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Ghostbusters: Legacy

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  • Einleitung


    Nach dem 2016er Reboot-Versuch, der bei Kritikern und Zuschauern größtenteils durchfiel versuchte man einige Jahre später einen erneuten Anlauf. Dieses Mal sollte eine richtige Fortsetzung zu Ghostbusters her, wofür man auch den vermutlich perfekten Regisseur begeistern konnte. Denn mit Jason Reitman nahm niemand Geringes auf dem Regiestuhl Platz, als der Sohn von Ivan Reitman, der die ersten beiden Originalfilme inszenierte. Wenn also jemand mit der richtigen Motivation an den unter Filmfans schon fast vergötterten Stoff herangeht, dann er.

    Im Fokus von Ghostbusters: Legacy stehen die Kinder Phoebe und Trevor, die mit ihrer Mutter aufs Land ziehen, wo diese ein Grundstück von ihrem Vater geerbt hat, den sie allerdings nie richtig kennengelernt hat. Eines Tages finden sie dort das Ghostbusters-Auto Ecto-1 und weitere Ausrüstungen der Geisterjäger. Mit der Unterstützung ihres Lehrers, der bei den Ereignisse 1984 in New York dabei war, müssen sie sich einer übernatürlichen Bedrohung stellen.

    Als Darsteller sind unter anderem McKenna Grace (Begabt), Finn Wolfhard (Stranger Things), Carrie Coon (Gone Girl), Paul Rudd (Ant-Man), Celeste O’Connor (Unersetzlich), Bokeem Woodbine (Operation: Overlord), Oliver Cooper (Der Spitzenkandidat) und Newcomer Logan Kim vertreten.

    © 2021 Sony Pictures

    Kritik


    Regisseur und Drehbuchautor Jason Reitman zeigte bereits häufig, dass er einer unterhaltsamen Geschichten auch erstklassig eine emotionale oder tiefgründigere Note abgewinnen kann. Ghostbusters: Legacy macht da auch keine Ausnahme. Ab der ersten Minute merkt man dem Film an, dass ihm das Werk besonders am Herzen liegt und er in erster Linie eine Familiengeschichte erzählen möchte. Dass er dabei das Regiezepter von seinem Vater Ivan übernommen hat, der die ersten beiden Ghostbusters-Filme inszenierte, spielt in dem Fall natürlich einen besonderen Rolle. Dabei gelingt es ihm hervorragend sich von dem Stil seines Vaters und den Vorgängerfilmen zu lösen und einen eigenständigen Film zu kreieren, der sich allerdings dennoch wie eine Fortsetzung anfühlt. Er ehrt das Schaffen seines alten Herrn und bringt sehr viel eigenen Stil in das Geschehen - ein Spagat, der nur den wenigstens Filmemachern gelingt. Ganz besonders beim Humor spürt man Jasons Einflüsse, denn dieser kommt ohne großen Klamauk aus und bietet reichlich liebevolle Komik, die überragend getimt ist. Aber die neue Generation von Geisterjägern torpediert einen auch nicht mit einem Gag nach dem anderen, sondern etabliert erst einmal seine Figuren mit ihren persönlichen Problemen. Auf den ersten Blick erscheinen diese zwar etwas klischeehaft, wir haben das nerdige Kind, das keine Freunde findet, der Teenager, der in einer neuen Heimat Anschluss sucht und sich natürlich ihn ein Mädchen verguckt, sowie die alleinerziehende Mutter, die unorganisiert aber mit viel Liebe für ihre Kinder sich irgendwie durchs Leben boxt, doch fühlen sich die Charaktere zu keinem Zeitpunkt abgegriffen an. Dem Filmemacher gelingt es seinen Protagonisten stetig frische Facetten abzugewinnen, sodass es viel Spaß macht, ihnen auf ihren Wegen zu begleiten. Und Jason Reitman schien es wohl ähnlich zu gehen, da die ersten Geister überraschend lange auf sich warten lassen. Doch wirklich vermissen tut man sie lange Zeit auch nicht. Lediglich im Mittelteil verliert das Werk etwas an Schwung und man fängt an sich zu fragen, wann denn die Geisterjagd endlich losgeht.
    Bis dahin macht der Film aber sehr viel richtig, liefert zahlreiche Easter Eggs für Fans der Originalfilme, holt den Zuschauer emotional ab und bietet liebevolle Figuren mit unterhaltsamen Beziehungen. Und auch die Darsteller sind gut gewählt und können durchweg überzeugen. Allen voran die beiden Kinderdarsteller McKenna Grace als Enkelin von Egon Spengler, die ihm erschreckend ähnlich ist, und Logan Kim, der als Podcast für einige der unterhaltsamsten Augenblicke sorgt.

    Wenn dann mal die Geister-Action losgeht, kann auch diese überzeugen. Die Geister sehen gut aus, haben Charakter und wenn die Mini-Marshmallowmänner ins Spiel kommen, liefern diese auch teilweise überraschend viel schwarzen Humor. Reitman zeigt auch hier, dass er ein geübter Regisseur ist und inszeniert nicht nur den Humor gekonnt, sondern auch die Action mit viel Souveränität und Tempo.
    So ist Ghostbustesr: Legacy ein warmherziges Abenteuer geworden, das zwar verhältnismäßig wenig Geister auffährt, die die aber geboten werden hervorragend nutzt und immer wieder mit Kreativität begeistert.
    Dramaturgisch merkt man Reitman seine Liebe zu seinen Figuren an, auch wenn Finn Wolfhards Storyline etwas zu ausführlich präsentiert wird und man sich teilweise fragt, wer diese Frisur durchgewinkt hat. Dennoch sind die Charaktere die große Stärke des Werks und bilden das eigentliche Herz des neusten Ghostbusters-Films und man hinterfragt nur selten, warum es in Zeiten des Internets noch jemanden gibt, der nicht an Geister glaubt - ganz besonders, wenn man sich vor Augen hält, was alles in den ersten beiden Filmen passiert ist.

    © 2021 Sony Pictures

    Fazit


    Ghostbusters: Legacy ist die Fortsetzung, auf die Fans viel zu lange warten mussten. Vollgepackt mit Easter Eggs, viel Achtung vor den Originalen und dennoch bietet Regisseur und Drehbuchautor Jason Reitman reichlich eigenen Stil aber vor allem ganz viel Herz. Die wahren Stars des Films sind dabei dann auch nicht die Geister oder die angenehm zurückhaltende Action, sondern die liebevollen Charaktere, sodass ein herrlich unterhaltsames Familien-Abenteuer entsteht. Lediglich im Mittelteil verliert das Werk durch eine etwas zu breit getretene Storyline etwas an Schwung.


    7/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Ghostbusters: Afterlife
    Land:
    USA
    Jahr:
    2021
    Studio/Verleih:
    Sony Pictures
    Regie:
    Jason Reitman
    Drehbuch:
    Jason Reitman, Gil Kenan
    Kamera:
    Eric Steelberg
    Musik:
    Rob Simonsen
    Genre:
    Drama, Komödie, Abenteuer
    Darsteller:
    McKenna Grace, Finn Wolfhard, Carrie Coon, Paul Rudd, Logan Kim, Celeste O’Connor, Bokeem Woodbine, Oliver Cooper
    Start (DE):
    18.11.2021
    Start (USA):
    19.11.2021
    Laufzeit:
    124 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Bilder
    • Ghostbuster-Legacy-01.jpg

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