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Birds of Prey

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  • Einleitung

    Margot Robbie ist als verrückte Harley Quinn zurück. Die neueste Comicverfilmung von DC Birds of Prey: And the Fantabulous Emancipation of one Harley Quinn ist ab Donnerstag den 6. Februar 2020 in den deutschen Kinos zu sehen. Ob die Comicverfilmung gelungen ist, verraten die nachfolgenden Absätze.

    Nach der Trennung vom Joker schließt sich Harley Quinn (Margot Robbie) mit den Heldinnen Black Canary (Jurnee Smollett-Bell), Huntress (Mary Elizabeth Winstead) und der Polizistin Renee Montoya (Rosie Perez) zusammen, um eine Teenagerin vor dem Gangsterboss Black Mask (Ewan McGregor) zu beschützen.

    © 2020 WARNER BROS. Entertainment

    Kritik

    Als 2016 die DC Comicverfilmung Suicide Squad in den Kinos anlief, waren die Meinungen überwiegend negativ. Selbst unter großen Fans herrschte eine gemischte Stimmung. Das Bösewichter Teamup Suicide Squad hatte jedoch ein Element, das sowohl Kritiker als auch Fans begeistern konnte, und zwar Margot Robbie als Harley Quinn. Robbie’s sehenswerte Performance war definitiv eines der wenigen Highlights von Suicide Squad und brannte die ohnehin beliebte Figur endgültig in das popkulturelle Gedächtnis ein.
    Nun bekommt die beliebte Bösewichtin mit Birds of Prey: And the Fantabulous Emancipation of one Harley Quinn quasi ihren eigenen Film. So wirft die neueste Comicverfilmung aus dem Hause DC die beliebte Figur in ein verrücktes Abenteuer, in dem sich Harley emanzipieren und vom übergroßen Schatten des Jokers lösen will.

    Es ist kein Geheimnis, dass Warner und DC sich allmählich von ihrem einstigen Superhelden Filmuniversum DCEU lösen und überwiegend auf einzelne Filme (inklusive ihrer Fortsetzungen) setzen, die wenn überhaupt nur noch lose miteinander verbunden sind. Dennoch ist Birds of Prey, obwohl es ein eigenständiger Film ist, eine Art Fortsetzung zu Suicide Squad. Der Film nimmt direkten Bezug zu Szenen oder Handlungselemente aus Suicide Squad auf. Zudem sind in Birds of Prey an vielen Stellen Verweise zu Charakteren aus dem Bösewichter TeamUp und Harley ist dieselbe Figur und keine Neuinterpretation.
    Auch wenn Cathy Yan’s Birds of Prey eine Art Fortsetzung bzw. Spin-off zu David Ayer’s Suicide Squad darstellt, ist der Film um Harley Quinn, Huntress und Black Canary tonal, erzählerisch und visuell völlig unterschiedlich.

    © 2020 WARNER BROS. Entertainment

    Die Handlung von Birds of Prey ist recht einfach gehalten und konzentriert sich in großen Teilen auf Harley’s verrücktes Leben, wie sie in das Kreuzfeuer von Gangstern gerät und einen Gegenstand beschaffen soll. Überraschungen oder unvorhersehbare Wendungen bietet der Film nicht, aber das möchte Birds of Prey gar nicht. In erster Linie will der Film auch gar keine besonders ausgeklügelte Geschichte erzählen. Es geht primär, um den Spaß und eine entfesselte Harley Quinn bei ihren verrückten Abenteuern zu zeigen. Mehr darf man hier auch nicht erwarten, denn als Grundgerüst für eine unterhaltsame und witzige Comic-Action-Komödie ist das völlig ausreichend.
    Die nicht chronologisch erzählte Geschichte springt oft von Handlungsstrang zu Handlungsstrang, was die recht dünne Geschichte unnötig aufbläht und narrativ nur den Zweck erfüllt, damit sich Harley über Figuren und deren Taten lustig machen kann. Diese Struktur sorgt gelegentlich dazu, dass die Geschichte nicht vorankommt.
    Birds of Prey besitzt ein hohes Pacing, sodass immer wieder etwas passiert. Das sorgt zwar nicht immer, dass etwas interessantes auf der Leinwand zu sehen ist. Aber großartige Ausfälle sind trotz ein paar kleiner Längen im Mittelteil nicht zu verzeichnen.

