Das Märchen der Märchen (Special)

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  • KURZINHALT & PRESSENOTIZ

    In einer magischen Felsen- und Waldlandschaft regieren drei Herrscher in ihren Königreichen. Der König von Longtrellis (JOHN C. REILLY) ist bereit zum Äußersten zu gehen, um seiner Königin (SALMA HAYEK) den einen sehnlichen Wunsch zu erfüllen, einen Sohn auf die Welt zu bringen, auch wenn er damit Tod und Schrecken heraufbeschwört. Der König von Strongcliff (VINCENT CASSEL) wird von seinem Verlangen nach den beiden einzigen Frauen seines Reichs, die er noch nicht besessen hatte, fast in den Wahnsinn getrieben - ohne zu ahnen, dass die Schwestern Imma und Dora ein Geheimnis haben, das er niemals erfahren darf. Und der König von Highhills (TOBY JONES) ist von seiner Begeisterung für einen riesenhaften Floh so geblendet, dass er leichtfertig Zukunft und Leben seiner einzigen Tochter aufs Spiel setzt...

    Nach seinem Gangsterepos "Gomorrah" zeigt sich Filmemacher Matteo Garrone wieder absolut auf der Höhe seiner Kunst: Seine Verfilmung von drei fantastischen und verblüffenden Geschichten aus der Märchensammlung des italienischen Schriftstellers Giambattista Basile aus dem 17. Jahrhundert verwebt auf einzigartig virtuose Weise das Wunderschöne mit dem Grotesken und lädt ein zum Staunen und Wundern. Die Hauptrollen in diesem hochkarätig besetzten Meilenstein des europäischen Fantasykinos spielen Salma Hayek ("Frida"), John C. Reilly ("Der Gott des Gemetzels"), Vincent Cassel ("Black Swan") und Toby Jones ("Die Tribute von Panem"). Seine gefeierte Weltpremiere erlebte DAS MÄRCHEN DER MÄRCHEN beim 68. Festival de Cannes.





    LANGINHALT


    Alles erscheint möglich in den magischen Wäldern und weiten Ebenen einer märchenhaften Gebirgslandschaft, die drei Königreichen perfekte Zuflucht bietet – drei Königreiche, deren Burgen und Schlösser sich erheben über ihr Land und die in trauter Eintracht nebeneinander existieren: Die Adeligen besuchen sich zu öffentlichen Anlässen, bleiben sonst aber stets für sich. Etwas haben sie alle gemein: Die Herrscher mögen allen Reichtum der Welt besitzen, doch sie sind insgeheim unglücklich und unzufrieden mit der Situation, in der sie sich befinden.

    Da ist die melancholische Königin von Longtrellis (SALMA HAYEK), die sich nichts sehnlicher wünscht, als einem Kind das Leben zu schenken. Doch so sehr sie sich mit dem König (JOHN C. REILLY) auch bemüht, alle Anstrengungen sind von Misserfolg gekrönt. Schließlich genügt bald schon allein der Anblick einer Schwangeren, um die Königin in tiefste Depressionen zu stürzen. Weil er die Misere nicht mehr länger mitansehen kann, greift der König zu verzweifelten Maßnahmen. Ein Wahrsager wird aufgesucht, der dem Königspaar offenbart, dass ein Furcht erregendes Seemonster getötet und ihm dann das Herz herausgeschnitten werden muss. Das Herz muss dann in einem genau zu befolgenden Ritual von einer Jungfrau zubereitet und von der Königin gegessen werden, die daraufhin sofort schwanger werden wird.

    Beim Kampf mit dem Seeungeheuer kommt der König tragisch zu Tode, aber das Herz des Ungeheuers kann gerettet und wie beschrieben zubereitet werden. Tatsächlich wird die Königin schwanger – und nicht nur sie: auch die Jungfrau, eine der Bediensteten, ist wie von Zauberhand mit einem Kind gesegnet, das zum gleichen Zeitpunkt wie der Königssohn auf die Welt kommt. Nichts ist der Königin wichtiger als ihr Elias (CHRISTIAN LEES), der sich stets auf seltsame Weise zu Jonah (JONAH LEES), dem Sohn der Bediensteten, hingezogen fühlt. Beide haben schlohweißes Haar und gleichen sich auch als Jugendliche wie ein Ei dem anderen. Die Königin verfolgt die geheime und innige Freundschaft zwischen den beiden mit wachsender Skepsis und schiebt ihr schließlich einen Riegel vor, indem sie Jonah und seine Mutter in die Flucht schlägt. Der Königssohn kann die Trennung von seinem Seelengefährten nicht verwinden. Als er Signale erhält, ihm könne etwas zugestoßen sein, widersetzt er sich der Mutter und bricht auf, den Freund zu suchen und zu retten, auch wenn er sich damit in Lebensgefahr begibt...

    Eine große Obsession gibt es auch im Leben des Königs (VINCENT CASSEL) des benachbarten Strongcliff: Er ist besessen von Sex. Keine Frau in seinem Reich ist vor seiner unstillbaren Lust sicher, und er ist sicher, wirklich Jede mittlerweile auch gehabt zu haben. Eines Abends hört er aus seinem Turmzimmer eine liebliche Frauenstimme ein Lied singen. Wie gebannt beobachtet er aus großer Entfernung eine unbekannte Schöne, die er noch nie zuvor gesehen hat und die ihm wie absichtlich den Rücken zuwendet und den Blick auf ihr Antlitz verweigert. Er verfolgt die Unbekannte zu einer ärmlichen Hütte, in der sie verschwindet, bevor er einen Blick auf ihr Gesicht erhaschen kann. Wie von Sinnen beginnt der König, der Angebeteten Anträge zu machen – doch stets erhält er einen Korb.

    Der König kann nicht wissen, dass Dora (HAYLEY CARMICHAEL) eine hässliche Greisin ist, eine verlebte alte Vettel, wie ihre Schwester Imma (SHIRLEY HENDERSON), mit der sie sich ihre bescheidene Hütte teilt. Den beiden Frauen ist himmelangst, sie fürchten sich davor, was passieren könnte, wenn der König erfährt, dass sich hinter der lieblichen Stimme, die ihn in ihren Bann gezogen hat, nicht die erhoffte junge Schönheit, sondern eine verwelkte Alte mit faltigem Gesicht und hängenden Brüsten verbirgt. Immer wieder wehren sie die Avancen des Königs ab, die immer verlockenderen und schmeichelnderen Angebote, bis ihr Widerstand zu bröckeln beginnt. Dora willigt schließlich ein, den König aufzusuchen, allerdings unter der Maßgabe, dass sie die Gemächer nur bei absoluter Dunkelheit besuchen wird und er ihr nicht ins Gesicht blicken darf. Notdürftig bereitet Imma ihre Schwester auf den Liebesbesuch vor, kaschiert die schlaffe und hängende Haut, so gut es geht. Zunächst läuft auch alles nach Plan, doch dann versäumt es Dora, das Bett des Königs bei Nacht wieder zu verlassen, sondern schläft ein. Morgens wirft der König einen Blick auf die vermeintlich schüchterne Schöne – und ist entsetzt. Von seinen Wachen lässt er Dora aus dem obersten Turmfenster werfen. Tief stürzt sie in den verwunschenen Wald. Doch sie zerschellt nicht am Boden und stirbt, sondern wird von einem Zauber ergriffen, der aus ihr eine bildschöne junge Frau (STACY MARTIN) macht. Bei ihrem Anblick ist der König hingerissen, aber wird der Zauber wirklich anhalten...

    Auch das Leben des Königs von Highhill (TOBY JONES) ist nicht einfach. Seit dem Tod seiner Frau zieht er alleine seine Tochter Violet (BEBE CAVE) groß. Er liebt sie, doch es fehlt ihm an wirklicher Leidenschaft und Interesse an ihren Wünschen. Der König empfindet sein Dasein als trist. Bis er eines Tages auf seinem Arm einen Floh entdeckt. Er widersteht dem ersten Impuls, das Tier zu zerquetschen, sondern nimmt es mit in seine Kammer, wo der König erfreut ist über die putzigen Kunststücke des Flohs. Er beschließt, das Tier zu behalten und füttert es mit den besten Leckerbissen, die es bis zur Größe eines Schweins heranwachsen lässt. Als der ungeheuerliche Floh krank wird, lässt der König die besten Mediziner und Gelehrten kommen. Doch niemand kann helfen: Das Tier verendet.

    Der König hat eine verrückte Idee: Zum Entsetzen seiner Tochter lässt er die Haut, die er dem toten Floh hat abziehen lassen, ausstellen und verspricht demjenigen die Hand von Violet, der errät, um was für ein Tier es sich handelt. Er ist sich sicher, dass es niemandem gelingen wird. Und tatsächlich beißen sich auch Experten die Zähne an dem Rätsel aus. Bis ein riesiger, ungeschlachter Oger ins Schloss kommt, sich den Weg zu der Tierhaut bahnt, einen Blick darauf wirft und sagt: "Floh!" Der König ist erschüttert, aber es bleibt ihm nichts anderes, als zu seinem Wort zu stehen. Da hilft kein Zetern und kein Schreien, Violet muss dem Oger folgen, durch den tiefen Wald, durch steile Schluchten, mitten hinein in gewaltiges Bergmassiv, wo das Ungetüm in schwindelnder Höhe eine kalte Höhle sein Zuhause nennt. Dort ist Violet verdammt, niederste Arbeiten zu verrichten und dem Oger zu Willen zu sein, wann immer es ihm beliebt. Alle Fluchtversuche sind zum Scheitern verdammt. Bis Violet an einem ihrer endlosen einsamen Tage, an denen sich der Oger auf Jagd befindet, auf der anderen Seite der tiefen Schlucht, Menschen sieht und auf Errettung hoffen darf…

    Blut wird vergossen, Leben werden geopfert, Leidenschaften werden enttäuscht, Allianzen werden geschlossen. Am Ende hat sich nichts geändert, und doch ist alles anders, als die drei Königreiche erstmals nach langer Zeit wieder vereint sind und in den Himmel schauen, wo hoch über ihren Köpfen ein Drahtseilkünstler balanciert...




