
Kurzversion:
Der vierfach Oscar®-nominierte Ethan Hawke kehrt in BLACK PHONE 2 zurück in die teuflischste Rolle seiner Karriere. Vier Jahre, nachdem der 13-jährige Finn den berüchtigten Kindesentführer, den „Greifer“, töten konnte, geht dieser vom Jenseits aus auf einen Rachefeldzug und nimmt dafür Finns jüngere Schwester Gwen ins Visier.
Langversion:

Vier Jahre ist es her, dass der 13-jährige Finn seinen Entführer töten und ihm entkommen konnte und so zum einzigen überlebenden Opfer des berüchtigten „Greifers“ wurde. Doch tot ist nur ein Wort – und das Telefon beginnt wieder zu klingeln ...
Der vierfach Oscar®-nominierte Ethan Hawke (The Purge – Die Säuberung) kehrt zurück in die teuflischste Rolle seiner Karriere und geht als „Greifer“ diesmal vom Jenseits aus auf einen Rachefeldzug gegen Finn (Mason Thames, Drachenzähmen leicht gemacht), indem er dessen jüngere Schwester Gwen (Madeleine McGraw, Lloronas Fluch) ins Visier nimmt.
Während Finn, inzwischen 17 Jahre alt, mit dem Leben nach seiner Gefangenschaft ringt, bekommt die eigensinnige fünfzehnjährige Gwen in ihren Träumen Anrufe von dem unheilvollen schwarzen Telefon und hat verstörende Visionen von drei Jungs, die im Winterferienlager Alpine Lake von etwas verfolgt werden.
Entschlossen, das unheimliche Rätsel zu lösen und den Qualen für sich und ihren Bruder ein Ende zu setzen, überzeugt sie Finn, mit ihr zu dem Camp zu fahren. Vor Ort angekommen, stößt sie inmitten eines winterlichen Unwetters auf eine schockierende Verbindung zwischen dem „Greifer“ und ihrer eigenen Familiengeschichte. Gemeinsam müssen sie und Finn sich jetzt einem ruchlosen Killer stellen, der durch den Tod nur noch mächtiger geworden ist – und viel mehr Bedeutung für sie beide hat, als sie sich je hätten vorstellen können.
Erneut inszeniert von Autor und Regisseur Scott Derrickson (Sinister), stammt auch das Drehbuch zu BLACK PHONE 2 wieder von Derrickson und C. Robert Cargill, basierend auf Figuren von Joe Hill. Produziert wurde der Film von Jason Blum (M3GAN, Insidious) sowie Derrickson und Cargill, während Joe Hill, Adam Hendricks (Totally Killer – Gefährliches Spiel mit der Zeit) und Ryan Turek (Halloween) als ausführende Produzenten agieren.
Zur weiteren Besetzung gehören Oscar®-Nominee Demián Bichir (The Nun, A Better Life) als Aufseher des Ferienlagers, Arianna Rivas (A Working Man) als seine Nichte, Miguel Mora (The Black Phone) als Bruder eines der Opfer des „Greifers“ sowie Jeremy Davies, der einmal mehr Terrence, den Vater von Finn und Gwen, spielt. Neu zum Cast hinzu stoßen außerdem Maev Beaty (Beau is Afraid) und Graham Abbey (Mord im Auftrag Gottes).
Das von Universal Pictures und Blumhouse 2022 in die Kinos gebrachte Horrorphänomen The Black Phone wurde nicht nur von der Kritik gefeiert, sondern spielte auch weltweit mehr als 160 Mio. Dollar ein.
ÜBER DIE HINTERGRÜNDE

Als The Black Phone 2022 in die Kinos kam, schlug der Horrorfilm wie ein Blitz ein. Einerseits war er so eindringlich wie furchterregend und andererseits verwurzelt in der ungeschönten Verletzlichkeit der Kindheit. Basierend auf der Kurzgeschichte von Joe Hill zog er weitere Inspiration aus den Erinnerungen des Drehbuchautors, Produzenten und Regisseurs Scott Derrickson an sein eigenes Aufwachsen in Colorado und erdete den übernatürlichen Terror in einem beunruhigenden Realismus. So feierte das Publikum den Film nicht nur für sein Grauen, sondern auch für seine Aufrichtigkeit. The Black Phone spielte weltweit mehr als 160 Millionen Dollar ein, etablierte den Greifer (Ethan Hawke) als unheimliche neue Ikone des Genres und entwickelte sich in kurzer Zeit zu einem der charakteristischsten Originalhorrorfilme des Jahrzehnts.
Für Derrickson war das ein sehr persönlicher Erfolg, wie er erläutert: „Es war extrem bereichernd, zu erleben, dass das Publikum den Film so begeistert annahm, speziell weil viele Aspekte direkt meiner eigenen Kindheit entstammten. Als Künstler zu beobachten, wie derart persönliche Gefühle und Erinnerungen in so vielen Menschen – besonders in jungen Menschen – etwas bewegen können, verlieh den düstereren Erinnerungen meiner Kindheit einen gewissen Sinn. Dadurch fühlte es sich an, als wäre all das irgendwie vorherbestimmt gewesen.“
Laut Autor und Produzent C. Robert Cargill, Derricksons langjährigem Schreibpartner und Mitgründer seiner Produktionsfirma Crooked Highway, gab ihnen die Fortsetzung eine weitere Gelegenheit, aus ihren eigenen Leben zu schöpfen. „BLACK PHONE 2 versetzte uns in die Lage, auf Charakteren aufzubauen, deren Wurzeln in unserer eigenen Kindheit lagen, und darauf, wie es war, in den 70er- und 80er-Jahren aufzuwachsen“, so Cargill. „Diesen Geschichten liegen viele unserer eigenen Erfahrungen zugrunde. Dieser emotionale Anker lässt uns den Horror mit Herz ausbalancieren. Es ist sicherlich auch einer der Gründe, wieso der erste Film seit seinem Kinostart noch einmal derart an Beliebtheit gewann. Seit The Black Phone auf dem Streamingdienst Peacock verfügbar ist, erreicht er ein noch breiteres Publikum. Teenager*innen schauten ihn, machten Memes und TikToks, mischten Szenen neu. Für viele von ihnen war es ihr erster Horrorfilm und sie lernten durch ihn das Genre lieben. Zu der Zeit bekamen Scott und ich jeden Tag Nachrichten von Leuten, die fragten, ob es eine Fortsetzung oder ein Prequel geben würde.“
Obwohl Derrickson im Laufe seiner Karriere Genremeilensteine wie Sinister – Wenn Du ihn siehst, bist Du schon verloren, Der Exorzismus von Emily Rose und Marvels Doctor Strange inszenierte, markiert BLACK PHONE 2 seine erste Fortsetzung als Regisseur. Die Entscheidung dazu entstand allerdings nicht aus einer Erwartung heraus, sondern aus der Inspiration. „The Black Phone fühlte sich definitiv nicht unvollendet an“, sagt Derrickson. „Ich fühlte mich nicht verpflichtet, eine Fortsetzung zu drehen. Was mich anfangs dazu brachte, die Idee auch nur in Betracht zu ziehen, war eine E-Mail von Joe Hill mit einem Grundkonzept für eine Fortsetzung. Ich verwendete nicht alles, was er vorschlug, aber es gab einen zentralen Gedanken, den ich für fantastisch hielt. Dann verstand ich: Wenn ich ein paar Jahre warten würde, bis die Kinder aus dem ersten Film älter wären, könnte ich eine Fortsetzung mit Highschool-Figuren drehen. Ich fand, die Geschichte von Finn und Gwen wäre es wert, an diesem Punkt ihres Lebens weitererzählt zu werden.“
Cargill fügt hinzu: „Instinktiv wollten wir schnell loslegen. Dennoch beschlossen wir, sie ein wenig aufwachsen zu lassen. Wir hatten immer schon darüber gesprochen, mal einen Highschool-Film zu machen. BLACK PHONE 2 setzt nun vier Jahre später ein und die Kinder sind auf der Highschool.“
Die anfängliche Grundidee wuchs schnell zu einer Geschichte deutlich größeren Ausmaßes und mit höheren Einsätzen heran, wie Cargill weiter erläutert: „Als Joe uns seine Idee mitteilte, sagte er, er wüsste nicht, wie oder wo es dazu kommt, aber irgendwann klingelt das Telefon, Finn geht ran und er hört: ‚Hallo, Finn. Hier ist der Greifer. Ich rufe aus der Hölle an.‘ In dem Augenblick, als wir das hörten, wussten wir, das wäre unser Film. Ab da ging es nur noch darum, auf dieser Idee aufzubauen. Daraus entstand schließlich BLACK PHONE 2.“
Dieses neue Kapitel beginnt vier Jahre nach Finns (Mason Thames) zermürbender Flucht aus dem Keller des Greifers. Dieser ist zwar tot, doch Finn ist noch immer von dem Trauma der Ereignisse gezeichnet. Seine jüngere Schwester Gwen (Madeleine McGraw), deren Visionen zu seiner Rettung verhalfen, wird einmal mehr von verstörenden Träumen heimgesucht. Darin sieht sie drei Jungs, die in einem abgelegenen Winterferienlager namens Alpine Lake von jemandem oder etwas gejagt werden. Dieser Spuk zieht Gwen mitten in ein neues Mysterium. Einmal mehr ist es die Bindung zwischen Bruder und Schwester, die den Kampf ums Überleben entscheidet.
