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Honest Thief

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  • Einleitung


    Mit Mitte 50 wurde Liam Neeson mit dem Selbstjustiz-Kracher 96 Hours zum Actionstar. Seitdem ließ er zahlreiche und in den meisten Fällen sehenswerte Genrebeiträge folgen. Mittlerweile geht der sympathische Ire auf die 70 zu, bleibt den Actionrollen aber weiterhin treu, was er mit dem Werk Honest Thief noch einmal untermauert.

    Darin verkörpert Neeson einen Meisterdieb, der über die Jahre ein Vermögen von 9 Millionen Dollar erbeutet hat, ohne jemals gefasst zu werden. Nun kontaktiert er aber die Behörden und schlägt ihnen einen Deal vor. Er ist bereit die kompletten 9 Millionen zurückzugeben, wenn er dafür eine milde Strafe und somit noch freie Zeit mit seiner Freundin bekommt.
    Doch als zwei korrupte FBI-Agents bei dem Deal ihre große Chance sehen, an sehr viel Geld zu kommen, gerät der Deal aus dem Ruder. Nun muss der Ex-Dieb wenn nötig mit Gewalt dafür sorgen, dass es zu dem Deal doch noch kommt. Denn nicht nur sein Leben ist ansonsten in Gefahr, sondern auch das seiner großen Liebe.

    Neben Neeson werden unter anderem noch Jai Courtney (Jack Reacher), Kate Walsh (Private Practice) und Robert Patrick (The Faculty) zu sehen sein.

    Die Regie übernahm Mark Williams (Das Glück des Augenblicks).

    © 2021 Leonine

    Kritik


    Zugegebenermaßen hat Liam Neeson noch bis ins relativ hohe Alter eine unglaublich gute Figur als Actionheld gemacht. Vor allem wenn die Rollen nicht nur auf seinen Typus, sondern auch auf sein Alter zugeschnitten waren. Neben bekannten Genrebeiträgen wie Non-Stop, The Grey oder 72 Stunden - The Next Three Days tauchten auch immer wieder vielseitig unterschätzte aber nicht minder starke Werke wie Run All Night oder Ruhet in Frieden - A Walk Among The Tombstones auf. Wenn dann aber Filme dem eigentlich kernigen Iren physisch mehr abverlangten, als er in seinem Alter noch glaubhaft übermitteln kann, man blicke nur auf Taken 3, dann rutschten die Filmbeiträge schnell in die enttäuschende Belanglosigkeit. In genau diese Sparte schlägt nun leider auch Honest Thief. Neben dem merklich gealterten und dadurch in körperlichen Auseinandersetzungen häufig wenig glaubhaften Liam Neeson enttäuscht darüber hinaus aber auch die träge Inszenierung der Actionszenen. Weder beim Schnitt noch bei der Kameraführung arbeitete man sonderlich inspirierend. So lässt der Action-Thriller jegliche Agilität vermissen und schwimmt von einem routinierten Actionmoment in den nächsten. Der etwas behäbig agierende Neeson entzieht den Augenblicken dann noch zusätzlich das Tempo. Lediglich der teils angenehm unheilvolle Score von Mark Isham kann zumindest für ein wenig Spannung sorgen.

    Aber auch dramaturgisch bewegt man sich wenig einfallsreich. Alles kommt einem bekannt vor, sodass inhaltlich keine Überraschungen geboten werden. Doch sind es letztendlich die wirklich schwachen Dialoge, die dem Werk dann den Boden unter den Füßen wegreißen. Vor allem die Texte über Liebe laden häufig zum Fremdschämen ein und wirken so abgegriffen, dass man sich viel zu häufig beim Augenrollen erwischt. Wenn diese Zeilen dann noch von aufgesetzten oder gelangweilten Darstellern präsentiert werden, dann verkommt der Film endgültig zu einer Zumutung. Den einzigen kleinen Lichtblick im Cast bietet Jeffrey Donovan (Sicario) der als ermittelnder Agent nicht nur die charmanteste Figur zugeschrieben bekam, sondern auch der einzige Darsteller zu sein schien, der etwas Hingabe für seine Rolle offenbarte. Ansonsten wird man schauspielerisch von dem eigentlich recht ansehnlichen Cast durch die Bank enttäuscht. Auch zwischen Kate Walsh und Liam Neeson herrscht leider kaum Chemie, sodass die Liebesgeschichte neben der platten Dramaturgie und den erschreckenden Dialogen nie wirklich glaubhaft erscheint.

    Bereits bei seinem Erstlingswerk Das Glück des Augenblicks bewies Regisseur Mark Williams wenig inszinatorische Raffinesse. Das Werk wusste wenigstens durch eine berührende Geschichte und einem gut aufgelegten Cast zu überzeugen, wodurch es lediglich bei seinem Potential beraubt wurde. Da Honest Thief jedoch nichts von alldem bietet, verschwindet der Film nicht nur in der Belanglosigkeit, sondern ist auch über weite Strecken schwer zu ertragen.

    © 2021 Leonine

    Fazit


    Honest Thief bietet eine träge und uninspirierte Inszenierung, die mit einer einfallslosen Dramaturgie und Dialogen zum Fremdschämen garniert wird. Dazu gesellt sich ein lustloser Cast, der von einem trägen und wenig glaubhaften Liam Neeson angeführt wird. Dank der zu routinierten Actionszenen kann das Werk von Mark Williams auch in diesen Augenblicken nicht überzeugen.


    3/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Honest Thief
    Land:
    USA
    Jahr:
    2020
    Studio/Verleih:
    Leonine
    Regie:
    Mark Williams
    Drehbuch:
    Steve Allrich, Mark Williams
    Kamera:
    Shelly Johnson
    Musik:
    Mark Isham
    Genre:
    Action, Thriller
    Darsteller:
    Liam Neeson, Kate Walsh, Jai Courtney, Jeffrey Donovan, Robert Patrick
    Start (DE):
    28.01.2021 (digital)
    Start (USA):
    16.10.2020
    Laufzeit:
    99 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Bilder
    • Honest-Thief-01.jpg

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