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Voice of Silence

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  • Einleitung


    Die Gangsterwelt von Südkorea wurde wahrlich schon oft in den häufig qualitativ sehr hochwertigen Thrillern aus dem eigenen Land beleuchtet. Nun wirft das Werk Voice of Silence mal aus einer anderen Perspektive einen Blick auf diese Gesellschaft, denn im Mittelpunkt stehen nicht gar skrupellose Verbrecher oder charismatische Antihelden, sondern zwei im Leben wenig erfolgreiche, aber als Cleaner für Verbrechersyndikate stets viel beschäftigtes Figuren-Duo.

    Dieses Charaktergespann steht somit im Fokus von Voice of Silence. Nach etlichen routinierten Jobs im Beseitigen von Leichen bekommen sie einen etwas anderen Auftrag. Sie sollen für zwei Tage auf eine Person aufpassen. Als sich jedoch herausstellt, dass diese Person ein elfjähriges Mädchen ist, wirft das die Welt der beiden gehörig auf den Kopf. Als jedoch auch noch ihr Auftraggeber stirbt, wissen sie gar nicht mehr, was sie tun sollen und vielmehr noch, was sie mit dem Kind machen sollen.

    Als Darsteller konnten unter anderem Yoo Ah-in (Burning), Yoo Jae-myung (Bring Me Home) und Jungschauspielerin Moon Seung-ah gewonnen werden.

    Drehbuchautor und Regisseur Hong Eui-jeong feiert mit Voice of Silence sein Spielfilmdebüt.

    © 2021 Acemaker Movieworks

    Kritik


    Voice of Silence bietet eine hervorragende Grundlage für allerlei Skurrilitäten. Und das bietet das Spielfilmdebüt von Regisseur und Drehbuchautor Hong Eui-jeong auch. Angefangen von dem Protagonisten-Duo Tae-in und Chang-bok, die so gar nicht in die kriminelle Welt passen wollen. Wenn sie dann auch noch in ihren farbenfrohen Badekappen, Regenjacken und Gummistiefeln die Leichen beseitigen, dann ist das Bild an sich schon herrlich bizarr. Wenn auch noch das absonderliche Verhalten der beiden hinzukommt, ist die ganze Szenerie mehr als nur amüsant. Vor allem Tae-in, der nie wirklich redet, insgeheim aber immer wieder den Gangstern in ihrem Gestus nacheifert, sorgt so für zahlreiche absurde Situationen. Getoppt wird das Ganze noch durch die elfjährige Cho-hee, die durch ihre süße Liebenswürdigkeit ebensowenig in das Geschehen passen mag, wie die beiden Hauptfiguren. Und so bilden die Drei ein wunderbar passend unpassendes Gespann.
    Dass die drei Figuren so gut zueinanderfinden, liegt dabei nicht nur an der gelungenen Figurenzeichnung, sondern vor allem an dem hervorragenden Spiel der drei Darsteller. Die junge Moon Seung-ah erweist sich in ihrem erst zweiten Spielfilm als kleine Szenendiebin, wobei der erfahrene Yoo Jae-myung als humpelnder unterwürfiger Kopf der Gruppe, wie eine Vaterfigur daherkommt. Das Highlight ist jedoch einmal mehr Yoo Ah-in, der nach seinen Auftritten in Burning und #Alive wiederholt Mut zur Hässlichkeit beweist. Von seinen charismatischen Darbietungen aus Veteran, Default oder der Serie Chicago Typewriter ist nicht mehr viel zu sehen, was in diesem Fall aber durchaus als Kompliment zu verstehen ist. Denn Yoo beweist so erneut seine enorme Wandelbarkeit wie seine Bereitschaft, sich voll in eine Rolle reinzuhängen. Ohne Worte gelingt es dem Darsteller in Voice of Silence unglaublich viel zu übermitteln, sodass man eigentlich zu jedem Zeitpunkt weiß, was seine Figur antreibt, sie beschäftigt oder fühlt. Gewohnt nuanciert präsentiert Yoo so einmal mehr eine beeindruckende Performance.

    Auch wenn Yoos Charakter nicht redet, so bietet das Werk von Hong Eui-jeong dennoch einige wirklich gut geschriebene Dialoge, die auch immer wieder zu amüsieren wissen. Lediglich bei der Handlung an sich, hätte der Regisseur und Drehbuchautor geradliniger vorgehen können. Denn trotz der zahlreichen Qualitäten, ist der Film nie wirklich spannend. Viel zu häufig entstehen Durchhänger, die dem Rest eigentlich nicht gerecht werden. So gerät Voice of Silence zu schnell in einen dahinplätschernden Rhythmus, der zu oft Langeweile aufkommen lässt.

    Das ist letztendlich wirklich schade, denn ansonsten kann man dem Werk von Hong nicht wirklich etwas ankreiden. Visuell einfallsreich präsentiert der Filmemacher seine ebenso liebenswürdigen wie skurrilen Figuren, was von einem ordentlich Score untermalt wird. Technisch ist somit Voice of Silence makellos. Nur beim Geschichtenerzählen kommt Hong ins Straucheln.

    © 2021 Acemaker Movieworks

    Fazit


    Voice of Silence hat eigentlich fast alles, was ein guter Film braucht: starke Darsteller, liebenswürdige Figuren, eine skurrile Prämisse und auch technisch reichlich Qualitäten. Doch Regisseur und Drehbuchautor Hong Eui-jeong gelingt es einfach nicht seine Geschichte packend zu erzählen, wodurch sich zu viele Längen einschleichen. Dennoch bleibt das Werk aufgrund der zahlreichen Stärken durchaus sehenswert, wenn auch nicht das Highlight dabei entstanden ist, was man hätte erschaffen können.


    6/10

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    Infos
    Originaltitel:
    소리도 없이 (Sorido Eobsi) / Voice of Silence (englischer Titel)
    Land:
    Südkorea
    Jahr:
    2020
    Studio/Verleih:
    Acemaker Movieworks
    Regie:
    Hong Eui-jeong
    Drehbuch:
    Hong Eui-jeong
    Kamera:
    Park Jung-hoon
    Musik:
    Jang Hyuk-jin, Jang Yong-jin
    Genre:
    Drama
    Darsteller:
    Yoo Ah-in, Yoo Jae-myung, Moon Seung-ah
    Laufzeit:
    99 Minuten
    FSK:
    noch nicht geprüft
    Bilder
    • Voice-of-Silence-02.jpg

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