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Fire

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  • Einleitung


    Russische Filme erlangen immer mehr Popularität. Und so ist es wenig verwunderlich, dass auch die Produktionen immer aufwendiger werden. In den letzten Jahren fanden bereits einige Titel ihren Weg nach Deutschland, die mit spektakulären Effekten aufwarteten. Mit Fire gesellt sich nun ein Katastrophenfilm hinzu, bei dem die Macher mit dem Feuer spielen durften.

    Im Zentrum von Fire steht Alexei, der als Feuerspringer Teil einer Sondereinheit der Feuerwehr ist. Nach zahlreichen Einsätzen bei Bränden in den Wäldern Russlands erscheint auch der neuste Auftrag nach einem Routinejob. Doch schon bald finden sich die Einsatzkräfte inmitten einer Feuerhölle wieder, die alle Fluchtwege aus einem kleinen Bergdorf versperrt. So kämpft die Einheit nicht nur um ihr eigenes Leben, sondern auch um das der Dorfbewohner.

    Als Darsteller sind unter anderem Konstantin Khabenskiy (Wächter der Nacht) und Andrey Smolyakov (Fürst der Dämonen) zu sehen.
    Die Regie übernahm Alexey Nuzhny (Ich nehm' ab).

    © 2021 Capelight Pictures

    Kritik


    Fire kämpft mit den gleichen Schwierigkeiten, wie die letzten Blockbuster aus Russland - Dramaturgie und Figurenzeichnung. Rissen diese beiden Punkte bereits den beiden Attraction-Werken den Boden unter den Füßen weg und degradierten sie den ansonsten eigentlich überaus gelungenen Coma ins Mittelfeld, so wird auch Fire an seiner möglichen Kraft beraubt. Die Prämisse ebnet eigentlich den Weg für einen zumindest mitreißenden Katastrophenfilm, wie man ihn zwar schon mehrfach gesehen hat, man ihm aber irgendwie auch nie überdrüssig wird. Doch Fire verlässt sich nicht nur auf die üblichen Klischees, sondern setzt sich dermaßen darauf, dass jegliche Glaubwürdigkeit abhanden kommt.
    Neben der eingeschworenen Feuerbekämpfungseinheit stößt natürlich dann auch noch ein Rookie hinzu, der über seine Oberflächlichkeit hinauswachsen muss. Das soll dem Geschehen bekanntlich noch eine zusätzliche Entwicklung verleihen, was ähnlich in Werken wie No Way Out und Backdraft bestens funktioniert hat. Doch hier erscheint diese Figur dermaßen unsympathisch und unreif, dass es wenig Spass macht, mit ihr mitzufiebern. Schlimmer noch - sie ist über weite Strecken einfach nervtötend.
    Aber auch über diesen Aspekt hinaus kann Fire nicht verleugnen, dass die beiden genannten Titel Pate standen. Ganz besonders No Way Out ist als großes Vorbild nicht von der Hand zu weisen. Doch leider erreicht der russische Film dramaturgisch zu keinem Zeitpunkt dessen Kraft. Zu wenig kann man sich mit dem Team identifizieren und zu platt kommen die Dialoge daher. Darüber hinaus gart Regisseur Alexey Nuzhny sein Werk viel zu häufig mit unpassenden Humoreinlagen. Wären diese deutlich reduzierter eingesetzt worden, hätte das dem Film nette Durchatmer geschenkt, doch in der Vielzahl wie dem teilweise parodistischen Niveau möchte es sich in die höchst ernste Rahmenhandlung nicht eingliedern und beraubt Fire so lediglich an seiner Ernsthaftigkeit.
    Abgesehen von Ivan Yankovskiy, der als ungeliebter Rookie allerdings auch mit der unliebsamsten Figur zu kämpfen hatte, liefern die Darsteller aber zumindest eine solide Performance ab.

    Was den Schöpfern hinter diesem Machwerk allerdings fraglos gelungen ist, sind die spektakulären Szenen mit dem Feuer. Nicht nur sehen die Effekte überwältigend aus, Nuzhny findet auch immer wieder beeindruckende Motive, sodass die Actionszenen einen stets mitreißen. Das Feuer bekommt so fast schon eine Persönlichkeit zugeschrieben und ist in seiner Bedrohung allgegenwärtig. Das zieht die Spannungsschraube fortlaufend spürbar an. Lediglich der unpassende Humor untergräbt wiederholt diese Wirkung, sodass die im wahrsten Sinne des Wortes knisternde Atmosphäre nicht aufrechterhalten werden kann. Und dennoch sind die Szenen im Feuer immer wieder ein klar zu nennendes Highlight, da man solche Aufnahmen nur sehr selten zu Gesicht bekommt.
    Auch der Sound bewegt sich gegenüber den Effekten auf einem angemessenen hohen Niveau. Hier hat die technische Abteilung definitiv eine großartige Arbeit geleistet. Somit steht Fire audiovisuell seinen Vorbildern in nichts nach.

    Umso trauriger ist es, dass man sich abseits der Action nicht wirklich behaupten kann. Dafür sind Dramaturgie, Dialoge sowie Figurenzeichnung einfach zu schwach geworden. Auf die Gesamtlaufzeit von über zwei Stunden ist das ein Manko, was der Film kaum zu verkraften weiß.

    © 2021 Capelight Pictures

    Fazit


    Wieder einmal beweisen die Russen, dass sie Effekte auf ganz hohem Niveau abliefern können. Fire betört mit überwältigenden Szenen im Feuer, die audiovisuell außergewöhnlich umgesetzt worden sind. Jedoch zwischen diesen Szenen verjagt Regisseur Alexey Nuzhny seine Zuschauer mit einer faden Dramaturgie, beschämenden Dialogen, einer viel zu großen Menge an unpassendem Humor und einer plakativen, ja teils nervtötenden Figurenzeichnung.


    4/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Огонь (Ogon)
    Land:
    Russland
    Jahr:
    2020
    Studio/Verleih:
    Capelight Pictures
    Regie:
    Alexey Nuzhny
    Drehbuch:
    Alexey Nuzhny
    Kamera:
    Mikhail Milashin
    Musik:
    Kirill Borodulev
    Genre:
    Katastrophenfilm
    Darsteller:
    Konstantin Khabenskiy, Andrey Smolyakov
    Start (DE):
    18.06.2021 (digital) / 25.06.2021 (Blu-ray, DVD)
    Laufzeit:
    131 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Bilder
    • Fire-01.jpg

      1,23 MB, 1.800×1.000, 30 mal angesehen

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