ANZEIGE

Children of the Sea

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Einleitung


    Zwischen 2007 und 2012 wurde der Manga Children of the Sea veröffentlicht und erfreute sich großer Beliebtheit. Nun folgt der gleichnamige Anime zur Reihe, der sich vom Zeichenstil sehr an den des Mangas orientiert.

    Children of the Sea dreht sich um Ruka, die in den Sommerferien im Aquarium die beiden Jungen Umi und Sora kennenlernt, die unter Wasser unglaubliche Distanzen zurücklegen können. Doch schon bald erkennt Ruka, dass auch sie eine ungewöhnliche Verbindung zum Meer hat. Als die beiden Jungen ihr von einem Fest der Meeresbewohner erzählen, lässt sie es sich natürlich nicht nehmen Teil davon zu sein. Doch dort erwartet sie auch eine ganz besondere Aufgabe.

    Inszeniert wurde das phantasievolle Werk von Ayumu Watanabe (Doraemon: Nobita to midori no kyojinden).

    © 2020 Polyband

    Kritik


    Zugegebenermaßen muss man sich bei Children of the Sea an den Zeichenstil der Menschen erst einmal gewöhnen. Auch wenn dieser natürlich sehr nah an der Mangavorlage ist und somit dieser nur allzu sehr gerecht wird, sind die befremdlich wirkenden Menschen visuell doch immer wieder ein Dorn im Auge. Dazu kommt das generelle Figurendesign bei dem ein oder anderen Charakter, das etwas abschreckt als abholt. Davon abgesehen ist der Anime aber ein wahrer Bilderrausch. Vor allem die Szenen der Unterwasserwelten und der dazugehörigen Tiere sind eine Wucht. Dabei entstehen visuelle Erfahrungen, wie man sie so noch nicht erlebt hat. Ergänzt durch die Wahl von einigen nicht so gängigen Tieren, wird das Seherlebnis sogar noch einmal gesteigert. Ob es Riemenfische, ein Riesenmaulhai oder die atemberaubenden Aufnahmen von Walhaien sind, Children of the Sea spart nicht an einer vielseitigen und überwältigenden Tierwelt.
    Bekommt man zu Beginn noch relativ bodenständige Bilder geboten, wandeln sich diese zum Ende hin zu einem wahrlich surrealen Trip, den es zu beschreiben kaum möglich ist. Und gerade in dieser Phase stellt sich aber die deutsche FSK-Freigabe ab 6 Jahren als äußerst bedenklich heraus. Nicht nur wird man von teils düsteren Eindrücken überrannt, sondern auch inhaltlich dürften nicht nur Kinder dann spürbar überfordert sein. Man könnte fast meinen, dass die Verantwortlichen sich nur von der ersten Hälfte des Werks ein Bild gemacht haben. Denn zum Ende hin ist der Anime von Ayumu Watanabe kaum noch zu greifen. Man wird mit philosophischen Andeutungen überhäuft, die in phantastische Transformationen gehüllt werden, sodass es nur noch schwer gelingt zu folgen. Eine enorme Faszination in dieser Phase, kann man dem Geschehen aber in keiner Sekunde absprechen.

    Dramaturgisch bietet Children of the Sea zwar eine interessante Ausgangssituation, fängt aber gerade mit den Geschwistern Umi und Sora, die im Meer von Dugongs aufgezogen wurden, zu wenig an. Viel zu viel wird da im Ungewissen gelassen. Einiges wird dabei sogar als selbstverständlich hingestellt, was aber spannend gewesen wäre noch näher zu ergründen. So verliert man leider Potential an Stellen, an denen es nicht nötig gewesen wäre.
    Darüber hinaus sind die Fabeln und erzählerischen Sagen, dass alles mit einander verbunden ist - das Meer und das Weltall, der Mensch und die Tiere, alles steht in einem Zusammenhang - oft etwas schwer greifbar. Dadurch geht diesen Aspekten ein wenig die Magie verloren und die philosophischen Anregungen verkommen im schlimmsten Fall zu behaupteten Phrasen. Auch hier werden Umi (übrigens japanisch für Meer) und Sora (japanisch für Himmel) nur unzureichend genutzt. Die beiden als Verbindungsstück zwischen den Elementen hätten mehr inhaltlichen Raum verdient. Vor allem Soras Lehren können durch seine häufig unsympathische Darstellung den Zuschauer nur selten emotional erreichen. Darüber hinaus wird bei der Gelegenheit der fragwürdige Umgang der Menschen mit seiner Umwelt mehr als nur unzureichend behandelt. Gerade bei einem Film mit solch einer inhaltlichen Thematik wirkt das weitestgehende Auslassen dieses Aspekts anorganisch und rüttelt an der Glaubwürdigkeit.

    © 2020 Polyband


    Aber die enorme Kraft von Children of the Sea liegt sowieso in der Magie und der Schönheit des Ozeans und seiner Bewohner. Und die einnehmende visuelle Wucht, mit der dies präsentiert wird, ist nahezu überwältigend. Wenn dann noch der einmal mehr verzaubernde Score von Joe Hisaishi (Prinzessin Mononoke) ertönt, verliert man sich endgültig in diesem Bilderrausch.

    Fazit


    Children of the Sea ist ein visuelles Meisterwerk, wie man es so vermutlich noch nie gesehen hat. Dramaturgisch ist der Anime jedoch etwas holprig und wirft zu viele Fragen in den Raum, mit denen sich zu wenig beschäftigt wird. Zum Ende hin dürfte die inhaltliche wie visuelle Entfaltung nicht nur Kinder überfordern. Dennoch übt das Werk von Ayumu Watanabe eine soghafte Faszination aus.


    7/10

    :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2: :stern2: :stern2:
    Infos
    Land:
    Japan
    Jahr:
    2019
    Studio/Verleih:
    Polyband
    Regie:
    Ayumu Watanabe
    Drehbuch:
    Hanasaki Kino, Daisuke Igarashi (Manga)
    Musik:
    Joe Hisaishi
    Genre:
    Anime
    Start (DE):
    27.03.2020 (Heimkino)
    Laufzeit:
    111 Minuten
    FSK:
    ab 6 Jahren
    Bilder
    • Children-of-the-Sea-03.jpg

      1,05 MB, 1.600×680, 1.890 mal angesehen

    4.572 mal gelesen