„Eines der Kernthemen von The Black Phone war der Gedanke, dass Kinder die Sünden ihrer Väter weitertragen. Dies setzt sich hier fort“, erklärt Cargill. „In BLACK PHONE 2 verarbeitet Finn die Dinge auf gleiche Weise wie es sein Vater einst getan hat. Wenn wir ihn wiedertreffen, betäubt er sich und seine Vergangenheit und fällt in dasselbe Verhaltensmuster. Wir wollten erkunden, wie sich Trauma durch Familien hindurchzieht und wie dieser Kreislauf durchbrochen werden kann.“
Zusätzlich verliehen die charakteristischen Definitionen der Pubertät der Fortsetzung ihre Tonalität. „Die Charaktere vier Jahre später erneut zu treffen, um zu sehen, inwieweit sie sich verändert haben und inwieweit nicht, war aus kreativer Perspektive überaus spannend“, führt Derrickson aus. „Als Jugendlicher in Colorado habe ich diverse christliche Winterferienlager besucht und so eines wurde zum Hauptschauplatz des Films. Wenn man 15, 16 oder 17 Jahre alt ist, sind die Emotionen, die man empfindet, einige der stärksten, die man in seinem ganzen Leben fühlen wird. Ich hatte den Eindruck, als würden diese intensiven und unbeständigeren Gefühle einen größeren und gewalttätigeren Film verdienen.“
Dessen Einflüsse sind in Derricksons eigener Biografie verwurzelt, aber spielen ebenso auf den Stammbaum des Genres an. „Ich habe weniger Interesse daran, mich bei anderer Leute Arbeit zu bedienen als die Elemente meiner eigenen Arbeit auszuweiten, die mir einzigartig erscheinen. In diesem Fall war es ganz spezifisch die Verwendung von Super-8-Aufnahmen, die von meinen eigenen Erinnerungen in den Winterferienlagern von Colorado in den frühen 80er-Jahren inspiriert sind und einige der stärkeren Gefühle innehaben, die ich als Teenager zu jener Zeit hatte. Ich glaube, dass all die Horrorfilme, die ich zu dieser Zeit gesehen habe, eine Art unausweichlichen Einfluss hatten. All die Ferienlager-Horrorfilme von Freitag, der 13. bis Nightmare – Mörderische Träume und natürlich einige prägende Bilder des sehr viel obskureren Curtains – Wahn ohne Ende: Wenn man diesen Film kennt, ist die Hommage sehr eindeutig und fast schon unverfroren.”
Cargill ergänzt: „Und natürlich kann man dem Einfluss von Stephen King nicht entkommen. Scott und ich waren immer zutiefst von King beeinflusst. Darauf haben wir im ersten Film aufgebaut.“ Abgesehen davon wurde auch Autor Joe Hill nachhaltig von King beeinflusst – King ist sein Vater. „In diesem Film nimmt Gwen ihre Fähigkeiten an und entwickelt sie weiter, während Finn seine ablehnt“, so Cargill. „In dieser Dualität hallen die frühen King-Geschichten wider, besonders Feuerkind, die eine riesige Wirkung auf mich hatte.“
Darüber hinaus ist es die kreative Partnerschaft zwischen Derrickson und Cargill, die weiter das Rückgrat des Films bildet. „Scott ist ein visionärer Geschichtenerzähler mit einem unglaublichen Gespür für das, was auf der Leinwand funktioniert“, lobt Cargill. „Wir nutzen eine eigene Sprache, wenn wir ein Drehbuch schreiben, was es uns erlaubt, schnell voranzukommen und auch Risiken einzugehen. Am Set ist es Scotts Superkraft, genau zu wissen, wann etwas nicht funktioniert. Ihm dabei zuzusehen, wie er Probleme in Echtzeit löst, ist bemerkenswert. Er ist selbstbewusst, gemeinschaftlich und vollkommen auf die Geschichte eingestellt, die er erzählen will.“
Derrickson fügt hinzu: „Cargill fing als mein Schreibpartner an und war am Ende Trauzeuge bei meiner Hochzeit. Wir haben viel zusammen durchgemacht und stehen uns privat ebenso nah wie beruflich. Aber was das Ganze auch kreativ erfüllend hält, ist natürlich das Material. Es geht uns immer darum, eine gute Geschichte zu erzählen. Das treibt alles voran.“
Für Produzent Jason Blum bestätigte der Film erneut, was ihn einst zu dem Projekt hingezogen hatte: „Das Drehbuch zu BLACK PHONE 2 erinnerte mich daran, was für ein unglaubliches Fundament Joe Hills Geschichte uns geliefert hatte und wie brillant Scott und Cargill darauf aufbauten. Sie vertieften die Mythologie, aber hielten trotzdem die Intimität des ersten Films bei und balancieren Horror, Gefühl und Figuren auf eine Weise, die sich echt anfühlt. Genau das macht großartigen Horror aus: Er muss Bedeutung und einen Zugang haben. Diese Voraussetzung haben sie hier einmal mehr geschaffen.“
ÜBER DIE CHARAKTERE

Der Greifer (Ethan Hawke)
In The Black Phone lieferte Ethan Hawke als Greifer eine der furchterregendsten Darbietungen seiner Karriere ab: ein sadistischer Kindermörder, der seine Opfer in einem schalldichten Keller einsperrt. „Ethan Hawke ist einer der Schauspieler, die vollkommen in einer Rolle verschwinden. Mit dem Greifer erschuf er etwas wahrhaft Ikonisches“, schwärmt Produzent Jason Blum. „Ihn auch dieses Mal wieder dabei zu haben, war essenziell, da seine Performance viel zum Erfolg des ersten Films beigetragen hat.”
