Die Tribute von Panem - Mockingjay: Teil 1

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  • Übersicht

    Kritik

    Als im März 2012 der erste Teil der "Tribute von Panem"-Reihe in den Kinos startete, hat wohl niemand damit gerechnet, dass sich der Start des neuen Franchise zu einem der erfolgreichsten Filme der US-Filmgeschichte entwickeln würde. Die Fortsetzung konnte dies sogar noch übertreffen und erreicht nicht nur bessere US-Zahlen, sondern war international ein großer Hit. In der Tat hat sich "Catching Fire" gegenüber dem ersten Teil steigern können, war optisch eine Wucht, actiongeladen und spannend. Francis Lawrence hat es aber auch in Mockingjay Teil 1 geschafft, das Niveau zu halten, legt jedoch andere Schwerpunkte. Leider gibt es auch einen Kritikpunkt, der der Splittung in zwei Teile geschuldet ist, dazu aber später mehr.

    Katniss ist gebrochen. Nach den Erlebnissen in der zweiten Arena wurde Peeta von den Rebellen zurückgelassen, da es Priorität war sie zu retten um sie als Zeichen der Revolution in den Kampf zu schicken. In dem eigentlich zerstörten Distrikt 13 hat Katniss Albträume und kein Interesse daran, an der Front zu stehen für die Menschen, die Peeta zum Sterben zurückgelassen haben. Doch Peeta lebt noch, befindet sich im Kapitol und bittet um Waffenstillstand, schnell gilt er als Verräter. Nachdem Katniss mit eigenen Augen sehen musste, was das Kapitol mit ihrer Heimat gemacht hat, entflammt ihr Zorn gegen Präsident Snow. So spielt sie den Spotttölpel und dreht Propagandavideos, um alle Distrikte für sich zu gewinnen um eine Chance gegen das Kapitol zu haben...

    In "Catching Fire" gab er erneut die Hungerspiele zu sehen, doch im Hintergrund lief bereits etwas viel größeres. Von der bevorstehenden Revolution hat der Zuschauer, ebenso wie die Hauptfigur, erst am Ende erfahren. Aber die ganze zweite Hälfte war lediglich die Vorbereitung für Mockingjay. Und da kommen wir direkt zum Kritikpunkt, denn im Grunde ist Mockingjay Teil 1 lediglich die Vorbereitung für den abschließenden Film im kommenden Jahr... und das merkt man. Die Revolution wird vorbereitet, die Distrikte werden zum Kampf aufgerufen, es gibt Anschläge, Kämpfe... Und dann kommt der Abspann, auf das Ergebnis der Arbeit müssen sich die Zuschauer noch gedulden. Und das lässt ein wenig unbefriedigt zurück, da dies lediglich der Fall ist, weil Hollywood das dritte Buch der Trilogie (!) teilen musste, um einen vierten Teil ins Kino bringen und somit mehr Kohle scheffeln zu können.

    Auch wenn nicht so viel passiert und die Geschichte nur bedingt vorangebracht wird, haben Regisseur Francis Lawrence und Drehbuchautoren Danny Strong und Peter Craig alles aus der (halben) Romanvorlage rausgeholt, was man rausholen konnte. So wurde das Buch wieder einmal sehr nah an der Vorlage verfilmt und ist tiefgehender als die bisherigen Teile, zudem wieder einmal toll vertont von Komponist James Newton Howard und einem "Song" von keiner geringeren als Jennifer Lawrence. Die Medien- und Gesellschaftskritik wird weiter vorangetrieben und erinnert zeitweise an reale Ereignisse (Thema Hinrichtung vor laufender Kamera). Die Konflikte zwischen Kapitol und den Distrikten wurden wirklich gut dargestellt, dazu die Kälte von Präsident Snow sowie die Trauer und Verzweiflung Katniss', was nicht zuletzt den darstellerischen Leistungen geschuldet ist.

    Jennifer Lawrence beweist einmal mehr, dass sie ihren Oscar verdient hat. Sie spielt die emotionale, gebrochene Katniss so authentisch wie noch nie. Ihre Ansprache an Präsident Snow nach dem Angriff auf ein Lazarett zum Beispiel ist nicht nur 1:1 aus dem Buch übernommen (Toll!), sondern auch bewegend und intensiv. Sie liefert eine One-Woman-Show ab, alle anderen Darsteller bleiben da eher etwas im Hintergrund. Dennoch schafft es auch Josh Hutcherson in seinen wenigen Momenten, in denen er meist nur im Fernsehen zu sehen ist, zu überzeugen. Sein körperlicher Verfall ist erschreckend, aber auch sein Spiel weiß zu überzeugen. Während Woody Harrelson, Donald Sutherland und Elizabeth Banks leider zu selten zu sehen sind, aber überzeugen, bleiben Philip Seymour Hoffman, Julianne Moore (gewollt?) und Liam Hemsworth (bis auf eine Szene) etwas blass.

    Fazit

    Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 1 ist eine emotionale Achterbahnfahrt und eine gute Vorbereitung auf die finale Schlacht um Panem.

    7,5/10
    :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :halbstern: :stern2: :stern2:
    Infos
    Originaltitel:
    The Hunger Games - Mockingjay Part 1
    Land:
    USA
    Jahr:
    2014
    Studio/Verleih:
    Studiocanal / Lionsgate
    Regie:
    Francis Lawrence
    Produzent(en):
    Nina Jacobson, Jon Kilik
    Drehbuch:
    Danny Strong, Peter Craig
    Kamera:
    Jo Willems
    Musik:
    James Newton Howard
    Genre:
    Sci-Fi
    Darsteller:
    Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Philip Seymour Hoffman, Julianne Moore, Donald Sutherland, Stanley Tucci
    Inhalt:
    Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) konnte von den Rebellen aus der Arena gerettet werden und in dem zerstört geglaubten Distrikt 13 in Sicherheit gebracht werden. Für die unterdrückte Gesellschaft wird sie zur heroischen Symbolfigur des Aufstands gegen das Kapitol. Als der Krieg ausbricht, der das Schicksal Panems für immer bestimmen wird, muss Katniss sich entscheiden: Kann sie den Rebellen rund um Präsidentin Coin (Julianne Moore) trauen? Und was kann sie tun, um Peeta (Josh Hutcherson) aus den Fängen des Kapitols zu retten und Panem in eine bessere Zukunft zu führen?
    Start (DE):
    20.11.2014
    Start (USA):
    21.11.2014
    Laufzeit:
    123 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren

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