    PRESSESTIMMEN

    In dieser Ära der Prequels, Sequels und Spinoffs kommt es nicht oft vor, dass man es mit Geschichten von bösen Königinnen, zügellosen Königinnen und gefangenen Prinzessinnen zu tun bekommt, in denen man nicht von vornherein weiß, was als nächstes passieren wird. Das ist der große Thrill von Matteo Garrones DAS MÄRCHEN DER MÄRCHEN, eine aufwändig produzierte und längst überfällige Adaption von drei Geschichten aus dem Hauptwerk des neapolitanischen Schriftstellers Giambattista Basile aus dem 17. Jahrhundert.
    Peter Debruge, Variety

    DAS MÄRCHEN DER MÄRCHEN erinnert uns daran, dass eine fesselnde Geschichte unsere Aufmerksamkeit viel stärker binden kann als jeder noch so meisterlich realisierte visuelle Effekt. (...) Dies ist ein atemberaubender Film für alle, die immer noch an die Macht der Fantasie glauben, die sich nicht nur darauf verlassen wollen, dass die Künstler ihnen die Arbeit abnehmen.
    Sasha Stone, The Wrap

    Hinreißend (in jedem Sinne des Wortes) und gleichzeitig immer wieder wahnwitzig (ebenfalls in jedem Sinne des Wortes), hat man es hier mit einer barocken Tollerei durch die anstößigen Begierden der neapolitanischen Aristokratie im Mittelalter zu tun. Lust, Neid, Gier, Stolz und mehr...
    Wendy Ide, The Times

    Salma Hayek isst das Herz eines Seeungeheuers; Toby Jones streichelt einen riesigen Floh. Python trifft auf Pasolini in dieser erschreckenden, aberwitzigen und ausgesprochen erwachsenen Märchenanthologie. Dies sind nicht die Märchen, die einem unsere Eltern zum Schlafengehen erzählt haben. Hätten sie es getan, hätten wir kein Auge mehr zugetan. (...) DAS MÄRCHEN DER MÄRCHEN tanzt auf des Messers Schneide zwischen lustig und beängstigend, mit Sequenzen, in denen gruseliger Horror sich an Momenten beeindruckender barocker Schönheit reibt. Das Ergebnis ist fabelhaft sexy, ein aus der Zeit gefallener, zeitloser Kultfilm – die Art von Film, die man sich in den letzten zehn Jahren von Terry Gilliam oder Tim Burton gewünscht hätte.
    Robbie Colin, The Telegraph




    DAS MÄRCHEN DER MÄRCHEN
    von Giambattista Basile


    Dank "Il Racconto dei Racconti", zu Deutsch: "Das Märchen der Märchen", von Giambattista Basile kann Italien das älteste, reichhaltigste und gelungenste der großen Märchenbücher vorweisen.

    Basile, Graf von Torrone (1570 bis 1632), war ein Akademiker, Höfling und Soldat verschiedener italienischer Prinzen, darunter der Doge von Venedig. Er ließ sich inspirieren von den beliebten Erzähltraditionen in Kreta und besonders Venedig.

    "Das Märchen der Märchen" ist ein grundlegendes Monument der Erzählkunst und umfasst 50 Märchen. Das erste Märchen fungiert als Rahmen; in ihm erzählt sich eine Gruppe von Menschen im Verlauf von fünf Tagen 49 Geschichten. In genussvoller Sprache, die einen Stil verwendet, der Erotik und Gewalt vermischt, das Elegante und das Groteske, Ehrenhaftigkeit und Unflätigkeit, gelingt dem Schriftsteller mit großem Können und außergewöhnlichem Nachdruck eine unglaubliche Galerie moralischer Porträts und sozialer Sittengemälde. Und doch haben die Zauberer und Oger, Könige und Prinzessinnen, Drachen und verzauberten Tiere in diesen Geschichten eine naturalistische Erscheinung, und Basile führt sie durch eine nachvollziehbare Welt, in der Reichtum und Armut Seite an Seite existieren, eine Welt, die körperlich förmlich spürbar und greifbar ist. Der Hintergrund für die Märchen ist der Alltag ganz normaler Menschen, in deren Leben außergewöhnliche Elemente, das Magische, Monströse und Mirakulöse, förmlich einbrechen.

    Obwohl nach dem "Dekamerone" weitere Arbeiten geschrieben worden waren, in denen Geschichten vorkommen, die man im weitesten Sinne als Märchen bezeichnen kann, wie "The Canterbury Tales" von Chaucer, ist "Il Racconto dei Racconti" die erste Sammlung, in der sämtliche Geschichten Märchen sind. Zudem war Basile der erste Schriftsteller, dem es gelungen war, die gesprochene Sprache in seinen Erzählungen perfekt wiederzugeben. "Il Racconto dei Racconti" inspirierte die Brüder Grimm zwei Jahrhunderte später, einige ihrer bekanntesten Märchen, darunter "Aschenputtel", "Der gestiefelte Kater", "Allerleirauh", "Dornröschen" und "Hänsel und Gretel", zu Papier zu bringen. Dank seiner Vorliebe für Fantasy, gemischt mit komischen und sentimentalen Aspekten sowie einem Hauch von Horror, war Basile anderen Autoren wie Hans Christian Andersen, J.R.R. Tolkien oder selbst der "Harry Potter"-Saga um mehrere Jahrhunderte voraus. Weil Basile seine Geschichten im neapolitanischen Dialekt verfasst hatte, blieben sie einer breiteren Öffentlichkeit allerdings mehr als 200 Jahre im Grunde unbekannt.

    "Diese Sammlung war lange Zeit die beste und reichhaltigste, die man finden konnte. Der Autor hatte ein besonderes Talent, sie zu sammeln, und mehr noch, eine umfassende Kenntnis des Dialekts. Die Geschichten werden nahezu ohne Pause erzählt, und der Ton, zumindest in den neapolitanischen Märchen, ist perfekt eingefangen. Wir können diese Sammlung von 50 Märchen daher als Grundlage für viele andere nehmen."
    Wilhelm Grimm, 1837

    "Il Racconto dei Racconti' ist der Traum eines neapolitanischen Shakespeare, besessen mit allem, was schauerlich ist, mit einem unstillbaren Appetit nach Zauberern und Ogern, fasziniert von verschachtelten und grotesken Bildern, in denen sich das Krude mit dem Sublimen verbindet."

    Italo Calvino STATEMENT DES REGISSEURS
    Matteo Garrone

    Warum Basile?
    Ich wollte mich mit dem Universum von Basile befassen, weil er in seinen Märchen eine Verbindung des Realen und Fantastischen anstrebt. Genau das charakterisiert auch meine künstlerischen Unternehmungen. Die Geschichten in DAS MÄRCHEN DER MÄRCHEN umfassen alle Gegensätze und Widersprüchlichkeiten des Lebens: das Profane und das Außergewöhnliche, das Magische und das Alltägliche, das Edle und das Obszöne, das Wahrhaftige und das Künstliche, das Sublime und den Schmutz, das Schreckliche und das Zärtliche, Fetzen von Mythologie und Ströme volkstümlicher Weisheit. Die Märchen erzählen von menschlichen Gefühlen, die auf eine extreme Spitze getrieben werden.

    Die Herangehensweise an die Märchen: das Reale und das Fantastische
    Gleich bei der ersten Lektüre der 50 Märchen, die das Buch umfasst, wurde den anderen Drehbuchautoren und mir bewusst, dass wir diverse Entscheidungen treffen mussten, um die aussieben und bearbeiten zu können, die uns für unser geplantes Filmprojekt am besten gefielen. Wichtig war ja auch, sie glaubwürdig und greifbar und wahrhaftig erzählen zu können, als würden sie sich gerade tatsächlich vor unseren Augen abspielen. Unser Ansatz war, nach etwas Kraftvollem zu suchen, etwas Körperlichem, Nachvollziehbaren und Authentischen, selbst in den Geschichten, in denen das fantastische Element eine tragende Rolle spielt. In Basiles Arbeiten macht das Erzählerische große Freude. Und ich finde, das sollte auch ein Vorrecht des Kinos sein.

    Meine vorherigen Filme basieren auf wahren Geschichten, die ich allerdings so weit gedehnt habe, dass sie eine nahezu fantastische Dimension erreichen. Hier ging die Reise in die entgegengesetzte Richtung. Wir waren inspiriert von unfassbaren Situationen, die wir aber mit Hilfe von Reduzierung auf den Kern der Geschichte auf ein realistisches Fundament setzen wollten. Der Zuschauer soll jederzeit in die Geschichte involviert sein, er soll in die Abenteuer der Figuren regelrecht eintauchen können.

    Die Modernität der Märchen
    Diese Vorgehensweise hatte keinen wie auch immer gearteten Einfluss auf die Themen und die fundamentalen Aussagen der Vorlage, die uns immer noch überraschend modern vorkamen. Wir waren richtig fasziniert davon. Der Horror beispielsweise steckt in dieser Form bereits in Basiles Arbeit; wir haben nichts hinzugefügt. Am Ende eines langen Auswahlprozesses, nachdem wir die drei Märchen ausgewählt und uns überlegt hatten, wie wir sie in einen Zusammenhang bringen, erkannten wir zu unserer Überraschung, dass wir einfach nur einem unsichtbaren, aber sehr starken Faden gefolgt waren, der sie miteinander verbindet. In allen drei Fällen handelt es sich um Geschichten über Frauen, die sich jeweils in einem anderen Stadium ihres Lebens befinden. Noch mehr beeindruckte uns allerdings, dass sich jedes der Märchen auf seine Weise mit Obsessionen befasst, die auch heute eine Rolle spielen: das machtvolle Streben nach Jugend und Schönheit (das Basile auf richtiggehend hyperrealistische Weise beschreibt – eine ätzende Satire auf die kosmetische Chirurgie von heute, vier Jahrhunderte, bevor es sie überhaupt gab); die Besessenheit einer Mutter, die alles dafür geben würde, einen Sohn zu haben; der Konflikt zwischen den Generationen; die Gewalt, mit der sich ein Mädchen auseinandersetzen muss, um erwachsen zu werden.

    Die Sprache des Films
    Wir wählten Englisch als Sprache für den Film. Das lag zum einen an den Produktionsbedingungen, weil wir mit einem sehr internationalen Cast arbeiteten, aber es war für mich auch ein Weg, IL RACCONTO DIE RACCONTI, dieses Buch, auf dem einige der berühmtesten Märchen der Welt basieren, einem möglichst großen Publikum zugänglich zu machen. Die Fantasie dieser Märchen kennt keine Grenzen, man kann Basile einen Autor für die ganze Welt nennen. Ich finde die englische Sprache aber auch deshalb reizvoll, weil man so die Landschaften, die als Kulisse für unsere Geschichte dienen, nicht sofort einwandfrei identifizieren kann. Und das hilft wieder dabei, die Herkunft der Figuren stärker zu verschleiern, alles weniger eindeutig zu gestalten.

    Treue und Verrat
    Der Einsatz der englischen Sprache war nicht der einzige "Verrat"; wir nahmen uns auch noch andere Freiheiten. Aber das liegt auch im Wesen der Märchen begründet, die laufend neu übersetzt und interpretiert werden. Wir stießen auf so viele Versionen derselben Geschichten. Man wird ein Märchen niemals originalgetreu nacherzählen. Jedes Mal, wenn man einem Kind ein Märchen zum Schlafengehen erzählt, verändert man eine Kleinigkeit. Was wir aber auf keinen Fall verraten wollten, was unbedingt intakt bleiben sollte, war der Geist, die eindringliche Kraft der Märchen. Sie haben die Fantasie der Menschen weltweit über Jahrhunderte weg befeuert und dienten Schriftstellern wie Perrault oder den Brüdern Grimm als Inspiration. Und die Sprache, in die wir die Vorlage hinüberbringen wollten, ging über eine rein filmische Sprache weit hinaus – es sollte eine Sprache sein, die ihren ganz eigenen Reichtum entfaltet, wie es Basile in seiner Sprache ebenfalls gelingt. Wenn es denn eine fantastische Version von Shakespeares "Der Sturm" in neapolitanischer Sprache gibt, von Eduardo di Filippo geschrieben, warum sollte es uns dann nicht gelingen, Basile auf Englisch zu präsentieren? Man sollte auch nicht vergessen, dass jeder, der Basile heute liest, auch in Italien, eine zweifache Version liest, einmal den Originaltext, dann die Übersetzung, die ihm gegenüber gestellt wird. Es wäre großartig, wenn unser Film die Menschen neugierig machen würde und sie dazu animierte, das Buch zu lesen.

