Übersicht
Einleitung
9 Jahre hat man sich Zeit gelassen, bis man die Unfassbaren wieder zurückbrachte. Nun geht die Now You See Me-Reihe in die dritte Runde. Und dieses Mal legen sie sich mit einem ganz großen Fisch an, der Geldwäsche für Kriminelle auf der ganzen Welt betreibt - von Warlords über Waffenhändler bis hin zu Schmugglern und Menschenhändlern. Und dafür bekommen die Reiter Unterstützung von einer neuen Generation von Magiern, um ihren bisher größten Coup durchzuziehen.
Die Besetzung von Die Unfassbaren 3 oder auch Now You See Me: Now You Don't (so der Originaltitel von Teil 3) umfasst die Franchise-Urgesteine/-Rückkehrer Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Dave Franco, Morgan Freeman und Isla Fisher. Neu zum Cast gestoßen sind hingegen unter anderem die oscarnominierte Rosamund Pike ("Gone Girl") sowie unter anderem Justice Smith ("Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben"), Dominic Sessa ("The Holdovers") und Ariana Greenblatt ("Barbie").
Die Regie übernahm dieses Mal Ruben Fleischer ("Zombieland", "Uncharted"), der damit in die Fußstapfen von Louis Leterrier ("Der unglaubliche Hulk"), der Teil 1 inszenierte, und John M. Chu ("Crazy Rich"), der Teil 2 verantwortete, tritt.

© 2025 Leonine
Kritik
Eigentlich bietet die Idee von einer Gruppe aus Zauberern und Mentalisten, die im großen Stil durch ausgefeilte Coups Verbrecher zu Fall bringen, reichlich Stoff für raffinierte und temporeiche Geschichten. Dass die "Die Unfassbaren"- beziehungsweise "Now You See Me"-Reihe dabei sich als intelligenter ansieht, als sie eigentlich ist, hat bereits seit Teil 1 Bestand. Was die Drehbuchautoren allerdings in Teil 3 fabrizieren, bewegt sich noch einmal in einer ganz anderen Liga. Nicht nur erscheinen die Herleitungen der Lösungen der meisten Rätsel dermaßen beliebig, es wird jegliche Situation ebenfalls bis ins kleinste Detail erläutert, sodass auch wirklich der unaufmerksamste Zuschauer im Kinosaal alles begreift. Dabei verpackt man die Informationsübermittlung noch zusätzlich so unkreativ, dass sie ausschließlich als das daherkommt, was sie ist: eine reine Informationsübermittlung. Als Zuschauer, der sich respektvoll mit seiner Aufmerksamkeit dem Dargebotenem widmet, fühlt man sich zwangsläufig in seinem Denkvermögen beleidigt. Besonders, da die Twists meist völlig an den Haaren herbeigezogen sind.
Würden zumindest die Schauspieler dies mit Charme und Charisma vermitteln, könnte man eventuell noch ein wenig darüber hinwegschauen. Doch besonders die Altbesetzung spult ihre Texte erschreckend gelangweilt herunter, dass man selbst bei eigentlich talentierten Darstellern wie Woody Harrelson oder Morgan Freeman keinerlei Spielfreude erkennen kann.
Aber auch die neuen Reiter in Form von Justice Smith, Arianna Greenblatt und Dominic Sessa, können dem Werk keinerlei nennenswerte Qualitäten zusprechen. Ihre Rollen bewegen sich vornehmlich zwischen nervig und unsympathisch. Die oscarnominierte Rosamund Pike als Widersacherin bleibt ebenfalls blaß und kommt dazu noch im Originalton mit einem beschämend peinlichen Akzent daher.
Dass bei den unmotivierten Schauspielleistungen zwischen den Figuren keinerlei Chemie oder zumindest eine unterhaltsame Dynamik entsteht, ist selbstredend. Zumindest Regisseur Ruben Fleischer, der nach seinem kreativen wie äußerst spaßigen "Zombieland" mit Titeln wie "Uncharted", "Venom" oder "Gangster Squad" vornehmlich generische Blockbusterkost ablieferte, bleibt seiner zuletzt gewählten Fahrtrichtung treu und liefert immerhin eine routinierte Arbeit ab. Doch auch wenn er die Action temporeich und in nettem Hochglanzdesign gestaltet, wirklich hängen bleibt nichts. Selbst das in etwa der Mitte des Films auftretende magische Haus, das mit praktischen Effekten eigentlich durchaus etwas hermacht, wird dann durch die Abwesenheit jeglichen Charmes bei den Figuren dermaßen degradiert, sodass die Wirkung nahezu vollends verpufft.
So bleibt am Ende über Die Unfassbaren 3 eigentlich nicht viel zu sagen. Temporeich ist das Ganze durchaus, kreativ jedoch nicht sonderlich – weder inszenatorisch noch dramaturgisch. Dazu gesellen sich gelangweilte Schauspieler, die ergänzend noch beleidigend schlecht geschriebene Erklärtexte zu dem bereits Gesehenem herunterrattern müssen, damit selbst die Zuschauer, die 80 Prozent des Films mit ihrem Handy beschäftigt sind, noch folgen können. Freude bereitet das beim Zusehen nicht wirklich.

© 2025 Leonine
Fazit
Bei Die Unfassbaren 3 wird man fast durchgängig das Gefühl nicht los, dass im Grunde niemand Lust auf dieses Sequel hatte – weder die Darsteller und am wenigstens die Drehbuchautoren. Und das überträgt sich selbstverständlich auf den Zuschauer, sodass Teil 3 mehr Augenrollen als Spaß verbreitet. Regisseur Ruben Fleischer kann ebenfalls keine großen Impulse setzen, sodass das schon fast intellektuell beleidigende Werk trotz ein paar netten Schauwerten mehr Kopfschütteln als alles andere kreiert.
3/10
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