The Dark and the Wicked

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  • Einleitung


    Regisseur Bryan Bertino gehört nicht gerade zu den Regisseuren, die am laufenden Band Filme raushauen. Seit er 2008 mit dem Invasionshorror The Strangers einen Hit landete, ließ er lediglich nur zwei weitere Filme folgen - 2014 Play sowie 2016 The Monster. Stets dem Horrorgenre treugeblieben lässt er nun mit The Dark and the Wicked seinen erst insgesamt vierten Spielfilm folgen, indem er beweist, wie spielend er es versteht, mit den Mechanismen des Genres umzugehen.

    In The Dark and the Wicked findet eine entfremdete Familie wieder zusammen, als eines der Familienmitglieder im Sterben liegt. Doch auf der Farm, auf der die vierköpfige Familie aufeinandertrifft, scheint es schon länger keine hoffnungsvollen Tage gegeben zu haben, denn etwas Dunkles wächst über der Familie heran.

    Als Darsteller sind unter anderem Marin Ireland (Hell or High Water), Michael Abbott Jr. (Mud), Julie Oliver-Touchstone (Dropa) und Tom Nowicki (The Punisher) zu sehen.

    © 2022 Indeed Film

    Kritik


    Ab der ersten Minute von The Dark and the Wicked breitet sich eine unangenehme Atmosphäre aus. Und genau diese ist auch die größte Stärke des Horrorfilms. Regisseur und Drehbuchautor Bryan Bertino versteht es sie über die komplette Laufzeit aufrechtzuerhalten, was ihm ganz besonders aufgrund der bedrohlichen Bildersprache gelingt. Dem eher ruhigen Werk setzt er zwar auch immer wieder wohl dosierte Schockmomente entgegen, doch grundsätzlich lässt er seine intensiven düsteren Bilder stehen und so diese ihre Wirkung entfalten. Auch wenn der Filmemacher grundsätzlich nicht sonderlich viel Neues präsentiert, hangelt er sich inszenatorisch gekonnt durch seine Handlung und liefert eine Handvoll Gore-Momente, ein paar nette Jump-Scares und ganz viel beängstigende Stimmung. Bertino stellt hier unmissverständlich sein handwerkliches Können unter Beweis, sodass The Dark and the Wicked trotz kaum innovativer Ideen durchweg spannend und vor allem sehenswert bleibt.

    Inhaltlich hält sich der Film angenehm klein und ufert auch nicht in einem überkandidelten Finale aus. Der Regisseur bleibt dem fast schon intimen Haunted House-Horror, in diesem Fall eher Haunted Farm-Horror, treu, den er zu Beginn auch etabliert. Es gibt weder übermäßig viele Figuren, noch ausufernde übernatürliche Erscheinungen. Das Böse in diesem Film setzt sich vor allem in den Köpfen der Protagonisten fest, wodurch aber auch in jedem Augenblick etwas Unheilvolles mitschwingt.
    Auch bei den Charakteren bleibt das Werk unaufgeregt, aber zeigt in jeder durchgängig greifbare Figuren, die auch nicht ausschließlich von fragwürdigen Entscheidungen geleitet werden. Die beiden Hauptdarsteller Marin Ireland und Michael Abbott Jr. können ihre Figuren auch angemessen mit Leben füllen und legen durchweg solide Leistungen dar.

    The Dark and the Wicked zeichnet letztendlich aber besonders seine ironiefreie Tonalität aus, in der es auch eigentlich keine Glücksmomente zu bestaunen gibt. Selbst wenn der mythologische Horror nicht Einzug erhält, wird hier eine triste Familienkonstellation geboten, die von Gefühlen wie Last, Verpflichtungen und der Unmöglichkeit sich von seiner Familie komplett loszusagen beherrscht werden. Aber auch die Farm an sich hat in keinem Moment etwas Romantisches an sich. Die in Brauntönen gehaltenen Bilder porträtieren eine heruntergekommene, dem Sterben nahe Industrie, dem sich seine Figuren angleichen.

    © 2022 Indeed Film

    Fazit


    Das Werk von Bryan Bertino ist vor allem eines: unangenehm. Das aber auf angenehme Weise, denn der Regisseur präsentiert spielend die verschiedensten Aspekte des Schauerkinos und hält sie in teils ebenso beängstigenden wie faszinierenden Bildern. Dennoch wird man permanent das Gefühl nicht los, dass etwas mehr Frische in eigentlich allen Aspekten fehlt, sodass am Ende dann doch nur einzelne Momentaufnahmen hängenbleiben. Gerade für Fans des atmosphärischen Horrorkinos bleibt The Dark and the Wicked dennoch fraglos sehenswert.


    6/10

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    Infos
    Originaltitel:
    The Dark and the Wicked
    Land:
    USA
    Jahr:
    2020
    Studio/Verleih:
    RLJE Films / Indeed Film
    Regie:
    Bryan Bertino
    Drehbuch:
    Bryan Bertino
    Kamera:
    Tristan Nyby
    Musik:
    Tom Schraeder
    Genre:
    Horror
    Darsteller:
    Marin Ireland, Michael Abbott Jr., Julie Oliver-Touchstone, Tom Nowicki
    Start (DE):
    14.04.2022
    Start (USA):
    06.11.2020
    Laufzeit:
    95 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Bilder
    • The-Dark-and-the-Wicked-03.jpeg

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