X

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  • Einleitung


    Das Prinzip einer Gruppe von jungen Leuten, die auf einem abgelegenen Anwesen von Hinterwäldlern gejagt werden, ist spätestens seit Tobe Hoopers Kult-Schocker The Texas Chainsaw Massacre aus dem Jahr 1974 altbewährt. Regisseur und Drehbuchautor Ti West (The Inkeepers) hat sich mit seinem Werk X auf seine Art mit dieser Grundlage auseinandergesetzt. Dabei erinnert sein Festivalliebling inhaltlich sogar stark an Hoopers Horrorwerk.

    Im Zentrum von X steht ein junges Filmteam, dass auf einer abgelegeneren Farm den Film drehen wollen, der ihnen zum Durchbruch verhelfen soll. Doch das alte Ehepaar, dass ihnen die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt wird dabei im Unklaren gelassen, dass es sich dabei um ein pornographisches Werk handelt. Als sie das herausfinden häufen sich die seltsamen Vorfälle am Set und aus dem kreativen Schaffen wird ein Kampf auf Leben und Tod.

    Als Darsteller sind unter anderem Mia Goth (Susperia), Brittany Snow (Prom Night), Jenna Ortega (Scream) und Kid Cudi (Don't Look Up) zu sehen.

    © 2022 Capelight Pictures

    Kritik


    Regisseur und Drehbuchautor Ti West gelingt es fraglos der eigentlich abgegriffenen Thematik mit zahlreichen kleinen gut gewählten Handgriffen frischen Wind zu verleihen. Das fängt bereits mit der ergänzenden Situation an, dass die Gruppe einen Pornofilm drehen möchte. Und West nutzt diese kleine Ergänzung auch gekonnt, um X gleich ein wenig mehr Schwung zu verleihen. Und dabei spielt die Freizügigkeit, die ebenfalls gut vorhanden ist, noch nicht einmal eine so große Rolle. Sondern einfach sein augenzwinkernder aber nie respektloser Umgang mit der Art von Film, was er mit einem Hauch gut platzierter Emanzipation krönt. Aber auch anderweitig beweist der Filmemacher ein gutes Gespür. So gibt es zahlreiche Horrofilmreferenzen, die West aber nicht einfach seelenlos kopiert. Er fügt sie hervorragend in seine Geschichte ein, sodass sogar Verbeugungen vor dem Tierhorror-Genre nicht deplatziert wirken. Ganz im Gegenteil gelingt ihm mit diesem Einschub sogar eine der visuell beklemmendsten Momente seines Films.
    Dazu gesellen sich einige inszenatorische Spielereien wie ein einfallsreicher Fake eines 4:3-Bildformates direkt zu Beginn des Films oder aber kleine Einstellungen, die auf das Kommende hindeuten, aber nie zu aufdringlich zelebriert werden.

    Was West auch überraschend effektiv gelingt, sind seine Antagonisten. Ihnen verleiht er nicht nur für das Genre ungewohnt viel Profil, sie haben darüber hinaus auch keinerlei übermenschliche Kräfte. Und wer denkt, dass ein altes zerbrechliches Ehepaar dann doch keine wirklich Bedrohung sein kann, der wird von X definitiv eines Besseren belehrt.
    Dem Regisseur gelingt es einfach ungemein gut eine unangenehme Atmosphäre aufzubauen, lässt aber im Schlussakt auch Gore-Fans ordentlich auf ihre Kosten kommen. Denn wenn einige der Figuren das Zeitliche segnen, wird an Blut sowie Gewalt nicht gespart. Wests dennoch irgendwie hingebungsvolle Art der Umsetzung und seine teils auch gut gesäten humoristischen Einlagen sprechen dem Ganzen eine gewisse Leichtfüßigkeit zu, die den Spaßfaktor des Gesehenen ungemein anhebt, ohne aber dabei an Bedrohlichkeit zu verlieren.
    Doch muss man leider auch erwähnen, dass X dann doch immer mal wieder an manch einer Stelle über das Ziel hinaus schießt und dann ab und an Szenen bietet, die eher ein angewidertes Augenrollen verursachen, als zu schocken oder zu unterhalten. Das trübt den Gesamteindruck dann doch spürbar.

    Darstellerisch kann man jedoch ebenfalls nur sagen, dass man sich auf für das Genre deutlich überdurchschnittlichem Niveau bewegt. Der Cast hatte merklich Spaß an dem Dreh und erweckt mit viel Enthusiasmus die Figuren zum Leben. Kombiniert mit einer guten Songauswahl und einem stimmungsvollen Score wird der Unterhaltungswert noch einmal merklich gesteigert.

    © 2022 Capelight Pictures

    Fazit


    Ti Wests X kommt launisch daher, bietet einige tolle inszenatorische Spielereien, eine gut aufgelegte Besetzung und zahlreiche unterhaltsame Ideen, sodass das Werk einen hohen Spaßfaktor entwickelt, dabei aber stets spannend und bedrohlich bleibt. Lediglich ab und an ist der Regisseur und Drehbuchautor zu motiviert an die Arbeit gegangen und schießt so mit ein paar Szenen über das Ziel hinaus, sodass das Sehvergnügen dann doch etwas geschmälert wird.


    7/10

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    Infos
    Originaltitel:
    X
    Land:
    USA
    Jahr:
    2022
    Studio/Verleih:
    Capelight Pictures
    Regie:
    Ti West
    Drehbuch:
    Ti West
    Kamera:
    Eliot Rockett
    Musik:
    Tyler Bates, Chelsea Wolfe
    Genre:
    Horror
    Darsteller:
    Mia Goth, Brittany Snow, Jenna Ortega, Kid Kudi
    Start (DE):
    19.05.2022
    Start (USA):
    18.03.2022
    Laufzeit:
    105 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Bilder
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