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Baptiste - Staffel 1

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  • Einleitung


    Einen großen Beitrag zum Erfolg der britischen Thriller-Serie The Missing trugen nicht nur die Autoren Harry und Jack Williams bei, sondern auch die kernige Darstellung Tchéky Karyos des speziellen Ermittlers Julien Baptiste. Dieser bekommt nun mit Baptiste sein eigenes Spin-off spendiert, das nach den beiden ersten Staffeln von The Missing angesetzt ist. Harry und Jack Williams kehrten dafür ebenfalls zurück.

    Nachdem Baptiste eine Gehirnoperation hatte und sein Tumor entfernt werden konnte, scheint der Ermittler aber nicht mehr derselbe zu sein. Dennoch bittet ihn seine ehemalige Vorgesetzte um Hilfe, als ein Mann in Amsterdam seine verschwundene Nichte sucht. Trotz Vorbehalte macht sich Baptiste auf die Suche nach der jungen Frau.

    Neben Karyo (Der Patriot) ist unter anderem auch noch Tom Hollander (Fluch der Karibik) zu sehen.

    © 2020 Polyband

    Kritik


    Mit Amsterdam hat man eine spannende, unverbrauchte wie abwechslungsreiche Stadt als Setting gewählt, die auch immer wieder gekonnt in Szenen gesetzt wird. Generell kann man Baptiste visuell wenig vorwerfen. Dramaturgisch kommt die Serie jedoch immer wieder ins Stocken. Wenig subtile und viel zu häufig bis ins Detail ausformulierte Dialoge schmälern das Rätselvergnügen zunehmend. Zwar lassen sich die Autoren auch immer wieder gelungene Twists einfallen, die das Interesse an dem Gesehenen aufrechterhalten, doch werden fast ebensoviele dermaßen uninspiriert vorbereitet, dass man sie schon Minuten vorher kommen sieht. Ebenso holprig zeigt sich die Figurenzeichnung. Zwar geben sich Tom Hollander und Tchéky Karyo merklich Mühe, wirklich greifbar werden sie dennoch nicht. Das liegt vor allem an dem teils etwas nervigen Verhalten der beiden Figuren. Beide Männer wirken häufig zerstreut und chaotisch, was in der Kombination meist anstrengend anzuschauen ist. Vor allem von Karyos einnehmende Darbietung von Baptiste aus The Missing ist nur noch wenig vorhanden. Zwar wird bereits in der ersten Folge mehrfach wenig subtil darauf hingewiesen, dass er nicht mehr der Mann ist, der er einmal war, dennoch verkommt er dadurch zu einem austauschbaren Ermittler.

    Auch wenn sich Baptiste visuell nicht sonderlich viel vorwerfen lässt, ist die Inszenierung dennoch häufig hölzern und birgt auch einige Ungereimtheiten. Folglich kommt die Serie nicht so recht in Schwung und wirkt trotz der lediglich sechs Episoden etwas langatmig und schwerfällig. Einzig die immer wieder auftauchenden gelungenen inhaltlichen Wendungen sorgen für einen wiederkehrenden Spannungsaufbau.
    Aber vor allem die fehlende Bindung zum titelgebenden Protagonisten erschweren das Mitfiebern erheblich.

    Ansonsten ist Baptiste in erster Linie souveräne aber auch etwas zu routinierte Arbeit auf fast allen Ebenen. Dadurch verpasst man, sich von den zahlreichen Genrevertretern abzuheben und hält sich dank der gelungenen Twists so gerade über dem Durchschnitt aber dennoch spürbar hinter der Vorlage.

    © 2020 Polyband

    Fazit


    Baptiste ist leicht überdurchschnittliche Thriller-Unterhaltung, die aus den Vorlagen zu wenig herausholt. Der in der Originalserie so eigenwillige und charismatische Ermittler verkommt hier im Spin-off zu einer austauschbaren Hauptfigur. Aber auch bei dem dramaturgischen Potential wie der spannenden Location werden leider zu viele Möglichkeiten liegen gelassen.


    6/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Baptiste
    Land:
    Großbritannien, Belgien, Niederlande
    Jahr:
    2019
    Studio/Verleih:
    BBC / Polyband
    Regie:
    Börkur Sigpórsson, Jan Matthys
    Drehbuch:
    Harry Williams, Jack Williams
    Kamera:
    Árni Filippusson, John Lee
    Musik:
    Dominik Scherrer
    Genre:
    Thriller
    Darsteller:
    Tchéky Karyo, Tom Hollander
    Start (DE):
    28.02.2020 (Verkauf)
    Laufzeit:
    55 Minuten pro Folge (6 Episoden)
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Bilder
    • Baptiste-03.jpg

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