The Protégé

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  • Einleitung


    Nachdem John Wick Kritiker wie Publikum in Jubelstürme versetzte, folgten eine Vielzahl von Filmen mit Auftragskillern die sich auf ihren persönlichen Rachefeldzug begaben. Und überraschenderweise waren in diesen Nachzüglern häufig Frauen die Hauptfiguren. Von Luc Bessons Anna, über Atomic Blonde zu Kate legt nun The Protégé erneut nach. Dieses Mal beweist Maggie Q (Stirb langsam 4.0) erneut ihre Austeilqualitäten.

    Im Zentrum des Werks steht Anna, eine der begabtesten Auftragskiller der Welt. Nachdem sie von dem legendären Killer Moody als Kind aufgenommen wurde, war dieser nicht nur wie ein Vater für sie, sondern auch ihr Trainer, der sie zu einer tödlichen Waffe machte. Als Moody jedoch ermordet wird, wird es für Anna persönlich und sie begibt sich auf einen gnadenlosen Rachefeldzug. Doch auf ihrem Weg zum Ziel muss sie sich einem weiteren begnadeten Auftragskiller stellen.

    Neben Maggie Q sind unter anderem noch Michael Keaton (Batman), Samuel L. Jackson (Black Snake Moan) und Robert Patrick (Terminator 2) zu sehen.
    Inszeniert wurde das Werk von Casino Royale-Regisseur Martin Campbell.

    © 2021 Leonine

    Kritik


    Angefangen mit platten Komödien in den 70ern führte der Weg von Regisseur Martin Campbell über einige Fernsehserien, unauffälligen Thrillern hin zu der Möglichkeit mit Goldeneye Kult-Agent James Bond in den 90ern einen neuen Anstrich zu verpassen. Dies geling ihm so gut, dass er daraufhin deutlich vielversprechendere Stoffe angeboten bekam. Es folgten Titel wie Die Maske des Zorro, Vertical Limit oder Jenseits aller Grenzen. Aber sein für die meisten wohl eindrucksvollstes Werk kreierte er, als er einmal mehr Bond neuen Wind verpassen sollte und Daniel Craig in seinem ersten Doppelnull-Auftritt in Casino Royale inszenierte. Nach seinem Flop Green Lantern zog er sich wieder zu kleineren Projekten zurück, konnte zuletzt mit The Foreigner allerdings einmal mehr ein kleines Ausrufezeichen setzen, indem er Stuntlegende Jackie Chan ungewohnt ernst und geradlinig in einem Action-Thriller in Szene setzte. Nun lässt er darauf mit The Protégé abermals einen schnörkellosen Actionfilm folgen. Dieses Mal präsentiert er einen klassischen Auftragskiller-Film begleitet von einer kleinen Rachegeschichte. Im Vergleich zu ähnlichen Genrevertretern aus den letzten Jahre kommt The Protégé aber in den Actionszenen relativ unverspielt daher, was den Regisseur allerdings mittlerweile durchaus auszeichnet. Hat das in The Foreigner noch hervorragend gepasst, da dort auch eine interessante und vor allem ernstzunehmende Geschichte drumherum erzählt wurde, wirkt das bei dem x-ten Film über einen losgelassenen Auftragskiller, in diesem Falle eine Auftragskillerin, jedoch etwas inspirationslos. Die Action ist zwar durchweg ordentlich inszeniert, verpasst es aber sich mit Highlights hervorzuheben.

    Dramaturgisch wird wenig Neues geboten. Lediglich die Beziehung zwischen der Protagonistin Anna und dem auf der Gegenseite platzierten Auftragskiller Rembrandt bietet einen gewissen Reiz. Doch stimmt die Chemie zwischen Maggie Q und dem fast 30 Jahre älteren Michael Keaton einfach nicht - und das nicht nur aufgrund des hohen und sichtbaren Altersunterschieds. Zwischen den beiden entsteht einfach kein Knistern, auch wenn die Faszination der beiden füreinander durchaus nachvollziehbar ist. Für sich stehend liefern die beiden Darsteller eine gute Performance ab, doch überträgt sich die sexuelle Spannung zwischen ihnen nicht auf den Zuschauer.
    Grundsätzlich überzeugt Q aber durchweg als Hauptdarstellerin und kann den Film fraglos tragen. Sie agiert in den Actionszenen ebenso glaubhaft wie in den emotional angehauchten. Samuel L. Jackson hingegen kommt als Mentor und Vaterfigur etwas enttäuschend daher, da seine Rolle nicht nur relativ klein ausfällt, sondern in erster Linie, weil er wie sehr oft in letzter Zeit einfach Samuel L. Jackson darstellt und sich auf seinen coolen Attitüden ausruht. Das ist nicht unbedingt schlecht, aber mitreißend oder sonderlich interessant eben auch nicht.

    Visuell ist The Protégé von dem fast 80-jährigen Regisseur gewohnt souverän inszeniert, sodass man auf dieser Ebene dem Werk nichts wirklich ankreiden kann. Lediglich die Unauffälligkeit des Ganzen lässt das Werk genau als das erscheinen - unauffällig. Somit verschwindet der Actionfilm im Mittelmaß der zahlreichen Auftragskiller-Filme und ist vom Zuschauer bereits spätestens am nächsten Tag vergessen.

    © 2021 Leonine

    Fazit


    The Protégé ist in fast allen Belangen souverän, verpasst es aber jegliche Highlights zu präsentieren. Dadurch kann sich das Werk von anderen Genrevertretern nicht wirklich abheben und das trotz ordentlicher Besetzung. Der fehlende emotionale Bezug, sowie die etwas uninspirierte Geschichte lassen den Actionfilm von Martin Campbell im Durchschnitt versinken. Für Fans des Genres tut The Protégé allerdings nicht weh, wenn auch nach dem Film sich keine bleibenden Erinnerungen manifestieren.


    5/10

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    Infos
    Originaltitel:
    The Protégé
    Land:
    USA
    Jahr:
    2021
    Studio/Verleih:
    Lionsgate / Leonine
    Regie:
    Martin Campbell
    Drehbuch:
    Richard Wenk
    Kamera:
    David Tattersall
    Musik:
    Rupert Parkes alias Photek
    Genre:
    Action
    Darsteller:
    Maggie Q, Michael Keaton, Samuel L. Jackson, Robert Patrick
    Start (DE):
    22.10.2021 (Heimkino)
    Start (USA):
    20.08.2021
    Laufzeit:
    109 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Bilder
    • The-Protégé-01.jpg

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