Dangerous Animals

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  • Einleitung


    Der Hai ist im Tierhorror-Genre nicht tot zu kriegen. Er ist und bleibt das wahrscheinlich beliebteste Tier, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Dennoch kann man brauchbare Hauptfilme wahrscheinlich an einer maximal zwei Händen abzählen. Gemessen an der schieren Flut an solchen Werken, ist das eine erschreckende Bilanz. Auf der anderen Seite fällt es bei dieser Vielzahl auch merklich schwer, den Ganzen einen neuen Spin zu verleihen - besonders, wenn es dabei nicht in irgendwelche absurden Gefilde abdriften soll. Der zweideutig betitelte Dangerous Animals versucht nun genau dies.

    Zephyr, eine Surferin mit schwieriger Vergangenheit, will an Australiens Goldküste eigentlich für sich bleiben. Nur für Moses scheint sie nach einer romantischen Nacht etwas übrig zu haben. Um sich nicht ihren Gefühlen stellen zu müssen, macht sie sich auf zur nächsten Welle. Dabei gerät sie in die Fänge von Hai-Fanatiker und Serienmörder Tucker. Gefangen auf seinem Boot kämpft Zephyr verzweifelt um ihr Leben. Und muss sich dabei nicht nur ihrer Angst vor Haien, sondern auch dem wahren Monster stellen: dem Menschen.

    In den Hauptrollen sind Hassie Harrison ("Yellowstone") und Jai Courtney ("Suicide Squad") zu sehen.
    Die Regie übernahm Sean Byrne ("The Loved Ones").

    © 2025 Constantin Film

    Kritik


    Was sich auf den ersten Blick wie ein weiterer trashiger Haihorror liest, entpuppt sich tatsächlich als ein handwerklich gelungener Thriller, der es nicht nur versteht, durchweg spannend zu bleiben, sondern dazu auch noch überraschend gute Schauspielleistungen präsentiert. Was man bei Dangerous Animals allerdings nicht erwarten darf, ist ein waschechter Tierhorrorfilm. Die Haie kommen nicht nur recht wenig vor, sie sind im Grunde auch nur das Sahnehäubchen, das einen Serienmörder-Thriller ziert, in dem ein Opfer versucht, den Fängen seines Täters zu entfliehen. Und dabei weiß Regisseur Sean Byrne auch immer wieder durchaus zu überraschen. Besonders angenehm dabei ist, dass der australische Filmemacher und sein Drehbuchautor Nick Lepard ihre Hauptfigur Zephyr nie als hilfloses sowie dummes Opfer zeichnen, sondern als willensstarke Persönlichkeit, die bereit ist Grenzen zu überschreiten. Und da hält Dangerous Animals auch definitiv die ein oder andere Überraschung bereit. Hauptdarstellerin Hassie Harrison gelingt es auch durchaus ordentlich, diese Figur zu verkörpern. Auch ihre emotionale Bindung zu Josh Heustons Figur Moses ist nachvollziehbar sowie angenehm greifbar, ohne dabei zu sehr den üblichen Klischees zu folgen. So sind es die kleinen Details, die die Beziehung der Figuren zugänglich machen. Wenn sie über die Songs von Creedance Clearwater Revival und deren wahre Bedeutung philosophieren oder die Nahhaftigkeit von Brötchen aus der Tüte, es sind die kleinen Unterhaltungen, die dafür sorgen, dass die Figuren und deren Verbindungen nicht völlig belanglos daherkommen.
    Aber neben den stabilen Leistungen von Harrison sowie Heustons ist es am Ende besonders Jai Courtney als psychopathischer Serienmörder, der es versteht im Gedächtnis zu bleiben. Im Originalton mit herrlichem Aussie-Dialekt merkt man dem bulligen Schauspieler in jeder Minute an, dass er große Freude daran hatte, mal richtig fies aufzuspielen. Zwar wirken seine Apelle an die Raubfische sowie seine metaphorischen Ansprachen teilweise etwas erzwungen (wenn auch gut gemeint), dennoch macht es durchweg Spaß dem gebürtigen Australier zuzusehen, wie er physisch, mimisch und wie sprachlich eine ganz eigene Figur erschafft.

    Auch wenn Dangerous Animals nicht ganz so derbe wie Byrnes bisherige Horror-Werke daherkommt, so geht es dennoch in einigen Szenen alles andere als zimperlich vor. Und die Haiszenen, die sind teilweise nicht nur tierisch spannend, sie sind handwerklich auch makellos eingefangen. Regisseur Byrne erschafft dabei einige starke Bilder, denen man einen Nachhall nicht absprechen kann. Aber grundsätzlich ist Dangerous Animals sehr gut inszeniert und sieht durchgehend hochwertig aus. Eindrucksvolle Außenaufnahmen können dabei ebenso überzeugen, wie die klaustrophobischen Bilder aus dem Inneren des Schiffes. Dadurch fühlt sich Dangerous Animals stets wie ein handwerklich exzellenter Thriller an, wie man ihn leider nur noch selten vorgesetzt bekommt.
    Da ist es wenig verwunderlich, dass neben der Regie auch die Kameraarbeit, das Szenenbild sowie der Score kaum Raum für Kritik lassen.

    Zugegeben, mit der Logik nimmt es der Film nicht immer ganz so ernst. Besonders gipfelt dies in einer Verfolgungsjagd zwischen einem Motorboot und einer Schwimmerin. Dennoch kann man dem Werk nicht abschreiben, dass es durchweg spannend ist.

    © 2025 Constantin Film

    Fazit


    Dangerous Animals ist überraschend ein überaus gut funktionierender Thriller geworden, dessen Haiszenen dem Ganzen noch einen besonderen Reiz verschaffen. Einen Tierhorror darf man hier nicht erwarten, dafür liefert Regisseur Sean Byrne einen durchweg gelungen inszenierten Psychothriller um einen Serienmörder mit ungewöhnlichen Tötungsmethoden ab. Dazu liefert Jai Courtney als Serienmörder noch eine der besten Performances seiner bisherigen Karriere ab, wodurch das Werk den Zuschauer stets im Geschehen hält. Da verzeiht man die ein oder andere dramaturgische Ungeschicklichkeit durchaus gerne.


    7/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Dangerous Animals
    Land:
    Australien, USA
    Jahr:
    2025
    Studio/Verleih:
    Shudder / Constantin Film
    Regie:
    Sean Byrne
    Drehbuch:
    Nick Lepard
    Kamera:
    Shelley Farthing-Dawe
    Musik:
    Michael Yezerski
    Genre:
    Thriller
    Darsteller:
    Hassie Harrison, Jai Courtney, Josh Heuston, Ella Newton
    Start (DE):
    11.09.2025
    Start (USA):
    06.06.2025
    Laufzeit:
    98 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Bilder
    • Dangerous-Animals-01.jpg

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