Spider-Man: No Way Home

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  • Einleitung


    Im Animationsfilm Spider-Man: A New Universe erkundete man bereits die Möglichkeiten des Mutliverums. Nun versucht man mit Spider-Man: No Way Home das Gleiche auch in Realfilmform. Doch man darf sicher sein, dass die Macher hinter dem MCU-Film kreativ genug waren, sodass ihr Werk sich vom Animationsfilm deutlich löst und eine unumstößliche Daseinsberechtigung hat. Denn selbst, wer sich im Vorfeld fleißig alle Gerüchte zu Gemüte geführt hat, die im Internet kursierten, wird von den Machern immer wieder überrascht werden.

    Im dritten Film mit Tom Holland als Spider-Man sieht sich Peter Parker damit konfrontiert, dass er für die Geschehnisse aus Teil 2 beschuldigt wird. Darüber hinaus wurde seine Identität preisgegeben, wodurch sein Leben erheblich aus den Fugen gerät. In seiner Verzweiflung wendet er sich an Doctor Strange, in der Hoffnung, dass er diese Enthüllungen ungeschehen machen kann. Bei dem Versuch diesen Wunsch zu erfüllen, wird jedoch das Multiversum geöffnet, sodass Peter vor noch größeren Problemen steht, denn plötzlich gelangen Bösewichte aus verschiedenen Universen in seine Welt.

    In diesem Zusammenhang wird es definitiv ein Wiedersehen mit Alfred Molina als Doctor Octopus geben, der in dieser Rolle bereits im zweiten Spider-Man-Film mit Tobey Maguire zu sehen war. Aber auch Willem Dafoe als Green Goblin wird zurückkehren, mit dem es Maguires Spider-Man in seinem ersten Abenteuer zutun bekommen hat. Ebenfalls wird auch Jamie Foxx als Electro aus dem zweiten Film mit Andrew Garfield zu sehen sein.

    Wieder dabei sind aber definitiv Zendaya als MJ, Jon Favreau als Happy Hogan und Marisa Tomei als Tante May. Ebenfalls zu sehen ist Benedict Cumberbatch als Doctor Strange.
    Die Regie übernahm abermals Jon Watts (Cop Car).

    © 2021 Sony Pictures

    Kritik


    Spider-Man: No Way Home startet gewohnt leichtfüßig, wie man es von der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft ganz besonders im MCU gewohnt ist. Die Katastrophe, die sich am Ende von Teil 2 mit dem Lüften von Spider-Mans wahrer Identität anbahnte, wird im dritten Teil eher humoristisch angegangen, sodass gleich zu Beginn das Werk mit viel erzählerischem Tempo auffährt. Die dramatische Tragweite wird an dieser Stelle auf Kosten vom gewohnten Teenie-Humor etwas heruntergespielt, sodass die komödiantischen Einlagen eher zum Störfaktor mutieren. Zwar stimmt die Chemie zwischen Hauptdarsteller Tom Holland und Zendaya wieder fraglos, nur beispielsweise Jacob Batalon als Peter Parkers bester Freund wird schnell anstrengend. Doch bereits in der Anfangsphase zeichnet sich eine ungemein große Stärke von No Way Home ab, denn wenn Regisseur Jon Watts zwischendurch die Probleme seines Protagonisten ernst nimmt, kommt auch deren Wucht zur Geltung. Denn ganz besonders diese Augenblicke versteht der Filmemacher gekonnt in Szene zu setzen und seine Darsteller nehmen die schauspielerischen Herausforderungen dankend an, sodass sie diese auch hervorragend meistern.
    Glücklicherweise fährt Watts den Humorgehalt nach dem ersten Viertel merklich runter und schlägt überraschend düstere Töne an. Und ab dem Augenblick entfaltet No Way Home mehr und mehr Klasse.

    Auch visuell tobt sich der Regisseur spürbar aus und lässt Spider-Mans Auseinandersetzung mit Doctor Strange in der Spiegeldimension zu einem wahren Fest für die Augen werden. Aber auch abseits davon sorgt Watts für reichlich Actionhighlights, bei denen die Effekte wie die Inszenierung stimmen. Ganz besonders nutzt er die Fähigkeiten seiner Antagonisten, sodass jeder von ihnen zu glänzen weiß. Aber die wahren Höhepunkte sind dabei weniger die Actionszenen, sondern die Figuren an sich. Durch die Trailer wurden Sandmann, Electro, Lizard, Green Goblin und Doctor Octopus bereits angekündigt und Fans dürfen sich auf reichlich tolle Szenen mit den Figuren freuen. Aber auch die Darsteller hatten merklich Freude daran ihre Figuren noch einmal zu verkörpern. Jamie Foxx tritt deutlich energetischer auf, als noch in seinem Auftritt in The Amazing Spider-Man 2, aber es sind gerade Alfred Molina und Willem Dafoe, die besonders zu überzeugen wissen. Ganz besonders Dafoe dreht richtig auf und schmeißt sich mit ungemeiner Spielfreude in seine Rolle hinein. An dieser Stelle führt No Way Home dem MCU noch einmal eine der ganz großen Schwächen vor - die Bösewichte. Dafoe und Molina untermauern mit solch einer Inbrunst nicht nur, dass sie die bisher charismatischsten und furchteinflößnsten Antagonisten in den bisherigen Spider-Man-Filmen sind, sondern auch mühelos die Gegenspieler im kompletten MCU übertrumpfen. Die beiden schüchtern mit ihrer schieren Leinwandpräsens bereits ungemein ein, wodurch jede Szene mit ihnen ein Genuss ist.

