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Coma

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  • Einleitung


    In den letzten Jahren fanden immer wieder aufwendige russische Filmproduktionen ihren Weg nach Deutschland. Mit Coma tobte sich Effektspezialist Nikita Argunov (Der Mongole) nun ordentlich aus und feierte damit gleich sein Regiedebüt, bei dem seine berufliche Herkunft nicht zu übersehen ist. Ähnliche wie bei den kommerziellen Erfolgsfilmen Attraction und Attraction 2: Invasion setzt man bei Coma ganz auf die visuelle Kraft und präsentiert, was in Russland an Effekten alles möglich ist.

    Im Zentrum von Coma steht ein junger Architekt, der nach einem Unfall in eine unbekannte Welt gelangt. Eine Welt die aus den Erinnerungen von Menschen im Koma konstruiert wurde. Doch das menschliche Gedächtnis ist lückenhaft, chaotisch und instabil – und genau das spiegelt diese Welt auch wieder. Landschaften und Gebäude gehen ineinander über, Erinnerungslücken sind Risse in der mysteriösen Welt. Und finstere Wesen schleichen umher, die Jagd auf die Menschen machen. Auf der Such nach einem Weg zurück in die Realität stößt er auf ein Geheimnis, das das Leben aller in Gefahr bringt.

    © 2020 Capelight Pictures

    Kritik


    Die Story von Coma bietet eine spannende Ausgangslage, die auch gleich das Interesse wecken kann. Denn Regisseur Nikita Argunov wirft einen unmittelbar in die surreale Welt seines Effektgewitters. Und diese ist auch visuell beeindruckend gestaltet, wenn auch die Effekte nicht immer lupenrein gelungen sind. Dennoch werden hier immer wieder faszinierende Schauwerte geboten. Zwar bedient sich der Filmemacher munter an Vorbildern wie Inception oder Doctor Strange, doch schmälert das das Sehvergnügen kaum. Was sich aber ganz anders mit den Darstellerleistungen und den Figurenzeichnungen verhält. Hier werden nicht nur erschreckend plakative Stereotypen geboten, sie werden auch noch teils fürchterlich aufgesetzt dargestellt. Und gerade Attraction-Star Rinal Mukhametov gelingt es als Hauptdarsteller nicht, den Film zu tragen. Seine Figur ist einem gänzlich egal und sie kann einen nie wirklich emotional abholen. Dazu gesellt sich die uncharismatische Darstellung Mukhametovs, wodurch das Mitfiebern gänzlich unmöglich ist. Ihm zur Seite gestellt wurde mit Konstantin Lavronenko leider ein ebenso eindimensionaler Schauspieler, der seiner eigentlich durchaus spannenden Figur in keinem Augenblick gerecht wird. Der einzige Lichtblick in der aufdringlichen oder schier unauffälligen Besetzung ist Lyubov Aksyonova, die ihrem Charakter einige liebenswürdige Facetten abgewinnen kann und so wenigstens für ein paar Sympathien gegenüber den Figuren sorgen kann. Ansonsten knickt das fast zwei Stunden lange Werk bei seinen Protagonisten fast völlig ein, was merklich die Spannung absorbiert. Die eindrucksvollen Effekte können das leider nur spärlich ausgleichen.

    Inhaltlich wird sich zwar ebenfalls fleißig bei anderen Werken bedient, doch ist die Mixtur durchaus interessant. Hier kann Coma dann auch immer wieder die Aufmerksamkeit der Zuschauer erhaschen, wenn es auch nie für lange ist. Dennoch ist das Werk dramaturgisch durchaus solide - nur bei den Dialogen hapert es immer wieder.

    Neben den Effekten sind die Actionszenen natürlich ein wichtiges Kriterium bei solch einer Art Film. Und die fallen bis auf die rasant und eindrucksvoll inszenierte Anfangsszene überraschend durchschnittlich aus. Kaum eine kann einen langanhaltenden Nachhall kreieren.
    So bleibt am Ende vor allem die gelungene surreale Weltengestaltung im Gedächtnis - alles andere verschwindet im belanglosen Durchschnitt.

    © 2020 Capelight Pictures

    Fazit


    Fans von aufwendigen Effekten können bei Coma zweifellos einen Blick riskieren. Alle anderen werden schnell von den unsympathischen und aufgesetzten Figuren gelangweilt. Obwohl inhaltlich durchaus interessante Aspekte geboten werden, richtet Regisseur Nikita Argunov diese mit seinen belanglosen Charakteren immer wieder zugrunde. Dennoch bleibt am Ende dank der faszinierenden Schauwerte zumindest ein durchschnittliches Sehvergnügen.


    5/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Koma
    Land:
    Russland
    Jahr:
    2019
    Studio/Verleih:
    Capelight Pictures
    Regie:
    Nikita Argunov
    Drehbuch:
    Nikita Argunov, Timofei Dekin, Aleksey Gravitskiy
    Kamera:
    Sergey Dyshuk
    Musik:
    Ilya Andrus
    Genre:
    SciFi
    Darsteller:
    Rinal Mukhametov, Konstantin Lavronenko, Lyubov Aksyonova
    Start (DE):
    06.02.2020
    Laufzeit:
    111 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Bilder
    • Coma-02.jpg

      1,3 MB, 1.500×750, 4.376 mal angesehen

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