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Godzilla vs. Kong

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  • Einleitung


    Mit Kong: Skull Island, Godzilla und Godzilla II: King of the Monsters wurde darauf hin gearbeitet. Und mit Godzilla vs. Kong ist es soweit und die zwei wohl berühmtesten Filmmonster treffen aufeinander. Ähnlich wie schon beim direkten Vorgänger traf man für den Regieposten eine etwas ungewöhnliche Wahl, indem man mit Adam Wingard einen Filmemacher engagierte, der noch keinerlei Blockbustererfahrung vorzuweisen hatte. Wie schon sein direkter Vorgänger Michael Dougherty kommt Wingard in erster Linie aus dem Horrorfach und ist bekannt für Werke wie A Horrible Way to Die oder den sehenswerten You're Next. Selbst bei seinem ersten gelungenen Actionausflug The Guest ist seine Liebe zum Bereich Horror kaum zu übersehen. Mit Godzilla vs. Kong darf er nun sein Talent mit einer Effektschlacht beweisen.

    In Godzilla vs. Kong legt die Riesenechse plötzlich aus unerklärlichen Gründen ein äußerst aggressives Verhalten an den Tag. Um den einstigen Retter der Menschheit Einhalt gebieten zu können, sind die Menschen auf die Hilfe eines anderen Monsters angewiesen: King Kong.

    Zur Besetzung von Godzilla vs. Kong zählen unter anderem Rebecca Hall (Prestige), Eiza González (Baby Driver), Millie Bobby Brown (Stranger Things), Alexander Skarsgard (Legend of Tarzan), Lance Reddick (John Wick), Demián Bichir (Machete Kills), Kyle Chandler (Argo) sowie Newcomerin Kaylee Hottle.

    © 2021 Warner Bros.

    Kritik


    Was erwartet man bei einem Film, der den Titel Godzilla vs. Kong trägt? Natürlich reichlich Krawallaction, die in enorme Zerstörungsorgien münden. Und das liefert Regisseur Adam Wingard mit seinem Monsterfilm auch. Action ist hier wahrlich nicht rar gesät und dabei sieht sie auch noch verdammt gut aus. Das ist nicht nur den erstklassigen Effekten zu verdanken, sondern auch der spektakulären Szenengestaltung. Die Kulissen, die Farben und ganz besonders die Kamerafahrten wie -einstellungen wissen in jedem Augenblick zu begeistern. Dabei findet Wingard gegenüber seinem Vorgänger Michael Dougherty, der sehr auf düstere Bilder setzte, erfrischend neue Töne, indem er in die genau andere Richtung einschlägt. Nicht nur der mit Neonlichtern durchleuchtete Showdown in Hongkong strotzt vor Farben, auch bei den Actionszenen davor setzt der Filmemacher auf eine farbenfrohe Bildgestaltung. Das lässt nicht nur die Effekte in einem noch bemerkenswerteren Licht erstrahlen, sondern auch die Tonalität der Actionszenen setzen so mehr auf Unterhaltung. Dabei kommt zwar die beängstigende Atmosphäre, die Dougherty in seinen Monsterszenen kreierte in großen Zügen abhanden, dafür machen Wingards Actionaugenblicke einfach durchgängig Spaß. Generell wählt der Regisseur eine deutlich leichtfüßigere Erzählweise, die dem Film aber merklich gut tut. Dadurch fallen die zahlreichen Logikfehler oder inhaltlichen Fragwürdigkeiten kaum bis gar nicht ins Gewicht. Denn es ist von vornherein klar, dass die Geschichte hier nicht tatsächlich etwas erzählen möchte, sondern einfach nur als Bindungsglied zwischen den fantastischen Actionszenen fungieren soll.