    Die Spezialeffekte
    Wie alle anderen künstlerischen Entscheidungen, ob es sich nun um die Kamera, die Kulissen oder die Kostüme handelte, sollten auch die Spezialeffekte dazu beitragen, dem Film eine größtmögliche Vielfältigkeit zu geben, ihm eine körperliche und emotionale Glaubwürdigkeit zu verleihen. Besonders die Arbeit an den Spezialeffekten war gekennzeichnet von einem rein künstlerisch-kreativen Antrieb. Wir versuchten zum Beispiel, die fantastischen Kreaturen wie den Drachen real nachzustellen, digitale Nachbearbeitung gab es im Grunde nur aus kosmetischen Gründen. Auf diese Weise konnten die Darsteller ganz unmittelbar mit den fantastischen Kreaturen interagieren und sich beim Dreh voll und ganz in ihre Figuren versetzen.

    Malerei und Kino
    Rein visuell bezog der Film einen Großteil seiner Inspiration aus "Die Launen", eine Serie von Gravuren von Francisco Goya. Seine wunderbaren Illustrationen fangen wirklich die Seele ein, die auch der Arbeit Basiles entströmt – und die auch die Atmosphäre des Films bestimmen sollte. Sie zeigen eine groteske Menschheit, sind zugleich realistisch und fantastisch und auf die Spitze getrieben durch zusätzliche komische und makabre Momente. Was das Kino anbetrifft, möchte ich als Schlüsselreferenzen LA MASCHERA DEL DEMONIO ("Die Stunde, wenn Dracula kommt", 1960) von Mario Bava, die Miniserie "Pinocchio" von Luigi Comencini aus dem Jahr 1972, IL CASANOVA DI FEDERICO FELLINI ("Fellinis Casanova", 1976) und L'ARMATA BRANCALEONE ("Die unglaublichen Abenteuer des hochwohllöblichen Ritters Branca Leone", 1966) von Mario Monicelli nennen.

    Ein Fantasy-Buch mit Abstechern in den Horror
    Ich würde „Il Racconto dei Racconti“ als Fantasy-Buch mit einem Hauch von Horror beschreiben. Auf indirekte aber nachvollziehbare Weise finden sich diese beiden Genres - Fantasy und Horror – auch schon in meinen vorangegangenen Arbeiten. In L'IMBALSAMATORE (2002) wie auch PRIMO AMORE ("Körper der Liebe", 2004) ist der Horror überdeutlich; in REALITY (2012) werden sowohl Geschichte als auch Stil von einer Märchenstimmung geprägt. Und selbst in GOMORRA ("Gomorrha - Reise in das Reich der Camorra", 2008) schimmert durch den strengen Realismus der Situationen in einigen Episoden der Ton eines durch und durch finsteren Märchens durch. Wenn man darüber nachdenkt, dann ähnelt L'IMBALSAMATORE, der auch einige groteske und melancholische Aspekte auf sich vereint, tatsächlich den Geschichten Basiles: "Es war einmal ein Zwerg, der große Tiere ausstopfte und sich in einen schönen jungen Mann verliebte."

    Die Drehorte
    Unser Ziel war es, an realen Orten zu drehen, die aber so aussehen sollten, als hätte man sie auch im Studio entstehen lassen können. Wir entdeckten einige wunderbare Naturkulissen, die sich als perfekt für die vielfachen Rekonstruktionen erwiesen, die im Film zu sehen sind. Es handelt sich um Gebäude und Panoramen, die der angeregtesten Fantasie zu entstammen scheinen, aber tatsächlich existieren. Die Gebäude tragen Merkmale der jeweiligen Periode, in denen sie entstanden sind, ebenso in sich wie die Eigenartigkeit der Männer, die sie entworfen haben. Und in den Naturkulissen kann man nur staunen über die Unberechenbarkeit, mit der Felsen, Wasser und Pflanzen angeordnet wurden. Neben einigen prächtigen Schlössern denke ich an die Gole dell'Arcantara auf Sizilien, die Höhlen von Vie, den Wald von Sasseto, der aussieht wie ein Drehort aus der Zeit vor Raphael.

    Die Kostüme
    Die Kostüme des Films sind inspiriert von der ersten Epoche des Barock, die Zeit, in der auch Basile sein Buch geschrieben hat. Weil es sich bei dem Film aber nicht um eine historisch korrekte Rekonstruktion handelt, haben wir uns die Freiheit genommen, eine Fantasiewelt zu erschaffen. Gleichzeitig gaben wir uns aber auch Mühe, nicht zu extravagant zu erscheinen. Wenn wir uns Freiheiten erlaubten, dann nur deshalb, weil der Barock eine so vielfältige und üppige Epoche war. Da kann man aus dem Vollen schöpfen, weil im Grunde alle vorherigen Epochen darin zusammengefasst werden, darunter die Gotik, der Stil, mit dem das Märchen vermutlich am häufigsten in Zusammenhang gebracht wird.




    DIE DARSTELLER



    SALMA HAYEK (Königin von Longtrellis)

    Die Oscar®-Kandidatin SALMA HAYEK überzeugt als profilierte Darstellerin, Produzentin und Regisseurin im Film- und Fernsehbereich. Als Frida Kahlo in Julie Taymors FRIDA („Frida“, 2002) wurde Salma Hayek für den Oscar®, den Golden Globe® sowie für die Preise der Screen Actors Guild® (Gewerkschaft der US-Filmschauspieler) und der British Film Academy (BAFTA) nominiert. Ihre jüngsten Kinoauftritte hatte die mexikanische Allround-Könnerin in den Komödien GROWN UPS ("Kindsköpfe", 2010) und der Fortsetzung GROWN UPS 2 ("Kindsköpfe 2", 2013) und HERE COMES THE BOOM („Das Schwergewicht“, 2012) sowie Oliver Stones Drogenthriller SAVAGES ("Savages", 2012). Zudem war sie Sprecherin in den Animationsfilmen THE PIRATES! ("Die Piraten! Ein Haufen merkwürdiger Typen", 2012) und PUSS IN BOOTS ("Der gestiefelte Kater", 2011).

    Auf dem Bildschirm war Hayek zuletzt als Gaststar in der von der Kritik gefeierten NBC-Serie „30 Rock“ zu sehen. Hayek gewann den Daytime Emmy® für ihr Regiedebüt „The Maldonado Miracle“, das sie auch produzierte. Der Film mit Peter Fonda, Mare Winningham und Rubén Blades wurde 2003 auf dem Sundance Film Festival uraufgeführt und später auf Showtime ausgestrahlt. Sie inszenierte auch Musikvideos für Prince und Jada Pinkett Smith.

    Weitere Filme: Álex de la Iglesias La chispa de la vida (2011); Mathieu Demys Americano (2011); Paul Weitz’ CIRQUE DU FREAK: THE VAMPIRE'S ASSISTANT („Cirque du Freak: Mitternachtszirkus“, 2009); Todd Robinsons LONELY HEARTS KILLERS („Lonely Hearts Killers“, 2006) mit John Travolta und James Gandolfini; Robert Townes ASK THE DUST („In den Staub geschrieben“, 2006) mit Colin Farrell und Idina Menzel; BANDIDAS („Bandidas“, 2006) mit Penélope Cruz; Brett Ratners AFTER THE SUNSET („After the Sunset“, 2004); Robert Rodriguez’ ONCE UPON A TIME IN MEXICO („Irgendwann in Mexico“, 2003); Mike Figgis’ HOTEL („Hotel“, 2001) und TIMECODE („Timecode“, 2000); Kevin Smiths DOGMA („Dogma“, 1999); Robert Rodriquez’ FROM DUSK TILL DAWN („From Dusk Till Dawn“, 1996) nach dem Drehbuch von Quentin Tarantino; und Robert Rodriguez’ DESPERADO („Desperado“, 1995).

    Seit 2006 entwickeln, produzieren und akquirieren Hayek und ihr Produzentenpartner José Tamez für ABC Studios Mainstreamprojekte, die sich entweder auf lateinamerikanische Themen beziehen oder Mitwirkende aus dieser Region vor und hinter der Kamera beschäftigen. Als ausführende Produzentin betreute sie die preisgekrönte Serie „Alles Betty!“ mit America Ferrera in der Hauptrolle nach der Vorlage der enorm erfolgreichen kolumbianischen Serie „Yo soy Betty, la fea“. 2001 war sie als Hauptdarstellerin und Co-Produzentin am Showtime-Film „In the Time for Butterflies“ beteiligt, der ihr eine Nominierung für den Preis der Rundfunkkritiker einbrachte. Hayeks Ventanarosa Productions produzierte auch Arturo Ripsteins mexikanischen Spielfilm EL CORONEL NO TIENE QUIEN LE ESCRIBA („Keine Post für den Oberst“, 1999) nach dem Roman von Gabriel García Márquez. Der Film lief 1999 im Wettbewerb des Filmfestivals in Cannes.

    Hayek stammt aus Coatzacoalcos in Mexico und studierte internationale Beziehungen. Zu ihren mexikanischen Filmen zählt El callejón de los milagros / Midaq Alley (1995) nach dem Roman des Nobelpreisträgers Naguib Mahfouz.

    Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin investiert Hayek auch viel Zeit in karitative Aktivitäten. Als Sprecherin der Pampers/UNICEF-Partnerschaft unterstützt sie weltweit den Kampf gegen lebensbedrohliche Tetanus-Infektionen von Müttern und Säuglingen. Für die Avon-Stiftung engagierte sie sich gegen Gewalt in der Ehe – bei dieser Arbeit geht es um Aufklärung über häusliche Gewalt, Vorbeugungsmaßnahmen und die Unterstützung von Opfern. 2005 sprach sie vor dem US-Senat und forderte die Mitglieder auf, das Gesetz zur Prävention von Gewalt gegen Frauen zu erweitern. Im Januar 2006 wurde das Gesetz verabschiedet und 3,9 Milliarden Dollar bereitgestellt für die Tausende von Beratungszentren in den USA, die für diese Belange zuständig sind. Im April 2005 reiste Hayek an den Polarkreis, um dort den Earth Day zu feiern. Es ging darum, auf die Klimaerwärmung aufmerksam zu machen, die nicht nur die Existenz der Inuit, sondern der gesamten Welt gefährdet. Im November 2005 war sie neben Julianne Moore Co-Moderatorin des Friedensnobelpreiskonzerts in Oslo, wo Nobelpreisträger Mohamed ElBaradei und die Atomenergiebehörde der Vereinten Nationen geehrt wurden. Sie nahm außerdem an der ONE-Kampagne teil, die Sänger und Aktivist Bono ins Leben gerufen hat. Außerdem zählt Hayek zu den Mitgliedern von Global Green und YouthAIDS.


    Vincent Cassel (König von Strongcliff)

    Vincent Cassel ist einer der renommiertesten international arbeitenden europäischen Schauspieler und hat im Laufe seiner Karriere viele Bösewichte, aber auch Charmeure und Helden gespielt – stets mit großer Intensität und Kompetenz. In den deutschen Kinos sah man ihn gerade erst an der Seite von Tom Hardy und Gary Oldman in der Thriller-Verfilmung CHILD 44 ("Kind 44"). Im Wettbewerb von Cannes sah man ihn nicht nur in Matteo Garrones DAS MÄRCHEN DER MÄRCHEN, sondern auch in dem neuen Film von Maiwenn, MON ROI (2015), der der Hauptdarstellerin Emmanuelle Bercot eine Auszeichnung als beste Schauspielerin einbrachte.

