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Psycho Goreman

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  • Einleitung


    Wie in etwa es hätte aussehen können, wenn die Power Rangers für ein älteres Publikum entstanden wären, lässt uns Regisseur und Drehbuchautor Steven Kostanski (The Void) mit seinem blutigen Trashfest Psycho Goreman erfahren. Der Filmemacher hat lange Jahre im Bereich Maske gearbeitet und wirkte so unter anderem an Filmen wie Silent Hill: Revelation, Resident Evil: Retribution und Es mit. Dieser Background ist seinem neusten Werk deutlich anzumerken.

    Im Zentrum von Psycho Goreman steht das Geschwisterpaar Mimi und Luke, die eines Tages beim Spielen im Garten auf ein merkwürdiges Artefakt stoßen. In diesem Zusammenhang erwecken sie versehentlich das ultimative Böse, dass von der sadistisch veranlagten Mimi Psycho Goreman getauft wird. Und da in ihrer Hand das mysteriöse Artefakt liegt, ist das abgründige Wesen aus einer anderen Welt, dem Willen des Mädchens ausgeliefert. Doch auch andere Mächte des Universums haben das Erwachen des Ungeheuers mitbekommen und setzen nun alles daran, dieses endgültig auszulöschen.

    Als Darsteller sind unter anderem Nita-Josee Hanna (Books of Blood), Adam Brooks (Father's Day) und Owen Myre (Alternate Ground) zu sehen.

    © 2021 Koch Films

    Kritik


    Regisseur und Drehbuchautor Steven Kostanski verliert nicht viel Zeit, um sein Werk in Schwung zu bringen. Bereits die ersten Minuten wissen sehr gut zu unterhalten, wenn die beiden im Mittelpunkt stehenden Geschwister mit dem absolut nicht zu verstehenden Spiel Crazy Ball im Garten ihrer Eltern keine Gefangenen machen. Aber auch den titelgebenden Psycho Goreman lässt der Filmemacher nicht lange in seinem finsteren Gefängnis schmoren. Und hier wird mit der Figur auch die ganz große Stärke des Werks offenbart. Denn Psycho Goreman ist nicht nur in seinem Design und dem herrlich trashigen aber dennoch liebevoll detaillierten Kostüm visuell ein Genuss, sondern auch seine Texte sind einfach großartig überzogen. Hier macht Kostanski alles richtig und formt mit dem Titelhelden eine Figur, die in jedem Augenblick seiner Anwesenheit unfassbar viel Spaß macht und dennoch bedrohlich teilweise sogar etwas gruselig daherkommt. Seine zugeschriebene Backstory ist ebenfalls passend überhöht und dazu erwarten uns auch noch überraschend viele, wenn auch häufig leider nur kurze Ausflüge in Psycho Goremans Vergangenheit, die optisch ebenso fantastisch umgesetzt sind, wie die Figur selbst. Die Kostüme auch von den anderen Wesen lassen unweigerlich Erinnerungen an die Bösewichter aus Power Rangers wach werden, was aber in keinerlei Hinsicht negativ aufgefasst werden darf. Die Macher dieses Trashfests arbeiten mit angenehm vielen praktischen Effekten, vor allem wenn es um die Maske und Kostüme geht. Dabei sprüht es nur so vor optischen Ideen, auch wenn natürlich hier und da Vorbilder aus der Film- und Fernsehwelt nicht zu verleugnen sind. Das tut dem ganzen aber keinen Abbruch und so bleiben die Ausflüchte in die Welten abseits der unseren in jedem Moment ein Genuss.

    Doch jenseits von den bereits genannten Punkten weiß das Werk nur wenig zu begeistern. Inhaltlich war es natürlich zu erwarten, dass keine oscarreife Dramaturgie geboten wird, aber das stört auch am wenigsten. Eher sind es die Figuren, die neben den Wesen von anderen Welten bestehen möchten. Bei dem Geschwisterpaar Luke und Mimi bleibt der Junge durch seine zurückgezogene Art dementsprechend unauffällig. Allerdings ist Mimi mit ihrer gemeinen und skrupellosen Art ein schwer zu ertragendes Übel. Dazu gesellt sich die völlig aufgesetzt überdrehte Darbietung von Nita-Josee Hanna, sodass die Figur schnell zu einem unsympathischen aber vor allem nervtötenden Störfaktor wird. Da sie auch noch die eigentliche Hauptrolle bekleidet zieht ihre Anwesenheit Psycho Goreman merklich runter. Die eigentlich lustig gemeinten Augenblicke verkommen so eher zu Momenten zum Fremdschämen. Ebenso sind die Eltern von Mimi und Luke nur selten amüsant. Vielmehr werden die Klischees vom nutzlosen Mann und der fordernden Frau als Karikatur abgearbeitet, was allerdings wenig einfallsreich passiert und so schon viele Male aber vor allem besser gesehen wurde.
    Darstellerisch wird durch die Bank wenig Erwähnenswertes geboten. Fernab der negativen Ausbrüche bleibt man im unteren Mittelmaß. Jedoch geben die Figuren auch spürbar wenig her.

    Bei den Actionszenen merkt man dann schnell auch das niedrige Budget. Diese sind behäbig und wenig spektakulär inszeniert. Bei der liebevoll trashigen Atmosphäre fällt das aber wenig ins Gewicht, da es auch irgendwie zum Stil passt. Beim Showdown haben sich die Macher dann zwar eine nette Idee einfallen lassen, mit der sie gekonnt einen aufwendigen Actionhöhepunkt hätten umgehen können, allerdings wird diese leider etwas inspirationslos umgesetzt. Da wäre gemessen an den vorangegangenen teils herrlich abgedrehten Ideen deutlich mehr drin gewesen.

    © 2021 Koch Films


    Alles in allem bietet Psycho Goreman eine Reihe fast schon kultverdächtiger Szenen, die aber mit den anstrengenden und inspirationslosen Augenblicken abseits dieser Momente keine Einheit bilden möchten.

    Fazit


    Auch wenn die titelgebende Figur in wirklich jedem Aspekt einen höllischen Spaß macht, ziehen die einfallslosen menschlichen Figuren das Werk unnötig ins Mittelmaß. Vor allem die nervtötende Hauptdarstellerin mindert das Sehvergnügen spürbar. Mit etwas mehr Fingerspitzengefühl bei den menschlichen Wesen, hätte Psycho Goreman spielend ein echtes Trashhighlight werden können. So bleiben am Ende leider nur einige zugegebenermaßen nennenswerte Szenenhighlights, die aber mit den enttäuschenden Verbindungsmomenten nie ein so richtig stimmiges Gesamtbild ergeben.


    5/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Psycho Goreman
    Land:
    USA
    Jahr:
    2020
    Studio/Verleih:
    Koch Films
    Regie:
    Steven Kostanski
    Drehbuch:
    Steven Kostanski
    Kamera:
    Andrew Appelle
    Musik:
    Blitz/Berlin
    Genre:
    Horror, Komödie
    Darsteller:
    Nita-Josee Hanna, Owen Myre
    Start (DE):
    25.02.2021 (digital), 22.04.2021 (Blu-ray, DVD)
    Start (USA):
    22.01.2021
    Laufzeit:
    95 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Bilder
    • Psycho-Goreman-01.jpg

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