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Contamination

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  • Einleitung


    Katastrophenfilme erfreuen sich stets großer Beliebtheit, da sie neben der Möglichkeit mit eindrucksvollen Bildern zu prunken, auch reichlich dramatisches Potential bieten. So hat trotz des hohen inszenatorischen Aufwandes jedes Land seine eigenen Genrevertreter. Mit Contamination nahmen sich die Südkoreaner einmal mehr diesem Genre an

    Im Zentrum von Contamination steht Jae-hyuk, ein Mediziner, der aufgrund von ungünstigen finanziellen Entscheidungen als Verkäufer von Medikamenten arbeitet. Eines Tages häufen sich die Funde von grausamen Leichnamen, die in verschiedenen Gewässern treiben. Bald schon stellt sich heraus, dass die Opfer von einem sich schnell vermehrenden mutierten Parasiten befallen waren. Als die Familie von Jae-hyuk erste Symptome eines Befalls zeigen, beginnt für ihn ein Wettlauf mit der Zeit, um sie zu retten, während um ihn herum die Gesellschaft mehr und mehr zusammenbricht.

    Inszeniert wurde der Film von Park Jung-woo (Pandora). Als Darsteller konnte er unter anderem Kim Myung-min (Monstrum), Moon Jeong-hae (Hide and Seek) und Lee Ha-nee (Extreme Job) gewinnen.

    © 2021 Busch Media Group

    Kritik


    Contamination nimmt sich mit dem Rosshaarwurm oder auch Pferdehaarwurm einem sehr speziellen Lebewesen an. Dieser Wurm dring im Larvenstadium in seinen Wirt ein, meist Insekten, und setzen sich dann in ihrem inneren fest. Dort wachsen sie dann mehr und mehr heran, bis sie ihre Paarungsreife erlagen. Um sich fortzupflanzen müssen sie jedoch in Gewässer gelangen. Dafür beeinflussen sie ihre Wirte durch hormonelle Stimulierung oder Wasserentzug soweit, dass diese Gewässer aufsuchen. Dort verlassen die Parasiten dann ihren Wirt, der wiederum meist verendet.
    In dem südkoreanischen Katastrophenfilm sind diese Würmer mutiert und befallen nun Menschen. Mit rasender Geschwindigkeit verbieten sie sich und die menschlichen Wirte sterben reihenweise in den nächstliegenden Gewässern. Während das allgemeine Volk um sein Leben kämpft und bangt, versuchen Mediziner wie die Regierung krampfhaft ein Heilmittel zu finden. Und genau bei diesem Punkt kommt auch die Parallele zur Corona-Krise ins Spiel, die dafür vermutlich dafür verantwortlich ist, dass der Film gut acht Jahre nach seinem Erschienenen in seinem Heimatland auch seinen Weg nach Deutschland findet. Denn die Quarantäne-Situationen und die Panik vor einer Ansteckung im Film spiegelt immer wieder auch die Gefühlslage vieler Menschen in der Realität wieder. Und dabei ist das Werk von Park Jung-woo auch durchaus wirkungsvoll, denn ihm gelingt es mit eindringlichen Bildern eine beklemmende Atmosphäre aufzubauen. Wenn die Menschen sich panisch über den Haufen rennen, ohne Skrupel nur noch an ihr eigenes Wohl denken oder er mithilfe von abgründigen Bildern wie Flüsse voller Leichen fast schon alptraumhafte Szenarien erschafft, dann wird die Spannungsschraube deutlich angezogen.
    Leider gleitet ihm durch das von ihm mitgeschriebene Drehbuch die Atmosphäre immer wieder durch die Finger. Zu unentschlossen wechselt er hier regelmäßig die Genres ohne dabei eines wirklich gut zu bedienen. Zwischen Öko-Thriller, Horrorfilm und pompösen Katastrophenfilm springt er hin und her, bleibt aber nie einem dieser Bereiche insoweit treu, sodass sie ihre volle Wirkung entfalten können. Dazu kommt noch eine holprige Storyline, um einen gescheiterten Mediziner, die leider viel zu stiefmütterlich abgearbeitet wird. Auch das Drama um seine Familie wird dabei wenig mutig oder gar kreativ angegangen, wodurch nur wenig emotionale Bindung aufgebaut werden kann. Die theatralischen darstellerischen Darbietungen wirken in dieser Folge leider zu häufig unfreiwillig komisch.

    Dazu gesellt sich mit Kim Myung-min ein Hauptdarsteller, dem es kaum gelingt den Film auf seinen Schultern zu tragen. Uncharismatisch und vor allem wenig tiefgreifend kommt seine Performance daher, sodass es dem Zuschauer merklich schwerfällt mit ihm mitzufiebern. Die viel interessantere Storyline um seinen Bruder, der als Polizist versucht dem Ursprung der Katastrophe auf den Grund zu kommen, wird nicht nur von dem deutlich stärkeren Kim Dong-wan getragen, sondern bietet darüber hinaus auch mehr Spannungspotential. Doch kommt auch an dieser Stelle wieder das dramaturgische Hauptproblem zum Tragen, denn dieser Thriller-Part möchte sich einfach nicht so recht in das restliche Gefüge eingliedern. Darüber hinaus kommt er auch noch viel zu kurz. Der Fokus auf eine dieser beiden Figuren, hätte eigentlich bereits gereicht, um Contamination ausreichend mit dramatischen Material zu füllen. So wird man hin- und hergerissen ohne bei einem Handlungsstrang richtig anzukommen.

    Dennoch ist Contamination kein schlechter Film. Vor allem Visuell bewegt sich das Werk auf einem durchweg hochwertigem Niveau. Untermalt von einem effektvollen Soundtrack von Jo Jeong-wook (Lady Vengeance) gelingt es so Regisseur Park immer wieder Spannung aufzubauen, auch wenn es ihm durch die schwammige Dramaturgie nicht gelingt, diese aufrechtzuerhalten.

    © 2021 Busch Media Group

    Fazit


    Contamination bietet eine spannende Prämisse, die von Regisseur Park Jung-woo auch eindrucksvoll bebildert wird. Nur Dramaturgisch kommt das Werk zu unausgegoren und vor allem unentschlossen daher. Die schwachen Darstellerleistungen degradieren den Katastrophenfilm noch zusätzlich, wodurch er unverdient leider nicht über das Mittelmaß hinauskommt.


    5/10

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    Infos
    Originaltitel:
    연가시 (Yeongasi) / Deranged (englischer Titel)
    Land:
    Südkorea
    Jahr:
    2012
    Studio/Verleih:
    Cj Entertainment / Busch Media Group
    Regie:
    Park Jung-woo
    Drehbuch:
    Park Jung-woo, Kim Kyoung-hoon, Jo Dong-in
    Kamera:
    Ki Se-hoon
    Musik:
    Jo Jeong-wook
    Genre:
    Katastrophenfilm, Thriller
    Darsteller:
    Kim Myung-min, Moon Jeong-hae, Lee Ha-nee
    Start (DE):
    09.04.2021 (Blu-ray, DVD)
    Laufzeit:
    109 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Bilder
    • Contamination-01.JPG

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