The Boss

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  • Kritik

    Melissa McCarthy kommt ja demnächst mit den Ghostbusters in die Kinos, doch in The Boss beglückt sie uns zunächst als eine reiche Frau, die Insider-Handel betreibt, daraufhin ins Gefängnis muss und nach ihrer Freilassung anschließend versucht, wieder Fuß zu fassen.

    Jup, grob gesagt war es das auch schon. Aber welche Komödie wartet schon mit einer umfassenden Handlung auf, bei der man sein Gehirn richtig anstrengen muss? The Boss bietet einen Einstieg, nach dem die Fronten schnell geklärt sind und das Chaos seinen Lauf nehmen kann. Und gleich das Wichtigste vorneweg: Ja, diese Komödie ist lustig! Aber Vorsicht: Wer mit Komödien, in denen Melissa McCarthy mitspielt, nichts anfangen kann, wird auch hier seine Probleme damit haben, Gefallen an dem Film zu finden. Denn wie gesagt, Humor ist durchaus vorhanden. Allerdings gibt es solche und solche Szenen. Zugegeben, wir sind schon relativ glücklich darüber, dass auf Fäkalhumor verzichtet wurde (liebe Grüße an Adam Sandler!). Aber eben nicht jeder Gag zündet. McCarthys erster Auftritt als schwer(und)reiche Michelle Darnell ist wuchtig und witzig. Tolle Performance! McCarthy passt übrigens perfekt in die Rolle und hat auch einige coole Sprüche auf Lager. Anders hingegen der Streetfight: unnötig, überzogen, unlustig. Seltsamerweise hatten einige Kinobesucher dennoch ihren Spaß bei manch fragwürdiger Szene. Das bedeutet nicht, dass wir einen speziellen Humor haben, sondern eher, dass für verschiedene Geschmäcker einige Lacher dabei sind. Schlecht daran ist jedoch, dass man eben keine Zielgruppe komplett befriedigen dürfte.


    Nicht zufriedenstellend ist aber auch der Umgang mit der seichten Story. Okay, hier werden verschiedene Werte eingepackt und behandelt, wie zum Beispiel die große Bedeutung einer echten Familie sowie die Tatsache, dass Geld nicht alles im Leben ist. Aber genau hier muss man dann auch schon wieder Abstriche machen. Gegen Ende wirkt das alles zu stark konstruiert, und auch die Handlungen von Michelle Darnell sind hier nicht unbedingt nachvollziehbar. Wie aus dem Nichts agiert die Hauptfigur impulsiv und – ja, sprechen wir es ruhig mal aus: dumm. Das passt einfach nicht! Jemand, der als Unternehmer reich geworden ist, muss sich ja etwas dabei gedacht haben und handelt nicht unüberlegt. Darnell macht dann aber etwas, das sie nur wenig später bereut. Das klingt dann wie ein altbekanntes Rezept vieler, vieler (komödiantischer) Filme. Um den Spannungsbogen aufrechtzuerhalten, bietet man dem Zuschauer eine Geschichte, in der alles in eine Richtung läuft. Die Stimmung ist meist durchgängig harmonisch und der Zuschauer fühlt sich wohl. Dann folgt meistens ein Knackpunkt, bei dem etwas Negatives passiert (hier das impulsive Handeln von Darnell). Die Figuren sowie auch der Zuschauer sind von der Situation genervt. Nach diesem kurzen Tief dreht sich aber erneut alles (Darnell bereut) und wandelt sich ins Positive, das oft sogar noch stärker ist als die Ausgangssituation. Das endet dann in einem Happy-End oder in einem bösen Ende. Und The Boss geht eben genau diesen Weg und wirkt dabei nicht nur konstruiert, sondern vielmehr ideenlos.

    Noch stümperhafter geht man allerdings mit einigen Nebenfiguren um. Es ist eine Schande, Peter Dinklage in solch einer Rolle zu sehen. Er versucht zwar, alles aus seiner Rolle herauszuholen, aber es tut einfach nur weh, wenn man in jeder einzelnen Szene mit ihm spürt, dass sein Potenzial komplett verschenkt wird. Warum sich der talentierte Schauspieler für Komödien dieser Art hergibt, bleibt sein Geheimnis. Aber auch Kristen Bell, die zwar sympathisch auftritt, bleibt weitestgehend blass und wirkt komplett austauschbar. Ihre Rolle gibt nicht viel her, steht aber immerhin für viele positive Werte.

    Fazit

    Unsere Werte hingegen werden nicht ganz so positiv ausfallen. The Boss ist unterhaltsam und weist eine Menge Humor auf, aber eben nicht jeder Witz ist gut genug, um dem Zuschauer ein Lachen abzuringen. Die Story ist schnell erzählt, bietet aber einige gute Werte, die jedoch wiederum konstruiert wirken und so das Gesamtbild schwächen. Zu den Nebenfiguren haben wir genug gesagt, Stichwort: stümperhaft. Wer also mit McCarthy-Komödien nichts anfangen kann, wird auch hier seine Probleme haben. Bleibt nur zu hoffen, dass ihr nächster Film geistreicher wird.

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    Bewertung: 5,5/10

    Videokritik



    Infos
    Originaltitel:
    The Boss
    Land:
    USA
    Jahr:
    2016
    Studio/Verleih:
    Universal Pictures
    Regie:
    Ben Falcone
    Produzent(en):
    Ben Falcone, Will Ferrell, Melissa McCarthy, Adam McKay
    Drehbuch:
    Ben Falcone, Steve Mallory, Melissa McCarthy
    Kamera:
    Julio Macat
    Musik:
    Christopher Lennertz
    Genre:
    Komödie
    Darsteller:
    Melissa McCarthy, Kristen Bell, Peter Dinklage, Kathy Bates, Ella Anderson, Tyler Labine
    Inhalt:
    Vom Büro mit Panoramablick direkt hinter schwedische Gardinen: Nachdem die extrem erfolgreiche Unternehmerin Michelle Darnell beim Handeln mit Insiderinformationen erwischt wird, wandert sie direkt ins Gefängnis. Das wiederum ist so gar nicht nach ihrem Geschmack. Wieder auf freiem Fuß, will sie sich der Welt nun als ehrbar und rechtschaffen präsentieren – als die Sünderin, die aus ihren Fehlern gelernt hat… Doch die Chefin steckt noch in ihr und alte Angewohnheiten schwinden nicht einfach. Außerdem ist nicht jeder, der von Michelle damals aufs Kreuz gelegt wurde, bereit, einfach so zu vergeben und zu vergessen.
    Start (DE):
    21. april 2016
    Start (USA):
    8. April 2016
    Laufzeit:
    99 Minuten
    FSK:
    noch nicht geprüft
    Links
    Webseite:
    http://www.thebossfilm.com/

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