Bone Lake

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  • Einleitung


    Auch wenn sie bereits seit über 10 Jahren als Regisseurin tätig ist, dürfte ihr Name noch nicht wirklich vielen Cineasten bekannt sein. Vornehmlich liegt es vermutlich daran, dass Mercedes Bryce Morgan neben etlichen Kurzfilmen eher in der Musikbranche unterwegs war, wo sie Musikvideos für unter anderem Marshmello, Slushii oder Chvrches inszenierte. 2022 erst feierte sie mit "Fixation" ihr Spielfilmdebüt, ließ im selben Jahr noch "Spoonful of Sugar" folgen, doch einer breiten Masse wurden diese Werke nicht bekannt. Mit ihrem neusten Werk Bone Lake dürfte sie zumindest auf den Schirm von mehr Leuten auftauchen, da ihr blutiger Thriller die Chance hatte, auf dem Genre Festival Fantastic Fest Premiere zu feiern. So ist es wenig verwunderlich, dass mit Bone Lake nun auch ihr erster Titel es regulär nach Deutschland schafft und es stellt sich heraus, dass die Filmemacherin trotz überschaubarem Budget spannende inszenatorische Qualitäten präsentieren kann.

    Diego und seine Freundin Sage haben sich das romantische Wochenende am Bone Lake anders vorgestellt, denn ihr Ferientraumhaus wurde doppelt gebucht: Will und Cin sind ein extrovertiertes Paar, das für eine Menge erotischer Spannung sorgt. Doch das Spiel aus Sex, Lügen und Manipulation eskaliert bald auf blutigste Weise…

    In den Hauptrollen sind Maddie Hasson ("Malignant"), Marco Pigossi ("Gen V"), Andra Nechita ("Bad Teacher") und Alex Roe ("Billy the Kid") zu sehen.

    © 2025 Busch Media Group

    Kritik


    Erotische Thriller, die sich meist um Manipulation und psychologische Spiele drehen, im Geiste von Titel wie "Basic Instinct", "Never Talk to Strangers" oder "Wild Things" sind fast ausgestorben. Regisseurin Mercedes Bryce Morgan versucht nun mit Bone Lake dort anzuschließen und das fast schon in Vergessenheit geratene Subgenre mit frischen Wind zu versehen. Wenn ihr Werk mit einer Armbrust-Hetzjagd nach einem splitterfasernackten Paar durch einen Wald beginnt, welches auf eine Art erlegt wird, die eher an Horrorfilme aus dem Bahnhofskino anmutet, führt das erst einmal gehörig in die Irre, denn inszenatorisch gelingt es der Regisseurin danach über weite Strecken, eher den genannten Edel-Thrillern Tribut zu zollen. Besonders in den ersten zwei Dritteln liefert die Filmemacherin ein sexuell aufgeladenes Werk, bei dem zwar durchgängig klar ist, wer hier wen manipuliert und wer somit die Bösen sind, allerdings sorgen das spielfreudige Darsteller-Quartett sowie die häufig mit ungewöhnlichen Kamerafahrten und tollen Bildern ausgestattete visuelle Gestaltung für viel Freude beim Zuschauen. Dabei sieht der Independent Film durchweg hochwertig aus und Morgan weiß besonders Andra Nechita und Alex Roe als vermeintlich undurchsichtiges Paar stets stilvoll sexy wie verführerisch in Szene zu setzen, sodass die Verunsicherung auf der Gegenseite bestens nachzuvollziehen ist.

    Beim Drehbuch erweist sich Autor Joshua Friedlander allerdings bei Weitem nicht als so kreativ wie die Regisseurin in ihrer Art der Inszenierung. Zu offensichtlich sind die Fronten, sodass Bone Lake leider nie so richtig Spannung aufbauen kann. Zu abgedroschen sind die meisten Motive sowie Konflikte, sodass die inneren Vorgänge der Figuren nie richtig zu fesseln wissen. Bei den Konflikten wird nie wirklich in die Tiefe gegangen, wodurch eine große emotionale Wucht von vorn herein unterbunden wird. Einzig eine Unterhaltung über Selbstbefriedigung und sexuelle Bedürfnisse zwischen Maddie Hassons und Marco Pigossis Figuren öffnet plötzlich interessante Türen, wodurch Themen ermöglicht werden, mit denen etliche Paare zu tun haben, aber viel zu selten sich trauen, mit ihren Partnern darüber zu sprechen. Doch genutzt wird diese Vorlage leider nicht, sodass auch diese Möglichkeit auf dramaturgische Frische im Sande verläuft.
    Und der große Twist zum Schlussakt hin überrascht bei dem mageren Aufbau dann leider auch zu wenig.

    Sobald es dann in die Schlussphase geht, darf es auch blutig werden und hier wird nicht beim Härtegrat gegeizt, sodass man nach der Eröffnungssequenz des Films plötzlich wieder darin erinnert wird, warum der Film die FSK-Freigabe ab 18 Jahren aufgedrückt bekommen hat. Etwas merkwürdig agierende Figuren und der etwas abrupte stilistische Bruch, lassen den Zuschauer allerdings in dieser Phase emotional zurück. Unterhaltsam ist das Ganze dann zwar schon, richtig mit den Figuren mitfiebern kann man allerdings nicht.

    © 2025 Busch Media Group


    Grundsätzlich fehlt es Bone Lake etwas an Mut bei den Figuren und ihren Konflikten auch mal in die Tiefe hinabzusteigen. Ebenso kommt das Werk von Mercedes Bryce Morgan trotz der erotisch aufgeladenen Atmosphäre diesbezüglich dann doch überraschend zahm daher. Dennoch sieht Bone Lake durchweg toll aus und kann mit einem gut aufgelegten Darstellerensemble punkten, wenn auch niemand hier schauspielerisch preisverdächtige Leistungen abruft.

    Fazit


    Regisseurin Mercedes Bryce Morgan und "Saw X"-Kameramann Nick Matthews liefern wahrlich etliche kreative Kamerafahrten und wunderschöne Kameraeinstellungen, sodass Bone Lake nicht nur aufgrund der attraktiven Darsteller reichlich für das Auge bietet. Inhaltlich scheut sich das Werk allerdings zu sehr vor echten emotionalen Konflikten und schafft es auch nicht die Thriller-Elemente so aufzubauen, dass sie zu fesseln wissen. Spielfreudige Darsteller sowie eine überraschend stilvolle Inszenierung retten den Film vor dem kompletten Abdriften in die Belanglosigkeit.


    5/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Bone Lake
    Land:
    USA
    Jahr:
    2024
    Studio/Verleih:
    LD Entertainment / Busch Media Group
    Regie:
    Mercedes Bryce Morgan
    Drehbuch:
    Joshua Friedlander
    Kamera:
    Nick Matthews
    Musik:
    Roque Baños, Ben Cherney
    Genre:
    Thriller, Horror
    Darsteller:
    Maddie Hasson, Marco Pigossi, Andra Nechita, Alex Roe
    Start (DE):
    06.11.2025
    Start (USA):
    03.10.2025
    Laufzeit:
    94 Minuten
    FSK:
    keine Jugendfreigabe
    Bilder
    • Bone-Lake-01.jpg

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