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First Love

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  • Einleitung


    Mit einer Filmographie, die mittlerweile über 100 Titel als Regisseur beinhaltet, ist es natürlich unvermeidlich, dass auch mal Filme dabei sind, die qualitativ nicht so überzeugen können. Dennoch steht Takashi Miike auch für zahlreiche Kultfilme von der japanischen Insel. So verantwortete er Titel wie Audition, Ichi the Killer, 13 Assassins (2010) oder Blade of the Immortal. Mit First Love widmete er sich nun auch mal wieder einem Gangsterfilm.

    Im Zentrum von des Werks stehen ein Boxer mit Gehirntumor und eine drogenabhängige Prostituierte, die eines Nachts unbeabsichtigt in einen Drogenschmuggel involviert werden. Es folgen Auseinandersetzungen mit korrupten Polizisten, der Yakuza und den chinesischen Triaden - und keiner von denen geht sonderlich zimperlich vor.

    In den beiden Hauptrollen sind Masataka Kubota (13 Assassins) und Sakurako Konishi zu sehen, die in First Love ihre erste Hauptrolle in einem Spielfilm übernahm.

    © 2020 EuroVideo


    Kritik


    Mit einem stimmungsvollen Start leitet Takashi Miike seinen Gangsterfilm First Love ein. Dabei erhält man einen guten ersten Eindruck von allen beteiligten Figuren, die mit dem Drogengeschäft zu tun haben. Doch die große Vielzahl über den totkranken Boxer, über die drogenabhängige Prostituierte, über den gerade erst entlassenen Yakuza, den Anführer der chinesischen Triade, den korrupten Polizisten, die Freundin des Drogenkuriers bis hin zum Drahtzieher des "missglückten" Drogengeschäfts bringt auch eine spürbare Schwäche mit - Leerlauf. Denn alle Figuren müssen natürlich den nötigen Raum bekommen, damit sie ansatzweise greifbar und ihr Bezug zum Geschehen nachvollziehbar ist. Da sie jedoch nicht wirklich interessante Charakterzüge haben, bremsen ihre Geschichten die eigentliche Handlung merklich aus. So dauert es doch einige Zeit bis es dann zum zugegebenermaßen aberwitzigen Showdown kommt, der jedoch wiederum von den zahlreichen Figuren profitiert.
    Wenn gefühlt jeder irgendwie jeden töten möchte, entstehen viele herrliche Situationen, wodurch diese Phase eine ungemein unterhaltsame Dynamik bekommt.
    Dabei geht es durchaus blutig her, wenn hier auch nicht solch extreme Gewaltspitzen zu erwarten sein dürfen, wie manch ein Miike-Fan es von seinen heftigeren Werken gewohnt ist.

    Inszenatorisch leistet der vielbeschäftigte japanische Regisseur bei First Love souveräne Arbeit. Selten wirkt der Film zwar technisch besonders einfallsreich, doch offenbaren sich dennoch immer wieder schöne Aspekte, die einen typischen Miike-Film ausmachen. Vor allem bei der teilweise absurden Komik und der punktgenauen Inszenierung dieser, zeigt sich eine große Qualität des Filmemachers.

    Darstellerisch wiederum weiß First Love nicht sonderlich zu überzeugen. Die beiden Hauptdarsteller Masataka Kubota und Sakurako Konishi wirken mit ihren Figuren etwas überfordert und wissen zu keinem Zeitpunkt die dramatische Wucht ihrer Geschichten glaubhaft zu übermitteln. Dadurch bleibt auch ihre Beziehung leider etwas oberflächlich. Rebecca Eri Rabone, auch unter ihrem Künstlernamen Becky bekannt, hatte als durchgeknallte nach Rache sinnende Geliebte mit Abstand die interessanteste Figur, die sie auch mit viel Spielfreude verkörpert. Jedoch schießt sie dabei so häufig über das Ziel hinaus, dass ihre Figur schnell äußerst anstrengend wird. Einzig Seiyô Uchino als respekteinflößender Yakuza kann einen positiven Eindruck hinterlassen. Durch seine zurückhaltende Darbietung strahlt er durchweg Bedrohlichkeit und Ehrwürdigkeit aus. So macht es stets Spaß ihm zuzuschauen.
    Der Rest der Besetzung bleibt unauffällig.

    © 2020 EuroVideo


    Trotz der nicht zu verkennenden Schwächen ist First Love ein unterhaltsamer Gangsterfilm geworden, der durch die souveräne Inszenierung Miikes getragen wird. Der überaus gelungene Schlussakt kann das Werk noch einmal spürbar positiv aufwerten.

    Fazit


    Abgesehen vom herrlichen Showdown entfaltet First Love leider nicht das Kultpotential, was ihm zu Grunde liegt. Zu lange braucht das Werk dafür, um in Schwung zu kommen, da es dramaturgisch einfach zu uninspiriert ist. Blasse Darsteller stehen aber einer abgeklärten Inszenierung Takashi Miikes gegenüber, wodurch einige Schwächen kaschiert werden.


    6/10

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    Infos
    Originaltitel:
    初恋 (Hatsukoi) / First Love (englischer Titel)
    Land:
    Japan
    Jahr:
    2019
    Studio/Verleih:
    OLM / EuroVideo
    Regie:
    Takashi Miike
    Drehbuch:
    Masa Nakamura
    Kamera:
    Nobuyasu Kita
    Musik:
    Kôji Endô
    Genre:
    Crime, Thriller
    Darsteller:
    Masataka Kubota, Sakurako Konishi, Becky
    Start (DE):
    08.05.2020 (Heimkino)
    Start (USA):
    27.09.2019
    Laufzeit:
    106 Minuten
    FSK:
    keine Jugendfreigabe
    Bilder
    • First-Love-04.jpg

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