    Dafür gelang den Machern jedoch um die Storyline der kleinen Jia, die eine tief gehende Bindung mit Kong hat, ein überraschend emotionaler Kniff. Das liegt ganz besonders an der liebenswürdigen Jungdarstellerin und Spielfilmdebütantin Kaylee Hottle. Die Halbkoreanerin ist einfach das Herzstück dieses Blockbusters, sodass man auch stets immer wieder etwas berührt wird. Hottle, die nicht nur jemanden verkörpert, der nicht hören kann, sondern auch im wahren Leben taub ist, gelingt im Zusammenspiel mit dem CGI-Ungetüm Kong immer wieder eine liebevolle Bindung aufzubauen, sodass die Sympathien des Publikums sehr schnell für die Seite Kong manifestiert werden.
    Daneben scheitert Godzilla vs. Kong jedoch mit einem weiteren Handlungsstrang ebenso katastrophal, wie schon sein Vorgänger. Zwar hatte der zweite Godzilla-Film durchgängig mit einer immens uninteressanten Dramaturgie zu kämpfen, sodass beim Aufeinandertreffen der beiden Kultmonster also eine Steigerung zu spüren ist, doch knickt der Blockbuster bei der Geschichte um Millie Bobby Browns Figur merklich ein. Der Handlungsstrang, der zwar durch die Godzilla-Sympathisanten auch das Mitgefühl für die Riesenechse etablieren sollte, ist eigentlich völlig überflüssig. Nicht nur scheitert er in der gerade benannten Aufgabe, sondern er bremst durch den an Daseinsberechtigung fehlenden Inhalt den Film immer wieder unnötig aber leider stark spürbar aus. Die Mühe dem Zuschauer klarzumachen, dass Godzilla nicht das Monster ist, das man zu Beginn sieht, wäre in der Ausführlichkeit überhaupt nicht nötig gewesen, da das jedem Zuschauer von vornherein klar sein dürfte - ganz besonders, da man mit den beiden ersten Godzilla-Filmen bereits genug Vorarbeit geleistet hatte.
    Hätte man sich mehr auf die Beziehung von Jia und Kong konzentriert, hätte man inhaltlich auch mehr Tiefe erreicht. So ist die Storyline zwischen den beiden Ungleichen zwar immer wieder schön, aber auch aufgrund des limitierten Umfangs nicht sonderlich tiefgründig.

    © 2021 Warner Bros.


    Dennoch macht der Film viel Spaß und legt sogar den Mut an den Tag im Duell der beiden berühmten Titanen einen klaren Sieger festzusetzen. Die Action macht dabei nicht nur visuell große Freude, sondern auch akustisch, denn der für hämmernde Sounds bekannte Filmkomponist Tom Holkenborg (Mad Max: Fury Road) lässt einmal mehr neben den deftigen Soundeffekten den Kinosaal erbeben. Somit ist Godzilla vs. Kong wie für das Kino gemacht und eigentlich der perfekte Film, um die Kinoeröffnungen zu feiern.
    Und mit der erstmals gezeigten Hohlerde schaffen die Filmemacher nicht nur für ihr Werk eine nette Abwechslung, sondern legen auch einen interessanten Grundstein für weitere mögliche Filme in diesem Universum.

    Fazit


    Godzilla vs. Kong hat zwar durch einen völlig überflüssigen Handlungsstrang mit ähnlichen inhaltlichen Schwierigkeiten zu kämpfen wie sein direkter Vorgänger, kann sich aber dank einer zweckmäßigen teils auch schönen zweiten Storyline hier verbessern. Aber worauf es in erster Linie ankommt, sind die Actionszenen und die sind in allen Belangen eine Wucht, sodass sie in jedem Augenblick einfach Spaß machen. Würde der deplatzierte Handlungsstrang das Werk nicht immer wieder ausbremsen und so für vermehrte Durchhänger sorgen, hätte das Duell der Kultmonster sogar ein erstklassiges Blockbusterspektakel werden können.


    6/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Godzilla vs. Kong
    Land:
    USA
    Jahr:
    2021
    Studio/Verleih:
    Warner Bros.
    Regie:
    Adam Wingard
    Drehbuch:
    Terry Rossio, Michael Dougherty, Max Borenstein, Eric Pearson, Zach Shields
    Kamera:
    Ben Seresin
    Musik:
    Tom Holkenborg (Junkie XL)
    Genre:
    Action
    Darsteller:
    Rebecca Hall, Eiza González, Millie Bobby Brown, Alexander Skarsgard, Lance Reddick, Demián Bichir, Kyle Chandler, Kaylee Hottle
    Start (DE):
    01.07.2021
    Start (USA):
    31.03.2021
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Bilder
    • Godzilla-vs-Kong-02.jpeg

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