Die unheimlichen Masken und die unheilvolle Präsenz des Greifers wurden sofort zum Horrorkult und sein Tod durch die Hand von Finn (Mason Thames) am Ende des ersten Films war der aufwühlende Höhepunkt der Geschichte. Doch bösartige Charaktere, die solch einen prägenden Eindruck hinterlassen, bleiben selten unter der Erde. In BLACK PHONE 2 kehrt Hawke als Greifer zurück, doch dieses Mal nicht als Mensch, sondern als etwas viel Grauenhafteres, wie Autor, Produzent und Regisseur Scott Derrickson ausführt: „Ich hätte es nicht gemacht, wenn Ethan nicht gewillt gewesen wäre zurückzukommen. Aber er stimmte zu, bevor es überhaupt ein Drehbuch gab, was sein überraschend großes Vertrauen in mich demonstriert hat. Ich erkannte, wie reizvoll es war, den Greifer als Geist zurückzubringen.“
Dieses Vertrauen ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit, die bis zu Sinister – Wenn Du ihn siehst, bist Du schon verloren zurückreicht. Derrickson und Autor/Produzent C. Robert Cargill drehten den Film vor mehr als einem Jahrzehnt mit Hawke. „Scott Derrickson und Cargill sind ein Autoren- und Regieteam von Weltklasse“, lobt Hawke. „Sie verstehen die Geometrie, Mathematik und Metaphorik dessen, was ein Gruselfilm erreichen kann. Als sie mich baten, die Rolle des Greifers noch einmal zu spielen, wusste ich: Wie auch immer ihre Vision aussehen sollte, sie wäre brillant. Es liegt wahre Schönheit in dem Gedanken, diese Fortsetzung zu Gwens Geschichte zu machen. Dadurch erhält sie die Chance, ihre Figur zu ergründen und Finn von den verstörenden Ereignissen des ersten Films zu heilen.“
Derrickson hingegen bot die Rückkehr des Greifers Gelegenheit, tiefer zu graben: „Ethan spielt einen rachsüchtigen Geist, was theoretisch ein Grundelement des Genres ist. Aber üblicherweise sieht oder hört man einen rachsüchtigen Geist nicht. Mich interessierten sowohl Motiv als auch Vergangenheit des Greifers. Wenn der Greifer als Geist zurückkehren soll, warum sucht er Finn erneut heim und was können wir über ihn erfahren, das wir nicht schon aus Teil 1 wissen?“
Hawke sah die Rückkehr seines Charakters als Möglichkeit zu ergründen, wie Horror Kraft aus Erinnerung zieht: „Geistergeschichten haben mich immer insofern angesprochen, dass sie sich weniger um die Toten drehen als um die Lebenden. Es geht darum, was bleibt, wenn jemand stirbt, ob das Reue, Wut, Liebe oder etwas anderes ist. In The Black Phone ging es um zwei Kinder, die einen wahren Albtraum überlebten. BLACK PHONE 2 behandelt, wie schwer es ist, eine solche Art von Gewalt zu überwinden. Der Geist des Greifers ist die Verkörperung unvorstellbar furchtbarer Erinnerungen, die immer wieder Wege finden, einen zu verfolgen. Dabei spielt es keine Rolle, wie sehr man versucht, sich davon zu erholen.“
Dieser Gedanke findet seinen unheimlichsten Ausdruck in der Art, wie dieses neue Kapitel den Greifer nach seinem Tod neu definiert. „Der Greifer hat sich zu etwas weitaus Furchterregenderem weiterentwickelt, weil er nun ein übernatürliches Wesen ist“, erläutert Cargill. „Wenn in diesem Universum jemand stirbt, beginnen die weniger essenziellen Teile dessen, wer er war, zu verblassen. Was bleibt, ist das Kraftvollste an ihm. Bei den Jungen im Keller war es Angst, bei Finns Freund Robin seine moralische Stärke. Doch beim Greifer ist es purer Zorn. Am Ende des ersten Films tötet er seinen eigenen Bruder. Anstatt die
Verantwortung dafür zu übernehmen, gibt er Finn die Schuld. In seinen Augen macht er Finn für den Tod verantwortlich. Dieser Zorn ist es, der ihn ins Jenseits hinüberträgt, und jetzt ist alles, was ihn ausmacht: Wut und Sadismus. Doch er will mehr als nur Rache. Er will, dass Finn leidet und sieht, wie die eine Person, die er wirklich liebt, stirbt: seine Schwester. Wir haben alles verstärkt, was den Greifer so monströs gemacht hat.“
Finn (Mason Thames)
Vier Jahre nach seiner Flucht aus dem Keller des Greifers lastet die Bürde des Überlebens wie ein schwerer Schatten auf Finn, der von Mason Thames gespielt wird. Im ersten Film stand Finn eine wochenlange Gefangenschaft in den Händen des sadistischen Kindermörders durch, bis er das Blatt schließlich in einem verzweifelten Akt der Selbstverteidigung wendete. Der früher von seiner stillen Unnachgiebigkeit und seinen scharfen Instinkten definierte Finn ist inzwischen von einem Trauma gezeichnet, das ihn nicht loslassen will. Die Erinnerungen an den Greifer verfolgen ihn noch immer und er verarbeitet sie, indem er sich betäubt und alles von sich stößt, das ihn zwingen könnte, sich der Vergangenheit zu stellen.
„Finn durchlebte etwas Grauenvolles. Auch wenn er stärker daraus hervorgegangen ist, hat ihn die Last dessen, was passiert ist, nicht losgelassen“, beschreibt es Autor/Produzent C. Robert Cargill. „Der Greifer verfolgt ihn. Er sieht ihn überall und er nimmt Drogen, um die Angst zu betäuben. Er will nichts mit den Geistern, dem Telefon oder all dem zu tun haben. Er versucht alles auszuschließen und lebt in Verweigerung. Als Gwen beginnt, dieses neue Mysterium aufzudecken, tut Finn, was immer er kann, um sich herauszuhalten. Natürlich lässt einen das Leben nicht für immer weglaufen. Letztendlich muss er sich dem stellen, was er bisher gemieden hat.“
Thames, der nach seinem Durchbruch mit dem ersten Film wieder in die Rolle zurückkehrt, stellt nun einen Finn dar, der mit dem Alter und der Erfahrung komplexer geworden ist. „In diesem Film sehen wir, dass Finn sich verändert hat“, so Thames. „Er hat all diese Wut in sich, und er ist nicht derselbe Junge, den wir im ersten Film kennengelernt haben. Er war damals schon komplex, aber nun ist er noch vielschichtiger. Statt sich seinem Trauma zu stellen, raucht er Gras, um klarzukommen. Sobald er seine posttraumatische Belastungsstörung aufkommen fühlt, sperrt er sie sofort aus. Dieser Film wird zu der Frage, ob er bereit ist, dem Greifer erneut gegenüberzustehen oder ob er weiter vor ihm wegläuft.“
Diese Anspannung folgt ihm bis auf die Highschool, wo sein Ruf als „der Junge, der den Greifer getötet hat“ ungewollte Herausforderungen mit sich bringt. „Er ist nicht auf Streit aus, aber hin und wieder steht ein neuer Junge vor ihm, der ihn aufgrund seiner Taten herausfordert“, führt Thames weiter aus. „An dieser Stelle muss Finn auf den Tisch hauen. Was Robin ihm im ersten Film beigebracht hat, dass man manchmal nur einmal gewinnen muss, um das Kämpfen für immer zu beenden, hinterließ Wirkung: Je mehr Blut, desto besser. Das verstärkt das Argument gegenüber der Menge. Aber für Finn geht es nicht um Wut. Es geht darum, in Ruhe gelassen zu werden. Er hat wenige Freunde. Ehrlicherweise glaube ich, dass er keine neuen Menschen in seinem Leben möchte. Er versucht herauszufinden, wer er ist und wer er sein will.“
In den Augen von Autor, Produzent und Regisseur Scott Derrickson spiegelt Thames’ Darbietung eine natürliche Weiterentwicklung wider: „Mason ist ein außergewöhnlicher Schauspieler. Ich glaube, aus ihm wird noch ein großer Filmstar. Er war noch ein Kind, als wir The Black Phone drehten, und selbst dann redete ich einfach mit ihm, wie ich das mit einem erfahrenen erwachsenen Darsteller tun würde. Seine emotionale Intelligenz ist gigantisch und das Drumherum des Berühmtseins scheint ihn gar nicht zu interessieren. Als es um den Gefühlszustand von Finns Charakter ging, führte ich nur ein Gespräch mit ihm darüber. Ich erklärte, was ich vorhatte, und gab ihm das Drehbuch. Ich hatte keinerlei Zweifel daran, dass er zu jeder Szene vorbereitet erscheinen und sie mit emotionaler Authentizität spielen würde.”
