Supernova

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  • Einleitung


    Sechs Jahre nach seinem Spielfilmdebüt als Regisseur und Drehbuchautor mit dem Werk Hinterland hat der ebenfalls als Schauspieler tätige Harry Macqueen seinen zweiten Film auf die Beine gestellt. Im Gegensatz zu seinem Erstling hat er sich bei Supernova gänzlich auf die Arbeit hinter der Kamera konzentriert und konnte sich für die beiden Hauptrollen zwei große Namen sichern, die ganz besonders für eure darstellerischen Qualitäten bekannt sind - Oscarpreisträger Colin Firth (The King's Speech) und der oscarnomminierte Stanley Tucci (In meinem Himmel).

    Die Beiden verkörpern ein Paar, das sich in einem Wohnmobil auf die Reise durch England begibt und wichtige Stationen ihrer gemeinsamen Vergangenheit abfahren. Dabei besuchen sie Freunde, Familie und Orte zu denen sie eine tiefe emotionale Bindung haben. Diese gemeinsame Zeit ist das Kostbarste, was sie haben, denn bei einem der Beiden wurde Demenz diagnostiziert und verliert immer mehr die Fähigkeit, sich an Dinge zu erinnern.

    © 2021 Weltkino

    Kritik


    Bereits schnell wird bei Supernova deutlich, was für Regisseur und Drehbuchautor Harry Macqueen an seiner Erzählung am wichtigsten ist - seine Figuren. Und genau diese stellt er auch gänzlich in den Fokus. Die Beziehung von Sam und Tusker wird visuell und dramaturgisch mit einer ungemeinen Natürlichkeit präsentiert, sodass man das langjährige Paar ab der ersten Minute auch als genau dieses wahrnimmt. Dabei stimmt die Chemie der beiden Hauptdarsteller, die im wahren Leben seit geraumer Zeit befreundet sind, in jedem noch so kleinen Augenblick. Durch die herausragende Darbietung der beiden Schauspieler wird so mit den kleinsten Nuancen in Mimik und Gestik unglaublich viel erzählt. Und folglich sind Colin Firth und Stanley Tucci auch die größte Stärke von Supernova.

    Aber auch bei den Dialogen weiß Macqueen immer wieder geschickt Dinge zu erzählen, ohne sie immer beim Namen zu nennen. Dabei macht es dann natürlich umso mehr Spaß den beiden phantastischen Darstellern zuzuschauen. So gelungen diese Aspekte auch sind, so ungeschickt kommen da aber hin und wieder die Figuren und Dialoge abseits der im Fokus stehenden Protagonisten daher. Hier sind die Dialoge der Nebenfiguren teilweise erschreckend laienhaft, ebenso wie die schauspielerischen Leistungen. Das möchte dann auch nicht richtig in das Gesamtbild des Films passen und reißt den Zuschauer leider immer wieder emotional aus dem Geschehen. Tucci und Firth gelingt es zwar jedes Mal aufs Neue einen einzufangen, dennoch wirken diese Niveauschwankungen befremdlich.

    Visuell findet Macqueen immer wieder schöne Motive, die auch dank der tollen Kulissen ihre Wirkung nicht verfehlen. Dennoch sind seine Kameraeinstellungen in manchen Dialogszenen wiederum ungünstig gewählt, sodass der Filmemacher seine Zuschauer in diesen Augenblicken unverständlicherweise auf Distanz hält, obwohl man sich in diesen Augenblicke genau das Gegenteil wünscht. So wirkt die Inszenierung im Gesamtbild dann noch hin und wieder etwas hölzern, wodurch sich auch regelmäßig Längen einschleichen.
    Mit einem extrem berührenden Schlussakt lässt Macqueen aber dann doch noch die komplette emotionale Wucht seiner Geschichte einschlagen.

    Letztendlich ist Supernova dank seiner beiden großartigen Hauptdarsteller, seiner berührenden Geschichte und seiner mutigen Endphase fraglos ein sehenswertes Werk, auch wenn es inzenatroisch immer wieder ins Stolpern kommt.

    © 2021 Weltkino

    Fazit


    Regisseur und Drehbuchautor Harry Macqueen präsentiert zwar eine teilweise etwas hölzerne Inszenierung, die einige Längen nach sich zieht, doch kann ein erstklassiges Darstellerduo über zahlreiche Schwächen hinwegtäuschen. So sind es gerade die Beiden, die die emotionale Kraft der Geschichte von Supernova über die komplette Laufzeit tragen und sie in einem bewegenden Finale sich vollständig entfalten lassen.


    7/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Supernova
    Land:
    Großbritannien
    Jahr:
    2020
    Studio/Verleih:
    Weltkino
    Regie:
    Harry Macqueen
    Drehbuch:
    Harry Macqueen
    Kamera:
    Dick Pope
    Musik:
    Keaton Henson
    Genre:
    Drama
    Darsteller:
    Colin Firth, Stanley Tucci
    Start (DE):
    14.10.2021
    Start (USA):
    29.01.2021
    Laufzeit:
    95 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Bilder
    • Supernova-01.jpg

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