ANZEIGE

Die Konkubine

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Einleitung


    Neun Jahre nach dem Erscheinen in seinem Heimatland Südkorea, schafft es das Historiendrama Die Konkubine endlich auch nach Deutschland. Nicht ganz unschuldig daran ist vermutlich der durchschlagende Erfolg von Oscarabräumer Parasite. Denn in dem faszinierenden Werk spielte Cho Yeo-jeong eindrucksvoll eine der wichtigsten Rollen. Als Hauptdarstellerin in Die Konkubine gesetzt, gehört dieses Werk neben dem Film von Bong Joon-ho dabei zu ihren bekanntesten Titeln.

    Im Mittelpunkt von Die Konkubine steht eine Dreiecksbeziehung zwischen der Tochter eines Adligen, einem Diener und dem Mann, der König werden wird. Dabei versucht jeder das zu bekommen, was er möchte - koste es, was es wolle.

    In dem Werk, das sich ganz um Verrat, Manipulation, Sex, Mord und Verschwörung dreht, werden neben Cho unter anderem noch Kim Dong-wook (Along with the Gods: The Last 49 Days), Kim Min-joon (Was it Love?) und Park Ji-young (Das Hausmädchen) zu sehen sein.
    Für die Regie zeigt sich Kim Dae-seung (Blood Rain) verantwortlich.

    © 2021 Capelight Pictures

    Kritik


    Wie nicht anders zu erwarten, bietet Die Konkubine einmal mehr visuell berauschendes Kostümdrama aus Südkorea. Die Ausstattung, die Kostüme und die Kulissen wissen wie so häufig in historischen Produktionen von der koreanischen Halbinsel zu überwältigen. Dazu gesellt sich noch die einnehmende Kameraarbeit von Ki S. Hwang (Friend), die jede Szene eine gewissen Faszination zuspricht. So entwickeln die Bilder unweigerlich eine nicht zu leugnende Anziehungskraft, der man sich nur zu gerne hingibt. Doch trotz der beeindruckenden visuellen Gestaltung darf vor allem dramaturgisch kein allzu wohliges Werk erwartet werden. Hier zeigen sich die Menschen von ihrer dunklen Seite und treiben ihre Mitmenschen ebenfalls in genau solche Verhaltensmuster. Und so ist Die Konkubine ein Paradebeispiel dafür, was wir Menschen uns gegenseitig antun und welch Monster wir dadurch in unserer eigenen Welt kreieren. Selbst die Figuren, die zu Beginn noch unschuldigen Herzens waren, beschreiten im weiteren Verlauf teils beängstigende Pfade.
    Aber genau das macht auch die intensive Spannung des Films von Kim Dea-seung aus. Denn so richtig weiß man nie, wie weit die einzelnen Charaktere bereit sind zu gehen, um das zu erreichen, was sie möchten. Schließlich hat jede Tat hier auch Konsequenzen und jedes Ziel seinen Preis. Dabei werden die psychologischen Beweggründe aber immer greifbar offengelegt, sodass so abscheulich manche Aktionen auch sind, sie in gewisser Weise dennoch nachzuvollziehen sind.

    Spätestens an diesem Punkt sind neben der Dramaturgie auch besonders die Darsteller gefragt - und die liefern fast durchgängig eine starke Performance ab. Zwar ist nicht jede Nuance auf den Punkt, was bei einem solch differenzierten Werk leider umso auffälliger ist, dennoch sind die Leistungen der Schauspieler beeindruckend. Ganz besonders Hauptdarstellerin Cho Yeo-jeong gelingt es die verschiedenen Facetten ihrer Figur mit einer besonders fesselnden Wirkung darzubieten. Ob als zurückhaltende fast schon unterwürfige Frau sowie als selbstbewusste gelingt es ihr eine große Anziehungskraft zu entwickeln. Und selbst in den Momenten, in denen sie eiskalt berechnend auftritt, entgleitet ihr ihre Rolle nicht in einer Sekunde. Die abwechslungsreiche Darstellung entlockt in jeder Szene mit ihr die Aufmerksamkeit des Zuschauers. Aber auch Kim Dong-wook verdient eine besondere Erwähnung. Als missachteter Prinz, der von so vielen Impulsen immer wieder hin und her gerissen wird, präsentiert einen starken Auftritt, da er es schafft seiner Figur eine ungemeine Tragik zuzuschreiben.

    Wenig verwunderlich unterlegt Komponist Jo Yeong-wook (Lady Vengeance) das Geschehen mit einem Score, der häufig in seiner Schönheit das Gesehene wunderbar kontrastiert. Zwar erreichen seine Klänge nicht die Wucht, wie sie es bei der Zusammenarbeit mit Ausnahmeregisseur Park Chan-wook (Oldboy) regelmäßig tun, doch ist auch hier die enorme Klasse des Musikers zu erkennen, wenngleich seine Melodien in Die Konkubine leider nicht allzu häufig zum Einsatz kommen.
    Dramaturgisch bewegt sich das Historiendrama zwar immer wieder auf sehr hohem Niveau, doch umso mehr stechen die teilweise etwas ungeschickten Dialoge hervor. Das möchte häufig nicht zum restlichen technisch so hochklassig Umgesetzten passen, was einen dann doch hin und wieder aus der wunderbar unangenehmen Atmosphäre reißt. Dazu gesellen sich die etwas zu vielen Figuren mit ihren Einzelschicksalen, sodass teilweise der Fokus etwas verloren geht und die Spannung ein wenig leidet. Dennoch ist Die Konkubine ein sehenswertes auf etwas erschreckende Weise auch wunderschönes Werk geworden, das zwar nicht ohne Schwächen auskommt, aber sehenswert allemal ist.

    © 2021 Capelight Pictures

    Fazit


    Die Konkubine präsentiert Abgründiges in einem umwerfenden Gewand. Dazu gesellt sich ein aufopfernder Cast, der mit viel emotionaler Investition zu begeistern weiß. Audiovisuell ist das historische Drama makellos, auch wenn sich bei den Dialogen und der teilweise etwas zu umständlichen Dramaturgie ein paar Schwächen einschleichen.


    7/10

    :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2: :stern2: :stern2:
    Infos
    Originaltitel:
    후궁: 제왕의 첩 (Hugoong: Jewangui Chub) / The Concubine (engl. Titel)
    Land:
    Südkorea
    Jahr:
    2012
    Studio/Verleih:
    Lotte Entertainment / Capelight Pictures
    Regie:
    Kim Dea-seung
    Drehbuch:
    Kim Dea-seung, Hwang Yoon-jung, Kim Mi-jung, Kim Soo-mi
    Kamera:
    Ki S. Hwang
    Musik:
    Jo Yeong-wook
    Genre:
    Drama, History
    Darsteller:
    Cho Yeo-jeong, Kim Dong-wook, Kim Min-joon, Park Ji-young
    Start (DE):
    22.07.2021 (digital) / 30.07.2021 (Blu-ray, DVD)
    Laufzeit:
    122 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Bilder
    • Die-Konkubine-03.jpg

      255,71 kB, 1.500×1.000, 42 mal angesehen

    790 mal gelesen