Thames nahm die Herausforderung gern an, Finns emotionale Nachwehen aufzurollen: „Finn war die erste Rolle, in der ich tief in die emotionale Seite einer Figur eintauchen konnte. Was er im ersten Film durchmacht, ist traumatisch, und in diesem muss er mit den Konsequenzen umgehen. Herauszufinden, wo Finn sich emotional befinden sollte, war so herausfordernd wie bereichernd. Scott und ich sprachen viel über seine Entwicklung: Wo steht er zu Beginn des Films? Was verbirgt er? Was braucht es, damit er zerbricht? Diese Fragen forderten mich auf die richtige Weise. Ich glaube, wir haben ganz genau ausgemacht, wo Finn am Ende stehen musste.“
Gwen (Madeleine McGraw)
In The Black Phone war die von Madeleine McGraw gespielte Gwen die taffe, scharfzüngige jüngere Schwester, deren prophetische Träume Finn halfen, zu überleben. Ihr Mut und ihr Glaube an ihre Visionen waren ein unerlässlicher Teil, das Rätsel um die früheren Opfer des Greifers zu lüften. Vier Jahre später bekommt Gwens Rolle in BLACK PHONE 2 mehr Gewicht. Sie ist nicht mehr die furchtlose Außenstehende, die sich der Welt entgegenstellt, um ihren Bruder zu retten. Gwen ist älter geworden und von einem wachsenden Gefühl der Isolation gezeichnet. Doch nun bringen die gleichen Visionen, die sie einst zum Rettungsanker für Finn gemacht haben, sie selbst in Gefahr.
„Im ersten Film haben wir angedeutet, dass die beiden Kinder unterschiedliche Teile der Fähigkeiten ihrer Mutter geerbt haben, was den Kontakt zu Toten und prophetische Träume betrifft“, erklärt Autor/Produzent C. Robert Cargill. „Gwen hat die Traumseite bekommen. Sie kann in die Zukunft schauen und über ihre Träume mit den Toten kommunizieren. Finn hingegen erhielt die Fähigkeit, die Toten über das Telefon zu hören. Doch in diesem Film versucht er all das wegzustoßen. Er betäubt und weigert sich, seine Fähigkeit einzusetzen, während Gwen ihre annimmt. Sie erkundet sie, sie wächst und sie wird stärker. Am Ende empfängt sie nicht nur Botschaften, sondern kommuniziert, stellt Fragen und kontrolliert ihre Träume. Sie interagiert sogar mit den Geistern darin.“
Für McGraw bedeutete die Rückkehr in ihre Rolle, die Figur aus einer vollkommen anderen Perspektive zu betrachten, wie sie ausführt: „Eines der aufregendsten Dinge an diesem Film war es, Gwens Träume und Veränderungen zu erkunden. Im ersten Film war sie hitzköpfig und furchtlos. Inzwischen fühlt sie sich wie eine Aussätzige. Sie wird schikaniert und in der Schule gemobbt. Schmerz ist ein Teil von ihr. Dieses Mal war es schwerer, sie zu durchschauen. Im ersten Film glichen sich unsere Persönlichkeiten. Nun sind wir eher gegensätzlich. Sie ist still und introvertiert geworden und ich bin extrovertierter. Aber das hat es noch spannender gemacht, zu ergründen, zu was für einer Person sie wird.“
Autor, Produzent und Regisseur Scott Derrickson sah, wie viel Schwere die Rolle erforderte. „Das Drehbuch, das ich geschrieben hatte, verlangte viel von Maddy. Sie musste einige Szenen spielen, die unglaublich schwer für sie waren. Aber ich habe nie an ihrer Fähigkeit gezweifelt, zu tun, was nötig war. Falls etwas nicht auf Anhieb gelang oder die rohe Emotion fehlte, die ich wollte, sprach ich mit ihr, und im nächsten Take lieferte sie etwas Unglaubliches ab. Es war bewundernswert, wie sie sich für manche ihrer Szenen ganz bewusst an sehr düstere und schmerzhafte Orte wagte. Sie ist eine außergewöhnliche Schauspielerin und trifft die richtigen Töne.“
In Derricksons Augen erdet Gwen auch die Geschwisterbindung, die die Geschichte des Films ausmacht. „Ich wollte zeigen, dass Gwen noch immer die dickköpfige Außenseiterin mit einer zutiefst empfindsamen Seele war, gewillt, dem Weg zu folgen, auf den ihre metaphysische Begabung sie führen würde. Es interessierte mich zu sehen, wie die Ereignisse des ersten Films eine sich immer weiter vertiefende Bindung zwischen Finn und Gwen geschaffen hätten. Es ist sehr selten, dass eine filmische Fortsetzung mit so tief verbundenen Figuren beginnt.
Somit wollte ich diese zwei Charaktere einmal mehr auf die Probe stellen. Die Art und Weise, wie Finn und Gwen aufeinander aufpassen, ist etwas Wunderschönes. Diesen Beschützerwillen wollte ich auf den Prüfstand stellen und höhere Einsätze als im ersten Film schaffen. Dieses Mal wollte ich, dass Gwen in Gefahr gerät.”
Diese Situation erhöht auch das Risiko für Finn. „Im ersten Film hatten Finn und Gwen eine tiefe Bindung“, so Mason Thames. „Sie lagen einander sehr am Herzen und das hat sich nicht verändert. Was sich verändert hat, ist Finn. Die einzigen Momente, in denen man noch seine Weichheit sieht, sind die Augenblicke mit Gwen. Für sie würde er alles tun, und das weiß der Greifer. Gwen zu verletzen, ist der einzige Weg, an Finn heranzukommen, denn ihn direkt zu verletzen, funktioniert nicht mehr. Dadurch wird diese Geschichte so furchterregend. Es geht nicht nur ums Überleben. Es geht darum, die Person zu schützen, die er am meisten liebt.“
McGraw stürzte sich außerdem begeistert auf den körperlichen Aspekt der Rolle. „Die Stunts waren großartig. Ich durfte Stunttraining machen und hab sogar ein Tauchzertifikat für die Unterwasserszenen bekommen. Scott weiß, wie sehr mir diese Dinge gefallen. Also schrieb er ein paar wilde Stunts ins Drehbuch, weil ihm klar war, dass ich sie machen wollen würde. Er hat dem Stuntteam sogar gesagt: ‚Lasst es Maddy machen, sie liebt es.‘ Es war heftig und körperlich anspruchsvoll, aber auch einer der aufregendsten Aspekte daran, an diesem Film zu arbeiten.“
Dieses neue Kapitel brachte auch die Chance mit sich, zusammen mit Ethan Hawke vor der Kamera zu stehen. „Beim ersten Film konnte ich nicht mit Ethan arbeiten. Es war aufregend, in der Fortsetzung nun gemeinsame Szenen mit ihm zu haben. Als er ans Set kam, war ich etwas eingeschüchtert. Es ist Ethan Hawke! Aber er hat mich zwischen den Takes so sehr unterstützt, mir Fistbumps gegeben und mich für die Szenen gelobt. Es ist wild, wie er von diesem furchterregenden, psychopathischen Killer vor der Kamera zum Witzeln und Pfeifen abseits seiner Rolle wechselt. Man lernt so viel in der Gegenwart von solchen Schauspielern.“
Ernesto (Miguel Mora)
Robins Tod in The Black Phone war eine der erschütterndsten Wendungen des Films. Der taffe, furchtlose Freund, der Finn beibrachte, sich zur Wehr zu setzen, wurde vom Greifer ermordet. Durch dessen Tod erhielt Finn sowohl die Trauer als auch die Entschlossenheit, die zu seinem Überleben nötig waren. In BLACK PHONE 2 lebt dieses Erbe in Form von Robins jüngerem Bruder Ernesto weiter, dargestellt von Miguel Mora. Mora, der als Robin sein Leinwanddebüt feierte, kehrt somit in einer spannenden Neuentwicklung zurück.