    Jüngst war Cassel auch als Prinz, der in Christophe Gans’ aufwendiger romantischer Märchenverfilmung LA BELLE ET LA BÊTE („Die Schöne und das Biest“, 2014) durch Léa Seydoux’ Kaufmannstochter von seinem Fluch erlöst wird, und in Danny Boyles wendungsreichem Thriller TRANCE („Trance - Gefährliche Erinnerung“, 2013), in dem er den Diebstahl eines wertvollen Gemäldes plante und dabei von James McAvoy hintergangen wurde, zu sehen.

    Darüber hinaus verkörperte er in David Cronenbergs Drama A DANGEROUS METHOD („Eine dunkle Begierde“, 2011) einen brillanten Psychoanalytiker, nachdem er bereits in Cronenbergs Thriller EASTERN PROMISES ("Tödliche Versprechen - Eastern Promises“, 2007) als skrupelloser, unberechenbarer Sohn von Armin Mueller-Stahls russischem Mafiapaten zu sehen war. Des Weiteren forderte er als künstlerischer Leiter und Choreograf einer New Yorker Ballett-Company alles von Natalie Portman und Mila Kunis in Darren Aronofskys hochgelobtem Drama BLACK SWAN („Black Swan“, 2010), das fünf Oscar®-Nominierungen erhielt, darunter als „Bester Film“, sowie Nominierungen für den Golden Globe®, den Critic’s Choice Award, den Independent Spirit Award und den Screen Actors Guild Award®.

    Seine übrigen großen Erfolge in englischsprachigen Produktionen waren Steven Soderberghs Hits OCEAN’S TWELVE („Ocean’s Twelve“, 2004) und OCEAN’S THIRTEEN („Ocean’s Thirteen“, 2007), Mikael Håfströms Thriller DERAILED („Entgleist“, 2005) und Paul McGuigans historisches Kriminaldrama THE RECKONING („The Reckoning - Das dunkle Geheimnis“, 2002). Außerdem war er zu sehen in Luc Bessons Historienepos JOAN OF ARC („Johanna von Orleans“, 1999), Shekhar Kapurs Historiendrama ELIZABETH („Elizabeth“, 1998) sowie James Ivorys biografischem Drama JEFFERSON IN PARIS („Jefferson in Paris“, 1995).

    Seine Karriere hatte der Sohn des bekannten Schauspielers Jean-Pierre Cassel aber in seiner französischen Heimat gestartet. Nach seinem Filmdebüt in Didier Kaminkas mit Marlène Jobert besetzter Komödie Les cicognes n’en font qu’a leur tête („Vater werden ist doch schwer“, 1989) und diversen Film- und TV-Auftritten, darunter in Mathieu Kassovitz’ Regiedebüt Métisse („Lola liebt's schwarzweiß“, 1993), wurde er mit seiner Hauptrolle in Kassovitz’ von der Kritik gefeiertem Drama LA HAINE („Hass“, 1995) schlagartig international bekannt. Seine intensive Darstellung eines Jugendlichen in einer Pariser Vorstadt brachte ihm in den Kategorien „Bester Darsteller“ und „Bester Nachwuchsdarsteller“ die ersten beiden Nominierungen für den César ein.

    Jahre später erhielt er Frankreichs wichtigsten Filmpreis für seine Hauptrolle in Jean-Francois Richets zweiteiligem Thriller L’instinct de mort („Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt“, 2008) und L’ennemi public n°1 („Public Enemy No. 1 - Todestrieb“, 2008), darüber hinaus auch den Lumière Award, den französischen Filmpreis Étoile d’Or sowie den Darstellerpreis beim Tokyo International Film Festival. In diesen großen französischen Kinoerfolgen, die insgesamt mit zehn César-Nominierungen bedacht wurden und auch Regisseur Richet einen César einbrachten, faszinierte Cassel in der Rolle des Jacques Mesrine, Frankreichs berühmtesten und berüchtigtsten Gangster der Siebzigerjahre.

    Zwischen seinem Durchbruch mit LA HAINE und seinen beiden Jacques-Mesrine-Dramen spielte Cassel neben vereinzelten englischsprachigen Produktionen in vielen französischen Erfolgsfilmen mit. Gilles Mimounis meisterliches romantisches Mysterydrama L’appartement („Lügen der Liebe“, 1996) war der Auftakt von mehreren Filmen mit seiner italienischen Kollegin und späteren Ehefrau Monica Bellucci. Es folgten Jan Kounens Thriller DOBERMANN („Dobermann“, 1997), Christophe Gans’ Horrorabenteuer Le pacte des loups („Der Pakt der Wölfe“, 2001), Gaspar Noés verstörendes und berührendes Drama IRREVERSIBLE („Irréversibel“, 2002), Frédéric Schoendoerffers Thriller AGENTS SECRETS („Agents Secrets - Im Fadenkreuz des Todes“, 2004), sowie Kim Chapirons Horrorthriller SHEITAN („Sheitan“, 2006).

    Weitere wichtige französische Filme waren Mathieu Kassovitz’ erfolgreiche Bestsellerverfilmung Les rivières pourpres („Die purpurnen Flüsse“, 2000), in der er als Cop mit Jean Reno einen Serienmörder jagte, Jacques Audiards Kriminaldrama Sur mes lèvres („Tödliche Bekenntnisse“, 2001), für das er seine dritte César-Nominierung erhielt, außerdem Jan Kounens Comicadaption BLUEBERRY („Blueberry und der Fluch der Dämonen“, 2004) und Dominik Molls Schauergeschichte LE MOINE („Der Mönch“, 2011).

    Seit 1997 hat Vincent Cassel mit “120 Films” auch eine eigene Produktionsgesellschaft, die in die Produktion von Cassels Kurzfilm SHABBAT NIGHT FEVER (1997) sowie in IRREVERSIBLE, BLUEBERRY, AGENTS SECRETS, SHEITAN, L’instinct de mort, L’ennemi public n°1, LE MOINE, LA BELLE ET LA BÊTE sowie in Romain Gavras Drama NOTRE JOUR VIENDRA (2010) involviert war.

    Die nächsten Filme Cassels, der abwechselnd in Paris und Rio de Janeiro lebt, sind Ariel Kleimans australisches Drama PARTISAN (2015), das beim Sundance Film Festival Premiere feierte, sowie Carlos Diegues’ Drama O GRANDE CIRCO MISTICO, das das Leben einer Zirkusfamilie beleuchtet. Schließlich hat er auch den neuen Film seines L’ennemi public n°1-Regisseurs Jean-Francois Richet abgedreht. UN MOMENT D’ÉGAREMENT ist ein Remake von Claude Berris gleichnamigem Komödienhit von 1977, der in Deutschland unter dem Titel "Aller Anfang macht Spaß" gezeigt wurde.


    John C. Reilly (König von Longtrellis)

    Im Laufe seiner Karriere spielte John C. Reilly bislang bereits in mehr als 60 Filmen mit. Für seine Arbeit wurde er unter anderem bei den Oscars®, den Tonys®, den Grammys® und den Independent Spirit Awards mit Nominierungen und Auszeichnungen bedacht.

    Zu den Regisseuren, mit denen Reilly arbeitete, gehören Martin Scorsese bei GANGS OF NEW YORK („Gangs of New York“, 2002) und THE AVIATOR („Aviator“, 2004), Brian De Palma bei CASUALTIES OF WAR („Die Verdammten des Krieges“, 1989), Robert Altman bei A PRAIRIE HOME COMPANION („Robert Altman’s Last Radio Show“, 2006), Terrence Malick bei THE THIN RED LINE („Der schmale Grat“, 1998), Rob Marshall bei CHICAGO („Chicago“, 2002), Roman Polanski bei CARNAGE („Der Gott des Gemetzels“, 2011), Wolfgang Petersen bei THE PERFECT STORM („Der Sturm“, 2000), Lynne Ramsay bei WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN („We Need To Talk About Kevin“, 2011) und Paul Thomas Anderson bei BOOGIE NIGHTS („Boogie Nights“, 1997) und MAGNOLIA („Magnolia“, 1999).

    Darüber hinaus war er in den erfolgreichen Komödien TALLADEGA NIGHTS: THE BALLAD OF RICKY BOBBY („Ricky Bobby – König der Rennfahrer“, 2006), WALK HARD: THE DEWEY COX STORY („Walk Hard – The Dewey Cox Story“, 2007), STEPBROTHERS („Die Stiefbrüder“, 2008) und CYRUS („Cyrus“, 2010) zu sehen. Jüngst lieh er seine Stimme der Titelfigur in dem Oscar®-nominierten Animationserfolg WRECK-IT RALPH („Ralph reicht‘s“, 2012). Zu seinen weiteren Filmen gehören die Independent-Produktionen THE GOOD GIRL („The Good Girl“, 2002), CEDAR RAPIDS („Willkommen in Cedar Rapids“, 2011), THE PROMOTION („Topjob – Showdown im Supermarkt“, 2009), TERRI („Terri“, 2011), YEAR OF THE DOG („Year of the Dog“, 2007), CRIMINAL („Criminal – Gauner unter sich“, 2004) und THE ANNIVERSARY PARTY („The Anniversary Party“, 2001). Zuletzt war er in LIFE AFTER BETH (2014) mit Aubrey Plaza zu sehen. Im Wettbewerb von Cannes war er gerade nicht nur mit DAS MÄRCHEN DER MÄRCHEN, sondern auch dem griechischen Beitrag THE LOBSTER (2015) mit Colin Farrell und Rachel Weisz vertreten.

    Fürs Fernsehen arbeitete Reilly immer wieder mit den Komikern Tim Heidecker und Eric Wareheim bei deren Sendungen „Tim and Eric’s Awesome Show, Great Job“ und „Check It Out, with Dr. Steve Brule“ zusammen.

    Zu seinen wichtigsten Theaterauftritten gehören Rollen in „True West“ (wofür er für den Tony® nominiert wurde) und „Endstation Sehnsucht“ am Broadway sowie „The Grapes of Wrath“ und ebenfalls „Endstation Sehnsucht“ am Chicagoer Steppenwolf Theatre.


    Toby Jones (König von Highhills)

    TOBY JONES, Sohn des renommierten englischen Bühnen-, TV- und Filmschauspielers Freddie Jones, ist einer der bekanntesten und gefragtesten britischen Charakterdarsteller. Gerade erst sah man ihn in zwei großen Leinwand-Blockbustern: In THE HUNGER GAMES: MOCKINGJAY PART 1 ("Die Tribute von Panem - Mockingjay: Teil 1", 2014) war er erneut als Claudius Templsmith zu sehen, eine Rolle, die er davor bereits in THE HUNGER GAMES ("Die Tribute von Panem: The Hunger Games", 2012) und THE HUNGER GAMES: CATCHING FIRE ("Die Tribute von Panem - Catching Fire", 2013) gespielt hatte und in der erneut in diesem Jahr in THE HUNGER GAMES: MOCKINGJAY PART 2 ("Die Tribute von Panem - Mockingjay: Teil 2", 2015) zu sehen sein wird. In CAPTAIN AMERICA: THE WINTER SOLDIER ("The Return of the First Avenger", 2014) spielte er nach Joe Johnstons CAPTAIN AMERICA: THE FIRST AVENGER („Captain America: The First Avenger“, 2013) zum zweiten Mal den Biochemiker Dr. Arnim Zola, Handlanger von Red Skull und einflussreiches Mitglied von „HYDRA“, der Organisation des Bösen. Des Weiteren sah man ihn an der Seite von Bradley Cooper und Jennifer Lawrence in Susanne Biers Drama SERENA ("Serena", 2014).

