Übersicht
Einleitung
Alison Brie und Dave Franco, die auch im echten Leben ein Paar sind, stellen sich für das Indie-Studio 'NEON' nun der Frage, wie nah sich ein Paar sein sollte. Unter der Regie des Neuseeländers Michael Shanks, der mit Together auch gleichzeitig sein Langfilm-Debüt gibt, entstand so ein Film, der es nicht nur auf emotionaler Ebene in sich hat.
Millie und Tim sind seit vielen Jahren ein Paar. Als sie von New York in ein abgelegenes Haus aufs Land ziehen, verlassen sie alles Vertraute - außer einander. Beim Erkunden des umliegenden Waldes, werden sie von einem Unwetter überrascht und müssen die Nacht in einer unheimlichen Höhle verbringen. Am nächsten Morgen bemerken sie erste irritierende Veränderungen an sich. Panisch versuchen die beiden, die Transformation aufzuhalten, denn der physische Veränderungsprozess befällt nicht nur ihre Körper, sondern wird zu einem Alptraum, der ihre ganze Existenz bedroht.
Kritik
Von der Stadt aufs Land, das kann schon mal stressig sein. Auch für eine Beziehung und ganz besonders für die von Millie und Tim, in der Sie der dominante Part und Er etwas von ihr abhängig ist – zumindest was ihre Gefühle angeht. Diese Unsicherheit in ihrer Beziehung bringen Brie und Franco mal subtil zum Vorschein und wenn es erforderlich ist, wird dies auch geradezu herausgeschrien. Together schafft es hierbei den schmalen Grat zwischen Subtilität und völlig offensiver ins-Gesicht-Mentalität zu wandern, ohne das Publikum zu sehr in eine Richtung zu schieben oder prätentiös zu wirken.

Den wahren Horror zeigt der Titel mal mehr, mal weniger deutlich. Viel spielt sich in den Köpfen ab. Man will sein Leben miteinander verbringen, aber wie nah genau darf es sein? Zusammenwohnen? Den Körper teilen? Regelrecht zusammenwachsen? Der Bodyhorror, den Together im Laufe seiner knackigen 102 Minuten zeigt, ist dabei verstörend, zuweilen eklig, aber niemals zu anwidernd, dass man den Blick von der Leinwand nehmen möchte – und erreicht auch nicht die Dimensionen eines "The Substance" von letztem Jahr.
Das Thema Nähe und wie viel davon dann schlussendlich zu viel ist, wird authentisch behandelt. Die Darstellung eines Paars am Rande des emotionalen Zusammenbruchs ist berührend und zugleich grotesk, was die eskalierenden Ereignisse umso eindringlicher macht. Was als charmante Liebesgeschichte beginnt, entwickelt sich zunehmend zu einem surrealen Albtraum, in dem die Hauptfiguren buchstäblich miteinander verschmelzen – physisch und emotional.
Fazit
Insgesamt ist Together ein überaus gelungener Abstecher ins Genre des Body Horrors, gemischt mit einer emotionalen Komponente rund um Nähe und Abhängigkeit, gespielt von zwei fantastisch agierenden Darstellern, verpackt in einem hübschen Setting mitten im Nirgendwo.
8/10
55.098 mal gelesen