„Wir hatten uns gewünscht, dass wir Robin für diesen Film zurückbringen könnten. Aber natürlich hätte es keinen Sinn ergeben“, gesteht Autor/Produzent C. Robert Cargill. „Dann hatte Scott die Idee: Was, wenn Miguel Robins Bruder spielen würde? Diese Theorie funktionierte perfekt. Robin war der rebellische Part, während Ernesto eher verschlossen und zurückhaltend ist. Jetzt, wo Robin tot ist, betrachtet Ernesto Finn als seine Verbindung zu dem Bruder, den er verloren hat. Allerdings hält Finn ihn auf Abstand. In vielerlei Hinsicht ist Ernesto für Finn, was für Gwen ihre Mutter Hope ist: die Fortführung von etwas Ungelöstem.“
Diese Idee würde allerdings nur funktionieren, wenn Mora überzeugend in einer völlig neuen Rolle aufgehen könnte. „Ich wollte Miguel nicht nur in dieser Rolle besetzen, weil er wie Robin aussehen würde“, sagt Autor, Produzent und Regisseur Scott Derrickson. „Ich musste sehen, dass Miguel sich als Mensch und Schauspieler weiterentwickelt hatte. Meiner Meinung nach würde er die Rolle, die ich geschrieben hatte, besser verstehen als jeder andere. Wir ließen ihn mehrere Szenen mit Maddy vorsprechen, ohne Garantie, dass wir ihn besetzen würden. Als er die Szenen spielte, war ich überwältigt. Ich wusste nach der Hälfte der ersten Szene, dass er perfekt wäre. Wie sich herausstellte, hatte er die vergangenen Jahre damit verbracht, an seinen schauspielerischen Fähigkeiten zu arbeiten. Möglicherweise werden die meisten
kaum erahnen, dass Ernesto vom selben Darsteller gespielt wird wie Robin. Miguel ist ein sehr disziplinierter und engagierter Junge und wird in allem hervorragend sein, was er sich vornimmt. In diesem Fall hat er einen unglaublichen Job geleistet, jemand vollkommen anderen als Robin zu spielen. Er hat sich diese Rolle verdient und sie wundervoll umgesetzt.“
Für Mora war die Chance zurückzukehren so unerwartet wie persönlich bedeutend: „Meine Figur starb im ersten Film, also bin ich nicht davon ausgegangen, wieder dabei zu sein. Ich wusste nicht einmal, dass es eine Fortsetzung geben würde. Als ich hörte, dass Scott mich als Robins Bruder besetzen will, war ich geschockt und begeistert zugleich. Dann las ich das Drehbuch und jede Seite zog mich mehr hinein. Scott und Cargill haben etwas wirklich Besonderes geschrieben. Der Film ist gruseliger als der erste, aber auch lustiger, romantischer und emotionaler.“
Während Robin mit den Fäusten gekämpft hat, navigiert Ernesto die Welt mit Zurückhaltung. „Bevor Scott Ernesto das erste Mal beschrieben hat, nahm ich an, er wäre genauso taff und unberechenbar wie Robin“, erklärt Mora. „Dann sagte Scott: ‚Nein, er ist ein braver Musterschüler mit Brille.‘ Als ich begriffen hatte, wer Ernesto war, fand ich einen Zugang zu ihm. Er hat seinen Bruder sowie seinen Dad verloren und lebt mit seiner alleinstehenden Mutter, während er dem Mann gegenübertritt, der seinen Bruder getötet hat. Was ich liebe, ist, dass er Unbeschwertheit mitbringt, aber auch die Last spüren kann, die er trägt. Da sind Trauer, Wut und dieses stille Empfinden, dass andere denken könnten, er hätte anstatt Robin entführt werden sollen. Das ist ein ziemlich heftiger Gedanke.“
Dieser Kontrast macht Ernestos Verbindung zu Gwen noch bewegender. „Er ist bis über beide Ohren in sie verknallt“, eröffnet Cargill. „Gwen ist genauso interessiert, aber sie ist verhalten. Erst als sie realisiert, dass Ernesto nicht nur toleriert, wer sie ist, sondern sie aufrichtig dafür akzeptiert, beginnt sie, ihn an sich heranzulassen. Was sich dann entwickelt, ist diese süße, ehrliche Liebesgeschichte zwischen zwei Kindern, die einander entdecken, während sie gemeinsam etwas Furchterregendes verarbeiten.“
Für Mora wurde die Darstellung des Ernesto zusätzlich zu einer Möglichkeit, Robin präsent zu halten. „Man kann spüren, wie viel von Robin noch in Ernesto weiterlebt. Robins Selbstvertrauen ist nun ein Teil von ihm. Mit einem heruntergekommenen Impala vorzufahren und Gwen direkt vor den Augen ihres Bruders nach einem Date zu fragen, erfordert Nerven. Ich denke, dieser mutige Funke stammt von Robin. Ich liebe es, dass Robin in dieser Geschichte weiterlebt. Beide Brüder spielen zu können, verschaffte mir eine tiefere Bindung zu dieser Geschichte, als ich je gedacht hätte.“
Terrence (Jeremy Davies)
In The Black Phone war der von Jeremy Davies gespielte Terrence ein zutiefst widersprüchlicher Charakter: ein trauernder Witwer, der sich mit Alkohol betäubte und auf seine Kinder losging, wobei seine Grausamkeit die Abgründe seiner eigenen Verzweiflung offenbarte. Seine Unbeständigkeit hinterließ Narben, doch der Film zeigt auch einen Vater, der von Verlust gebrochen wurde. In BLACK PHONE 2 kehrt Terrence mit der Chance zurück, sich zu ändern und sich seinem eigenen Versagen zu stellen, während er gleichzeitig dafür kämpft, seine Familie zu beschützen, die er einst weggestoßen hat.