    Seine wohl bekannteste Figur und erste große Hauptrolle spielte er in Douglas McGraths biografischem Drama INFAMOUS („Kaltes Blut – Auf den Spuren von Truman Capote“, 2006), in dem er, ein Jahr nach Philip Seymour Hoffmans Darstellung, den berühmten amerikanischen Autor verkörperte. Dafür erhielt er den London Critics’ Circle Film Award, der ihm sechs Jahre später auch für seine Darstellung eines Toningenieurs in Peter Stricklands ungewöhnlichem Drama BERBERIAN SOUND STUDIO („Berberian Sound Studio“, 2012) zugesprochen wurde.

    Darüber hinaus wurde er drei weitere Male für diesen Preis der Londoner Filmkritiker vorgeschlagen. Zunächst für seine Darstellung von Naomi Watts’ unorthodox lebendem Nachbarn und britischen Regierungsbeamten in China in John Currans Literaturverfilmung THE PAINTED VEIL („Der bunte Schleier“, 2006), dann für seine schauspielerische Leistung als Karl Rove, wichtiger Berater von US-Präsident George W. Bush in Oliver Stones biografisch-satirischem Drama W („W – Ein missverstandenes Leben“, 2008) und schließlich auch für seine Darstellung des bekannten Presseagenten Swifty Lazar in FROST/NIXON („Frost/Nixon“, 2008). Für letzteres biografisches Drama von Ron Howard wurde er in der Kategorie „Outstanding Performance by a Cast in a Motion Picture“ auch für den Screen Actors Guild Award® nominiert.

    Vor seinen letzten Erfolgen war Jones als einer der acht Zwerge in Rupert Sanders’ Fantasyhit SNOW WHITE AND THE HUNTSMAN („Snow White And The Huntsman“, 2012) zu sehen gewesen. Er übernahm eine Sprechrolle in Steven Spielbergs animierter Comicverfilmung THE ADVENTURES OF TINTIN: THE SECRET OF THE UNICORN („Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn“, 2011), spielte den Chef des Britischen Geheimdiensts in Tomas Alfredsons Agententhriller TINKER, TAILOR, SOLDIER, SPY („Dame, König, As, Spion“, 2011) und den bekannten Filmproduzenten und Presseagenten Arthur Jacobs in Simon Curtis’ biografischem Drama MY WEEK WITH MARILYN („My Week With Marilyn“, 2011).

    Zu den weiteren wichtigen Filmen des Schauspielers, der auch Hauself Dobby in Chris Columbus’ Blockbuster HARRY POTTER AND THE CHAMBER OF SECRETS („Harry Potter und die Kammer des Schreckens“, 2002) und in David Yates’ Fortsetzung HARRY POTTER AND THE DEATHLY HALLOWS: PART 1 („Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1“, 2010) seine Stimme lieh, zählen Dustin Lance Blacks beim Toronto International Film Festival uraufgeführtes Drama WHAT’S WRONG WITH VIRGINIA (2010), Jon Amiels biografisches Drama CREATION (2009), in dem er den berühmten Biologen Thomas Huxley verkörperte, sowie Gil Kenans, von Tom Hanks mitproduzierter Fantasyfilm CITY OF EMBER („City of Ember – Flucht aus der Dunkelheit“, 2008).

    Darüber hinaus spielte er mit in Frank Darabonts Stephen-King-Verfilmung THE MIST („Der Nebel“, 2007), Peter Greenaways Drama NIGHTWATCHING („Nightwatching – Das Rembrandt-Komplott“, 2007), Michael Apteds Historiendrama AMAZING GRACE („Amazing Grace“, 2006), Stephen Frears’ Drama MRS. HENDERSON PRESENTS („Lady Henderson präsentiert“, 2005) sowie in Marc Forsters für sieben Oscars® vorgeschlagenem biografischen Drama FINDING NEVERLAND („Wenn Träume fliegen lernen“, 2004).

    Wie viele britische Schauspieler ist Toby Jones ausgesprochen bühnenerfahren. Für seine Leistung in Kenneth Branaghs West-End-Inszenierung von Hamish McColls, Sean Foleys und Eddie Brabens Komödie „The Play That I Wrote“ wurde er mit dem Laurence Olivier Award ausgezeichnet und spielte diese Rolle auch in der folgenden, für den Tony® nominierten Broadway-Inszenierung. Zu den weiteren Bühnenstücken, in denen er am Londoner West End auftrat, zählen Simon McBurneys Inszenierung von William Shakespeares Komödie „Measure for Measure“ („Maß für Maß“), sowie Inszenierungen von Jez Butterworths Tragikomödie „Parlour Song“ und von Tom Stoppards Drama „Every Good Boy Deserves Favour“.

    Im Fernsehen verkörperte er zuletzt die britische Regielegende Alfred Hitchcock in Julian Jarrolds biografischem Drama „The Girl“, das Hitchcocks Beziehung zu Tippi Hedren, hier von Sienna Miller verkörpert, unter die Lupe nahm. Darüber hinaus spielte er mit Helen Mirren in der hochgelobten Miniserie „Elizabeth I“ („Elizabeth I“), sowie im biografischen TV-Drama „Mo“, in der Charles-Dickens-Adaption „The Old Curiosity Shop“, in der Miniserie „The Way We Live Now“ sowie in den TV-Dramen „In Love And War“ und „Victoria & Albert“. Des Weiteren übernahm er Gastrollen in den TV-Serien „Dr. Who“ und „Agatha Christie’s Poirot“.
    Shirley Henderson (Imma)

    Shirley Henderson zählt seit mehr als zwei Jahrzehnten zu den führenden Charakterdarstellerinnen Schottlands. Jüngst sah man sie in den deutschen Kinos in der Irvine-Welsh-Verfilmung FILTH ("Drecksau – Filth", 2013).

    Sie kam 1965 im schottischen Kincardine zur Welt und studierte an der Guildhall School of Music and Drama in London. Auf ihr Fernsehdebüt neben Robert Carlyle in der populären Fernsehserie „Hamish Macbeth” folgten kleinere Rollen in Danny Boyles TRAINSPOTTING ("Trainspotting - Neue Helden", 1996) und Michael Winterbottoms WONDERLAND ("Wonderland" 1999), für den sie danach außerdem noch in THE CLAIM ("Das Reich und die Herrlichkeit", 2000), 24 HOUR PARTY PEOPLE ("24 Hour Party People", 2002) und EVERYDAY (2012) vor der Kamera stand.

    Shirley Henderson sicherte sich feste Rollen in kommerziell erfolgreichen Kinofilmreihen wie den BRIDGET JONES-Komödien BRIDGET JONES'S DIARY ("", 2001) und BRIDGET JONES: THE EDGE OF REASON (""), 2004), in denen sie den Sidekick von René Zellweger spielte, und in den HARRY POTTER- Filmen, u. a. HARRY POTTER AND THE CHAMBER OF SECRETS ("Harry Potter und die Kammer des Schreckens", 2004) und HARRY POTTER AND THE GOBLET OF FIRE ("Harry Potter und der Feuerkelch", 2005), in denen sie die Maulende Myrte verkörperte. Im irischen Filmerfolg INTERMISSION ("Intermission", 2003) spielte sie neben Colin Farrell, in den Historienfilmen MARIE-ANTOINETTE ("Marie-Antoinette", 2006) und ANNA KARENINA ("Anna Karenina", 2012) war sie in prominenter Gesellschaft von Kirsten Dunst, Keira Knightley und Jude Law zu sehen.


    HAYLEY CARMICHAEL (Dora)

    HAYLEY CARMICHAEL ist eine britische Schauspielerin, hat aber auch schon Theaterstücke inszeniert. Sie ist Mitgründerin der Theatergruppe „Told By An Idiot“ und hat alle ihre Produktionen maßgeblich kreativ begleitet. 1999 wurde sie für ihre Leistung in den Stücken "I Weep at My Piano“, „Mr. Puntilla" und "The Dispute" vom wichtigsten Londoner Kulturmagazin „Time Out „ als Beste Schauspielerin des Jahres mit dem „Time Out Award“ ausgezeichnet.

    Im Kino sah man die vielseitige Darstellerin in Filmen wie NATIONAL ACHIEVEMENT DAY ("1995), SIMON MAGUS (1999), THE EMPEROR'S NEW CLOTHES (2001) und ANAZAPTA (2002) sowie dem Kurzfilm ONE DAY (2007). Zuletzt spielte sie eine Hauptrolle in der Miniserie "Our Zoo".


    Stacy Martin (Die junge Dora)

    Das britische Model Stacy Martin gab im vergangenen Jahr mit NYMPH( )MANIAC ("Nymph( )maniac", 2014) von Lars von Trier ihr Aufsehen erregendes internationales Filmdebüt. In Kürze kann man sie in HIGH-RISE (2015) von Ben Wheatley sehen. Zudem stand sie in THE CHILDHOOD OF A LEADER (2015) von Brady Corbet vor der Kamera.


    BEBE CAVE (Violet)

    BEBE CAVE gilt als eines der aufregendsten jungen Nachwuchstalente der britischen Schauspielszene.

    Ihr Leinwanddebüt gab sie in MAY CONTAIN NUTS aus dem Jahr 2009. Im Anschluss spielte sie Gillian Powell in Jeff Popes mit einem BAFTA Award prämierten Serie "Mrs. Biggs" an der Seite von Sheridan Smith. Danach war sie die junge Biddy in Mike Newells vielbeachteter Neuadaption von GREAT EXPECTATIONS ("Große Erwartungen", 2012), zu dessen Besetzung so namhafte Schauspieler wie Ralph Fiennes, Helena Bonham Carter, Sally Hawkind und Jeffrey Irvine zählten. Dazu kamen Rollen in den Serien "Frankie" und "Trying Again". 2013 stand sie als junge Elizabeth an der Seite von Helen Mirren als Elizabeth II in Peter Morgans Stück "The Audience" im Gielgud Theatre auf der Bühne. Als nächstes sieht man Bebe Cave gemeinsam mit Timothy Spall, Jessica Haynes und June Whitfield in der BBC-Adaption von Laurie Lees Buch "Cider With Rosie".

    Regelmäßig spielt Bebe Cave zudem in den Comedy-Videos ihrer Schwester Jessie, die auf PinDippy gepostet werden. Gemeinsam traten die beiden auch 2013 in einer Show im Edinburgh Fringe auf und ernteten viel Beifall. Aktuell arbeitet sie am Studienabschluss an der Drayton Manor High School in London.


    CHRISTIAN und JONAH LEES (Elias und Jonah)

    Die Zwillinge CHRISTIAN und JONAH LEES aus London zählen zu den interessantesten jungen Schauspielern Großbritanniens. Sie haben jetzt bereits an der Seite einiger der renommiertesten Regisseure und Schauspieler des Landes gearbeitet. Das Magazin Hello wählte sie zu den "Aufstrebenden Stars des Jahres 2015".

