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The Last Journey

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  • Einleitung


    Französische Filme mag man entweder oder man mag sie nicht. Sie sind bekannt dafür, eher etwas eigenwillig zu sein. Dennoch haben in den letzten Jahren vor allem französische Komödien gepunktet und konnten auch international Erfolge feiern. Der Regisseur Romain Quirot jedoch versucht sich mal im Bereich der Science Fiction - ein Genre, das in Frankreich momentan nicht allzu viele Filme hervorbringt. Französische Science Fiction ist insbesondere durch Luc Besson ("Das fünfte Element", "Lucy", "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten") besetzt.

    Bessons Filme waren auch immer etwas anders als beispielsweise die US-amerikanische Science Fiction. Dieses, nennen wir es mal, französische Etwas, hat auch The Last Journey von Romain Quirot zu bieten. Inwiefern es Parallelen gibt und ob sich der Film lohnt, erfahrt ihr in den nächsten Absätzen.


    © 2021 EuroVideo Medien GmbH



    Kritik


    The Last Journey handelt von einer nicht all zu fernen Zukunft, in der die Sonne die Erde ausgetrocknet hat und die Ressourcen aufgebraucht sind. Die letzte verwertbare Energie liefert ein roter Mond, der sich in der Nähe der Erde aufhält, nun aber auf Kollisionskurs mit der Erde geht. Der Astronaut Paul W.R. (Hugo Becker) ist die letzte Chance der Menschheit, doch kurz vor dem Start seiner mit Nuklearbomben bestückten Rakete taucht er unter. Pauls Vater Henri (Jean Reno), der die Mission leitet, versucht Paul zu finden.

    Die Story klingt relativ 08/15, und eigentlich ist sie das auch. Allerdings schlägt The Last Journey in eine ungeahnte Richtung ein. Die Science Fiction wird eher nebensächlich, während man sich der Film eher zu einem Roadmovie entwickelt. Das ist auch nicht so verkehrt, denn so stellt man sich nicht all zu viele Fragen über die Logik der Prämisse mit dem roten Mond, denn einiges in den dargebotenen Erklärungen ergibt irgendwie nicht so viel Sinn. Immerhin versucht der Film nicht auch noch, diesen Unsinn zu erklären, denn er würde vermutlich scheitern.

    Als Roadmovie hingegen funktioniert The Last Journey eigentlich ganz okay, denn die Beziehung zwischen Paul und Elma (Lya Oussadit-Lessert) hat durchaus starke Momente. Außerdem tut der Fokus auf die ausgetrocknete, staubige Erde dem Film richtig gut, denn hier kann Regisseur Romain Quirot zeigen, was in ihm steckt. Ja, man denkt hier ab und an an "Mad Max", was aber nicht verkehrt ist. Denn das Szenenbild ist absolut beeindruckend, auch wenn der ominöse rote Mond mit ihm Bild ist - das sieht schon sehr stark aus. Die Inszenierung von Quirot überzeugt auf ganzer Linie und ist die größte Stärke seines Films.

    Auch die Effekte sind bei dem vermutlich deutlich weniger angesetzten Budget als zum Beispiel einem "Armageddon" durchaus ordentlich, auch über Ton und Schnitt kann man nicht meckern.

    Die Darsteller machen ihre Sache gut; Jean Reno hat einen eher kleinen Part, allerdings mit einer durchaus passenden Rolle.

    Das große Manko ist tatsächlich das Drehbuch. Es wirkt sehr ambitioniert, allerdings bleiben viele Fragen offen. Man kann jetzt sagen "gut, das ist halt ein französischer Film, der erklärt nicht alles", allerdings hat man eher den Eindruck, dass das Skript einfach nicht ausgereift genug ist. Ja, die philosophischen Ansätze sind da, aber sie kommen nicht genug an beim Zuschauer, denn dafür sind sie dann doch zu oberflächlich abgehandelt worden. Das Thema der Rohstoffausbeutung zum Beispiel ist vorhanden, hätte aber noch deutlich stärker ausgearbeitet werden können. Am Ende stellt sich nämlich die Frage, worum es hier primär gehen sollte - um die Rohstoffe, um die die Vater-Sohn-Beziehung, um die Beziehung zwischen den Brüdern, oder doch um ein anderes Thema, das sich durch den ganzen Film zieht und am Ende auch die größte Rolle spielt und deshalb hier nicht genauer benannt wird? Mehr Fokus wäre hier durchaus gut gewesen, denn so entsteht der Eindruck, dass Quirot zu viel wollte, sich aber nicht ganz einigen konnte, worauf es hinauslaufen soll.


    © 2021 EuroVideo Medien GmbH


    Fazit


    Wer auf Science Fiction steht und mal was anderes als den gewohnten Hollywood-Kram ausprobieren möchte, ist bei The Last Journey sicherlich gut aufgehoben. Der französische Film zeigt, dass auch aus Europa grandiose Bilder kommen können, hier muss sich der Film definitiv nicht verstecken. Wer allerdings auf alles Antworten und Logik hinter dem eigentlichen Szenario sucht, wird hier etwas unzufrieden zurückgelassen.


    6,5/10

    :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :halbstern: :stern2: :stern2: :stern2:
    Infos
    Originaltitel:
    Le dernier voyage
    Land:
    Frankreich
    Jahr:
    2020
    Studio/Verleih:
    EuroVideo Medien GmbH
    Regie:
    Romain Quirot
    Drehbuch:
    Romain Quirot, Antoine Jaunin, Laurent Turner
    Kamera:
    Jean-Paul Agostini
    Musik:
    Etienne Forget
    Genre:
    Science Fiction
    Darsteller:
    Hugo Becker, Jean Reno, Paul Hamy, Lya Oussadit-Lessert
    Inhalt:
    In nicht allzu ferner Zukunft hat die Sonne die Erde ausgetrocknet, die Ressourcen sind aufgebraucht, nur ein geheimnisvoller roter Mond liefert den letzten Menschen überlebenswichtige Energie. Als er plötzlich auf Kollisionskurs mit der Erde geht, droht die endgültige Vernichtung der Menschheit. Die einzige Chance auf ein Überleben, scheint die Zerstörung des roten Mondes zu sein. Doch kurz vor dem Start seiner mit Nuklearbomben bestückten Rakete verschwindet Astronaut Paul W.R. (Hugo Becker). Mit allen Mitteln versucht der Leiter der Mission, Pauls Vater Henri (Jean Reno), ihn zu finden, doch Paul hat seinen eigenen Plan. Mit der Hilfe von Elma (Lya Oussadit-Lessert), einem Mädchen, das die Hoffnung auf ein Leben auf der Erde noch nicht aufgegeben hat, startet Paul auf eine letzte Reise, um seine Visionen von der Rettung der Welt zu verwirklichen …
    Start (DE):
    30.09.2021 (Heimkino)
    Laufzeit:
    87 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Links
    Webseite:
    https://www.eurovideo.de/dvd-bluray,de,11,304390,the-last-journey,tv-kino-film.html

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