„Eine Sache, die am ersten Film sehr geschätzt wurde, war, dass Terrence nicht einfach ein gewalttätiger Vater war. Er hatte mehrere Ebenen“, erläutert Autor/Produzent C. Robert Cargill. „Dieses Mal gaben wir ihm eine echte Entwicklung von einem gebrochenen, wütenden Mann zu einem Vater, der gewillt ist, alles zu riskieren, um seine Kinder zu schützen. Das bedeutete Jeremy viel, und es ist in jeder Szene spürbar. Er geht völlig in dieser Rolle auf und schafft eine seiner kraftvollsten Darstellungen.“
Autor, Produzent und Regisseur Scott Derrickson beschreibt Davies’ Arbeit voller Hochachtung: „Jeremy war ein enger Freund von Philip Seymour Hoffman, dem absoluten Goldstandard für Charakterdarstellungen. Er verdient diesen Vergleich. Wenn man sich sein Gesamtwerk ansieht, ist es für ihn unmöglich, eine unwahre Darstellung zu liefern. Seine Hingabe für und seine Vorbereitung auf jede Rolle sind unvergleichlich. Ich habe es bei beiden Black-Phone-Filmen geliebt, wie viel Zeit Jeremy damit zubringen wollte, über die Figur und den Text seiner Szenen zu sprechen. Er liebt die Schauspielerei und er liebt das Kino so sehr wie kaum jemand anderes. Er fand es wahnsinnig spannend, wie Terrence nach den Ereignissen des ersten Films versucht, sich selbst zu überwinden, während er weiterhin skeptisch bleibt, was Gwens spirituelle Fähigkeiten betrifft. Es gibt eine Szene im Film, in der Terrence vollständig akzeptiert, was Gwen ihm zu sagen hat. Ich finde seine Performance in dieser Szene absolut brillant. Er ist genial darin, die Nuancen menschlicher Zerbrechlichkeit und eine Art beschädigten Edelmut darzustellen. Es gibt keinen zweiten Schauspieler wie ihn.“
Mando (Demián Bichir)
Eine der neuen Figuren in BLACK PHONE 2 ist der vom Oscar®-nominierten Demián Bichir gespielte Mando, Eigentümer des Ferienlagers Alpine Lake, das im Mittelpunkt von Gwens Visionen steht. Mando ist von einer turbulenten Vergangenheit gezeichnet und beschützt nun hingebungsvoll die Kinder unter seiner Aufsicht. Seine aufrechte Autorität entstammt nicht Rechtschaffenheit, sondern Erfahrung, und aufgrund der Fehler, die er einst gemacht hat, besitzt er ein geradezu seltenes Mitgefühl für diejenigen, die in Gefahr sind.
„Die Figur Mando wurde als Mischung verschiedener Leute geschrieben, die wir aus der Highschool kennen“, erklärt Autor, Produzent und Regisseur Scott Derrickson. „Männer mexikanischer Abstammung, die mein Leben in diversen christlichen Ferienlagern in den Rocky Mountains tiefgreifend beeinflusst haben. Ich wollte, dass Mando eindeutig mexikanisch ist, mit einem mexikanischen Akzent – und Demián besitzt all diese Voraussetzungen. Aber als wir über den Charakter sprachen, brachte Demián noch mehr in ihn ein, als ich geschrieben hatte. Wir verwendeten viel Zeit darauf, über Mandos Hintergründe zu sprechen, und darüber, wie wir diese in den Film einweben könnten. Er hat diese Figur weit über das hinaus erhoben, was ich geschrieben hatte, und ihr dann vor der Kamera Leben eingehaucht. Ich bin sehr dankbar, dass ich mit ihm arbeiten konnte.“
Für Autor/Produzent C. Robert Cargill repräsentiert Mando die Art von Betreuer, die bleibenden Eindruck bei ihm und Derrickson hinterlassen hat, als sie beide Teenager waren: „Wir beide haben in unserer Jugend Zeit in christlichen Ferienlagern verbracht, und Mando ist eine Verschmelzung der Betreuer, an die wir uns erinnern – Menschen, die ihr Leben der Betreuung von Kindern in einem sensiblen Alter gewidmet haben. Wir wollten, dass er sich wie jemand mit einer unbeständigen Vergangenheit anfühlte, der Erlösung gefunden und sich entschieden hat, anderen zu helfen. Demián verleiht der Figur in jeder Szene eine solch natürliche Empathie. Er hat dieses Gefühl perfekt verkörpert.“
Bichir verankerte seinen Charakter in gelebten Erfahrungen, wie er selbst erläutert: „Mando ist ein Mann, der viel erlebt hat. In jungem Alter hat er so einige Fehler gemacht, aber diese harten Lektionen haben ihn zu dem gemacht, der er heute ist. Als er das erste Mal in das Ferienlager kam und es noch jemand anderem gehörte, hat er sich selbst ein Versprechen gegeben. Wenn er sein Leben umdrehen könnte, würde er diese zweite Chance nutzen, um Kinder von dem falschen Weg abzubringen, den er genommen hat.“
Seine Vergangenheit ist es nun, die die Entscheidungen bestimmt, die er in Alpine Lake trifft. „Als Leiter des Ferienlagers empfindet Mando eine tiefe Verantwortung für die Jungen, die Gwen in ihren Visionen sieht“, so Bichir weiter. „Er hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass noch etwas zu retten ist. Das ist eine sehr persönliche Ansicht. Als Gwen eintrifft, sieht er etwas in ihr, das sein Gefühl für Sinn und Zweck erneuert. Er sieht sie als einen Funken einer Chance, einen Grund, weiter an das zu glauben, was er beinahe aufgegeben hätte.“
Für Bichir inspirierte die Zusammenarbeit mit Derrickson das Projekt: „Wenn dein Regisseur gleichzeitig der Autor ist, herrscht eine Klarheit am Set, die alles schärfer macht“, so Bichir weiter. „Scott verleiht der Arbeit Spaß, Großzügigkeit und Fokus. Er ist liebenswert, aber leitet mit solcher Sinnhaftigkeit und Präzision an, dass es jeden Augenblick intensiviert. Außerdem stellt er unglaubliche Teams zusammen. Jede Abteilung ist voll großartiger Talente, und gemeinsam erwecken sie seine Vision zum Leben. Genau das tun großartige Regisseure.“
Mustang (Arianna Rivas)
Die von Arianna Rivas dargestellte Mustang ist Mandos Nichte und Hilfskraft in Alpine Lake. Sie kümmert sich um die Ställe, hilft in der Küche und entwickelt sich schnell zu einer von Gwens engsten Verbündeten. „Die Figur der Mustang existierte im ersten Entwurf des Drehbuchs gar nicht“, gesteht Autor/Produzent C. Robert Cargill. „Wir fanden, es bräuchte noch jemanden außer Mando im Ferienlager, aber wir wollten keinen weiteren Betreuer. So landeten wir bei Mustang, Mandos Nichte. Sie ist jemand, der sich nichts vormachen lässt. Sie ist furchtlos, pfiffig und witzig. Arianna hat der Rolle viel Feuer verliehen. Mustang wurde für uns eine Möglichkeit, um zu zeigen, zu wem Gwen heranwachsen könnte, und was sie in einer Person sieht, die ihre eigene Kraft annimmt, ohne sich dafür zu entschuldigen.“
Außerdem bringt Mustang eine gelassene Resilienz mit in das Chaos von Alpine Lake.
