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Waves

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  • Einleitung


    Nach dem Horror-Thriller "It Comes At Night" von 2017, widmet sich Regisseur Trey Edward Shults mit Waves nun dem Drama zu und erzählt eine packende Familiengeschichte, die über ein schreckliches Unglück in die Tiefe stürzt.

    Waves erzählt die bewegende Geschichte der afroamerikanischen Vorstadtfamilie Williams, die nach einem tragischen Ereignis wieder zu sicht selbst finden muss. Der Film einen mitfühlenden aber nicht selten auch schmerzhaften Blick auf universelle Themen wie elterlichen Druck, die Liebe in ihren unzähligen Inkarnationen und darauf, wie sie Menschen auseinandertreiben oder auch zusammenführen kann.



    Kritik


    Wie auch schon in "It Comes At Night", nutzt Shults auch in Waves wieder verschiedene Bildformate, um die jeweilige Gefühlssituation der Protagonisten zu unterstreichen. Je nach Fröhlichkeit, Traurigkeit oder Hoffnung, ist das Bild mal breiter, mal schmaler. Dies funktioniert insbesondere deshalb gut, weil der Film so den Zuschauer mal mehr, mal weniger bewusst in eine bestimmte Gefühlslage versetzen kann. Doch nicht nur das Spiel mit den unterschiedlichen Bildformaten funktioniert. Ohne die bewegenden Darstellungen sämtlicher Beteiligter, würde dies alles nichts nutzen. Allen voran Taylor Russell und Sterling K. Brown schaffen es, ihre Figuren mit viel Feingefühl und Authentizität zu spielen.

    Innerhalb der Geschichte schafft Waves es, das Gefühl, es könnte jeden zu jeder Zeit treffen, stets gekonnt zu vermitteln. Das Unglück, welches die Familie gefühlt aus heiterem Himmel trifft, sich für den Zuschauer aber durch viele kleine falsche Entscheidungen oder unglückliche Zufälle lange ankündigt, schlägt innerhalb des Filmes ein wie eine Wucht. Gerade der Weg dorthin ist durch die fehlende Kommunikation an wichtigen Stellen innerhalb der Familie schmerzhaft anzusehen. Auf der einen Seite sind die dargestellten Motive und Probleme der Familienmitglieder rund um Anerkennung, sportlichem Druck, Druck in der Familie und der Suche nach Liebe schön anzusehen, doch wiederum sind es auch genau diese, die die Familie ins Unglück stürzen.

    Eine besondere Wendung nimmt Waves in der zweiten Filmhälfte, die so manchen Zuschauer etwas stören dürfte, da der Film sich hier tonal ändert. Doch ist diese für die Geschichte überaus wichtig, da man neben den Ereignissen, die zum Unglück führen, so auch gut beleuchtet werden kann, wie sich die Familie wieder versucht aus dieser Krise heraus zu kämpfen. Dies passiert vordergründlich an der Figur von Taylor Russell, die eine gefühlvolle Station ihres Lebens erlebt und dabei von ihrer verletzten Liebe einiges wiederherzustellen versucht und diese gleichzeitig auch noch weiterzugeben. Für das große Ganze erscheint dieser Teil des Films als der wesentlich wichtigere, da er viele gute Botschaften mit sich bringt, mit viel Herz inszeniert und gespielt ist und in erster Linie das Herz berührt.

    Doch in Kombination bilden beide Hälften einen konstant guten Film, der, ohne sich in allzu große Klischees zu stürzen, überaus gut funktioniert und untermalt mit einem passenden Soundtrack immer weiß, was er zeigen und erzählen möchte. In Kombination mit der verspielten Kamera und den dargebotenen schauspielerischen Leistungen ergibt sich ein stimmiges Bild, das trotz der recht langen Laufzeit von 135 Minuten einen Sog entwickelt und äußerst kurzweilig daher kommt.



    Fazit


    Mit Waves hat Trey Edwards Shults es geschafft, ein packendes Drama zu schaffen, das den Zuschauer auf mehreren Ebenen berührt und viel Empathie wecken kann. Untermauert von guten Schauspielern und einer schockierenden Geschichte, mauserte sich Waves schon während der Spielzeit zu einem kleinen Highlight des noch jungen Kinojahres 2020.


    8/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Waves
    Land:
    USA
    Jahr:
    2019
    Studio/Verleih:
    Universal Pictures
    Regie:
    Trey Edward Shults
    Produzent(en):
    Trey Edward Shults, Kevin Turen, James Wilson
    Drehbuch:
    Trey Edward Shults
    Kamera:
    Drew Daniels
    Musik:
    Trent Reznor, Atticus Ross
    Genre:
    Drama
    Darsteller:
    Sterling K. Brown, Taylor Russell, Kelvin Harrison Jr., Lucas Hedges, Renée Elise Goldsberry, Alexa Demie
    Inhalt:
    Waves erzählt die bewegende Geschichte der afroamerikanischen Vorstadtfamilie Williams, die nach einem tragischen Ereignis wieder zu sicht selbst finden muss. Der Film einen mitfühlenden aber nicht selten auch schmerzhaften Blick auf universelle Themen wie elterlichen Druck, die Liebe in ihren unzähligen Inkarnationen und darauf, wie sie Menschen auseinandertreiben oder auch zusammenführen kann.
    Start (DE):
    19. März 2020
    Start (USA):
    15. November 2019
    Laufzeit:
    135 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Links
    Webseite:
    https://upig.de/micro/waves
    Bilder
    • Waves-wide.jpg

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