    Im Alter von neun Jahren gaben die beiden ihr Debüt im West End: Christian als Gavroche in "Les Misérables" und Jonah als Michael Banks in "Mary Poppins". Danach sicherten sie sich gefragte Rollen an der Seite von Charles Dance (der Tywin Lannister aus "Game of Thrones") und der Olivier-Award-Gewinnerin Janie Dee in der gefeierten Adaption von "Shadowlands". Diese neun Monate währende Arbeit war von besonders großem Wert für die Brüder. Der Theaterkritiker des Guardian, Tim Walker, beschrieb Jonahs Leistung als "makellos". Helen Mirren sagte über Christian: "Es ist selten, dass man ein Kind mit einer solchen Bühnenpräsenz erlebt."

    Arbeiten für Film und Fernsehen folgten. Jonah war der junge Star des mit einem BAFTA Award prämierten BBC-Films "Eric and Arnie" mit der britischen Komödienlegende Victoria Wood, die die Brüder als geboren fürs Komödienfach beschrieb. Jonah sah man außerdem als Aurelio Borgia Mattuzi in "Borgia".

    Christian wurde beim Sapporo International Film Festival zum Besten Jungen Schauspieler ernannt und spielte jüngst neben Tom Conti in der Comedy-Serie "Parents".

    Christian und Jonah Lees sind überdies begabte Musiker und Songwriter.






    DER STAB



    MATTEO GARRONE (Regie und Drehbuch, Produktion)

    Matteo Garrone wurde 1968 in Rom geboren und absolvierte 1986 sein Studium an der dortigen Kunstakademie. Anschließend arbeitete er als Kameraassistent und verbrachte mehrere Jahre fast ausschließlich mit der Malerei. 1996 gewann er den Sacher Award, den Special Jury Award und den Ciputti Award beim Filmfestival in Turin für seinen Kurzfilm „Silhouette“. Im selben Jahr führte er bei seinem ersten Spielfilm TERRA DI MEZZO (1996) Regie, den er mit seiner eigenen Firma Archimede produzierte und von Tandem vertreiben ließ.

    1998 drehte er die Dokumentation „Oreste Pipolo, fotografo di matrimoni“ in Neapel und seinen zweiten Spielfilm, OSPITI (1998), der ihm den Kodak Award beim Filmfestival von Venedig einbrachte, gekrönt durch die besondere Erwähnung beim Filmfestival von Angiers, den Preis für den Besten Film in Valencia und den Kodakpreis beim Messina Filmfestival. Sein dritter Film „Estate Romana“ (2000) wurde bereits bei der Mostra präsentiert. Zuschauer- und Kritikerbeifall fand 2002 schließlich L’IMBALSAMATORE der während der 55. Filmfestspiele von Cannes auf der Director’s Fortnight gezeigt wurde. Der Film gewann den David di Donatello-Preis für das Beste Drehbuch und den Besten Nebendarsteller, das Filmband aus Silber und den Ciak aus Gold für den Besten Filmschnitt, außerdem den Fellini-Preis für den Besten Produzenten, Drehbuch, Kamera, Art Direction und Vertrieb. Schließlich nahm er sogar den Spezialpreis der Jury bei den Pasolini Film Awards entgegen.

    2005 war Matteo Garrone im Wettbewerb der 54. Berlinale mit seinem Film PRIMO AMORE („Körper der Liebe“, 2004) vertreten, für den er den Silbernen Bären für den Besten Soundtrack entgegennahm. Der Film gewann außerdem das Silberne Band und den David di Donatello-Preis für die Beste Filmmusik.

    Garrones GOMORRA („Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra“, 2008) wurde in Cannes mit dem Großen Preis der Jury und auf dem Filmfest München mit dem ARRI ZEISS Preis ausgezeichnet. Bevor er mit DAS MÄRCHEN DER MÄRCHEN begonnen hat, inszenierte er noch REALITY (2012), der beim Festival de Cannes den Großen Preis der Jury gewinnen konnte.


    JEREMY THOMAS (Produktion)

    Das Kino war schon immer ein wichtiger Bestandteil von Jeremy Thomas‘ Leben. Er kam in London zur Welt, wo sowohl sein Vater Ralph als auch sein Onkel Gerald als Filmregisseure arbeiteten. Schon in seiner Kindheit hatte Jeremy Thomas den Wunsch in der Filmbranche zu arbeiten. Kurz nach seinem Schulabschluss begann er sich im Schnittraum zu betätigen, darunter bei Filmen wie THE HARDER THEY COME („The Harder They Come“, 1972) und Sinbad ("Sindbads gefährliche Abenteuer", 1973); er arbeitete sich zum Cutter hoch, u.a. für Ken Loach in „A Misfortune“ (1973).

    Nachdem er für den Schnitt von Philippe Moras Brother Can You Spare A Dime (1974) verantwortlich zeichnete, produzierte Thomas 1974 seinen ersten Spielfilm in Australien, MAD DOG MORGAN („Mad Dog - Der Rebell“, 1976). Dann kehrte er nach England zurück, um Jerzy Skolimowskis The Shout ("Der Todesschrei", 1978) zu produzieren, der 1978 auf den Filmfestspielen in Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde.

    Zu seinen über fünfzig Filmen gehören drei unter der Regie von Nicolas Roeg - BAD TIMING („Blackout – Anatomie einer Leidenschaft“, 1980), EUREKA („Eureka“, 1983) und INSIGNIFICANCE („Insignificance – Die verflixte Nacht“, 1985) -, Julien Temples THE GREAT ROCK'N'ROLL SWINDLE („The Great Rock’n’Roll Swindle“, 1980), Nagisa Oshimas MERRY CHRISTMAS MR. LAWRENCE („Furyo - Merry Christmas Mr. Lawrence“, 1093) und THE HIT („Die Profi-Killer“, 1984) unter der Regie von Stephen Frears.

    1987 produzierte Thomas Bernardo Bertoluccis Epos THE LAST EMPEROR („Der letzte Kaiser“), ein unabhängig finanziertes Projekt, auf das drei Jahre Arbeit verwendet wurde. Der Film war an den Kinokassen sowie bei der Kritik ein Triumph und räumte auch bei den Oscars ab: insgesamt neun Oscars wurden ihm zuteil, darunter auch in der Kategorie Bester Film.

    Seither hat Thomas viele weitere Filme entstehen lassen, darunter Bertoluccis Verfilmung von Paul Bowles‘ THE SHELTERING SKY („Himmel über der Wüste“, 1990), LITTLE BUDDHA („Little Buddha“, 1993) und STEALING BEAUTY („Gefühl und Verführung“, 1996), Karel Reisz‘ Verfilmung von Arthur Millers Drehbuch EVERYBODY WINS („Everybody Wins - Ein schmutziges Spiel", 1990) sowie David Cronenbergs Version von William S. Burroughs‘ NAKED LUNCH („Naked Lunch“, 1991) und J.G. Ballards CRASH („Crash“, 1996). 1998 führte Thomas bei All the Little Animals mit John Hurt und Christian Bale Regie; dieser Film lief im offiziellen Wettbewerb auf den Filmfestspielen in Cannes.

    Zu seinen neueren Produktionen gehören Jonathan Glazers SEXY BEAST („Sexy Beast“, 2000), Takeshi Kitanos BROTHER („Brother“, 2000), Volker Schlöndorffs Der Unhold (1996), Phillip Noyces RABBIT-PROOF FENCE („Long Walk Home“, 2002), David Mackenzies Verfilmung von Alexander Trocchis YOUNG ADAM („Young Adam - Dunkle Leidenschaft“, 2003), Bernardo Bertoluccis THE DREAMERS („Die Träumer“, 2003), Wim Wenders‘ DON'T COME KNOCKING („Don’t Come Knocking“, 2005), Richard Linklaters FAST FOOD NATION („Fast Food Nation“, 2007) und Jon Amiels CREATION ("Creation“, 2009), dem Eröffnungsfilm des Toronto Film Festival 2009.

    2010 hatte Thomas mit zwei Filmen, Jerzy Skolimowskis ESSENTIAL KILLING („Essential Killing“) und Takashi Miikes 13 ASSASSINS („13 Assassins“) auf den Filmfestspielen in Venedig Premiere; in beiden Fällen zeichnete er als ausführender Produzent verantwortlich. Essential Killing gewann den Preis der Jury, den in der Kategorie Bester Schauspieler sowie den Cinemavenniere Award – ein noch nie dagewesener Hattrick in der Geschichte des Festivals.

    Danach kam David Cronenbergs A DANGEROUS METHOD („Eine dunkle Begierde“, 2011) in die Kinos. Als ausführender Produzent realisierte er auch Wim Wenders‘ 3-D-Tanzfilm PINA („Pina“), der 2011 auf der Berlinale Premiere feierte. Mit Takashi Miike arbeitete er erneut an Hara-Kiri: Death of a Samurai ("Hara-Kiri - Tod eines Samurai"), der 2011 im Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes als erster 3-D-Film dort Premiere feierte. Anschließend folgte die Produktion des Epos KON-TIKI („Kon-Tiki“, 2012) von Joachim Roenning und Espen Sandberg. Viel Beifall erhielt Thomas für Jim Jarmuschs Vampirfilm ONLY LOVERS LEFT ALIVE ("Only Lovers Left Alive", 2013) sowie für Richard Shepards schrägen Gangsterfilm DOM HEMINGWAY ("Dom Hemingway", 2013) mit Jude Law in der Titelrolle. In diesem Jahr stellte Thomas im Wettbewerb der Berlinale den neuen Film von Wim Wenders vor, die 3D-Produktion EVERY THING WILL BE FINE ("Every Thing Will Be Fine", 2015) mit James Franco. In diesem Jahr wird außerdem noch Ben Wheatleys J.G.-Ballard-Verfilmung HIGH-RISE (2015) mit Tom Hiddleston erwartet.

    Sein Produktionsbanner ist die Recorded Picture Company, die er 1974 gründete; er fungiert auch immer noch als Vorsitzender der renommierten internationalen Vertriebsfirma HanWay Films. Thomas war von 1992 bis 1997 Chairman des British Film Institute, 2000 wurde er zum Life Fellow ernannt. Weltweit wurde er mit einer Vielzahl von Preisen geehrt, darunter der Michael Balcon Award for Outstanding British Contribution to Cinema (BAFTA) und ein Outstanding European Achievement in World Cinema (Europäische Filmpreise). Als Präsident der Jury betätigte er sich auf der Berlinale sowie an den Filmfestspielen in Tokio, San Sebastián und der Reihe „Un certain regard“ in Cannes, wo er zudem auch Mitglied der Jury war. 2009 wurde Thomas zum Commander of the Order of the British Empire erhoben.


    EDOARDO ALBINATI (Drehbuch)

    EDOARDO ALBINATI, geboren 1956 in Rom, ist Autor mehrerer Romane und Gedichtbände. Zu seine Werken zählen „Il Polacco Lavatore di Vetri“, „Orti di Guerra“, „19“, „Sintassi Italiana“, „Svenimenti“ (Prix Viareggio 2004), „Tuttapiù muoio (mit Filippo Timi gemeinsam geschrieben) sowie „Vita e Morte di un Ingegnere“. Seit über 20 Jahren unterrichtet er im Rebibbia-Gefängnis in Rom. Seine Erfahrungen dabei hat er in dem Roman „Maggio selvaggio“ (1999) niedergeschrieben. Über seine Tätigkeit als Freiwilliger bei der UNHCR in Afghanistan informiert er in dem Buch „Coming Back“ (2002). Als Autor arbeitete er mit Regisseuren wie Giorgio Barberio Corsetti, Jon Jost und Marco Bellocchio zusammen.


