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Fukushima

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  • Einleitung


    Am 11. März 2011 ereignete sich eine der größten Katastrophen unserer Zeit, als Japan von einem Erdbeben heimgesucht wurde, das einen Tsunami auslöste, der wiederum die Küste von Fukushima traf. Das dortige Kernkraftwerk nahm erheblichen Schaden, was zu Kernschmelzen an vier Reaktorblöcken führte. Nicht nur die Katastrophe an sich sorgte damals für Aufsehen, sondern auch der Umgang mit ihr. Mit Fukushima kommt die erste Spielfilmaufarbeitung aus Japan selbst.

    Im Zentrum von des Films stehen der Werkschef Yoshida wie der Schichtleiter Izaki und seine Männer, die während der Katastrophe im Werk tätig waren. Die irreparablen Schäden an den Reaktorblöcken stellten sie schnell vor die Entscheidung, ob sie ihr eigenes Leben in Sicherheit bringen sollen oder genau dieses aufs Spiel setzten und einen möglichen Super-GAU versuchen zu verhindern.

    Die Regie bei Fukushima übernahm Setsurô Wakamatsu (Snow on the Blades).
    Als Darsteller sind unter anderem Kôichi Satô (The Unforgiven) und Ken Watanabe (Last Samurai) zu sehen.

    © 2021 Capelight Pictures

    Kritik


    Bei der Nuklearkatastrophe lief wahrlich viel hinter den Kulissen ab, was einer differenzierten Aufarbeitung würdig wäre. Doch reduziert sich das Werk von Setsurô Wakamatsu auf das Offensichtliche und tut dies noch nicht einmal besonders gut. Neben den meist erschreckend beschämenden Darstellerleistungen - und das trotz eigentlich starker Schauspieler wie Ken Watanabe oder Kôichi Satô - sind es die extrem platten Dialoge, die Fukushima jeglicher ernstzunehmender Dramatik berauben. Doch auch die Inszenierung lässt jeglichen handwerklichen Einfallsreichtum missen. Es werden standardisierte Klischees über Pflichtbewusstsein und Heldentum abgearbeitet, die visuell völlig belanglos eingefangen werden und dazu gesellen sich immer wieder Rückblenden, die bei einigen Figuren völlig irrelevant sind. Folglich bremst sich der Film an dieser Stelle auch noch unnötig aus, sodass bei der brenzlichen Situation dennoch kaum Spannung aufkommt.
    Die Figurenzeichnung der Protagonisten bleibt durchweg schablonenhaft, wodurch es dem Zuschauer merklich schwer fällt Emotionen zu ihnen aufzubauen. Letztendlich ist einem so das Schicksal der Charaktere durchweg egal. Im Angesicht der wahren Tragödie, die da hinter steckt, gleicht es schon fast an Respektlosigkeit so lieblos mit der Katastrophe und den involvierten Menschen umzugehen.

    Fukushima beweist auch keinerlei Mut, sich kritisch mit den Vorgängen der Regierung und der Vorstände von Tepco, der Betreibergesellschaft des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi, auseinanderzusetzen. Natürlich wird beides etwas in Frage gestellt, was allerdings dermaßen undifferenziert, oberflächlich wie plakativ abgearbeitet wird, dass es kaum ernstzunehmen ist. Die Entscheidungsträger werden damit kaum greifbar und mutieren eher zu Karikaturen, als zu Persönlichkeiten, die zur Rechenschaft gezogen werden sollten, ja sogar müssen. Die politische wie die menschliche Tragweite dieser Tragödie wird letztendlich kaum bis gar nicht erfasst, sodass Fukushima zu einer alles anderen als würdigen Aufarbeitung der Geschehnisse schrumpft, was den Opfern und Helden der Situation in keiner Weise gerecht wird.

    Lediglich bei der Inszenierung der Actionszenen und der Augenblicke in den beängstigenden verstrahlten Bereichen des Kernkraftwerks gelingt es Regisseur Wakamatsu Spannung aufzubauen und die beklemmende und erschreckende Situation ansatzweise zu visualisieren. Aber auch hier geht die Qualität nicht über eine durchschnittliche Umsetzung hinaus.

    © 2021 Capelight Pictures

    Fazit


    In Anbetracht des tatsächlichen Hintergrunds ist Fukushima eine Zumutung. Das Werk von Setsurô Wakamatsu eckt nie wirklich an und zeigt eine mutlose Auseinandersetzung mit einer eigentlich in vielen Schichten komplexen Katastrophe. Die Japaner gestehen sich mit dem Film fast keinerlei ernstzunehmende Fehler ein, sodass Fukushima historisch gesehen vollkommen belanglos ist. Losgelöst von dem Hintergrund der wahren Tragödie funktioniert das Werk dank der plakativen Dramaturgie und den schwachen Darstellern zwar auch nur spärlich, doch wenigstens sind die Szenen in den verstrahlten Bereichen des Kraftwerks ansehnlich und hin und wieder mitreißend.


    4/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Fukushima 50
    Land:
    Japan
    Jahr:
    2020
    Studio/Verleih:
    Kadokawa / Capelight Pictures
    Regie:
    Setsurô Wakamatsu
    Drehbuch:
    Yōichi Maekawa, Ryusho Kadota (Buch)
    Musik:
    Taro Iwashiro
    Genre:
    Drama, Katastrophenfilm
    Darsteller:
    Ken Watanabe, Kôichi Satô
    Start (DE):
    26.02.2021 (digital) / 11.03.2021 (Blu-ray, DVD)
    Start (USA):
    30.07.2020
    Laufzeit:
    122 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Bilder
    • Fukushima-01.jpg

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Kommentare 1

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    Kling sehr ernüchternd , aber was hat man auch hier erwartet? Quasi nicht viel würde ich behaupten ...schade