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Once a Week

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  • Einleitung


    Der chilenische Regisseur Matías Bize (Was bleibt, ist die Erinnerung) wagt mit Once a Week eine mutige Inszenierung. Dabei erzählt er von einem hitzigen Seitensprung, der sich zu einer langlebigen wöchentlichen Affäre entwickelt. Dafür wählt Bize jedoch eine unaufgeregte und intime Umsetzung und reduziert das Geschehen auf einen einzigen Ort. Dort lässt er eine Beziehung wachsen, die schnell über die körperlichen Bedürfnisse seiner beiden Protagonisten hinaus geht. Doch nicht nur bei der Location reduziert sich der Filmemacher auf ein Minimum. Auch bei der Besetzung bekommt man lediglich die beiden Hauptdarsteller präsentiert.

    Dafür konnte er die beiden in Deutschland noch recht unbekannten Schauspieler Eva Arias und Josue Guerrero gewinnen.

    © 2021 Busch Media Group

    Kritik


    Once a Week reduziert den Ort seiner Handlung auf eine einzige Wohnung. Dabei entflieht Regisseur Matías Bize nicht ein Mal diesem Setting und konzentriert sich so vollends auf die Interaktion seiner beiden Hauptdarsteller. Und denen gelingt es auch sehr gut das Drama am Leben zu erhalten. Die Chemie zwischen ihnen ist durchgängig spürbar, sodass in keiner Sekunde bezweifelt werden kann, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen. Hier knistert es in jedem Augenblick. Aber nicht nur gelingt es ihnen das Feuer stetig am brennen zu lassen, ihnen glückt auch die schwierige Aufgabe ein lebhaftes Bild ihrer eigentlichen Leben abseits dieser Affäre zu zeichnen. Wenn beide von ihren Partnern, Freunden und Familien und ihren Erlebnissen mit ihnen erzählen, so bekommt man durchgängig eine so klare Vorstellung von den Leben, als ob man sie gerade auch visuell erlebt hat. Neben den sehr guten darstellerischen Leistungen funktioniert dies auch vor allem durch die gekonnt geschriebenen Dialoge, die vor allem im Originalton ihre volle Wirkung entfalten. Denn beide Hauptdarsteller transportieren durch ihre warmen Stimmen und liebevollen Betonungen die mitgeteilten Informationen mit viel Subtext.
    Dabei sprechen sie stets respektvoll von ihren Partnern, was der Affäre eine gewisse Reife zuspricht, auch wenn das der Sache selbst in dieser hintergehenden Art widerspricht. Doch begegnen sich zumindest die beiden Figuren Julia und Manuel immer auf eine erwachsene Art und Weise ohne sich gegenseitig die Welt oder zumindest ein anderes Leben zu versprechen. Sie tauschen offen Sehnsüchte, Gedanken und Wünsche aus, wobei sie den anderen damit nie wikrlich unter Druck setzen. Leider verliert das Werk durch das zu konventionelle Ende unheimlich an Kraft. Da hätte man mit einer mutigeren Herangehensweise auch neue Akzente und vor allem Perspektiven eröffnen können. Stattdessen degradiert man die Geschichte zu einer standardisierten Affäre, in die sich zwei Individuen flüchten, um mal eine Auszeit vom alltäglichen Trott zu bekommen. Mehr Mut hätte Once a Week spätestens an dieser Stelle wahrlich gut getan und hätte ihn so von zahlreichen anderen Werken spürbar abheben können. Denn die Grundlage haben der Regisseur und sein Drehbuchautor Julio Rojas definitiv gelegt, da sie in vielen Aspekten eine angenehm reife Befassung mit der Thematik offenbaren.

    Denn nicht nur inhaltlich bewegt sich Once a Week auf überraschend gelungenen Pfaden, auch inszenatorisch überzeugt das Werk durchgängig. Mit ästhetischen Bildern fängt Regisseur Bize sein Drama ein und findet trotz der limitierten Location immer wieder frische Motive, die auch viel über die aktuelle Situation wie die Beziehung der beiden zueinander aussagt. Gleiches gilt auch für die freizügigen Sexszenen, die ebenfalls wohlgestaltet eingefangen wurden. So avancieren sie zu einer sinnvollen und angemessenen Ergänzung, ohne dass ihnen letztendlich der eigentliche Fokus zugesprochen wird. Denn das würde dem Film auch nicht gerecht werden.
    Untermalt mit einem durchweg schönen Score verfehlen die Bilder so nie ihre Wirkung.

    So bietet Once a Week eigentlich ein rund um gelungenes Wohlfühlpaket, welches vor dem Hintergrund, dass beide Figuren ihren jeweiligen Partner hintergehen allerdings einen ungemütlichen Beigeschmack hat. Dieser hätte bei einem etwas inspirierenderen Ende sogar zu einer großen Qualität avancieren können. Da hier aber mögliches Potential einfach liegen gelassen wurde, bleibt der Genuss am Ende getrübt. Das Werk wurde so einer unkonventionellen Aussagekraft beraubt - aber ebenso verzichtet der Film darauf eine pädagogische Message zu vermitteln, da zum Schluss letztendlich der einfachste Weg gewählt wird, der so gut wie keine Konsequenzen folgen lässt.
    So bleibt der Schlussakt unbefriedigend, der den Gesamteindruck merklich in die Knie zwingt.

    © 2021 Busch Media Group

    Fazit


    Once a Week bietet einige gelungene Dialoge, zwei gute Darsteller und eine durchweg ästhetische Inszenierung. Leider verpasst es Regisseur Matías Bize seinem Werk in der Endphase ein aussagekräftiges Ausrufezeichen zu setzen und wählt stattdessen den Weg des geringsten Widerstands. Das hinterlässt bei der Thematik leider einen ernüchternden Beigeschmack.

    6/10

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    Infos
    Originaltitel:
    En tu Piel
    Land:
    Dominikanische Republik
    Jahr:
    2018
    Studio/Verleih:
    Busch Media Group
    Regie:
    Matías Bize
    Drehbuch:
    Julio Rojas
    Kamera:
    Arnaldo Rodríguez
    Genre:
    Drama
    Darsteller:
    Eva Arias, Josue Guerrero
    Start (DE):
    01.04.2021 (Blu-ray, DVD)
    Laufzeit:
    75 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Bilder
    • Once-A-Week-05.jpg

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