    UGO CHITI (Drehbuch)

    UGO CHITI wurde 1943 in Tavarnelle Val di Pesa geboren. Er arbeitet als Drehbuchautor, Stückeschreiber sowie als Regisseur für Theater und Film. Mit Regisseur Francesco Nuti brachte er die Filme WILLY SIGNORI E VENGO DA LONTANO (1990) und CARUSO, ZERO FOR CONDUCT (2001) zu Wege. Für Alessandro Benvenuti schrieb er die Drehbücher zu BENVENUTI IN CASA GORI (1990) und RITORNO A CASA GORI (1996). Als Regisseur inszenierte er ALBERGO ROMA (1996), eine bissige Komödie zur Zeit des italienischen Faschismus, sowie LA SECONDA MOGLIE (1998) mit Maria Grazia Cucinotta in der Rolle einer Tochter/Mutter, die Ehemänner stiehlt. Ferner schrieb Chiti die Drehbücher zu MANUALE D’AMORE („Handbuch der Liebe“, 2006), MANUALE D’AMORE 2 – CAPITOLI SUCCESSIVI („Handbuch der Liebe 2“, 2007), MANUALE D’AMORE 3 (2011), ITALIANS (2009), GENITORI & FIGLI – AGITARE BENE PRIMA DELL’USO (2010) und L’ULTIMA RUOTA DEL CARRO (2013) – alle von Regisseur Giovanni Veronesi. Für Matteo Garrone schrieb er zuvor die Drehbücher von L’IMBALSAMATORE (2003), GOMORRA („Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra“, 2008) und REALITY (2012); und für Ascanio Celestini verfasste er die Vorlage von LA PECORA NERA (2010).
    MASSIMO GAUDIOSO (Drehbuch)

    MASSIMO GAUDIOSO wurde 1958 in Neapel geboren. Nach seinem Master in BWL und Handel arbeitete er für die Werbeagentur BBDO International, zunächst in Mailand, später in Rom. Von 1983 bis 1995 war er als kreativer Werbetexter tätig, anschließend als Drehbuchautor und freischaffender Regisseur. Er inszenierte zahlreiche Dokumentarfilme, Werbefilme, Lehrvideos, Anzeigen und Fernsehprogramme für große italienische und international agierende Firmen, Museen und Institutionen. Parallel dazu besuchte er Drehbuchkurse bei Pirro, Benvenuti, McKee und Seger sowie Lehrgänge im Fach Regie bei Loy und Mikhalkov. Im Jahr 2000 begann seine Zusammenarbeit mit Matteo Garrone, für den er als Drehbuchautor bei ESTATE ROMANA (2000), L’IMBALSAMATORE (2002), PRIMO AMORE („Körper der Liebe“, 2004), PRANZO DI FERRAGOSTO („Das Festmahl im August“, 2008; von Gianni Di Gregorio), GOMORRA („Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra“, 2008) und REALITY (2012) tätig war. Ferner schrieb er die Drehbücher von IL PASSATO E UNA TERRA STRANIERA (2008) von Daniele Vicari, PRANZO DI FERRAGOSTO („Das Festmahl im August“, 2008) von Gianni Di Gregorio, BENVENUTI AL SUD („Willkommen im Süden“, 2010) von Luca Miniero, TATANKA (2011) von Giuseppe Gagliardi sowie È STATO IL FIGLIO (2012) von Daniele Ciprì.


    PETER SUSCHITZKY (Kamera)

    PETER SUSCHITZKY ist vor allem bekannt und geschätzt für seine Zusammenarbeit mit David Cronenberg, für den er bereits elf Mal das Licht setzte, zuletzt bei MAPS TO THE STARS ("Maps to the Stars", 2014), der im vergangenen Jahr Julianne Moore den Darstellerinnenpreis in Cannes einbrachte. Für vier der Cronenberg-Filme erhielt der Kameramann bereits Genie Awards in der Kategorie Beste Kamera: DEAD RINGERS („Die Unzertrennlichen“, 1988), NAKED LUNCH („Naked Lunch“, 1991), CRASH („Crash“, 1996) und EASTERN PROMISES ("Tödliche Versprechen - Eastern Promises“, 2007). Ihre weiteren gemeinsamen Filme sind COSMOPOLIS ("Cosmopolis", 2012), A DANGEROUS METHOD ("Eine dunkle Begierde", 2011), A HISTORY OF VIOLENCE („A History of Violence“, 2005), SPIDER („Spider“, 2002), eXistenZ („eXistenZ“, 1999) und M. BUTTERFLY („M. Butterfly“, 2003).

    Er ist Sohn des Kameramanns Wolfgang Suschitzky, in London geboren und aufgewachsen. Obwohl seine Leidenschaft der Musik gehörte, beschloss er Kameramann zu werden. Nachdem er in Paris am IDHEC studiert hatte, schlug er mit 19 seine erste Klappe beim Film, wurde mit 21 Kameramann, und verbrachte ein Jahr in Südamerika, wo er Dokumentarfilme drehte. Mit 22 drehte er seinen ersten Spielfilm und wurde so mit It Happened Here (1964) von Kevin Brownlow und Adrew Mollo zum jüngsten Spielfilm-Kameramann Großbritanniens.

    Seither hat Suschitzky mit Regisseuren aus aller Herren Länder zusammengearbeitet, darunter bei so unvergesslichen Produktionen wie THE EMPIRE STRIKES BACK („Das Imperium schlägt zurück“, 1980) von Irvin Keshner, THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW („The Rocky Horror Picture Show“, 1975) von Jim Sharman sowie PRIVILEGE („Privileg“, 1967) und THE WAR GAME („Kriegsspiel“, 1965) von Peter Watkins. Er pflegt nicht nur mit Cronenberg eine langjährige Zusammenarbeit, sondern u.a. auch mit John Boorman (LEO THE LAST („Leo, der Letzte“, 1970) und WHERE THE HEART IS („Die Zeit der bunten Vögel“, 1990)) und Ken Russell (LISZTOMANIA („Lisztomania“, 1975) und VALENTINO („Valentino“, 1977), für den er zum BAFTA sowie zum Preis der British Society of Cinematographers nominiert war.

    Zu seinen Spielfilmen gehören z.B. Albert Finneys CHARLIE BUBBLES („Ein erfolgreicher Blindgänger“, 1967), Ulu Grosbards FALLING IN LOVE („Der Liebe verfallen“, 1984), Howard Franklins THE PUBLIC EYE („Der Reporter“, 1992), George Sluizers THE VANISHING („Spurlos“, 1993), Bernard Roses IMMORTAL BELOVED („Ludwig van B. – Meine unsterbliche Geliebte, 1994)“, Tim Burtons MARS ATTACKS! („Mars Attacks!“, 1996), Randall Wallaces THE MAN IN THE IRON MASK („Der Mann in der eisernen Maske“, 1998) und Anand Tuckers SHOPGIRL („Shopgirl“, 2005).

    Suschitzky ist auch ein etablierter Fotograf und hatte 2010 in Paris eine eigene Ausstellung. Derzeit ist sein Buch in Planung.


    MARCO SPOLETINI (Schnitt)

    MARCO SPOLETINI wurde 1964 in Rom geboren und ist seit 1990 als Cutter im Filmbereich tätig. Mit Matteo Garrone arbeitet er seit dessen erstem Kurzfilm zusammen.

    Er zeichnet für den Schnitt von Dokumentarfilmen von Gianfranco Pannone, Giovanni Piperno, Pippo Delbono verantwortlich sowie von den Filmen von Daniele Vicari, Kim Rossi Stuart, Eugenio Cappuccino, Maurizio Sciarra, Aldo Giovanni & Giacomo, Vicenzo Salemme, Vincenzo Terracciano, Riccardo Milani, Gianluca Maria Tavarelli und Alice Rohrwacher. 2003 erhielt er eine Nominierung für einen David di Donatello-Preis für seine Arbeit an L’IMBALSAMATORE (2002) von Matteo Garrone. Mit dem Film gewann er bereits einen Nastro in Silber sowie einen Ciak in Gold. Letztgenannten Preis erhielt er auch für VELOCITÀ MASSIMA (2002). 2007 wurde er für LIBERO („Schwimmen mochte ich noch nie“, 2006) von Kim Rossi Stuart für einen Nastro in Silber vorgeschlagen. Und 2009 gewann er für seinen Schnitt von GOMORRA („Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra“, 2008) schließlich einen David di Donatello sowie, für GOMORRA und IL PASSATO È UNA TERRA STRANIERA (2008) je einen Ciak in Gold.



    DIMITRI CAPUANI (Szenenbild)

    DIMITRI CAPUANI wurde 1970 geboren, machte 1993 seinen Abschluss an der Akademie der Schönen Künste und belegte im Anschluss daran Kurse im Fach Set Design am Experimental Cinematography Center (1994/1996). Während dieser Zeit begann er an der Seite der Szenenbildner Antonello Geleng und Lorenzo Baraldi als Illustrator zu arbeiten. Des Öfteren führte ihn sein Weg zu Franco Zeffirelli, für den er mehrere Opern-Sets entwarf wie für „La Traviata“ an der Metropolitan Opera in New York (1998). 1998 lernte er auch den Oscar®-gekrönten Szenenbildner Dante Ferretti kennen und brachte damit eine langjährige Partnerschaft an dessen Seite ins Rollen, zunächst als Assistent im Set Design und später als Art Director. Zu den großen Kinoproduktionen, bei denen Capuani mitgearbeitet hat, zählen: TITUS („Titus“, 1999) von Julie Taymor, GANGS OF NEW YORK („Gangs of New York“, 2002) und HUGO („Hugo Cabret“, 2011) von Martin Scorsese, COLD MOUNTAIN („Unterwegs nach Cold Mountain“, 2003) von Anthony Minghella und SEVENTH SON („Seventh Son“, 2014) von Sergej Bodrov. 2005 und 2006 kümmerte er sich um das Szenenbild zweier TV-Movies von Pasquale Pozzessere, „Lucia“ und „La Provinciale“. Seine Liebe für die Illustration führte ihn erneut in den Bereich der Skizzenzeichnung, und zwar für die beiden Disney-Produktionen CASANOVA („Casanova“, 2005) von Lasse Hallström und PRINCE OF PERSIA: THE SANDS OF TIME („Prince of Persia: Der Sand der Zeit“, 2010) von Mike Newell. 2010 entwarf er die Sets des TV-Films „Amanda Kno – Murder On Trial In Italy“ von Robert Dornhelm. 2013 zeichnete er für das Szenenbild von Juan Pablo Buscarinis Fantasyfilm THE GAMES MAKER (2014) verantwortlich, der ihm den Prix Sur (verliehen von der Academia de las Artes y Ciencias Cinematográficas de la Argentina) einbrachte.