„Mustang ist bodenständig und stabil“, so Rivas. „Sie lässt sich nicht leicht aus der Fassung bringen und hat eine gewisse Robustheit und Neugier, die ihr hilft, konzentriert zu bleiben, wenn andere in Panik geraten. Aber darunter liegt eine stille Sanftheit, besonders in der Art und Weise, wie sie eine Verbindung zu Gwen aufbaut. Zwischen ihnen beiden herrscht ein Gefühl von Mentorschaft, als ob Mustang in Gwen eine jüngere Version von sich selbst sieht.“
Ihre Bindung zu Gwen steht im Kontrast zu ihrer verhaltenen Neugier gegenüber Finn, wie Rivas weiter ausführt: „Mustang bleibt gern für sich. Sie bildet sich nicht voreilig eine starke Meinung, aber als sie Gwen kennenlernt, ist sie von ihrem Feuer geradezu angezogen. Gwen sagt, was sie denkt, und davor hat Mustang Respekt. Ab diesem Moment wird sie zu einer Person, auf die Gwen zählen kann. Finn hingegen ist ihr eher ein Rätsel. Sie kann sehen, dass er viel durchgemacht hat und welche Kraft in ihm steckt. Aber er hat auch diese gewisse Schärfe, die irgendwie ihre Aufmerksamkeit weckt. Er interessiert sie.“
In Rivas’ Augen ist ihre Figur aus der kreativen Umgebung entstanden, die Regisseur Scott Derrickson am Set geschaffen hat. „Scott ist ein echtes Kraftpaket. Er hat diese seltene Balance aus einer klaren Vision und dem Freiraum, den er Schauspieler*innen zum Ausprobieren gibt. Es erdet einen, wenn man genau weiß, worauf man hinarbeitet, und Scott weiß immer, wie er uns dorthin bringt. Gleichzeitig ist er offen für neue Optionen. Schlägt man eine Idee vor, hört er zu, und ist bereit, sie auszuprobieren. Er ist geduldig, großzügig und er ermöglicht ein Set, an dem sich alle unterstützt fühlen.”
ÜBER DIE DREHORTE UND DAS PRODUKTIONSDESIGN

Das Winterferienlager
Der Großteil der Handlung in Teil 1 war auf einen trostlosen Keller beschränkt, doch in BLACK PHONE 2 wechselt der Hauptschauplatz zu der ausgedehnten, isolierenden Weite eines Winterferienlagers in den Rocky Mountains. Es wurde direkt von Autor, Produzent und Regisseur Scott Derricksons eigenen Jugenderfahrungen in Ferienlagern in Colorado inspiriert.
Beim Dreh im kanadischen Ontario, mit Temperaturen unter null Grad und echtem Schnee, nutzte das Drehteam das gnadenlose Wetter aus, statt es zu simulieren. Dadurch konnten sowohl die Authentizität als auch die Immersion gesteigert werden. Die natürliche Umgebung wurde zu einem Kernelement der Geschichte und intensivierte das Gefühl von Gefahr und Isolation.
Um diese Extreme einzufangen, stand die Crew Blizzards, Straßensperrungen und mehrere Drehausfälle durch und musste Szenen oft um unvorhersehbaren Schneefall herum neu planen. Doch wenn die Bedingungen zum Drehplan passten, bot das Resultat einen eindringlichen Realismus, der unmöglich nachzubilden ist.
Der Drehort
Die Produktion sah sich acht verschiedene Ferienlager an, bevor sie sich für Camp Kandalore im kanadischen Ontario entschied, weil dessen zeitgenössische Bauten und der angrenzende See die perfekte Ausgangssituation bildeten. Das Team nahm nur minimale Anpassungen vor, abgesehen von der Wiederherstellung des originalen Aussehens der Gebäude und der Installation solcher Elemente wie der unheimlichen Telefonzelle am Seeufer.
Die Mischung aus ausladenden Panoramen und Wetterbedingungen, die an einen Whiteout grenzten, sorgte für eine kontrastreiche Bildsprache. Sie schwankte stetig zwischen psychologischer Intimität und überwältigender Naturgewalt.
Ansatz für das Produktionsdesign
Produktionsdesignerin Patti Podesta verwurzelte die Ästhetik in der Authentizität der frühen 80er-Jahre und stützte sich auf private Polaroids und Originalgegenstände, um eine übermäßig stilisierte Version dieses Jahrzehnts zu vermeiden. Ihr Ansatz baute auf der Recherche zum ersten Film auf, während sich die Geschichte gleichzeitig auf eine neue visuelle Epoche ausweitete.
Podestas Entwürfe setzten eindringliche Schönheit ebenso in Szene wie Grauen. Das Ferienlager wurde gleichzeitig Ort der Gefahr wie auch eine Bühne, auf der die jungen Protagonist*innen ihre Tapferkeit und ihr Handlungsvermögen behaupten konnten. Es entstand eine Kulisse für eine deutlich dramatischere Ausgangssituation als das klassische Jagen und Angstmachen.
Innovative Eisbühne
Der gefrorene See für den Höhepunkt des Films wurde mit einem eigens angefertigten 30 x 30 Meter großen bemalten Boden hergestellt, der so entworfen war, dass er in der Dämmerung und bei nächtlicher Beleuchtung ein unheimliches schwarzes Eis abbildete. Die Oberfläche wurde später von der Abteilung für visuelle Effekte erweitert, wobei Podesta eng mit VFX-Supervisor Ivan Moran zusammenarbeitete, um den fertigen Look zu erreichen.
Zu dem Set gehörten außerdem ein geformter, schneebedeckter Hang, umliegende Bäume und zwei spezielle Tanks: einer mit einem Mechanismus für brechendes Eis, der andere für Unterwassersequenzen mit funktionaler Eisoberfläche.
Podesta verließ sich ganz bewusst auf neue, innovative Methoden statt auf Standardtechniken, um eine surreale, psychologisch aufgeladene Ästhetik zu kreieren, die sich von herkömmlichem Filmeis absetzte.
Weitere Schlüsselsets
In Kanada wurde das Haus von Finn und Gwen neu aufgebaut, welches das Heranwachsen der Geschwister widerspiegelt. Finns Zimmer hat sich von kindlicher Begeisterung zu jugendlicher Unabhängigkeit weiterentwickelt, während Gwens einst farbenfroher Bereich nun eher gedämpft daherkommt, um ihre emotionale Veränderung zu signalisieren.
Das vielseitige Set um den Schlafsaal diente mithilfe taktischer Umgestaltung sowohl als Jungs- als auch als Mädchenquartier in Alpine Lake. Für zusätzliche Ebenen von Authentizität und Atmosphäre sorgten gealterte Holzinterieurs, zeitgenössische Heizungen mit auffälligen Lichtmustern und Graffiti, das von den Kindheitserinnerungen von Autor, Produzent und Regisseur Scott Derrickson inspiriert war. Das Team bildete für Rückblicke außerdem den Keller aus dem ersten Film nach, dessen Wände mit zeitgenössischem Graffiti bedeckt waren, und errichtete auf einer Bühne die Küche und die Kapelle des Lagers, um die Welt von Alpine Lake weiter auszubauen.
ÜBER DIE KAMERAARBEIT

Für BLACK PHONE 2 griff Autor, Produzent und Regisseur Scott Derrickson erneut auf Super- 8-Film für die übernatürlichen Sequenzen zurück und verstärkte mithilfe von dessen instabilen und unvollkommenen Eigenschaften das Unbehagen des Films. „Super-8-Fotografie ist waghalsig und gefährlich”, beschreibt es Derrickson. „Der Film flattert buchstäblich in der Kamera, und er verschafft einem unvorhersehbare optische Verirrungen – im Guten wie im Schlechten –, wenn man ihn entwickelt. Genau das finde ich so unheimlich. Ich erinnere mich an das erste Mal, dass ich ein paar der alten 8-mm-Filme meines Vaters fand und sie mir auf dem Projektor ansah, den er irgendwo verstaut hatte. Sich dieses Material anzuschauen, fühlte sich gefährlich an. Nicht wegen des Abgebildeten, sondern wegen des Mediums. Wenn man Super 8 auf die Kinoleinwand projiziert, hat das etwas ungemein Glorreiches. Viele Filmemacher*innen drehen Sachen digital und bearbeiten sie dann in der Postproduktion so, dass sie wie 8-mm-Film aussehen. Aber für mich ist das überhaupt kein Vergleich.”