    Der Look von Birds of Prey kann sich definitiv sehen lassen, die Farbgebung mit Neonlichtern und die Bildsprache sind sehr gelungen und sorgen immer wieder für interessante Bilder auf der Leinwand. Kameramann Matthew Libatique (Mother!) schafft es immer wieder abwechslungsreiche Bilder des düsteren Gotham City oder neongetränkte Straßen zu kreieren. Dementsprechend kann Birds of Prey auf visueller Ebene überzeugen.

    Die Actionszenen sind größtenteils gut inszeniert und choreografiert. Die Handschrift von Chad Stahelski (John Wick), der während der Nachdrehs neue Actionszenen inszeniert hat, ist klar zu erkennen. Die Kämpfe und Schusswechsel sind bis auf wenige Ausnahmen gut gemacht und bieten eine Menge Spaß. Dabei haben sie auch die nötige Härte, ohne aber wirklich grafisch zu werden. Jeder Charakter hat in den Actionszenen seinen Moment. Das wichtigste ist, dass die Action zu jeder Zeit übersichtlich ist und aus einer gewissen Entfernung gefilmt wurden, um die Choreografien in voller Pracht zeigen zu können. Nur das Finale fällt in seiner Inszenierung vom Rest ein wenig ab, da hier nichts Besonderes oder Spektakuläres geboten wird.

    Es sitzt zwar nicht jeder Gag oder jede Pointe, aber der Humor in Birds of Prey ist größtenteils gelungen. Besonders die Ansammlung irrwitziger Situationen, in denen Harley und ihre Kolleginnen geraten, sind oftmals sehr witzig. Grundsätzlich ist Birds of Prey ein witziger Film, der sich voll und ganz auf das komödiantische Talent seiner Hauptdarstellerin verlässt und an einigen Stellen wirklich zum Lachen einlädt.

    Margot Robbie steht wie zu erwarten über allen anderen Schauspielern in Birds of Prey: And the Fantabulous Emancipation of one Harley Quinn. Ihre, wieder einmal, sehr gelungene Darstellung von Harley trägt den Film fast im Alleingang und kann mehr als überzeugen. Margot Robbie bei ihrem Schauspiel zu beobachten macht unheimlich viel Spaß und wertet Birds of Prey ungemein auf. Sie stellt Harley wieder vollkommen verrückt, überdreht und auf einer liebenswerten Weise dar. Den ambivalenten und psychotischen Charakter nimmt man Robbie auch jederzeit ab. Es ist in jeder Szene zu erkennen, wie viel Spaß sie in dieser Rolle hat und das Birds of Prey eine Herzensangelegenheit war.
    Einzig Ewan McGregor bekommt nach Robbie eine gewisse Leinwandzeit, um zu überzeugen. Auch wenn McGregor schon bessere Darstellungen gezeigt, weiß seine Interpretation von Roman Sionis aka Black Mask zu gefallen. Ewan McGregor legt den Charakter jedoch unterschiedlich zur Comicvorlage an und zeigt analog zu Harley Quinn, eine durchgeknallte und psychopathische Figur, die ein Hang zur Exzentrik besitzt. Besonders die gemeinsamen Szenen mit Robbie machen unheimlich viel Spaß.
    Leider bekommen die anderen Darsteller deutlich weniger Screentime, um sich zu zeigen. Vor allem Jurnee Smollett-Bell als Black Canary bekommt fast gar keine Charakterisierung, sodass Zuschauer ohne Comic Kenntnisse nicht viel mit dem Charakter anfangen können. Bis auf wenige One-Liner und einige gelungene Kampfszenen ist von Black Canary wenig zu sehen. Aber in ihren wenigen Szenen glänzt Smollett-Bell durch eine gute Leinwandpräsenz. Im Gegensatz zu Black Canary bekommt Mary Elizabeth Winstead als Helena Bertinelli aka Huntress eine Backstory, jedoch hat sie kaum Screentime, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.
    In den gemeinsamen Szenen passt die Chemie der Darstellerinnen aber ungemein und es bildet sich eine gelungene Dynamik unter ihnen.
    Der von Chris Messina verkörperte Victor Zsasz ist leider vollkommen missraten und zum Handlanger degradiert worden. Ohnehin nimmt sich Drehbuchautorin Christina Hodson einige Freiheiten bei der Gestaltung der Charaktere, die mal mehr mal weniger funktionieren.

