Obsessed

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  • Einleitung


    In seinem Heimatland sorgte Obsessed bereits im Vorfeld für reichlich Aufruhr, denn für Hauptdarsteller und K-Drama-Star Song Seung-heon (Black) markierte das Werk sein erstes Drama, das in Südkorea keine Jugendfreigabe bekam. Doch war es ebenfalls eine Premiere für seine Co-Darstellerin Lim Ji-yeon (The Treacherous), die mit Obsessed ihr Spielfilmdebüt feierte und gleich einen Hit landete, denn das erotische Drama stieg direkt auf Platz 1 in die koreanischen Kinocharts ein.

    Obsessed spielt im Sommer 1969. Oberst Kim Jin-pyong ist als dekorierter Kriegsheld aus Vietnam zurückgekehrt. Obwohl ihn zu Hause eine steile militärische Karriere erwartet, ist er nicht glücklich. Jin-pyong fühlt sich gefangen in einer lieblosen Ehe und wird von seinen Erlebnissen im Krieg verfolgt. Als in der Nachbarschaft ein weiterer Offizier einzieht, lernt er dessen Ehefrau Ga-heun kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch ihr Verhältnis könnte würde zu einem gesellschaftlichern Skandal führen und die Existenz von beiden zerstören. Und dennoch geben sie trotz aller Risiken ihrem Verlangen nach.

    Neben Lim und Song (Black) sind unter anderem noch Cho Yeo-jeong (Parasite), Yoo Hae-jin (Space Sweepers) und Jeon Hye-jin (Ashfall) zu sehen.
    Die Regie verantwortete Kim Dae-woo (The Servant), der auch am Drehbuch mitschrieb.

    © 2022 Busch Media Group

    Kritik


    Einen Hang zur Ästhetik kann man den Koreanern wahrlich nicht absprechen. Ob bei großen Produktionen oder kleinen Indie-Filmen, dem Großteil der Werke merkt man es an, dass die Filmemacher stets bedacht sind, ihre Bilder mit dem höchsten Anspruch an sich selbst einzufangen. Und auch Obsessed macht da keine Ausnahme. Regisseur und Drehbuchautor Kim Dae-woo findet immer wieder wunderschöne Motive, um seine Geschichte zu bebildern. So weiß das Werk von der ersten Minute an visuell zu begeistern. Begleitet von einem bezaubernden Score von Lee Jae-jin (Asura) entsteht so eine berührende Atmosphäre, ohne dass auch nur ein Wort gesagt werden muss. Wenn dann noch die Chemie der beiden Hauptdarsteller stimmt, dann bleiben kaum noch Wünsche offen. Und auch damit kann Obsessed punkten, denn das Leinwandpaar Lim Ji-yeon und Song Seung-heon lassen es ab dem ersten Aufeinandertreffen knistern. Darstellerisch, wenn auch meist sehr ordentlich, ist es zwar nicht immer vollends auf den Punkt gespielt, aber das fällt bei dem Feuer, was zwischen ihnen brennt, kaum ins Gewicht. Es macht einfach ungemein viel Spaß, mit den beiden Figuren zu fühlen, mit ihnen Glück zu empfinden sowie Schmerz.

    Und dennoch hat Obsessed mit so manch einem Manko zu ringen. Auf der einen Seite sind es die Nebendarsteller, die häufig sehr aufgesetzt wirken. Besonders fällt das bei Cho Yeo-jeong auf, die mit Titeln wie Parasite oder Die Konkubine bereits mehrfach eindringlich ihre darstellerischen Qualitäten unter Beweis stellte, hier aber sehr plakativ und wenig nuanciert daherkommt. Ihre Figur ist kaum greifbar, was besonders schade ist, da sie als Frau des Protagonisten dem Ganzen noch eine besondere Dramatik hätte verleihen können. Doch auch die Dramaturgie spielt ihr da nicht gut in die Karten. Denn hier kommt man zur nächsten Schwachstelle - das Drehbuch.
    Nicht nur haben sich die Schreiber wenig Mühe gegeben, den Nebenfiguren Profil zu verpassen, sie bauen auch starke Themen auf, nur um sie ein paar Minuten später völlig zu ignorieren. Wenn beispielsweise Lims Figur von ihren tragischen Erlebnissen erzählt, haben diese lediglich für den Moment eine Bedeutung. Im weiteren Verlauf wird gar nicht mehr darauf eingegangen, schlimmer noch, man lässt die Figur Handlungen ausüben, die diesem Geschehen im Widerspruch stehen.
    Darüber hinaus strauchelt das Drehbuch auch immer wieder bei den wenig eleganten Dialogen. Der Darlegung des Inhalts wirkt häufig stumpf und hölzern, was der visuellen Klasse zu keinem Zeitpunkt gerecht wird.

    So bleibt am Ende zwar ein prickelndes, wunderschön fotografiertes Drama, das jedoch immer wieder über seine dramaturgischen wie darstellerischen Schwächen stolpert.

    © 2022 Busch Media Group

    Fazit


    Obsessed wartet mit einem tollen Hauptdarstellerduo auf, sodass man das lodernde Feuer zwischen den beiden förmlich spüren kann. Visuell wunderschön eingefangen und mit einem mitreißenden Score unterlegt, sind die Weichen eigentlich herausragend gestellt. Wären da nicht die teils schwachen Nebendarsteller und die hölzerne Dramaturgie, die das Sehvergnügen merklich schmälern.


    6/10

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    Infos
    Originaltitel:
    인간중독 (Inganjoongdok) / Obsessed (engl. Titel)
    Land:
    Südkorea
    Jahr:
    2014
    Studio/Verleih:
    Next Entertainment World / Busch Media Group
    Regie:
    Kim Dae-woo
    Drehbuch:
    Kim Dae-woo, Oh Tae-kyung
    Kamera:
    Byun Bong-seon
    Musik:
    Lee Jae-jin
    Genre:
    Drama
    Darsteller:
    Song Seung-heon, Lim Ji-yeon, Cho Yeo-jeong, Yoo Hae-jin, Jeon Hye-jin
    Start (DE):
    22.07.2022 (Heimkino)
    Laufzeit:
    132 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Bilder
    • Obsessed-05.jpg

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