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Driveways

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  • Einleitung


    Driveways ist erst der zweite Spielfilm von Regisseur Andrew Ahn, der aktuell jedoch hohe Wellen schlägt. Er feierte seine Premiere auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin und wurde anschließend beim Tribeca Film Festival gezeigt. Durch seine aktuelle Relevanz und Menschlichkeit, konnte der Film bisher viel Kritikerzuspruch einheimsen und geht jetzt auch in deutschen Kinos auf Zuschauerfang.

    Zusammen mit ihrem achtjährigen Sohn Cody (Lucas Jaye) reist Kathy (Hong Chau) zum Haus ihrer verstorbenen Schwester April, um den Nachlass zu regeln. Doch mit dem, was sie dort erwartet, hatte die alleinerziehende Mutter nicht gerechnet: Das Haus ist unbewohnbar, hat weder Strom noch Internet und muss vor dem geplanten Verkauf komplett entrümpelt werden. Während Kathy missmutig die Ärmel hochkrempelt und beim Entrümpeln immer mehr erkennt, wie wenig sie eigentlich über ihre ältere Schwester wusste, versucht der schüchterne Cody in der fremden kleinen Stadt die Zeit totzuschlagen. Als er den zunächst abweisenden Nachbarn Del (Brian Dennehy), einen 83-jährigen Witwer und Kriegsveteranen, näher kennenlernt, nimmt der Sommer für Mutter und Sohn einen unerwarteten Verlauf voller überraschender Wendungen, ungewöhnlicher Freundschaften und einem neuen, positiven Blick auf die Zukunft.



    Kritik


    Driveways besticht durch eine ruhige, mit schönen Bildern untermalte Erzählung. Die kraftvolle Geschichte rund um Einsamkeit und Anderssein wird durch die Augen des jungen Cody erzählt, der mit seiner Mutter in eine ihm fremde Umgebung kommt und sich dort noch weniger zurechtfindet als ohnehin schon. Der Film schafft es einerseits ein liebevolles Mutter-Sohn-Verhältnis zu inszenieren, andererseits aber auch die Verlorenheit beider in dieser unangenehmen Situation darzustellen. Als Kernstück des Films gilt jedoch die außerordentliche Beziehung von Cody zu dem Nachbarn Del, einem alten Kriegsveteranen, der eine ganz besondere Stelle in Codys neuem Leben einnimmt. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten entwickelt sich schnell eine herzliche Beziehung, die der Film vor allem in Kontrast mit den Kindern der Nachbarschaft präsentiert. Während er sich bei Del wohl und geborgen fühlt, können die Kinder seiner Altersklasse dies nicht bieten. In vielen schönen Szenen, in denen Del so etwas wie eine Vaterfigur für den jungen Cody einnimmt, überschwemmt der Film den Zuschauer mit einem wohligen Gefühl der Verbundenheit. Dieses wird allerdings auch immer mal wieder von der Tristesse des Alltags unterbrochen, in denen die kleine Familie das völlig mit Gerümpel zugestellte Haus der verstorbenen Schwester leeren müssen. So kann gut eine Balance aus angenehmen und weniger angenehmen Momenten gehalten werden, die wiederum ausschlaggebend sind für die Liebenswürdigkeit, die immer wieder ausgestrahlt wird.

    Darstellerisch gibt es nichts zu bemängeln. Hong Chau, die schon das einzige Licht im Matt Damon-Flop "Downsizing" war, spielt die liebende und besorgte Mutter wunderbar, während Brian Dennehy und Lucas Jaye insbesondere durch ihre gemeinsame Chemie glänzen und jede Szene aufwerten. Als Zuschauer kann man mit beiden Figuren leiden und sich freuen, die Gefühle übertragen sich dank einer zurückhaltenden, aber gleichzeitig starken Inszenierung gekonnt auf das Kinopublikum und lösen Verständnis und Wohlwollen aus.

    Mit ruhigen Bildern und einem dezenten Score, der die jeweiligen Situationen passend untermalt, entwickelt sich schnell ein hübsch anzusehendes Porträt einer ungewöhnlichen Freundschaft, die zeigt, dass auch über Generationen und Ethnien hinweg Zuneigung entwickelt werden kann, völlig gleich was auch geschieht. Driveways entsinnt sich in erster Linie genau darauf und bietet ganz nebenbei noch eine kleine Portion Humor, inmitten des Geflechts aus Einsamkeit und Zugehörigkeitsfindung.



    Fazit


    Driveways überzeugt mit tollen Darstellern, einer angenehmen Atmosphäre, die zwischen Niedergeschlagenheit und Hoffnung hin und her tänzelt, sowie einer schönen und einfühlsamen Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt.


    7/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Driveways
    Land:
    USA
    Jahr:
    2020
    Studio/Verleih:
    Tobis Film
    Regie:
    Andrew Ahn
    Produzent(en):
    Nicolaas Bertelsen, James Schmaus
    Drehbuch:
    Hannah Bos, Paul Thureen
    Kamera:
    Ki Jin Kim
    Musik:
    Jay Wadley
    Genre:
    Drama
    Darsteller:
    Hong Chau, Brian Dennehy, Lucas Jaye
    Inhalt:
    Zusammen mit ihrem achtjährigen Sohn Cody (Lucas Jaye) reist Kathy (Hong Chau) zum Haus ihrer verstorbenen Schwester April, um den Nachlass zu regeln. Doch mit dem, was sie dort erwartet, hatte die alleinerziehende Mutter nicht gerechnet: Das Haus ist unbewohnbar, hat weder Strom noch Internet und muss vor dem geplanten Verkauf komplett entrümpelt werden. Während Kathy missmutig die Ärmel hochkrempelt und beim Entrümpeln immer mehr erkennt, wie wenig sie eigentlich über ihre ältere Schwester wusste, versucht der schüchterne Cody in der fremden kleinen Stadt die Zeit totzuschlagen. Als er den zunächst abweisenden Nachbarn Del (Brian Dennehy), einen 83-jährigen Witwer und Kriegsveteranen, näher kennenlernt, nimmt der Sommer für Mutter und Sohn einen unerwarteten Verlauf voller überraschender Wendungen, ungewöhnlicher Freundschaften und einem neuen, positiven Blick auf die Zukunft.
    Start (DE):
    12. November 2020
    Start (USA):
    7. Mai 2020
    Laufzeit:
    83 Minuten
    FSK:
    ohne Altersbeschränkung
    Links
    Webseite:
    https://tobis.de/film/driveways
    Bilder
    • Driveways - Wide.jpg

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