    © 2020 WARNER BROS. Entertainment

    Fazit

    Birds of Prey ist eine solide Comicverfilmung geworden, die bis auf wenige Ausnahmen Spaß macht. Einige unglückliche Entscheidungen, wie die weniger gelungene Struktur und die Geschichte andauernd zeitlich vor und zurück springen zu lassen, sowie eine recht dünne Handlung trüben ein wenig den Spaß.
    Jedoch kann Birds of Prey mit seiner visuellen Gestaltung, den gelungenen Actionszenen und einer tollen Margot Robbie in der Hauptrolle überzeugen. Der durchaus witzige Film bietet kurzweilige Unterhaltung und kann Fans des Genres sowie der Figur Harley Quinn empfohlen werden.


    6,5/10

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    Zweitmeinung




    ElMariachi90Auch wenn sie beim Showdown etwas visuelles Potential liegen lässt, gewinnt Regisseurin Cathy Yan der etwas öden Dramaturgie optisch stets frische Aspekte ab. Die Action ist dabei durchweg angenehm übersichtlich und auch ordentlich choreografiert. Nur bei der Erzählstruktur macht sie es sich unnötig kompliziert, wodurch einige nicht zu verkennende Längen entstehen. Doch das eigentliche Highlight von Birds of Prey sollen ja auch die durchgeknallten Figuren sein. Neben Margot Robbies solider Darbietung als Harley Quinn kann jedoch lediglich Jurnee Smollett-Bell einen ordentlichen Eindruck hinterlassen. Der Rest bleibt trotz der überzogenen Darbietungen und Figurenzeichnungen unauffällig. Darüber hinaus zündet der Humor nur wirklich selten. Eine gelungene Songauswahl und die visuell nie langweilige Inszenierung sorgen dennoch für zumindest durchschnittliche Unterhaltung.

    5/10
    Infos
    Originaltitel:
    Birds of Prey: And the Fantabulous Emancipation of One Harley Quinn
    Land:
    USA
    Jahr:
    2020
    Studio/Verleih:
    Warner Bros./ DC Films
    Regie:
    Cathy Yan
    Produzent(en):
    Sue Kroll, Margot Robbie, Bryan Unkeless, David Ayer, Walter Hamada, Geoff Johns, Hans Ritter, Galen Vaisman
    Drehbuch:
    Christina Hodson
    Kamera:
    Matthew Libatique
    Musik:
    Daniel Pemberton
    Genre:
    Action, Comicverfilmung
    Darsteller:
    Margot Robbie, Mary Elizabeth Winstead, Jurnee Smollett-Bell, Rosie Perez, Chris Messina, Ella Jay Basco, Ali Wong, Ewan McGregor
    Inhalt:
    Nach der Trennung vom Joker schließt sich Harley Quinn (Margot Robbie) mit den Heldinnen Black Canary (Jurnee Smollett-Bell), Huntress (Mary Elizabeth Winstead) und der Polizistin Renee Montoya (Rosie Perez) zusammen, um eine Teenagerin vor dem Gangsterboss Black Mask (Ewan McGregor) zu beschützen.
    Start (DE):
    6. Februar 2020
    Start (USA):
    7. Februar 2020
    Laufzeit:
    109 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Bilder
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