arctic aber nichts weiter vorwerfen.

    Fazit


    Arctic ist ein gelungenes Survival-Drama geworden, das von seinem starken Hauptdarsteller und den wunderschönen Aufnahmen getragen wird. Joe Penna kreiert durchweg eine einnehmende Atmosphäre, wodurch das Werk stets interessant ist. Ein etwas strafferes Ende hätte dem Film allerdings dennoch gut getan.


    7/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Arctic
    Land:
    Island
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    Koch Films
    Regie:
    Joe Penna
    Drehbuch:
    Joe Penna, Ryan Morrison
    Kamera:
    Tómas Örn Tómasson
    Musik:
    Joseph Trapanese
    Genre:
    Drama, Thriller
    Darsteller:
    Mads Mikkelsen
    Start (DE):
    28.12.2019 (Heimkino)
    Start (USA):
    01.02.2019
    Laufzeit:
    98 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Bilder
    • Arctic-02.jpg

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