    MASSIMO CANTINI PARRINI (Kostüm)

    MASSIMO CANTINI PARRINI ist gebürtiger Florentiner und begeisterte sich von klein auf für Kostüme. Diese Faszination wurde ihm von seiner Großmutter mütterlicherseits in die Wiege gelegt, die als Damenschneiderin in Florenz arbeitete und ihn in die Welt der Stoffe und Kleider einführte. Er begann, historische Kleider zu sammeln und behauptete, dass alte Stoffe nicht nur die Geschichte der Person erzählen, die sie getragen hat, sondern auch der Gesellschaft um diese Person herum. Seine Leidenschaft für Modegeschichte brachte ihn an das staatliche Kunstinstitut von Florenz, wo er ein Diplom in Kostüm und Mode erlangte. Seine Studien setzte er an der Polimoda fort, dem italienischen Pendant zur I.F.T. in New York, und erzielte einen Abschluss in Kultur und Modedesign von der Fakultät für Literatur und Philosophie in Florenz. Während seiner Studienzeiten machte er die Aufnahmeprüfung am Experimental Cinematography Center in Rom und besuchte dort Kostümkurse bei Piero Tosi. Anschließend heuerte er als Assistenz-Kostümbildner beim Tirelli-Workshop an.

    Mit dieser Qualifizierung war ihm der Schritt in die Filmbranche möglich: An der Seite der Oscar®-gekrönten Kostümbildnerin Gabriella Pescucci durfte er an großen Kinoproduktionen mitarbeiten wie LES MISÉRABLES („Les Misérables“, 1998) von Bille August, A MIDSUMMER NIGHT’S DREAM („Ein Sommernachtstraum“, 1999) von Michael Hoffman, VAN HELSING („Van Helsing“, 2004) von Stephen Sommers, CHARLIE AND THE CHOCOLATE FACTORY („Charlie und die Schokoladenfabrik“, 2005) von Tim Burton und BEOWULF („Die Legende von Beowulf“, 2007) von Robert Zemeckis. Zu seinen vielen weiteren Arbeiten zählen CHE STRANO CHIAMARSI FEDERICO (2013) von Ettore Scola, WALESA. CZLOWIEK Z NADZIEI (2013) von Andzej Wajda, LA TRATTATIVA (2014) von Sabina Guzzanti, PASSIONE SINISTRA (2013) von Marco Ponti, der Kurzfilm „The Wholly Family (2011) von Terry Gilliam, LA DONNA DELLA MILA VITA (2010) von Luca Lucini, CARNERA: THE WALKING MOUNTAIN (2008), BARBAROSSA (2009) und 11 SETTEMBRE 1683 (2012) von Renzo Martinelli.


    ALEXANDRE DESPLAT (Musik)

    Acht Mal wurde der Filmkomponist ALEXANDRE DESPLAT für einen Oscar® vorgeschlagen: In diesem Jahr hat es geklappt – er wurde für seine Filmmusik für THE GRAND BUDAPEST HOTEL ("Grand Budapest Hotel", 2014) mit einem Academy Award ausgezeichnet.

    Desplat ist einer der aktuell begehrtesten Filmkomponisten der Welt. Er ist bekannt für seine kreative Zusammenarbeit mit einigen der weltweit besten Filmemachern wie Wes Anderson, Stephen Daldry, Roman Polanski, George Clooney, David Yates, Chris Weitz, Terrence Malick, Tom Hooper, Stephen Frears, Nora Ephron, David Fincher, Ang Lee, Stephen Gaghan, Lasse Hallström und Peter Webber. Desplat verwöhnte die Ohren des amerikanischen Kinopublikums zuerst mit seinen Scores für BIRTH („Birth“, 2004) und THE GIRL WITH A PEARL EARRING („Das Mädchen mit dem Perlenohrring“, 2003) – seither komponierte der Golden- Globe®-Gewinner eine unglaubliche Liste an Filmmusiken: THE CURIOUS CASE OF BENJAMIN BUTTON („Der seltsame Fall des Benjamin Button“, 2008) (Nominierung für einen Oscar®), SYRIANA („Syriana“, 2005), THE PAINTED VEIL („Der bunte Schleier", 2006), DIE QUEEN („The Queen“, 2006) (Oscar®-Nominierung) GEFAHR UND BEGIERDE („Se, jie“, 2007), Coco avant Chanel („Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft“, 2009), JULIE & JULIA („Julie & Julia“, 2009), THE FANTASTIC MR. FOX („Der fantastische Mr. Fox“, 2009) (Oscar®-Nominierung), The Ghost Writer („Der Ghostwriter“, 2010) oder THE KING’S SPEECH („The King’s Speech – Die Rede des Königs“, 2012) (Oscar®- Nominierung).

    Er stellte die Musik für die Folge NEW MOON („New Moon – Biss zur Mittagsstunde“, 2009) des sehr erfolgreichen TWILIGHT-Franchise sowie für die zwei letzten Filme der HARRY POTTER-Reihe – HARRY POTTER AND THE DEATHLY HALLOWS PART 1 („Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1“, 2010) und HARRY POTTER AND THE DEATHLY HALLOWS PART 2 („Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2“, 2011). Seine sechste Oscar®-Nominierung erhielt Desplat für PHILOMENA („Philomena“, 2013) mit Judi Dench. In jüngerer Vergangenheit komponierte er die Musik von Ben Afflecks Oscar®-gekrönten Film ARGO („Argo“, 2012), des Animationsfilms RISE OF THE GUARDIANS („Hüter des Lichts“, 2012) für DreamWorks Animation, des Oscar®-nominierten ZERO DARK THIRTY („Zero Dark Thirty“, 2012) von Kathryn Bigelow sowie für MOONRISE KINGDOM („Moonrise Kingdom“, 2012) von Wes Anderson mit Bruce Willis, Edward Norton und Bill Murray, der 2012 das Festival de Cannes eröffnen durfte. Anfang letzten Jahres arbeitete er an George Clooneys MONUMENTS MEN („Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“, 2014), in dem Clooney, Matt Damon und Cate Blanchett in den Hauptrollen zu sehen waren, Wes Andersons THE GRAND BUDAPEST HOTEL sowie dem erfolgreichen Reboot von GODZILLA („Godzilla“, 2014). Danach kam er mit der Musik für THE IMITATION GAME ("The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben", 2014) in die Kinos, der ihm seine achte Oscar®-Nominierung bescherte. Zudem hörte man seine Kompositionen jüngst in UNBROKEN ("Unbroken", 2014) von Angelina Jolie und Wim Wenders' EVERY THING WILL BE FINE ("Every Thing Will Be Fine", 2015).

    Desplat, der einen französischen Vater und eine griechische Mutter hat, wuchs in Frankreich auf und entwickelte schon in seiner Kindheit eine Vorliebe für Filmmusik aus Hollywood. In den Achtzigerjahren begann er seine Laufbahn in der französischen Filmbranche. Mit einer Vorliebe für Lyrik, eleganter Orchestrierung und präziser Dramatisierung schaffte es Desplat schnell an die Spitze der Filmkomponisten. „Ich fuhr im Wagen eines Freundes mit, der mir eine Doppel-LP von ‚Star Wars’ angeboten hat“, erinnert sich Desplat. „Es war 1978, glaube ich. Er gab mir die LP und ich sagte zu ihm: ‚Hmmm, Musik komponiert und eingespielt von John Williams’ – das will ich auch machen. Und das habe ich geschafft.“






    DAS BUCH ZUM FILM


    „Das Pentameron – Buch zum Film“ ist die Neuausgabe des berühmten Werkes von Giambattista Basile zur Verfilmung von Matteo Garrone, mit Salma Hayek, Vincent Cassel, Toby Jones und John C. Reilly hochkarätig besetzt.

    Der Märchenklassiker bietet fantastischen Filmstoff. Der neapolitanische Barockautor Giambattista Basile gilt als erster großer Märchenerzähler Europas. „Das Pentameron“ (deutsch: 5-Tage-Werk) gilt als erste europäische Sammlung fantastischer Erzählungen. Eingebettet sind die 50 Märchen des Italieners in eine Rahmenhandlung, die ebenfalls ein Märchen darstellt. Als „Das Pentameron“ 1636 posthum veröffentlicht wurde, trug es deshalb ursprünglich den Titel „Das Märchen der Märchen“. Basile erschafft mit einer grotesken, witzigen und phantasievollen Stimme eine farbige und authentische Märchenwelt, die den Brüdern Grimm für ihre Märchensammlung als Vorlage diente.


    Der italienische Kult-Regisseur Matteo Garrone, international bekannt für seine Verfilmung des aufsehenerregenden Mafia-Sachbuchs „Gomorrha“ von Roberto Saviano, wagt sich mit seinem aktuellen Werk an die Verfilmung dieser atemberaubenden Geschichtensammlung. „Die Geschichten aus dem ‚Pentameron‘ bringen alle Gegensätze des Lebens zum Ausdruck: Das Gewöhnliche und das Außergewöhnliche, das Magische und das Alltägliche, das Aufrichtige und das Heuchlerische, das Erhabene und das Schmutzige, Mythologie und Weisheit. Die Märchen erzählen von Grenzlagen menschlicher Gefühle“, erklärt Garrone seine Beweggründe, die Märchen zu verfilmen.

    Dieses Werk ist Teil der Buchreihe TREDITION CLASSICS. Der Verlag tredition aus Hamburg veröffentlicht in der Buchreihe TREDITION CLASSICS Werke aus mehr als zwei Jahrtausenden. Diese waren zu einem Großteil vergriffen oder nur noch antiquarisch erhältlich. Mit der Buchreihe TREDITION CLASSICS verfolgt tredition das Ziel, tausende Klassiker der Weltliteratur verschiedener Sprachen wieder als gedruckte Bücher zu verlegen – und das weltweit!
    Infos
    Originaltitel:
    Tales of Tales, Il racconto dei racconti
    Land:
    Italien
    Jahr:
    2015
    Studio/Verleih:
    Concorde Filmverleih
    Regie:
    Matteo Garrone
    Produzent(en):
    Matteo Garrone, Anne Labadie, Jean Labadie, Jeremy Thomas
    Drehbuch:
    Edoardo Albinati, Ugo Chiti, Matteo Garrone, Massimo Gaudioso
    Kamera:
    Peter Suschitzky
    Musik:
    Alexandre Desplat
    Genre:
    Fantasy, Abenteuer, Drama
    Darsteller:
    Salma Hayek, Vincent Cassel, Toby Jones, John C. Reilly, Shirley Henderson, Hayley Carmichael, Guillaume Delaunay u.a.
    Inhalt:
    Hoch in den Bergen liegen drei prächtige Königreiche, doch die Herrscher eines jeden haben einen Wunsch, der sie nahezu verzweifeln lässt. Während der König von Longtrellis sich danach verzehrt, seiner Gattin die Sehnsucht nach einem Kind zu erfüllen, gerät das Oberhaupt Strongcliffs bei dem Gedanken an die beiden einzigen Frauen seines Reiches, die Schwestern Dora und Imma, die er noch nicht besessen hat, völlig außer sich. Und der König von Highhills schließlich setzt das Glück seiner Tochter für einen Floh aufs Spiel..
    Start (DE):
    27.08.2015
    Start (USA):
    -
    Laufzeit:
    125
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Links
    Webseite:
    http://www.le-pacte.com/france/a-l-affiche/detail/tale-of-tales/
    deutsche Webseite:
    http://www.märchendermärchen-film.de/home/

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