    © 2021 Sony Pictures


    Doch auch der Darsteller des Titelhelden darf endlich mal auch zeigen, dass er mehr kann, als nur der hibbelige, zerstreute aber stets gutherzige Junge zu sein. Die Geschichte schenkt ihm längst überfällig Raum eine Bandbreite an Emotionen aufzufahren, die Tom Holland auch stark zu nutzen weiß. So offenbart er nicht nur eine emotionale Seite, sondern ganz besonders seine wutentbrannte Facette überzeugt überraschend intensiv. So tritt auch an dieser Stelle noch einmal besonders heraus, dass No Way Home in seinen ernsten Momenten am kraftvollsten ist. Denn neben den bedrückenden Momenten locken Watts und seine Darsteller bei den Zuschauern nicht nur einmal Tränen hervor. Letztendlich wissen die Verantwortlichen ganz genau, wie man richtigen Fanservice leistet und das Potential seiner Figuren optimal nutzt. Und in dieser Phase weiß dann auch der Humor wieder zu sitzen, sodass No Way Home trotz seinem dramatischen Gewicht unverschämt leichtfüßig daherkommt, was das Werk trotz aller Emotionalität durchgehend unterhaltsam macht - ja, es einfach ungemein viel Spaß bereitet.
    Watts und seine Autoren beweisen aber auch endlich den Mut, sich nicht gänzlich auf die Tragfähigkeit des MCUs zu verlassen. Denn endlich darf und muss Spider-Man Verantwortung übernehmen und auch seine Handlungen haben wirkliche Konsequenzen, bei denen es an ihm liegt, sie zu tragen. Doctor Strange fungiert in diesem Werk letztendlich nur als Wegebner für die Öffnung des Multiversums und tritt abseits davon angenehm in den Hintergrund.
    Auch wenn die Situation, wie sich das Multiversum öffnet, fraglos etwas überspitzt und unglaubwürdig ist. Doch passt das auch zur generell etwas unausgegorenen Anfangsphase.

    Aber darüber hinaus offenbaren sich ebenfalls hin und wieder ein paar dramaturgische Holperigkeiten, doch steckt bei dem Werk das Herz stets am richtigen Fleck, sodass diese spielend zu verkraften sind. Denn Watts und seine Autoren erweisen ihren Figuren bemerkenswerten Respekt und treten ihnen mit spürbarer Liebe entgegen. Und dazu liefern sie am laufenden Band Überraschungen, die nicht nur einmal für euphorischen Szenenapplaus sorgen werden. So avanciert No Way Home zu einem der stärksten MCU-Beiträge und überraschend zum emotionalsten seit Avengers: Infinity War. Die Verantwortlichen liefern zum Ende des Jahres noch spielend den unterhaltsamsten Blockbuster 2021 und einen der besten Filme des Jahres obendrein.

    © 2021 Sony Pictures

    Fazit


    Nach einer etwas durchwachsenen Anfangsphase, die zu sehr auf schnelle Gags aus ist, lässt Regisseur Jon Watts sein Werk überraschend düstere aber ganz besonders emotionale Pfade bestreiten, bei denen die Leichtfüßigkeit aber dennoch nie zu kurz kommt. Starke Darsteller, eine temporeiche Inszenierung, eine kreative Handlung und ganz viel Liebe für die Figuren lassen Spider-Man: No Way Home zu einem wahren Blockbuster-Highlight heranwachsen, das dabei noch ungemein viel gelungen Fanservice bietet und uns so fast zweieinhalb Stunden beste Unterhaltung schenkt.


    9/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Spider-Man: No Way Home
    Land:
    USA
    Jahr:
    2021
    Studio/Verleih:
    Sony Pictures
    Regie:
    Jon Watts
    Drehbuch:
    Chris McKenna, Erik Sommers
    Kamera:
    Mauro Fiore
    Musik:
    Michael Giachino
    Genre:
    Action
    Darsteller:
    Tom Holland, Zendaya, Benedict Cumberbatch, Jamie Foxx, Willem Dafoe, Alfred Molina, Marisa Tomei, Jon Favreau, Thomas Haden Church, Benedict Wong
    Start (DE):
    16.12.2021
    Start (USA):
    17.12.2021
    Laufzeit:
    148 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Bilder
    • Spider-Man-No-Way-Home-03.jpg

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Kommentare 1

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    Emily -

    Ja schön, dann muss ich wohl doch noch irgendwie ins Kino.