Analoge Horrorästhetik
Derrickson und Kameramann Pär M. Ekberg verwendeten Super 8, um Schlüsselszenen einzufangen. Hierzu zählen Gwens Träume, wenn der Geist des Greifers in die reale Welt eindringt. Sie nutzten diese Unbeständigkeit, um zutiefst unheimliche Bilder zu kreieren.
Um den Look zu erweitern, wenn Super 8 sich als zu unpraktisch erwies, drehte das Team außerdem auf Super 16 und stutzte den Bildausschnitt des Negativs, damit es die flatterhafte Körnigkeit und die analoge Textur des 8-mm-Formats nachahmte.
Hybridformatstrategie
Ekberg entwickelte eigens das S12-Hybridverfahren, das die Grobheit von Super 8 mit der Stabilität von Super 16 und der Flexibilität von HD kombinierte. Das Ergebnis: ein schaurig wirkendes Bild, das robust genug für anspruchsvolle Unterwasserarbeit, Stuntszenen, visuelle Effekte, Wetter und digitale Mischungen war, ohne seine gespenstische Seele zu verlieren.
Sets und Beleuchtung mussten mehrere Formate gleichzeitig bedienen, oftmals bei minimalem Licht und extremer Kälte, was konstant spontane Anpassungen für beständige Optik erforderte.
Bildgestaltung und zeitgenössische Kontraste
Die Sequenzen in der realen Welt fußten auf einem gedämpften Realismus: entsättigte Farben, kontrastarme Außenansichten und verhangenes natürliches Licht, das die Umgebung von Colorado in der Geschichte widerspiegelte.
Im Gegensatz dazu stützte sich die Traumwelt auf gesättigte Farben, fließende Bewegung und ausdrucksstarke Stilisierung. Wechsel zwischen bodenständigem Realismus und gesteigerter übernatürlicher Optik wurden so eingesetzt, dass sie sich unbeständig und doch zusammenhängend anfühlten, um die Spannung zwischen Realität und Albtraum zu erhöhen.
Auch die unterschiedlichen Zeitperioden – 50er, 70er und 80er – gestaltete das Team mithilfe von Variationen bei Bildeinstellung, Linseneffekt und Kamerabewegung. Dadurch entstanden für jede Epoche subtile visuelle Signaturen, die gleichzeitig die Themen des Films untermalten.
Zusammenarbeit und praktische Innovation
BLACK PHONE 2 markiert Ekbergs erste Zusammenarbeit mit Derrickson und die zwei Künstler gingen in ihrem gemeinsamen Instinkt für das Experimentieren förmlich auf. Zusammen mit Produktionsdesignerin Patti Podesta entwarfen sie Sequenzen um praktische Lichtquellen herum, die Atmosphäre und Textur formten und echte Gegenstände zum Teil der visuellen Identität des Films machten.
Die Crew nutzte das unberechenbare Wetter und arbeitete echten Schneefall und Stürme in die Kameraarbeit mit ein, um Authentizität und Spannung zu steigern.
Kamerabewegung und Immersion
Die Kamerasprache des Films wechselt mit der Geschichte: statisch und wohlüberlegt für bodenständige Realität, geschmeidig und poetisch in Traumsequenzen und ruckartige Handkamerabewegungen für Augenblicke des Grauens.
Die Super-8-Sequenzen wurden mit der Hand gedreht, um dem Publikum die Perspektive der Charaktere zu vermitteln, während größere Formate für filmische Weite und kompositorische Kontrolle sorgten.
ÜBER DAS KOSTÜMBILD

Epochen und Modifikationen
Kostümbildnerin Amy Andrews Harrell verankerte die Garderobe des Films in der Übergangszeit zwischen späten 70ern und frühen 80ern, wobei sie zusätzliche Aufmerksamkeit auf die saisonale Funktionalität im Winterklima Denvers legte.
Ihre Recherche beinhaltete Sears-Kataloge, die Magazine Seventeen und Boy’s Life sowie Highschool-Jahrbücher aus Kaltwetterregionen, um authentisch Schichten, Silhouetten und Texturen einzufangen. Das Ziel war keine stilisierte Nostalgie, sondern die reale und gelebte Seltsamkeit echter Outfits aus jener Zeit.
Um der extremen Kälte in Kanada standzuhalten, wurden Kostüme mit versteckten Heizelementen aufgerüstet, einschließlich batteriebetriebener Grundschichten und speziell modifizierter Jacken. Diese Anpassungen schützten die Darsteller*innen und hielten gleichzeitig die authentischen Silhouetten der Zeit aufrecht.
Der Greifer
Aufbauend auf dem originalen Maskendesign von Tom Savini stellt die Maske des Greifers in BLACK PHONE 2 nun sein ständiges Gesicht dar, mit Reif bedeckt und an seiner Haut festgefroren.
Die Garderobe des Greifers wurde wettergegerbt, damit sie andauernd gefroren aussieht, während an seinem Mantel, Schmuck und Gürtel angebrachte Eispartikel seine übernatürliche Rückkehr „aus der Hölle“ untermauern sollten.
Finn
Finns primärer Look beinhaltet eine speziell angefertigte grüne Bomberjacke, die durch Kombination zweier altmodischer Militärstile entworfen und von Filmstar und Stilikone der 60er-Jahre Steve McQueen inspiriert wurde. Das Stück wurde so gestaltet, als hätten Vater und Sohn sie gemeinsam in einem Armeeladen gekauft. Sie sollte die Unnachgiebigkeit sowie Finns Übergang von Kindheit zu Jugend vermitteln.
Gwen
Gwens lavendelfarbene Skijacke, die Autor, Produzent und Regisseur Scott Derrickson wegen ihres besonderen Farbtons und ihrer violetten Paspel ausgesucht hat, erdet die Farbpalette des Films. Die schnittige Silhouette spiegelt das Setting der frühen 80er wider und unterstreicht gleichzeitig Gwens Unabhängigkeit und Unnachgiebigkeit. Die Jacke wurde außerdem so geschneidert, dass sie Schauspielerin Madeleine McGraw bei ihren Unterwassersequenzen unterstützte.
Ernesto
Ernestos konservative Garderobe aus kastenförmigen Pullovern, Cordhosen und schlichten Schuhen bildet einen direkten Kontrast zu der Härte seines toten Bruders und betont seine stillere, zurückhaltende Persönlichkeit.
Mando
Mandos grobschlächtige Garderobe wurde sowohl mit Wärmenutzen als auch mit Silhouette im Sinn entworfen und beinhaltete unter anderem einen mit Lammfell gefütterten Mantel inklusive Kapuze, die sich zu einem löwenähnlichen Kragen öffnen ließ, Expeditionsüberschuhe, gefütterte Hosen und dicke Handschuhe.
Mustang
Mustangs Look spiegelt ihr Leben auf einer Farm wider: Cowgirljeans, ein speziell verzierter Ledergürtel mit ihrem Namen und einem Pferdemotiv sowie ein doppellagiger Lammfellmantel. Die darin eingebaute Weste sorgte für Wärme ohne Masse und verlieh ihr eine spezifische, funktionale Silhouette, die sich für die Arbeit im Schnee eignete.
Die Kinder im Ferienlager
Die Kostüme für die Kinder, die Gwen in ihren Visionen im Lager sieht, wurden historisch akkurat und emotional aufgeladen gestaltet. Der übergroße gelbe Anorak eines Jungen entstand aus einem Eddie-Bauer-Expeditionsmantel aus den 50ern. Ein weiterer mit Lammfell gefütterter Jeansmantel spiegelte den groben Stil der Epoche wider. Der weiße Wollmantel eines dritten Jungen sollte den optischen Effekt von Blut auf Schnee erhöhen.

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