Raging Fire

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  • Einleitung


    Actionregisseur Benny Chan inszenierte bereits Jackie Chan-Filme wie New Police Story, Jackie Chan ist Nobody oder Rob-B-Hood sowie Actionkracher wie Fist of Fury oder Invisible Target. Im August 2020 starb der Filmemacher im Alter von 58 Jahren, hatte vorher aber noch die Dreharbeiten von Raging Fire beenden können, der nun zu seinem Abschiedsfilm wird - und wie es sich für einen Regisseur seines Kalibers gehört, ist dieser alles andere als leise geworden.

    Im Zentrum von Raging Fire steht der Polizist Bong, der besonders bei harten Fällen gefragt ist und dabei kann er auf eine beachtliche Erfolgsquote zurückblicken. Eines Tages wird sein Team bei einem Einsatz jedoch von einer geheimnisvollen Gruppe überrannt wird. Angeführt von Ngo, einem ehemaligen vielversprechenden Polizisten, den Bong ausgebildet hat. Als dieser drei Jahre zuvor durch einen Fehler im Gefängnis landete, schwor er sich kaltblütige Rache zu nehmen - an allen, die sich von ihm abgewendet hatten.

    Actionstar Donnie Yen (Ip Man) wird dabei Nicholas Tse gegenüberstehen, mit dem er bereits bei Dragon Tiger Gate vor der Kamera stand.

    © 2022 Koch Films

    Kritik


    Auch wenn Regisseur Benny Chan ein Urgestein des chinesischen Actionkinos ist, so gab es bei seiner langen Filmographie auch immer wieder qualitative Ausreißer. Mit Raging Fire unterstrich er nun aber einmal mehr sein Können, denn in dem Werk ist der Name Programm. Hier kracht es an allen Ecken. Es gibt wilde Schießereien, reichlich Explosionen, rasante Verfolgungsjagden zu Fuß, auf dem Motorrad oder im Auto - und natürlich stark choreographierte Kampfszenen. Und dabei sieht alles hervorragend aus. Denn der Filmemacher fing die Actionszenen nicht nur erstklassig ein, er fand auch immer wieder tolle Kulissen, die die Sequenzen visuell noch ein ganzes Stück anheben. Dabei überzeugt das Szenenbild stets im Gesamten, denn neben den Locations begeistern auch Ausstattung und Belichtung, sodass es ein Fest für die Augen ist, den Auseinandersetzungen zu folgen. Lediglich hin und wieder ist die Kameraarbeit etwas zu hektisch geworden, was man aber dennoch verzeihen kann.
    Dass die Chinesen es verstehen einschüchternd starke Kampfszenen zu präsentieren, ist wahrlich nichts Neues. Aber Raging Fire überrascht eben auch mit spektakulär eingefangenen Explosionen und Schießereien, die teilweise an große Hollywoodvorbilder erinnern. So bewegt sich das Actionfeuerwerk visuell durchgehend auf einem beeindruckenden Niveau.

    Abseits davon überzeugt das Werk aber auch mit einer gelungenen Geschichte, die vor allem einen fantastischen Bösewicht bietet. So sind nicht nur dessen Motive nachvollziehbar, sondern Nicholas Tse verleiht ihm eine emotionale Tiefe, die ihn nicht nur greifbarer macht, sondern auch deutlich bedrohlicher. Tse liefert dabei eine herausstechende Performance ab, die in solch einer Art von Film viel zu selten zu sehen ist.
    Ihm Gegenüber steht mit Donnie Yen leider aber jemand der darstellerisch etwas an seine Grenzen stößt. Zwar ist der chinesische Actionstar, der mittlerweile verdient in einem Zuge mit Ikonen wie Jackie Chan oder Jet Li genannt werden kann, sympathisch wie immer, offenbart aber auch, dass Rollen ihm häufig auf den Leib geschrieben werden müssen, damit er auch schauspielerisch auf ganzer Linie überzeugen kann (man schaue nur auf seine phantastische Darbietung in der Ip Man-Reihe). Davon abgesehen ist es aber unglaublich, in welch einer außergewöhnlichen körperlichen Verfassung der fast Sechzigjährige ist. In den Kampfszenen hat er von seiner Physis, seiner Schnellig- sowie Beweglichkeit in den letzten Jahrzehnten kaum eingebüßt und hält mit dem fast zwanzig Jahre jüngeren Tse noch locker mit.

    Dramaturgisch ist Raging Fire angenehm greifbar und bietet spürbar mehr, als eine Handlung, die die Figuren nur von einer Szene in die nächste bringt. Aber dennoch spielt sie natürlich eine untergeordnete Rolle und lässt den tollen Actionszenen den Vortritt. Dass dabei dann hin und wieder mal die Logik etwas auf der Strecke bleibt und auch die Polizei etwas viel menschlichen Kollateralschaden in Kauf nimmt, sei dem Werk verziehen. Denn Benny Chans Film legt ein rasantes Erzähltempo an den Tag, sodass der Film in keiner Sekunde langweilig ist. Nur eben der emotionale Aspekt auf Seiten des Protagonisten geht nicht richtig auf.

    © 2022 Koch Films

    Fazit


    Raging Fire erweist seinem Titel alle Ehren. Die Actionszenen sind ein Fest für Augen und Ohren und bieten immer wieder Abwechslung, was auch sehr viel den tollen Set Pieces zu verdanken ist. Dazu gesellt sich ein stark verkörperter Bösewicht, dem leider aber ein darstellerisch etwas blasser Protagonist entgegengestellt wird, dessen emotionalen Hintergründe einfach nicht wirklich funktionieren möchten. Abgesehen davon ist das Werk von Benny Chan aber ein phantastisches Actionfeuerwerk.


    7/10

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    Infos
    Originaltitel:
    怒火 / Raging Fire (englischer Titel)
    Land:
    China, Hongkong
    Jahr:
    2021
    Studio/Verleih:
    Emperor Motion Pictures / Koch Films
    Regie:
    Benny Chan
    Drehbuch:
    Benny Chan, Ryan Wai-Chun Ling, Yaoliang Tang
    Kamera:
    Yuen Man Fung
    Musik:
    Nicolas Errèra
    Genre:
    Action
    Darsteller:
    Donnie Yen, Nicholas Tse, Lan Qin, Ben Lam, Ken Lo
    Start (DE):
    20.01.2022 (digital), 10.02.2022 (Heimkino)
    Start (USA):
    13.08.2021
    Laufzeit:
    126 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Bilder
    • Raging-Fire-04.jpg

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